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Reisemobil Manufaktur Individual-Ausbau

VW Crafter als individueller Campingbus-Ausbau

RM Individual Foto: Bernd Thissen 7 Bilder

Mehr als Standard: Der RM Individual ist genau für zwei geeignet. Individualausbauer der Reisemobil Manufaktur (RM) zeigt promobil, was man aus dem VW Crafter alles machen kann.

10.12.2017 Jürgen Bartosch

Die Reisemobil Manufaktur (RM), beheimatet im sächsischen Sohland nahe der tschechischen Grenze, ist Spezialist für ungewöhnliche Ausbauten. Auch beim hier gezeigten Modell hatten die Auftraggeber – ein Paar aus Franken – ihre ganz eigenen Vorstellungen.

Geschickt um die Ecke gedacht

Sie schätzen die Gemütlichkeit und auch den Rundblick aus einer Hecksitzgruppe, wollen aber nicht auf ein festes Doppelbett und natürlich auch nicht auf eine Küche nebst Sanitärraum verzichten. Ausbaubasis sollte der moderne VW Crafter sein, aber bitte schön in der kompakten Sechs-Meter-Variante mit Standardhochdach. Das RM-Team um Inhaber Steffen Schirner musste schon etwas um die Ecke denken, um diese Wünsche zusammenzubringen. Es ging nur durch den Zuschnitt auf genau zwei Reisende.

Die Minisitzgruppe bietet darum auch nur zwei Plätze und keine weiteren Gurte – außer im Fahrerhaus. Der abgetrennte Heckstauraum im Anschluss dient innen als praktische Abstellfläche. Er ist durch verschiedene Unterteilungen und einen Schwerlastauszug exakt auf das übliche Gepäck der Eigner zugeschnitten.

RM Individual Foto: Bernd Thissen
Das elektrische Längshubbett mit seitlichen Verbreiterungen.

Clou der Aufteilung ist aber das elektrisch von der Decke absenkbare Längshubbett. Geschickt platzierte Zusatzpolster sorgen dafür, dass es schließlich bis zu 1,9 Meter Länge und 1,6 Meter Breite erreicht. Der Kühlschrank steht vis-à-vis vom Küchenblock. So bleibt dort mehr Stauraum. Vorn links findet sich schließlich das Bad mit Waschtisch und Banktoilette.

Klar, dass so ein Individualmobil mehr kostet als Serienware. Ab rund 68 000 Euro kann man aber schon beginnen mit dem Tüfteln und Träumen.

VW California XXL (2018) Crafter zum Camper ausgebaut VW California XXL (2018)

Der RM Individual auf einem Blick

Preis: ab 68 226 Euro
Basis: VW Crafter 2.0 TDI, Kastenwagen, Frontantrieb, ab 102 kW/140 PS
Gesamtgewicht: 3500 kg
Länge/Breite/Höhe: 5986/2040/2590 mm
Empfohlene Personenzahl: 2
Baureihe: Die Reisemobil-Manufaktur baut Kastenwagen individuell nach Kundenwunsch aus, darum gibt es keine festen Baureihen und Modelle. Auch beim Basisfahrzeug sind verschiedene Transporter möglich.
Info: diereisemobil-manufaktur.de

Neuester Kommentar

Caravan Salon 2017, Pressemeldungen: Es gab in Bezug auf Basisfahrzeuge 4 Meldungen, die sich mit der Sensation des lang erwarteten Crafter beschäftigt hatten.

- Schwabenmobil mit dem Florida 5.9 als weltweit erster Ausbauer
- gefolgt von der Pressemitteilung / Vorstellung des Westfalia Sven Hedin, der eigentlich ein Columbus auf Crafter ist
- gefolgt von der Weltpremiere des Volkswagen California XXL am Fachbesuchertag
- gefolgt von der Enthüllung des Knaus BoxDrive First Edition am Nachmittag des Fachbesuchertages, der aus interessanten Hintergründen nicht den von langer Hand promoteten Teaser-Fotos eines 5,99m-BoxDrive mit Seitenverbreiterungen und Querbett entsprach

Die Welt, die Fachpresse und das Publikum konnten sich also daran orientieren, dass es auf dem CSD quasi einen durch Pressemeldungen angekündigten Pflichtparcours geben würde, die Möglichkeiten zum Ausbau dieses ganz neuen Fahrzeuges endlich in Augenschein nehmen zu dürfen - zumindest wenn man sich irgendwie auch für die Welt der Kastenwagen interessierte.

