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promobil rechnet nach: Die Steuermodelle im Vergleich

Was wäre, wenn...? Die Frage stellt sich bei der angedachten Änderung der Reisemobil-Steuer. Schließlich stehen nun gleich drei unterschiedliche Rechenmodelle zur Diskussion: die Initiative des Landes Nordrhein-Westfalen, ein gemeinsamer Vorstoß der unionsregierten Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Hessen sowie die Ideen des Caravaning-Industrie-Verbandes (CIVD).

Die Modelle unterscheiden sich bereits beim Ansatz: die – inzwischen abgewählte – SPD-Regierung des Landes Nordrhein-Westfalen will, dass Reisemobile auch in Zukunft nach Gewicht und nicht nach Hubraum versteuert werden. Diese Regelung will NRW auch auf die Fahrzeuge unter 2,8 Tonnen angewendet wissen, die bisher nach den Pkw-Regeln veranlagt werden.

Diesem Entwurf, der Ende April im Bundesrat eingebracht wurde, haben die Finanzministerien von Bayern, Baden-Württemberg und Hessen eine Alternative gegenüber gestellt. Diese Länder wünschen, dass Reisemobile künftig wie Personenwagen nach Hubraum versteuert werden. Für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen soll es einen Abschlag von 40 Prozent gegenüber dem Pkw-Standardtarif geben; für Mobile über 3,5 Tonnen einen von 50 Prozent. Wenn dieses Modell zum Tragen käme, würde es definitiv für alle Reisemobilisten teurer als bisher. Besonders betroffen wäre die Mehrheit der Mobilbesitzer, die ältere Fahrzeuge unterhalten: Ihre Steuerlast würde schlagartig um das Dreifache steigern. Völlig unklar ist bei dem CSU-/CDU-Modell, wie Lkw-Steuerklassen, die bisher bei Reisemobilen Anwendung finden, auf den Pkw-Bereich umgerechnet werden sollen. Es wäre auch eine Ungleichbehandlung programmiert, weil Transporter mit identischen Fahrgestellen und Motoren weiterhin nach den günstigeren Lkw-Tarifen besteuert würden, obwohl die gewerblich genutzten Fahrzeuge eine vielfach höhere Kilometerleistung aufweisen.

Ähnlich wie die Union-Länder brachte nun auch der Herstellerverband CIVD ein eigenes Kfz-Steuermodell in die Diskussion ein. Es basiert auch auf der Besteuerung nach Hubraum. Nach den CIVD-Vorstellungen soll die Steuer aber stufenweise angehoben werden. Betrachtet man das Modell über einen längeren Zeitraum, muten auch die Hersteller den Mobilbesitzern eine deutlich höhere Steuerlast als heute zu. Vor allem die Eigner von Fahrzeugen mit der Schadstoffklasse 0 (das sind derzeit rund 207.000) müssten in der letzten Stufe des CIVD extrem bluten. Die Steuerbelastung stiege dann auf den fünffachen Satz der heutigen Belastung an. Altfahrzeuge würden damit quasi unverkäuflich und kämen auch nicht mehr zur Finanzierung eines neuen Reisemobils in Frage.

promobil hat die drei Modelle einmal genauer betrachtet und berechnet, wieviel Steuer über einen Zeitraum von zwölf Jahren für ein Reisemobil zu bezahlen wäre. Diese Zeitspanne entspricht ziemlich genau dem Durchschnittsalter aller Reisemobile. Die wohl größte Überraschung: Käme das Modell des Herstellerverbandes CIVD zum Tragen, wäre das für die Mobilbesitzer in (fast) allen Klassen über einen längeren Zeitraum die teuerste Lösung.

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