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Urlaubs-Trends der Reisemobilisten

Wohin geht die Reise?

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Was wollen Reisemobilfahrer wirklich? Bevorzugen sie eher Camping- oder Stellplätze? Worauf kommt es bei der Auswahl an? Was sind die Lieblingsziele in Europa? Die Ergebnisse einer großen promobil-Befragung zeigen aktuelle Trends.

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Haben Sie schon einmal die Postkarte für eine Leserwahl von promobil ausgefüllt? Dann haben Sie sich vielleicht etwas gewundert, warum bei einer Abstimmung über die Reisemobile des Jahres so viele Fragen gestellt werden, die weit über die Fahrzeuge hinausgehen.

Der Grund dafür ist kein Geheimnis: Alle von Ihnen akribisch ausgefüllten Wahlkarten landen bei der verlagseigenen Marktforschung. Aus Tausenden von Antworten filtern die Spezialisten wertvolle Erkenntnisse für Branche und Redaktion. Einziges Ziel: Durch mehr Wissen über die Wünsche und Absichten von Reisemobilfahrern, Produkte und Umfeld stetig zu verbessern.

In den Zeiten elektronischer Datensammelwut dürfen an dieser Stelle zwei Anmerkungen nicht fehlen: Selbstverständlich werden die zahlreichen Antworten auf den Postkarten unabhängig von persönlichen Angaben erfasst; die Ergebnisse dienen dem Hintergrundwissen, nicht der Kommerzialisierung.

Spannend wird es für alle Beteiligten, sobald aus den Kreuzchen und Zahlen Trends entstehen. Dann sieht man beispielsweise schnell, welche Vorlieben Reisemobilfahrer bei ihren Touren wirklich haben.

Die Reisenden – Wer reist mit dem Wohnmobil?

In welcher Besetzung gehen Reisemobilisten auf Tour? All jene, die oft auf Stellplätzen unterwegs sind, müssen nicht lange raten. Dass die Dominanz der Paare in der promobil-Untersuchung so hoch ausfällt, überrascht aber doch: 85 Prozent der Befragten reisen zu zweit, 2 Prozent alleine und nur 10 Prozent sind zu dritt und viert. Kein Wunder, dass man inzwischen den Eindruck gewinnt, dass Alkovenmobile als früher typische Familienfahrzeuge langsam aussterben. Das Durchschnittsalter der Aktionsteilnehmer betrug 57,7 Jahre. Beste Voraussetzungen offenbar, um ein Reisemobil möglichst oft bestimmungsgemäß zu nutzen.

Wer ein eigenes Mobil besitzt, geht häufig auf große Fahrt

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Sehr weite Trips sind keine Seltenheit, wie die Zahlen zeigen.

Praktisch alle Fahrzeugbesitzer (99 Prozent) gaben an, in den letzten 12 Monaten eine längere Reise (mehr als 5 Tage) gemacht zu haben. Immerhin 38 Prozent von ihnen unternahmen sogar 4 oder mehr Touren dieser Art (Diagramm). Und auch die typische Distanz wurde von der Marktforschung ermittelt: Eine durchschnittliche große Reise war exakt 3678 Kilometer lang. Hier lohnt noch ein Blick ins Detail: Während bis 49-Jährige sich im Schnitt mit 2901 Kilometern begnügten, waren es bei den über 50-Jährigen immerhin 3804 Kilometer.

Fast ebenso beliebt: Kurzreisen von höchstens 4 Tagen. 87 Prozent der Befragten brachen in den 12 Monaten zuvor zu mindestens einer solchen Tour auf. 19 Prozent von ihnen gaben außerdem an, in dieser Zeit 10 oder mehr Kurzreisen unternommen zu haben. Die Reisemobile der Teilnehmer setzen keinen Garagenstaub an. Durchschnittlich werden sie 11 Wochen pro Jahr genutzt und legen dabei 11.200 Kilometer zurück.

Die beliebtesten Reiseländer für Wohnmobilisten

Die Frage nach der Platzwahl ist untrennbar mit dem Reiseziel verbunden. Schließlich verfügt längst nicht jedes Urlaubsland über passende Stellplätze in attraktiven Regionen. Doch diese Angebote sind offenbar nicht allein entscheidend, um zu einem Lieblingsziel für Reisemobilfahrer zu werden. Vielmehr legt die Hitliste den Schluss nahe, dass nicht allzu weite Wege ein weiterer Schlüssel zum Erfolg sind.

Die Kombination von Nähe und sehr guter Stellplatzinfrastruktur machen Deutschland zur klaren Nummer eins. Unter den Top 5 können sich aber auch die Nachbarländer Österreich und Niederlande behaupten, die sich erst in jüngster Zeit verstärkt um Reisemobiltouristen bemühen. Österreich zieht in der neuesten Befragung mit ein paar Punkten hinter dem Komma sogar knapp am Dauerbrenner Italien vorbei. Frankreich verliert ein wenig. Am vorbildlichen Stellplatznetz kann das kaum liegen. Vielleicht spielt hier mit hinein, dass die gastfreundlichen französischen Kommunen bislang wenig auf fremdsprachige Touristen eingestellt sind und dass mancher Bezahlautomat auf dem Stellplatz beharrlich deutsche Karten verweigert.

