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Vinschgau im Norden Italiens

Mildes Klima fast rund ums Jahr

Vinschgau Martelltal Foto: Thomas Cernak 14 Bilder

Den Vinschgau und das Meraner Land zeichnet ein besonders mildes, sonnenreiches und regenarmes Klima aus. Es beschert ausnehmend schöne Wanderfreuden bis in den Spätherbst.

18.11.2017 Thomas Cernak

Um uns herum glitzern im gleißenden Sonnenlicht die Gipfel der gewaltigen Dreitausender, die den Nationalpark Stilfser Joch krönen – als wären sie mit Puderzucker bestäubt. Im Oktober stehen die verschneiten Grate in einem wunderbaren Kontrast zu den immergrünen Zirben und den gülden leuchtenden Lärchen, die das Auf und Ab zur Lyfi-Alm begleiten. Der markierte Weg beginnt an der Straße im hinteren Martelltal, wenige Schritte neben dem Wanderparkplatz an der Enzianhütte.

Vinschgau schiefergedecktes Stadl Foto: Thomas Cernak
Der Sonne entgegen, dabei immer wieder kleine, schiefergedeckte Stadl und äcker bis hoch hinauf.

Wir überqueren flüsternde Wildbäche, was zusammen mit der sauberen Luft sehr beruhigend wirkt – und sich auch noch in unserer Gangart niederschlägt: Diese entspricht eher einem gemütlichen Bummel als einer anspruchsvollen Bergtour. Die Ostroute durch die Enzianalm gilt sogar als kinderwagentauglich, nicht aber die steile Westvariante über die Peder-Stieralm (2252 Meter), die nur im Sommer bewirtschaftet ist. Die Jausenstation Lyfi (2165 Meter) hat indes fast ganzjährig geöffnet; ihre Pausen beschränken sich auf die Monate April, Mai und November sowie gelegentliche Schlechtwetterphasen.

Für die jungen Gäste steht dort ein Spielplatz bereit, dazu können die Kinder und Jugendlichen jede Menge Tiere anschauen, denn der Hof zählt mit annähernd 100 Kühen, Kälbern und Schweinen zu den größten in der Umgebung.

Der Bergbau und die Natur

Der Bergbau machte die Region bekannt, erstmals 1448 wurde er urkundlich erwähnt. Die Knappen schürften bis zum Jahr 1800 hauptsächlich Eisen, Kupfer und Silber. Die Grafen Hendl ließen für sie bei Martell ein schmuckes Kirchlein errichten. Der Ortsname lässt sich vermutlich vom lateinischen Martellum ableiten, einem früher verwendeten Begriff für den Hammer der Bergleute.

Wer wie wir ohne Kinder für den Rückweg den Peder-Stieralm-Weg wählt, taucht in dichten Nadelwald ein, wo wir das Glück haben, den Tannenhäher zu beobachten. Der schwarzbraune, weiß getüpfelte Rabenvogel wird auch „Zirbengratsche“ genannt, da er sich von Zirbennüssen ernährt, die er in großen Mengen für den strengen Bergwinter hortet.

Mobil-Tour nach Südtirol und ins TrentinoSkifahren in den Dolomiten

Das Dorf Tschengls und seine Bewohner

In puncto Ernährung und im Hinblick auf die berühmten Vinschgauer Köstlichkeiten finden wir den vom Wirt Karl Perfler wiederbelebten Dorf- und Kulturgasthof in der Burg in Tschengls bei Prad am Stilfserjoch beispielhaft. Perfler ist ein feinsinniger Mensch, dem die Wahrung der Südtiroler Identität sehr am Herzen liegt – ein Thema, das er gerne mit seinen Gästen vertieft (www.karlperfler.com).

Wenngleich im Ort die Sonne zwischen 24. November und 17. Januar gänzlich hinter dem Berg bleibt, erleben wir die Tschenglser als ein äußerst lebenslustiges Völkchen. Sie pflegen ein auffallend reges Vereinsleben, sind stolz auf ihre große Musikkapelle und auf die gute Bevölkerungsentwicklung, die vor über 30 Jahren einsetzte und die Landflucht beendete.

Wir erreichen die idyllische 500-Seelen-Gemeinde ganz bequem von Camping Sägemühle in Prad aus, wo direkt am Platz ein Hangweg mit prächtiger Sicht auf Berge und Tal ins nur etwa fünf Kilometer entfernte Dorf startet.

