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Reisemobile auf neuer Sprinter-Basis

Die ersten Campingfahrzeuge im Überblick

HRZ Longus (2019) Foto: HRZ Longus (2019) 59 Bilder
Caravan Salon 2018

Kaum ist der neue Sprinter auf dem Markt, stehen auch schon die ersten Reisemobile am Start. Was kommt? Und besonders spannend: Welcher Hersteller setzt auf die neuen Frontantriebs-Varianten?

Der Run auf die neuen Fahrgestelle und Kastenwagen hat längst begonnen. Seit Februar 2018 konnten die Reisemobil-Hersteller ihre Bestellungen aufgeben und die ersten Exemplare wurden ausgeliefert.

Die größte Neuerung im Angebot von Mercedes sind die Frontantriebs-Varianten. Beim Kastenwagen macht sich das Fehlen der Kardanwelle zur Hinterachse vor allem durch einen acht Zentimeter höheren Laderaum und somit mehr Stehhöhe im Vergleich zum Heckantriebs-Sprinter bemerkbar. Die Frontantriebs-Varianten wird es mit 114, 143 und exklusiv für Reisemobile mit 177 PS geben.

Ebenfalls ganz neu im Programm ist der Triebkopf für Aufbauhersteller. Der wird als fertiges Fahrerhaus oder als Windlauf inklusive aller Aggregate geliefert. Daran flanscht Alko dann einen Rahmen und liefert das Fahrgestell weiter zum Aufbauhersteller. Ein weiterer Pluspunkt dieser Konstruktion: Sie ist deutlich leichter als die Heckantriebs-Sprinter-Fahrgestelle. Die Möglichkeiten für die Aufbauhersteller sind also größer denn je. Wir haben uns auf die Suche nach den ersten Modellen gemacht.

Hymer B-Klasse Modern Comfort

Hymer B-Klasse Modern Comfort (2019) Hymer B-Klasse Modern Comfort 1. Test des Sprinter als Basisfahrzeug

Der Blick geht zu allererst nach Bad Waldsee. Laut einer Pressemitteilung von Mercedes-Benz ist Hymer der größte Sprinter-Einzelkunde. Bereits 2018 soll eine vierstellige Zahl an Triebköpfen geliefert werden, mit steigender Tendenz. Und das aus gutem Grund: Bereits die Erlkönige, die uns vor die Kamera gefahren sind, deuteten stark darauf hin, dass Hymer die Sprinter-Baureihen breiter aufstellen möchte. Im Mai war es dann so weit: Hymer zeigte seine B-Klasse Modern Comfort.

Die Hymer B-Klasse Modern Comfort nutzt das aus der B-Klasse Supreme Line bekannte Super-Leichtbau-Chassis, kurz SLC. Die Hymer B-Klasse Modern Comfort geht mit insgesamt vier Modellen an den Start: Zwei Teilintegrierte und zwei Vollintegrierte, die sich jeweils die Grundrisse MC 580 und MC 680 bieten.

Die Hymer B-Klasse MC 680 ist 7,39 Meter, der MC 580 ist 6,99 Meter lang. Beide Modelle haben Einzelbetten längs im Heck eingebaut und sind designtechnisch so gestaltet, dass alle Ecken und Kanten im 6-Grad-Winkel angeordnet sind. Dadurch entsteht mehr Platz im Innenraum. Der Grundpreis für die Teilintegrierten startet bei knapp 70.000 Euro, die integrierte Version gibt's ab 81.990 Euro.

Hymercar Grand Canyon S (2019) Hymer-Neuheiten 2019 Sondermodelle und Allrad-Camper

Hymer hat die Baureihe ML grundlegend überarbeitet: Bei dieser auf dem Sprinter basierenden Modellreihe kann der Nachteil der schmaleren Spurweite im Vergleich zum Ducato durch den Tiefrahmen mit breiterer Alko-Hinterachse am besten kompensiert werden. Zum Modelljahr 2019 fällt der ML-I komplett weg, nur der Hymer ML-T ist noch im Programm.

