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Pössl Roadstar / Globecar Globestar 640 SG (2019)

Neuer Grundriss mit Variobad

Globecar Globestar 640 SG (2019) Foto: Dominic Vierneisel 28 Bilder
Caravan Salon

Der neueste Globestar-Campingbus aus dem Pössl/Globecar-Angebot macht alles ein bisschen anders: Die Küche ist auf der Fahrerseite angeordnet, das Bad auf der linken Seite. promobil hat erste Infos zum Camper auf Citroën-Basis.

30.06.2018 Sophia Pfisterer

Campingbus-Hersteller Pössl und seine Schwestermarke Globecar brechen Traditionen auf: Der neue Globestar 640 SG, bzw. Roadstar 640 SG, den es für beide Marken gibt, gestaltet den Innenraum genau andersherum als im Kastenwagen gewohnt. Die Küchenzeile, die sonst an der Schiebetür verortet ist, befindet sich bei diesem Modell auf der Fahrerseite. Auf der Schiebetür- und Einstiegsseite steht die Nasszelle mit Bad und WC. Den Grundriss dieses 6,40-Meter-langen Campers findet man eher in aufgebauten Reisemobilen statt in Campingbussen.

Grundriss mit Variobad

Globecar Globestar 640 SG (2019) Foto: Gesa Marx
Das Variobad im Globestar: Die Türe kann entweder das Bad oder den Schlafraum abtrennen.

Das Variobad im Grundriss 640 SG soll im Grundriss platzsparend, aber von innen großzügig sein. Die Dusche ist optional, der Preis fürs Duschpaket steht noch nicht fest. Ein Vorteil, den diese Variante im Roadstar/Globestar 640 SG bringt, ist dass das Badezimmer komplett vom Rest abgetrennt werden kann.

Befindet sich jemand im Bad und duscht, kann gleichzeitig die Küche benutzt werden. Beim klassischen Campingbus-Grundriss ist es meist so, dass sich die Dusche im Mittelgang zwischen Wohn- und Schlafbereich befindet. Die Nasszelle wird häufig über eine Rollwand abgetrennt, sodass der Durchgang zwischen Sitzgruppe im Bug und Bett im Heck versperrt ist. Daher muss man sich vor dem Duschgang überlegen, wo die restlichen Campingbus-Besatzungmitglieder währenddessen warten und verweilen wollen. Dank Variobad ist das keine Frage im 640 SG.

Bäder-TypenVom Raumspar-Bad bis zum Hygiene-Tempel

Die Küchenzeile gegenüber der Nasszelle bietet zusätzlichen Stauraum durch ein großes Staufach unter der Spüle und drei Schubladen unter dem Zweiflammkocher. Hinzu kommen Hängeschränke und drei offene Ablageflächen. Links von der Küchenzeile steht ein hochgesetzter Kompressorkühlschrank. Der Kühlschrank fasst 90 Liter und hat ein 7-Liter-Gefrierfach, in dem sich im Sommer beispielsweise Eiswürfel machen lassen. Unter dem Kühlschrank ist nochmals ein geschlossenes Stauregal untergebracht.

Campingbus für Paare

Globecar Globestar 640 SG (2019) Foto: Dominic Vierneisel
Redakteurin Gesa Marx "lümmelt" schon mal zur Probe im Globestar.

Durch den Grundriss ist vorne in der Sitzgruppe etwas weniger Platz, sodass es nur drei Sitzplätze an Bord des Roadstar/Globestar 640 SG gibt: Die Sitzbankreihe hinter Fahrer- und Beifahrersitz hat nur einen Dreipunktgurtplatz und kann nicht zum Bett umgebaut werden. Dafür verspricht die L-förmige Sitzbank mit dem Einsäulentisch laut Hersteller „Lümmelcharakter“, da man hier bequem die Beine ausstrecken kann. Auch vom Beifahrersitz aus kann man die Beine hochlegen, da auf dieser Seite ein kleiner Hocker steht, der gleichzeitig als Stauraum dient.

Die einzige Schlafgelegenheit im Roadstar/Globestar 640 befindet sich im Heck. Im 1,96 Meter langen Querbett können zwei Personen übernachten. Am Kopfende ist es 1,40 Meter und am Fußende 1,30 Meter breit. Eine weitere Besonderheit für einen Campingbus, die man beispielsweise aus teilintegrierten oder integrierten Wohnmobilgrundrissen kennt, ist die Türe das Variobads. Sie dient nicht nur dazu, das Bad vom Rest des Campingbus abzutrennen, sie kann wahlweise auch den Schlafraum vom Rest des Fahrzeugs separieren. Muss einer von zweien nachts raus, kann das Geschäft also hinter verschlossener Tür stattfinden.

Neuester Kommentar

POSITIV:
Das ist ein Grundriss, durch den man merkt, was Pössl kann und wo Kastenwagen herkommen.
Wenn man zB ca. 10 Jahre zurück blickt, dann merkt man, was für Grundrisse es früher mal gegeben hat - da war einiges an extrem interessanten Lösungen dabei.

Im Zuge der Optimierungen, Verschlankungen, Zusammenschlüsse und Maßnahmenpakete wurde so in den letzten Jahren leider sehr stark auf Einheitsbrei bei den Grundrissen gesetzt. Ein paar wenige Spezialisten gab es bis heute immer, aber guck Dir zB Westfalia an: ein Grundriss der Ducatos wie der andere.

