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Wohnmobil-Tour in deutschen Mittelgebirgen

Winterzauber gleich nebenan

Auf meinem Schlitten bin ich Kapitän –  die ganze Familie unterwegs im Schnee. Foto: Jochen Tack 22 Bilder

Zum Skifahren muss niemand mit dem Reisemobil in die Ferne schweifen – auch deutsche Mittelgebirge wie das Hochsauerland haben viel zu bieten. promobil führt Sie außerdem in den winterlichen Harz, den Schwarzwald und den Bayerischen Wald.

30.12.2017 Dieter Danziger

In diesem Artikel:

Sauerland
Schwarzwald
Bayerischer Wald
Harz

Über der tief verschneiten Berglandschaft wölbt sich der Himmel in einem strahlenden Blau, wie es nur ein glasklarer, eiskalter Wintermorgen zustande bringt. Vor dem Fenster unseres Reisemobils gleißt der Schnee in der frühen Morgensonne. Schnell den Rest Kaffee getrunken, vor dem Mobil stecken die Skier schon hochkant in der weißen Pracht, warten auf ihren Einsatz. Zur nächsten Piste ist es nicht weit. Ein kunterbunter Tag voller Wintersport und Schneevergnügen nimmt seinen Lauf.

Wobei wir uns nicht in den österreichischen Alpen oder gar in den nordamerikanischen Rocky Mountains befinden, sondern im nordrheinwestfälischen Hochsauerlandkreis, genauer gesagt im Rothaargebirge in der braven Kleinstadt Winterberg. Das Wort brav trifft zur kalten Jahreszeit allerdings nur bedingt zu, denn dann steppt hier im Sauerland bisweilen der Bär. Für einen zünftigen Urlaub im Schnee muss niemand in die Hochalpen oder in den hohen Norden reisen – auch unsere Mittelgebirge können Wintersportler jeder Couleur glücklich machen.

Und solche nahen Winterziele gibt es genügend. Ein Bergmassiv wird als Mittelgebirge bezeichnet, wenn es eine gewisse Gipfelhöhe nicht überschreitet – je nach Definition sind das zwischen 1500 und 1800 Meter. Zudem muss eine gewisse Höhendifferenz zur Umgebung vorhanden sein. Jemand hat mal 44 Mittelgebirge in unseren Landen gezählt, von denen längst nicht alle wintersporttauglich sind – im Harz, im Schwarzwald, dem Bayerischen Wald und hier im Hochsauerland kommen Skifahrer, Langläufer und Winterwanderer aber in jeder Hinsicht auf ihre Kosten.

Stellplätze an Ski-LiftenWintersportler im Wohnmobil

Die schnelle Erreichbarkeit auch mal für einen Wintersport-Ausflug am Wochenende, dazu meist geringere Preise als in alpinen Regionen, verbunden mit großer Familienfreundlichkeit – all das spricht für Schneeferien in den mittleren Lagen. Auf der Minusseite steht die Tatsache, dass Harz, Sauerland oder Schwarzwald meist nicht dieselbe Schneesicherheit bieten wie hoch gelegene Gletschergebiete. Außerdem geht Frau Holle, so sagt man, in mittleren Lagen von Jahr zu Jahr immer sparsamer mit ihrem „weißen Gold“ um. Doch stimmt das wirklich?

„In den Anfangsjahren des Wintersports gab es auch nicht mehr Schnee als heute“, lässt ein Sprecher der Wintersport-Arena Sauerland zum Thema verlauten, die gerade ihr 110-jähriges Jubiläum feiert. Schneearme Zeiten gab es immer wieder, schon vor 100 Jahren bangten viele Orte mangels Schnee um ihre Einnahmen. Rekordwinter wie in den 1960er Jahren wechselten sich mit schneearmen Zeiten wie in den 90ern ab. Und schon früh wurde an Methoden der künstlichen Beschneiung gearbeitet. Anfänglich waren die Geräte zur Erzeugung von Kunstschnee wenig effizient. Moderne Anlagen, die klares Wasser ohne Zusatzstoffe meist durch Propellerkanonen fein zerstäuben, in eine Art Schneekristalle verwandeln und somit umweltverträglich sein sollen, arbeiten heute um ein Vielfaches ertragreicher.

