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Günstige Alternativrouten über die Alpen

Staus umfahren Richtung Südeuropa

Gotthardpass Foto: Arid Ocean/Adobe Stock, Steffen Zink, Martin Lugger 3 Bilder

In der Hauptsaison sind die allseits bekannten Strecken über die Alpen oft verstopft. promobil zeigt Alternativen, auf denen weniger los ist und die auch landschaftlich reizvoll sind.

Routen über die Alpen Übersicht Foto: Arid Ocean/Adobe Stock, Steffen Zink, Martin Lugger
Die roten Routen markieren die Hauptwege über die Alpen, die gelben sind Alternativstrecken.

Ab in den Süden, der Sonne hinterher – das ist nicht nur ein bekannter Songtext, sondern auch das Motto vieler Reisemobilisten. Um beliebte Urlaubsländer wie Italien oder Kroatien zu erreichen, muss man allerdings erst einmal die Alpen überqueren, was gerade in der Hochsaison eine Weile dauern kann. Denn die Hauptrouten über den Gotthard-Tunnel, den Brenner oder die Tauern-Autobahn (Route 1, 3 und 5) sind bestens ausgebaut und daher vor allem im Sommer und am Wochenende stark frequentiert. Doch es gibt Alternativen zu den großen Routen, die man sich näher anschauen sollte.

San-Bernardino- statt Gotthard-Tunnel

Die Schweizer Gotthard-Autobahn von Basel Richtung Como bringt vor allem Reisende aus dem Westen Deutschlands Richtung Italien. Als Nadelöhr stellt sich dabei jedoch immer wieder der Gotthard-Tunnel heraus, der in der Hauptsaison recht anfällig für Staus ist, nachts ab und zu gesperrt wird oder nur in eine Richtung befahrbar ist. Eine auch geographisch nahe liegende Alternative dazu ist der San-Bernardino-Tunnel. Für eine Beispielroute von Basel nach Como in Italien benötigt man laut ADAC-Routenplaner rund vier Stunden für die 292 Kilometer lange Strecke, wenn man über Basel und Luzern fährt, also die Gotthard-Autobahn nimmt (Route 1).

Will man den Gotthard vermeiden und fährt stattdessen die 82 Kilometer längere Strecke über Zürich und Chur auf der San-Bernardino-Autobahn, so braucht man laut ADAC rund eine Stunde und 30 Minuten länger (Route 2). Auf beiden Strecken benötigen Reisemobile bis 3,5 Tonnen die Schweizer Vignette (37,50 Euro für 14 Monate), Reisemobile über 3,5 Tonnen müssen eine Schwerverkehrsabgabe entrichten.

Tipp: Wer mit einem Reisemobil über 3,5 Tonnen nur ab und zu durch die Schweiz fährt, sollte bei der Abrechnungsmethode zehn frei wählbare Tage innerhalb eines Jahres wählen, damit fährt man am günstigsten.

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Sparen mit der Felbertauernstraße

Startet man seine Italien-Reise weiter im Osten Deutschlands, so ist der Weg über die österreichische Brenner-Autobahn und den dazugehörigen Pass die nächstliegende Wahl. Wenn man diese oft staugeplagte Strecke umgehen will, bietet sich die Felbertauernstraße an.

Denn sie ist die kleine Unbekannte auf dem Weg über die Alpen in den Süden. Die Felbertauernstraße steht in der Beliebtheit bei den Transit-Touristen weit hinter Brenner- und Tauernautobahn. Und das ist gut so, gibt es auf der 36 Kilometer langen Strecke doch kaum Staus. Die Anfahrt zum Urlaubsdomizil im Süden wird dadurch deutlich stressfreier. Aber nicht nur die Nerven werden geschont, auch die Reisekasse freut sich.

Felbertauernstraße Foto: Arid Ocean/Adobe Stock, Steffen Zink, Martin Lugger
Was fürs Auge: Die Felbertauernstraße führt vorbei an 30 Dreitausendern.

Da auf der Felbertauernstraße nicht zwischen Pkw, Wohnmobil oder Gespann unterschieden wird, können Urlauber mit dem Reisemobil hier schon einmal sparen. Die einfache Fahrt kostet elf Euro, wer sich vor Beginn der Reise ein Vorteilsticket beim ADAC besorgt, zahlt für Hin- und Rückfahrt zusammen nur 20 Euro. Wer am Grenzübergang Kiefersfelden von der A 93 abfährt, muss keine Autobahn-Maut in Österreich zahlen. Auf dem Weg zur Adria lassen sich so bis zu 60 Euro sparen. Und auf dem Rückweg in den Norden gleich noch mal.

Dafür bekommt man auf der Felbertauernstraße auch noch landschaftlich einiges geboten: Auf 36 Kilometern geht es an 30 Dreitausendern vorbei. Im Schnitt passiert man also alle 1,2 Kilometer einen Bergriesen. Darunter sind mit dem 3.798 Meter hohen Großglockner auch der höchste Berg der Alpenrepublik und der nicht weniger imposante Großvenediger mit 3.666 Metern. Unterbrochen wird dieses atemberaubende Panorama nur durch einen rund fünf Kilometer langen Tunnel.

Die Felbertauernstraße ist übrigens auch eine Alternative zur weiteröstlich verlaufenden Tauern-Autobahn,die Richtung Slowenien und Kroatien führt. Die Beispielroute von München nach Villach (Route 5) ist über die Tauern-Autobahn nur 17 Kilometer kürzer als Route 6 überdie Felbertauernstraße. Allerdings ist die Fahrzeit auf der Panoramastraße rund zwei Stunden länger.

2017 feierte die Felbertauernstraße ein rundes Jubiläum. Im Jahr 1967, vor 50 Jahren, wurde sie eingeweiht. Seitdem geht es auf ihr (meistens) stress- und staufrei von Mittersill im Salzburger Land über Osttirol und Kärnten nach Italien.

Günstig nach Südtirol

Weitere kostengünstige Alpenüberquerungen nach Südtirol bieten der Brenner- und der Reschenpass. Kurz hinter dem Flughafen Innsbruck verlässt man die B 171, fährt ein kurzes Stück über die B 174, um dann über die alte Brennerstraße, die heutige B 182, am Berg Isel vorbei weiter Richtung Brenner zu fahren. Hat man den Brennerpass erreicht, ist man auch schon in Südtirol. Tipp für alle, die weiter mautfrei fahren wollen: Anstatt jetzt auf die Brennerautobahn zu wechseln, geht es über Landstraßen weiter bis Sterzing.

Wer im Vinschgau Urlaub macht, für den lohnt sich die Anfahrt über den Reschenpass. Ab Seefeld geht es in Richtung Landeck weiter über die B 171. Der Beschilderung nach Italien folgen, aber aufgepasst, dass man nicht aus Versehen auf die Autobahn oder in den Landeck-Reschen-Tunnel gerät.

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Fazit

Viele Wege führen über die Alpen: Wer die vom Stau gebeutelten Hauptrouten meidet, ist zwar nicht immer schneller am Ziel, hat aber mehr von der Fahrt und spart im Idealfall sogar Mautgebühren. Bekommt man vom Alpenpanorama gar nicht genug, kann man – entsprechende Fahrpraxis vorausgesetzt – auch ganz gezielt die kurvigen Passstraßen unter die Räder nehmen. Das dauert dann zwar wesentlich länger, ist aber auch ein ganz besonderes Erlebnis –naturgemäß aber eher für kompaktere Reisemobile als für dicke Liner.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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