Im Bereich Sprinter gab es auch eine - wie ich finde - knackige Neuerung, von der die Fachwelt kaum Notiz genommen hatte: der HymerCar Grand Canyon S (5,99m Sprinter) wurde zum ersten Mal mit einem Aufstelldach gezeigt! Ich war erstaunt, wie sehr diese Eigenschaft unterging, denn Aufstelldächer in Kastenwagen jenseits der Bulligröße waren für 2017 eigentlich eines DER Dinger, womit man endlich auch mit mehr als 2 Personen unterwegs sein konnte. Gerade erst jung am Markt für die ersten Hersteller auf Ducato (Pössl und HymerCar), war es schon ein Punkt für viele betuchte Kunden, weshalb man bei einem teuren HymerCar Grand Canyon S mit Allrad & Co. dann in diesem Punkt sich von dem einfacheren Ducato die Butter vom Brot nehmen lassen musste.

Und während somit alle reichlich darüber sinnierten, zu was es die Industrie mit den Entwürfen der ersten Crafter gebracht hatte, stand parallel dazu der weltweit einzige neue 5,99m Crafter mit Längsbett als Hublösung im Heck über einer stilvollen & modularen Hecksitzgruppe und mit dem größten Bad aller präsentierten Crafter einfach so auf dem Stand der Reisemobilmanufaktur Schirner am Rand geparkt. Keine Pressemeldung, keine Info darüber, was da so weltweit einzigartig verfügbar war und dass dies ausstattungsbereinigt auch noch die mit Abstand günstigste Lösung aller Crafter war.

Hatte man vorher den Innenraum des neuen Westfalia Sven Hedin betreten, so kam einem der Crafter von Schirner wie eine bezaubernde Welt echter Möglichkeiten vor. Ein Beweis geradezu dafür, dass der ewige Standard Grundriss (von dem Westfalia nun endgültig nie mehr loszukommen scheint) eben genau nicht immer so sein muss. Ein Beweis dafür, dass man auf 5,99m auch ein Längsbett haben kann und darüber hinaus tatsächlich ein Bad mit ECHTER Dusche, in der man sich auch in allen Achsen beugen und frei bewegen kann - im Westfalia Bad kann man beim Schließen der Tür eigentlich nachwievor nur überall anecken und nicht wirklich duschen oder sich gar irgendwie beugen, um die Beine abzutrocknen! Für einen Sven Hedin, der bei ECHTER Auswahl der Optionen auf der Ausstattungsliste eben doch klar über 100.000€ landen kann.
Die Preise auf den Messeschildern sind am Ende doch immer bemerkenswerte Mondpreise mit einer Ausstattung, die man kaum wählt, wenn einem schon bereits die Wahl der extra teuren Basis als Crafter wichtig ist. Wenn ich einen '100PS' Handschalter ohne Radio wähle, braucht es auch kein Crafter mehr zu sein.

Vergleicht man mal den Aufwand, den Knaus mit der Vorankündigung des BoxDrive monatelang gefahren hat, mit dem Umstand, dass Schirner einen gleichwertvollen Gegenentwurf völlig anderer Art einfach auf den Salon gestellt hat, dann bleibt die Frage: wer hat jetzt am Ende genau was von seiner Vorgehensweise?!

Knaus hat den BoxDrive mit Pausbacken und Querbett auf 5,99m aus technischen Kriterien nicht rechtzeitig fertig bekommen und aus der Not eine angebliche First Edition in sehr langer Ausführung (den merkwürdigen Abstufungen seitens VW sei Dank) präsentiert - es ist aber zuvor aufgefallen, dass in den medienwirksam platzierten Teasern der Presse immer erste Shots der 5,99m Version des BoxDrive mit Pausbacken gezeigt und beworben wurden. Auf diese Weise ist es auch nicht gelungen, den zuvor als kompakten Camping Utility Vehicle CUV angekündigten Crafter / Box D R I V E mittels langer First Edition glaubwürdig darzustellen.

Der Begriff CUV stammt - wie ich schon geschrieben hatte - auch nach Rücksprachen mit KNAUS NICHT von der Bedeutung, man könne damit extra viele Campingutensilien mitnehmen (wie hier von der Redaktion immer wieder betont wurde), sondern von der Bedeutung dass man mit einem Campingfahrzeug auch Transport-Aufgaben und Funktionen aus dem Alltag ausführen kann. Dies folgt auch dem Trend, wonach immer mehr Konzepte hier und da erscheinen, die versuchen die Alltagstauglichkeit eines VW California für Familien nun auf die nächst höhere Klasse der kompakten Kastenwagen zu übertragen und dabei eben auch Fahrten mit Reiseziel IKEA erlauben müssen. Solche modularen Fahrzeuge gibt es bereits genug unter der Flagge HymerCar, Adria, Schwabenmobil als einer der ersten etc.