Sauerland

Beschneite Skigebiete in Höhenlagen, so die Wintersport-Arena Sauerland, kommen dank 600 Schnee-Erzeugern im Schnitt auf garantierte 80 bis 100 Wintersporttage im Jahr – Arbeitslust von Frau Holle hin oder her. Wintersporttaugliche Stellplätze gibt es hier im Hochsauerland genug, von denen aus ein Katzensprung ins Schneevergnügen führt. Sei es der terrassierte Wohnmobilplatz Winterberg im Ortsteil Neuastenberg (Stellplatz des Jahres 2016 seiner Kategorie bei promobil) oder der sanierte Campingpark Hochsauerland mit neuem Sanitärhaus oder der Wohnmobilpark Willingen neben dem Lagunen-Erlebnisbad mit Traumblick auf die nahen Skipisten – bei allen liegt die Wintersport-Welt direkt vor der Reisemobiltür. Und die kann sich hier wahrlich sehen lassen.

Zahlen gefällig? Die Wintersport-Arena Sauerland zählt zu den bedeutendsten Schneezielen nördlich der Alpen, nicht weniger als 57 Skigebiete bieten über 120 Pisten samt modernsten Liftanlagen. Dazu gibt es zahllose Langlaufloipen, Winterwanderwege, 35 Rodelpisten, ferner Snow Tubes und Funparks, Eissporthallen und natürlich jede Menge Après-Ski-Locations. Mehr als 70 rustikale Skihütten und Kneipen, aber auch Clubs und Diskotheken sorgen für Kurzweil, und in den Restaurants wird zum Sauerländer Bier deftig aufgetischt, da bleibt die Reisemobilküche so manches Mal kalt.

Reise-Tipp Hochsauerland im WinterMit Mobil am Pistenrand

Schwarzwald

Der Winterurlaub im Schwarzwald kann ganz viel Spaß machen! Mehr als 70 Gipfel überragen in Deutschlands höchstem Mittelgebirge die 1000-Meter-Marke, das lässt einiges an weißer Pracht erwarten. Rund 250 Pistenkilometer, knapp 140 Skilifte und fast 2000 Kilometer Loipen stehen Wintersportlern bei entsprechender Schneelage zur Verfügung. Auf geführten Schneeschuhtouren geht es quer durch verschneite Wälder. Gut präparierte Rodelbahnen, zum Teil auf kurvenreichen Waldwegen, sorgen für rasante Schlittenabfahrten. Besonders viel Nervenkitzel bietet das Eisklettern an den gefrorenen Schwarzwälder Wasserfällen.

Wintersport der besonderen Art bietet das Nordic-Center Notschrei bei Kirchzarten südöstlich von Freiburg – auf dem Trainingsgelände für Biathleten können Interessierte mit stabiler Kondition und ruhiger Hand selbst einmal austesten, wie gut sie sich in der anstrengenden Kombination aus Langlauf und Schießkunst schlagen. Natürlich kommen in dieser Region auch Eislauffreunde auf ihre Kosten, entweder auf einem der zahlreichen Naturseen oder den vielen eigens angelegten Eislaufflächen. Eine besonders reizvolle Anlage findet sich vor dem Schloss in Karlsruhe.

Mobil-Tour: Schwarzwald Reise-Tipp Schwarzwald Schwarzwald, ganz weiß

Kontrastprogramm zum sportlichen Tun sind etwa die Weihnachtsmärkte in den schönen Schwarzwald-Orten, die mit ihren Lichterketten und warm leuchtenden Buden ein heimeliges vorweihnachtliches Bild bieten. Eine Schwarzwälder Spezialität sind die liebevoll selbstgebauten Krippen, die dann am Heiligabend daheim unterm Weihnachtsbaum stehen – auf vielen Ausstellungen sind solcherlei Meisterwerke der Schnitzkunst in allen Größen und Formen zu bewundern. In Enzklösterle im nördlichen Schwarzwald werden alljährlich sogar 20 lebensgroße Weihnachtsfiguren ausgestellt – sie bilden damit die wohl größte handgeschnitzte Krippe der Welt. Infos unter www. schwarzwald-tourismus.de

Bayerischer Wald

Riesige Wälder, zwischen Bäumen versteckte Bergseen und als Höhepunkt der Nationalpark Bayerischer Wald, Deutschlands einziger ausgewiesener Dschungel – das wunderschöne, rund 6000 Quadratkilometer große Gebiet zwischen Donau, Böhmerwald und der österreichischen Landesgrenze gilt als das grüne Dach Europas.