Auch das neue Hymercar basiert auf dem Sprinter. Der Grand Canyon S ist nicht nur mit Heckantrieb, sondern auch mit Allradantrieb lieferbar. Ausgestattet ist der Campingbus mit einem Querbett und einem Kompaktbad.

Frankia M-Line

Frankia T 7400 GD (2019) Frankia T 7400 GD (2019) Teilintegriertes Sprinter-Mobil

Frankia und Mercedes verbindet eine lange Historie. Zuletzt diente der Sprinter vor allem als Basis für Integrierte. Erst seit Modelljahr 2018 gibt es wieder ein T-Modell in der M-Line (M für Mercedes). Zur kommenden Saison wird der Teilintegrierte durch das neue Chassis, aber auch gezielte Verbesserungen von Frankia attraktiver denn je. Das Grundkonzept bleibt: Frankia verwendet den klassischen Leiterrahmen mit Heckantrieb und fünf Tonnen Gesamtgewicht. So lassen sich die großzügigen Stauräume guten Gewissens nutzen. Auch an der Aufbauhöhe hat Frankia nicht gespart. Trotz Doppelboden bleiben mehr als zwei Meter Stehhöhe.

Noch ein wenig größer wirkt der Innenraum durch die Kombination eines festen Fensters über den vorderen Sitzen mit anschließendem Panoramadach. Weitere optische Kunstgriffe lassen fast vergessen, dass Mercedes die Fahrerhausmaße unverändert schlank belassen hat. Vom Vorgänger stammt im Fünf-Tonner auch die manuelle Handbremse. Der hier gezeigte Frankia T 7400 GD kostet ab 109.500 Euro, worin eine üppige Ausstattung samt Warmwasserheizung enthalten ist. Alternativ zu den Einzelbetten im GD ist ein Queensbett zu haben. Auch die Hersteller von Campingbussen sind fleißig am Planen und Bauen der neuen Modelle. Während einige noch sehnsüchtig auf ihre ersten ausgelieferten Sprinter warten, sind andere sogar schon fertig.

HRZ Chamäleon

HRZ Chamäleon Foto: Jürgen Bartosch
Der HRZ Chamäleon ist auf kompakten 5,93 Meter Länge ein sehr variabler Campingbus. Es gibt ihn mit Hinterrad- oder – etwas günstiger – auch mit Vorderradantrieb.

Wir konnten uns den neuen HRZ Chamäleon genauer anschauen. Der Name ist hier Programm, denn das Reisemobil ist höchst variabel einsetzbar. In der Grundkonfiguration gibt es im Heck eine Rundsitzgruppe, die zu Einzelbetten oder einem großen Doppelbett umbaubar ist. Die rechte Seite der Sitzgruppe kann hochgeklappt werden, und so entsteht ein großer Stauraum, in dem sogar ein Motorrad Platz findet. Alternativ können auch noch zwei Zweiersitzbänke zum Personentransport eingebaut werden. Die Position lässt sich variabel gestalten, da diese Sitze auf einem Schienensystem fixiert sind.

Eine Besonderheit ist die Lage des Bads. Es steht direkt hinter den Fahrersitzen und trennt das Cockpit vom Wohnraum ab. Das Waschbecken versteckt sich in einer Schublade und wird nur bei Bedarf herausgezogen. HRZ bietet den Chamäleon mit Heckantrieb und 163 PS ab 71.900 Euro an. Die Frontantriebsversion mit 143 PS startet bei 69.620 Euro. Beide Varianten sind 5,93 Meter lang. Weil die Karosserie nach wie vor schmal ist, sind gängige Querbettgrundrisse nur mit Aufwand realisierbar. Da jedoch auch die wichtigsten Maße und die Ankerpunkte für den Einbau von Möbeln und Regalen nicht geändert wurden, können aktuelle Ausbauten leicht adaptiert werden – zumindest in die Sprinter-Varianten mit Heckantrieb. Deshalb wird es bei den meisten Anbietern zum größten Teil beim aktuellen Angebot bleiben.