Ich vermute, dass Knaus es nicht schaffen wird, den Begriff CUV zu etablieren. Zu halbherzig und zu oft wechselt der Hersteller immer wieder einen gerade erst eingeschlagenen Weg, der wirklich bahnbrechend war!

Denken wir nur an den großartig mutigen Entwurf des Knaus C Liner aus der Zeit um 2005, der - ähnlich dem Dethleffs Evan - eine an Kastenwagen angelehnte Raumaufteilung auf verbesserten Platzverhältnissen eines integrierten Aufbaus realisieren konnte.

Denken wir nur an das noch gerade erst jung vorgestellte Wohnwagenkonzept Lifestyle, das in seinem Raumgefühl der verwendeten Möbelarchitektur / Raumaufteilung absolut einzigartig war! Eigentlich war die Vermutung nahe, dass es ev. auch ein Reisemobil mit einer DERARTIGEN Raumaufteilung geben würde. 2017: der Lifestyle ist gleich wieder tot. Er kehrt zurück, wird dann aber stark entschärft als Massenlayout die Seelen eher weniger beflügeln.

Es mag ja sein, dass das Totschlagargument 'Hat sich nicht verkauft' gezogen wird. Aber wer bitteschön vergeigt im Konzern mit einer derartigen Regelmäßigkeit solche Konzepte?! Wenn sich das am Ende immer sogleich nicht verkaufen lässt, dann kann man doch die Marktmacht als Konzern nutzen, dies im Detail VOR der Entwicklung und Einführung in Erfahrung zu bringen.

Kunden werden angetriggert, sparen drauf und wenn das Geld einsatzbereit ist, gibt es den Kram wieder nicht mehr - das ist das, wofür Knaus unter anderem auch steht!

Selbiges Desaster ist nun gut nachvollziehbar mit der überschwänglichen Ankündigung eines 5,99m BoxDrive passiert, der zum CSD 2017 ganz besondere und vor allem aerodynamische Seiten-Formteile aus GFK besitzen sollte. Dass diese aerodynamisch - unter Kriterien eines Serienbauteiles - resultierend ungewünschte Vibrationen und damit verbunden festigkeitsrelevante Defizite produzieren könnten, wenn es sich um ein besonders langgezogenes Formteil handelt, ist einem Ausbauer nicht unbedingt klar im Fall des Betretens von Neuland. Aber verstehen kann man, dass es dazu eben nicht nur Grundkenntnisse bisherigen Reisemobilbaus braucht. Da müssen dann auch mal Aerodynamiker ran und da muss ein anderes Setup an Vorarbeit geleistet werden, wenn man schon so unfassbar auf die Sahne haut und die Pressemeldungen eher schon übertrieben ausführt.

Es gehörte eh schon was dazu, monatelang zu teasern und als Einziger auf dem CSD Fachbesuchertag immer noch kein enthülltes Fahrzeug zu zeigen. Man musste bis 15Uhr warten! Haben die eigentlich keine Ahnung, wie voll es dann wird, wenn kurz vor Ende dann das Fahrzeug erste enthüllt wird, nur um wirklich alles auszusaugen?! Es sind nicht wenige gewesen, die super sauer morgens da standen und extra wegen des Knaus BoxDrive durch ganz Deutschland angereist waren. Ab 15Uhr wollen dann in der verbleibenden Zeit des Tages gefühlt eine Million Leute in das Fahrzeug - mit dem Ergebnis, dass man zu wenig von dem Konzept erfährt.

Das alles war eine glatte 6.

Und dann ist da die kleine Reisemobilmanufaktur Schirner, die all diese Probleme anders gelöst und hochwertig umschifft hat - und keine bekommt es mit.

Auch Schirner will leben - fragt sich nur wie sehr.....

Zumindest fein, dass das Baby es zumindest endlich im Dezember mal hier hin geschafft hat. Für 2018 sind allerdings alle Bestellungen durch. Irgendwie schräg.

Diana van Heide 11. Dezember 2017, 10:34 Uhr
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