Hier erreichen rund 130 Bergmassive mehr als 1000 Meter Höhe – zur kalten Jahreszeit bieten sie mit neun Skigebieten und 2000 Loipenkilometern beste Voraussetzungen für einen prima Urlaub im Schnee. Den Wintersport-Klassikern wie Lang- und Abfahrtslauf sowie Rodeln kann natürlich ausgiebig gefrönt werden, es gibt aber auch etliche ausgefallene Angebote im Bayerischen Wald. So bieten gleich mehrere Husky-Höfe Schlittenhundtouren an – ein Tag mit den energiegeladenen Vierbeinern dürfte alle Naturliebhaber begeistern.

Ein weiteres Highlight ist das Snowkiten. Von der Kraft des Windes angetrieben, hat man die Wahl, sanft über verschneite Wiesen und (bei günstigen Wetterbedingungen) sogar ausgewachsene Hänge empor zu gleiten oder aber mit vollem Speed extrem weite Sprünge abseits der Skipisten zu wagen. Ansonsten gibt es mit Snowbiking, Snowtubing, Snowrafting (im Großraum-Schlauchboot den Hang hinunter) & Co jede Menge weitere Möglichkeiten, mit viel Spaß und noch mehr Tempo durch die schneeweiße Pracht zu sausen.

Langlaufzentrum Bretterschachten Bodenmais Skisaison im Bayrischen Wald Naturschnee im Langlaufgebiet von Bodenmais

Schaurig-schön wird es im Bayerischen Wald übrigens in der Zeit der Rauh- und Lousnächte zwischen dem 21. Dezember und 6. Januar. Nach altem Volksglauben zogen zum Jahreswechsel Schreckgestalten wie „Rauhwuggerl“ oder „bluadiger Dammerl“ durch die Dörfer und Wälder. Auch heute noch wird dieser winterlichen Tradition mit handgeschnitzten Masken und wilden Tänzen ums Feuer gedacht. Ein Erlebnis, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte. Mehr Infos unter www.bayerischer-wald.de

Harz

Der Harz zählt zu den größten Wintersportregionen Norddeutschlands. In Zahlen: zehn Ski-Alpin-Gebiete, 53 Pisten, 500 Kilometer Loipennetz, 39 Rodelbahnen, zwei Snowtubing-Bahnen und fünf Indoor- & Outdoor-Eissport-Flächen sorgen dafür, dass es Wintersportlern so schnell nicht langweilig wird.

Und auch abseits der Pisten bietet dieses Mittelgebirge jede Menge Attraktionen. So nennt der Harz das längste zusammenhängende Schmalspur-Streckennetz Deutschlands sein Eigen. Die Fahrt mit einem Sonderzug der urigen Dampfeisenbahn durch verschneite Wälder zum Weihnachts- oder Frühjahrsbrunch auf den Brocken (1141 Meter, höchster Berg im Harz) gehört hier sicherlich zu den besonderen Momenten im Urlaub.

Besonders heimelig geht es beim Besuch eines der zahlreichen Wellness- oder Thermalbäder zu. Oder bei einem gemütlichen Winterspaziergang – in der gesamten Region werden ausgewählte Wege geräumt und gewalzt, einer entspannten Wanderung durch die weiße Winterwunderwelt steht also nichts im Weg.

Reise-Tipp HarzSchnee und Rodel gut

Der Harz ist reich an Mythen, Sagen und außergewöhnlichen Bauwerken. Dem trägt der hiesige „KulturWinter“ jedes Jahr im Januar und Februar mit besonderen Führungen und großartigen Events Rechnung. So kann man unter wie auch über Tage den Geheimnissen des Besucherbergwerks und Unesco-Welterbes Rammelsberg bei Goslar nachspüren. Ein besonderes Erlebnis ist auch die abendliche Führung durch das Kloster in Walkenried. Der im Schein hunderter Kerzen erleuchtete Kreuzgang bietet Besuchern ein zauberhaftes Bild.

Reizvoll sind zudem die vielen Weihnachts- und Adventsmärkte. In Quedlinburg zum Beispiel öffnet sich jeden Tag die Tür eines der historischen Fachwerkhäuser rund um den Schlossberg und offenbart kleine weihnachtliche Überraschungen. In Goslar erleuchten zehntausende Lichter die Altstadt. Und in Wernigerode wartet der wundervoll geschmückte Innenhof des Schlosses auf Besucher. Mehr unter www.harzinfo.de

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
promobil Heft 12/2017
Heft 12 / 2017 15. November 2017 148 Seiten Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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