Glurns – die kleinste Stadt Italiens

Die nächste Perle entdecken wir in Glurns. Die mit Mauern und Toren gesicherte Stadt ist mit rund 900 Einwohnern nicht nur die kleinste in Südtirol, sondern sogar in ganz Italien.

Vinschgau Stadtplatz Glurns Foto: Thomas Cernak
Reizendes Glurns: Stadtplatz mit historischem Gasthof

Ihre wichtige Rolle als Umschlagplatz im Mittelalter verdankte sie dem Salz aus Tirol, das von Hall über den Umbrailpass nach Mailand transportiert wurde – sowie dem im benachbarten Schweizer Val Müstair gewonnenen Erz. Die wirtschaftliche Bedeutung endete jäh anno 1499 in der Schlacht an der Calven, als die im Schwabenkrieg siegreichen Bündner Glurns niederbrannten. Trotz raschen Wiederaufbaus und neuer Befestigungsanlagen blieb damals ein erneuter Aufschwung aus.

Das zarte Pflänzchen Tourismus, das die kleine Stadt heute am Leben hält, erweist sich indes als sehr robust. Dazu tragen speziell die unterschiedlichen Events der Kleinstadt bei. Dazu zählren verschiedenen Herbst- und Handwerkermärkte, der große Allerseelenmarkt und der am zweiten Dezemberwochenende stattfindende Glurnser Advent – etablierte Veranstaltungen, zu denen jeweils tausende Besucher aus nah und fern anreisen.

Das Glurnser Markttreiben

Vinschgau Kühe in Glurns Foto: Thomas Cernak
Glurns und das liebe Vieh: Der Ort rüstet sich zum Sealamorkt.

Ob Schneeschieber oder warme Socken, Handschuhe, Pullover, Jacken, Mützen oder Schals – dazu Töpfe, Pasta, Speck und Kühe: Auf dem jährlich stattfindenden Allerseelenmarkt am 2. November in Glurns, mundartlich Sealamorkt genannt, sind all jene Dinge im Angebot, die in Voraussicht auf die kalte Jahreszeit verstärkt gefragt sind. Der Markt ist einer der größten seiner Art im Alpenraum. www.suedtirol.com/vinschgau/glurns/allerseelenmarkt

Geschäfte wie in Meran suchen wir hier allerdings vergebens. Die große Kurstadt mit schickem Einkaufsflair liegt genau genommen nicht mehr im Vinschgau. Der so bezeichnete obere Teil des Etschtals reicht aus geografischer Sicht vom Reschenpass bis an die Töll, eine Steilstufe drei Kilometer westlich von Meran. Das trockene Klima lockt seit Sissis Zeiten unzählige Erholungssuchende in die Stadt. Wie sie wandeln auch wir unter Palmen und Laubengängen und baden in radonhaltigen Quellen, im Blick die weißen Bergspitzen.

Vinschgau: Campingplätze und Info

Campingplätze

I-39021 Latsch/Laces
Camping Latsch an der Etsch
Wiesengelände auf zwei Stufen an großem Hotel an der Straße (Lärmschutzwand). Bergblick. Freibad und Hallenbad. Gaststätte mit Bar. Geführte Wanderungen, Massageangebot. Stellplatz ab 11,90 Euro, pro Person 9,50 Euro (HS). Saison: Anfang Dezember bis Anfang November.
Standort: Reichsstraße 4, GPS 46°37’20”N, 10°51’50”E,
Telefon 00 39/04 73 62 32 17,
www.camping-latsch.com

I-39026 Prad am Stilfserjoch/Prato allo stelvio
Camping Residence Sägemühle
Komfortplatz auf gekiestem Wiesengelände mit Obstbäumen. Hallenbad und Sauna sowie Spiel- und Bolzplatz. Restaurant. Stellplatz ab 14 Euro, pro Person 12 Euro (HS). Saison: Mitte Dezember bis Anfang November.
Standort: Dornweg 12, GPS 46°37’04”N, 10°35’44”E,
Telefon 00 39/04 73 61 60 78,
www.saegemuehle.it

Information

Die besten Tippszu den Themen Essen und Trinken, Sport, Wellness und Urlaub mit Kindern im Vinschgau sowie Highlights und Veranstaltungshinweise findet man auf folgenden Internetseiten:
www.vinschgau.net,
www.suedtirolerland.it,
www.suedtirol.com,
www.suedtirol.de

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
promobil Heft 11/2017
Heft 11 / 2017 18. Oktober 2017 146 Seiten Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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