Pössl hat mit dem bemerkenswerten Schwenkbad in den Summit-Modellen schon Mut für neue Standards gezeigt und diese auch gesetzt.
Pössl hat ebenfalls mit dem 640 DK ein einzigartiges Bad auf zwei getrennten Seiten gezeigt.
Pössl hat mit den H-Line Hochdachmodellen auch Grundrisse im Programm, die einfach alles anders und besser machen als der Standard.

Mit dem neuen 640 SG 2019 fällt man echt vom Stuhl - dieser Grundriss hat mal richtig Mut und bietet in der Tat durch eine ungewöhnliche Aufteilung ein völlig neues Raumgefühl und vor allem einen anderen Umgang mit dem zur Verfügung stehenden Platz.

Die Fläche eines 640er ist für alle theoretisch gleich. Aber durch leichte Variation im Layout des Grundriss-Geschehens à la Tetris (horizontal) entsteht hier und da plötzlich Platz, Freiraum, luftiges Gefühl, andere offene Raumachsen und Wahrnehmung der einzelnen Bereiche.

Lässt man den Bereich des Sanitärgeschehens offen (Tür zum Heckbett zu), so hat man beim Benutzen der Küche nicht automatisch immer eine Wand im Rücken, sondern man kann beim Wirbeln der Kochlöffel auf freie Bewegung bis zur gegenüberliegenden Bordwand setzen.

Klar gibt es viele, die es sich verbitten, den Sanitärbereich offen zu belassen - dann mach halt zu. Aber Pössl lässt dem Kunden diese Wahl offen und der Raum ist dadurch komplett neu definiert im Kasten.

Konzeptionell ist dieses Fahrzeug wirklich ein bemerkenswert mutiger, neuer, erfrischender und bereichernder Weg.

Für den CSD 2018 bieten derzeit viele ein Workaround des Interiordesigns und Verbesserungen im Comfort: Adria Twin Supreme Modelle mit Glasdach und Schwenkbad, sowie Innendesign à la VW California XXL oder Malibu Van 640 LE Charming GT mit Glasdach und Linerbad, sowie aufwendig gestalteter Deckenabhängung und Lounge-Beleuchtung im ganzen Fahrzeug. Auch Knaus kommt in den BoxStars mit einem komplett neuen Innendesign und vor allem aufgewerteten Bädern, die mehr Platz und bessere Duschmöglichkeiten bieten.

Wirklich neue Grundrisse bietet eigentlich niemand. Ein Pop-Out an einem Querbett des Westfalia Sven Hedin macht also keinen neuen Grundriss - vielmehr ermöglicht dieses Pop-Out das Beibehalten eines Grundrisses, den man schon langsam nicht mehr sehen kann.

HymerCar ist schwer aktiv, aber leider eher damit beschäftigt immer und immer mehr Billigvarianten vom eigentlich sehr guten HymerCar selbst anzubieten:

- HymerCar Free
- Bürstner City Car
- Carado Vlow
- Sunlight Cliff

Das sind knozeptionell alles HymerCars.

Schade, dass HymerCar die Grundrisse in den Original-HymerCar Modellen nicht endlich mal auflockert und Abweichungen in den Grundrissen erlaubt, wie dies im Fall von Pössl zu sehen ist.
Vor allem das kaum nutzbare Minibad in den HymerCar Modellen und Derivaten ist das älteste und kleinste am Markt. Für 2019 hat nun jeder Wettbewerber am Markt Gedanken zu mehr echter Nutzbarkeit der Bäder etabliert.

NEGATIV:
Was Markus Wahl allerdings reitet, einem Pössl auch in 2019 immernoch folgende Design-Relikte mit auf den Weg zu geben:

- weiße Raffgardinen wie in einer Gelsenkirchener Wohnung
- Griffe und Lichtschalter in ultra-billigem Chrom-Imitat
- rötlich schwer anmutende Holztöne
- vorgehängte Fenster

Bei aller Mühe, die konzeptionell in dem neuen 640 SG steckt... so führt jedoch die reine Gestaltung des Interiordesigns bei diesem tollen Grundriss dazu, dass ich konfiguriert bei 60000€ niemals auf so eine Gelsenkirchener Erlebniswelt der 90er Jahre eingehen würde. Ich würde dieses Fahrzeug daher weder kaufen, noch jemandem empfehlen.

Und dieses Statement muss auch mal in der breiten Masse diskutiert werden können.

Warum meint man immernoch, dass die farbliche Innenraumgestaltung und Detailhaptik bis hin zu billigsten Raffgardinen der Kalter-Krieg-Optik in 2019 einfach STUR aufrechterhalten werden muss?!

Sind mit HymerCar, Knaus, Adria oder auch Westfalia nicht schon genügend Hinweise vorhanden, wonach die Zeit für so einen billigen Mist einfach endgültig vorbei sein könnte?

Die Kunden, die das mal gemocht haben, leben nicht mehr.

Beispiel für einen klassischen Kunden: Kai vom Youtube Kanal 'Travel Camping Living'. Er hat einen 640er Globecar gekauft. Er ist knapp über 40 und gerne mit dem Fahrzeug unterwegs. Er trägt keine Adiletten, Goldkettchen, Schiesser Feinripp, Bildzeitung und ein pitralon-getränktes Kulturtäschchen zu den Sanitäranlagen, um dort erst eine Runde ka..en zu gehen.

Markus Wahl, bist Du da? Hörst Du mich? Weißt Du was Design ist?

Diana van Heide 2. Juli 2018, 09:40 Uhr
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
promobil Heft 10/15
Heft 10 / 2015 16. September 2015 Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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