HRZ Longus (2019) Foto: HRZ Longus (2019)
HRZ Longus

Mit dem HRZ Longus stellt die Marke einen weiteren Sprinter-Ausbau vor. In diesem Campingbus ist die Aufteilung zwar eher gewöhnlich, trotzdem bietet er spannende Details. Vor den Einzelbetten im Heck steht das Raumbad, das sich über die gesamte Breite des Fahrzeugs zieht. Es grenzt somit den Schlafbereich vom Wohn- und Küchenbereich ab. Der Durchgang zu den Betten ist gleichzeitig die Duschwanne, verschließt man die Türen zu beiden Seiten, kann man in Ruhe duschen oder die Toilette benutzen. Das WC befindet sich auf der Fahrerseite, das Waschbecken wird aus einer Schublade im Wandschrank gegenüber hervorgezaubert. Im vorderen Bereich befindet sich die Küchenzeile mit integriertem Kühlschrank und die Sitzgruppe mit einer schmalen Sitzbank sowie der Tisch und die drehbaren Fahrersitze. Den Longus mit einer Länge von 6,96 Metern gibt es für 89.849 Euro.

Erste Fahrt im neuen Sprinter
Voll vernetzt und komfortabel

CS Rondo

CS Rondo CS Rondo im Test (2019) Querbett-Bus auf neuem Sprinter

CS-Reisemobile hat den Rondo auf dem neuen Sprinter bereits fertig. Ab 69.700 Euro ist er ausschließlich mit Hinterradantrieb zu haben. Überhaupt bleibt CS bei dieser Antriebsform und dem Allradantrieb, der aktuell über 50 Prozent der Produktion ausmacht. Da Mercedes den kurzen Radstand nur als Fronttriebler anbietet, wird der kompakte Amigo bei CS aus dem Programm genommen. Einen neuen Independent werden wir in Düsseldorf auf dem Caravan-Salon noch nicht sehen, da die 4x4-Sprinter erst im vierten Quartal geliefert werden können.

Neben dem Rondo gibt es noch einen weiteren Sprinter-Ausbau: den Encanto. Der 6,96 Meter lange Campingbus verfügt über ein Längsdoppelbett im Heck, ein Bad mit separater Dusche, eine Küche mit Kühlschrank in der Schrankwand und eine Sitzgruppe mit drei bzw. optional vier Sitzen. Serienmäßig ist der Encanto mit einerm 163 PS Dieselmotor ausgestattet, wahlweise kann man auch den 3-Liter Diesel mit 190 PS bestellen.

Köhler

Köhler Sunvan S10 (2019) Foto: Köhler Sunvan S10 (2019)
Köhler Sunvn S10

Der Ausbauer für Campervans will mit dem neuen Sprinter den nächsten Schritt wagen und sich nun auch um die Kastenwagen kümmern. Nach den beiden kleineren Neuheiten auf der Mercedes V-Klasse und dem Vito für 2019 folgt mit dem Sunvan S10 jetzt der Sprinter-Ausbau. Von außen eher unscheinbar, erstrahlt der Sunvan im Inneren in hellen Blau- und Grautönen und ist mit wenig Holz verarbeitet, was ihm einen modernen Look verleiht. Auf einer Länge von nur sechs Metern bringt Köhler Längseinzelbetten im Heck unter. Um ausreichend Kopffreiheit zu gewährleisten, sind keine Dachschränke eingebaut, dafür aber ein großer Rollschrank auf der Fahrerseite. Außerdem gibt es ausreichend Stauraum unter dem Bett, der sogar für ein Moped geeignet ist. Da das Bad direkt an die Betten anschließt, ist die Matratze in der einen Ecke auf 1,70 Meter Länge verkürzt. Der Großteil der Liegefläche ist 1,90 Meter lang und kann sogar mit einem Zusatzpolster auf der Küchenzeile auf 2,10 Meter verlängert werden. Ziemlich typisch ist der restliche Aufbau des Fahrzeugs mit einer Sitzgruppe mit drei bzw. vier Sitzen und der Küchenzeile auf der Beifahrerseite. In der Standard-Version gibt es den Sunvan S10 ab 79.990 Euro.