Die Übersicht fasst die reisemobilspezifischen Vor- und Nachteile zusammen. Dass es tausend weitere Gründe gibt, ein Land zu besuchen, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Caravaning-Kultur in Europa
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Länder-Check: die Top-5-Reiseziele

1. Deutschland

 Kurze Wege, noch keine Straßengebühren, dichtes und vielfältiges Netz an Camping- und Stellplätzen, gemäßigtes Preisniveau für die Übernachtungen.
 Autobahnmaut derzeit in Planung.

2. Österreich

 Für Süddeutsche kurze Anreise, vielfältige Campingmöglichkeiten, günstige
Dieselpreise.
 Autobahnmaut mit hohen Preisen für Reisemobile über 3,5 Tonnen, teils lückenhaftes Stellplatznetz, regionale Verbote für Übernachtungen außerhalb von Stellplätzen.

3. Italien

 Dichtes und vielfältiges Netz an Camping- und Stellplätzen, teils gemäßigte Stellplatzpreise.
 Hohe Campingplatzpreise, hohe Dieselpreise, Autobahngebühren.

4. Frankreich

 Dichtes und vielfältiges Netz an Camping- und Stellplätzen, vergleichsweise günstige Übernachtungs- und Dieselpreise.
 Lange Anfahrten zu den typischen Urlaubsregionen, Autobahnmaut mit erhöhten Preisen für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen/3 Meter Höhe.

5. Niederlande

 Aus dem Nordwesten Deutschlands kurze Anreise, keine Straßengebühren, zahlreiche und sehr vielfältige Campingmöglichkeiten mit teilweise günstigen Preisen.
 Noch relativ wenige, teure Stellplätze, Übernachtungen außerhalb von Camping- und Stellplätzen verboten.

Camping- oder Stellplatz?

Diese oft heiß diskutierte Frage wird in der Praxis durch ein ausgewogenes „sowohl als auch“ beantwortet. Zumindest dann, wenn es um längere Urlaubsreisen (mehr als 5 Tage) geht.

Reisemobilisten beurteilen die Platzfrage eher pragmatisch. Auf ihrer zuletzt absolvierten großen Tour haben die Befragten im Durchschnitt 11,3-mal auf dem Stellplatz übernachtet und 10,4-mal auf dem Campingplatz – hier herrscht fast Gleichstand. Bei der direkten Nachfrage, welcher Platz bei gleichwertiger Lage für einen längeren Aufenthalt bevorzugt wird, liegt sogar der Campingplatz leicht vorne.

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So könnte ein Traum-Campingplatz vieler Reisemobilisten aussehen – vorausgesetzt, das Preisniveau und die Sanitäranlagen stimmen.

Die Begründung wird klar, wenn man sich die Pro- und Kontra-Argumente der praxiserfahrenen Nutzer näher ansieht. Da ist einmal der längere Aufenthalt an sich, der den Campingplatz attraktiver erscheinen lässt. Mit gleicher Gewichtung taucht hier außerdem die Duschmöglichkeit auf. Obwohl die meisten Reisemobile alle nötigen Vorrichtungen dafür an Bord haben, werden diese offenbar nicht gerne benutzt. Das gilt in abgeschwächter Form auch für das WC, das ebenfalls oft als Campingplatzvorteil genannt wird. Geht es um die Wahl des richtigen Campingplatzes, tauchen modernste Sanitäranlagen immerhin an dritter Stelle auf.

Weiter vorne liegen nur Ruhe und Naturnähe. In diesem Punkt können Stellplätze in der Urlaubssaison selten mithalten. Vergleichsweise wenig Wert legen Reisemobilfahrer dagegen auf echte Komfortmerkmale wie Wellness-Bereich oder Schwimmbad.

Fazit

Autor Ulrich Kohstall: „Wir brauchen beides“

Die Befragung liefert neue Fakten zu einer alten Diskussion. Anders als es manche Vorurteile nahelegen, bevorzugen Reisemobilfahrer nicht um jeden Preis Stellplätze gegenüber Campinganlagen. Vielmehr wissen sie die unterschiedlichen Vorzüge beider Übernachtungsmöglichkeiten sehr wohl zu schätzen – und nutzen sie auch entsprechend. Die Konsequenz: Für funktionierenden Reisemobiltourismus brauchen wir beides. Einerseits zentrale Stellplätze für den schnellen Stopp, andererseits Campingplätze für mehr Ruhe. Länder, die so gerüstet sind, haben die Chance, zum Lieblingsziel für Reisemobilfahrer zu werden.

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