La Strada Nova

la strada Regent S La Strada Neuheiten (2019) Regent S auf neuem Sprinter

Auch bei La Strada liegt der Allradanteil bei gut 50 Prozent der verkauften Fahrzeuge. Deshalb wird auch bei den Hessen der neue Frontantriebs-Sprinter nicht ins Angebot aufgenommen. Ende April sind die ersten Fahrzeuge eingetroffen. Der Campingbus Regent S ist bereits fertig. Der ausgebaute Kastenwagen mit Querbett im Heck ist für zwei Personen optimiert. Mit Nasszelle, Küchenzeile und zahlreichen Verstaumöglichkeiten bietet es viel Wohnkomfort. Er präsentiert sich mit dem neuen Sprinter-Basisfahrzeug, bislang allerdings nur mit der Hinterantriebsvariante. Sobald Mercedes die neue Allrad-Version liefern kann, soll er auch als 4x4-Camper gebaut werden.

Wanner und Bresler

Bresler Action Exclusiv Foto: Hersteller
Die Hecksitzgruppe des Bresler Action Exclusiv. Dieser Ausbau kann mit allen Antriebsvarianten kombiniert werden.

Bei Wanner im schwäbischen Kirchheim wird der Silverdream weiter mit den aktuellen Grundrissen auf Basis des neuen Sprinter angeboten. Der Campingbus Carletto fällt aber aus dem Programm. Bresler aus dem sächsischen Dennheritz wartet schon sehnsüchtig auf die ersten Fahrzeuge. Hier werden wohl alle Grundrisse weitergeführt und sind teils auf Wunsch auch in der Frontantriebs-Version lieferbar. Beim Action Exclusiv mit Rundsitzgruppe im Heck funktioniert das ohne große Umbaumaßnahmen, bei anderen Modellen müsste der Gurtbock der hinteren Sitzbank angepasst werden, da die Passagiere sonst acht Zentimeter tiefer sitzen müssten. Allerdings dürfte laut Toni Bresler die Nachfrage nach der Vorderradantriebs-Version ohnehin relativ gering sein.

Westfalia James Cook

Gebrauchtcheck James Cook blau James Cook als Gebrauchtmobil Wie hält sich der Klassiker?

Ein echter Veteran der Reisemobilszene soll ebenfalls zurückkehren. Nachdem 2006 der James Cook in Rente ging, plant Westfalia das große Comeback des Klassikers. Zum Caravan Salon in Düsseldorf war der Campingbus noch nicht fertig gestellt. Wahrscheinlich wird der James Cook das erste Mal auf der CMT 2019 für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Das Dach soll entweder das Serienblechdach bleiben oder mit einem leicht erhöhten GfK-Dach kombiniert werden. Weil darin kein Platz für ein Bett bleibt, könnte der neue James Cook ein Aufstelldach mit Liegefläche bekommen. Den Anfang macht die Heckantriebsvariante, der Fronttriebler folgt später. Auch eine Allradversion ist geplant. Das Flaggschiff von Westfalia soll mit zahlreichen Innovationen kommen und sich nochmals deutlich vom Sven Hedin auf Basis des VW Crafter unterscheiden.

Weitere Hersteller

Frankia T 7401 Foto: Ulrich Kohstall
Konkrete Comeback-Pläne. Der 2006 eingestellte James Cook kommt zurück. Die GfK-Haube wird niedriger, dafür ist ein Aufstelldach denkbar.

Andere Hersteller sind beim Thema Sprinter noch zurückhaltend. Bei denen, die bislang keinen Mercedes im Angebot haben, wird sich daran kurzfristig wohl auch nichts ändern. Dabei gäbe es einige Kandidaten, bei denen man sich ein Mobil auf Mercedes-Basis gut vorstellen könnte.

Da wäre zum Beispiel Carthago. Deren Produktpalette würde ein Stern sicher gut stehen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Chic S-Line? Konkrete Pläne für ein neues Modell verfolgt die Marke jedoch bislang noch nicht.

Auch Niesmann + Bischoff zeigt noch keine Aktivitäten in Richtung Sprinter. Aber man beobachtet genau, wie sich der Mercedes bei Hymer macht. Wäre doch gerade der Smove als Premium-TI dazu prädestiniert, stolz den Stern auf der Haube zu tragen.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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