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Plakettenkrampf

Feinstaub: Nach wie vor wirbeln allerorts Diskussionen um mögliche Fahrverbote viel Staub auf. promobil beseitigt Unklarheiten.

Fahrverbote. Die Aktionspläne wegen zu hoher Feinstaubbelastung beschäftigen weiterhin die deutschen Städte. In der Ausgabe 2/2007 hat sich promobil mit möglichen Fahrverboten befasst und eine Tabelle, die auf Angaben des Verkehrsministeriums basiert, veröffentlicht. Reisemobile gehören nach einer EG-Richtlinie zur Fahrzeugklasse M1. Nach der Fahrzeugpapierharmonisierung im Jahr 2005 sollen die Mobile wie Pkw zu behandeln sein. Das ist, wie sich jetzt herausstellte, jedoch bei der Plakettenvergabe nicht pauschal so. Generell gilt laut Ministerium, nur Reisemobile mit einem zulässigen Gesamtgewicht von unter 2800 Kilogramm sind zu behandeln wie Pkw. Liegt das Gewicht darüber, ist die Tabelle für Nutzfahrzeuge ausschlaggebend. Die Schlüsselnummern in den Fahrzeugpapieren helfen, den Typ zu klären.
Beim Kfz-Schein weist laut Ministerium die Ziffernfolge 1605 unter „zu 1" auf die Zuordnung als Pkw hin und wird gefolgt von der für die Schadstoffgruppe relevanten zweistelligen Schlüsselnummer. Stehen zu Beginn die Ziffern 2105, handelt es sich um ein Nutzfahrzeug. Bei der Zulassungsbescheinigung findet sich der Hinweis unter 14.1. Lauten die ersten beiden Ziffern 04, gilt die Pkw-Einteilung, steht dort 06, ist es ein Nutzfahrzeug.
Dennoch kann es zu Fehleinschlüsselungen wie im Bild unten links kommen. Das Fahrzeug hat ein zulässiges Gewicht von 3,5 Tonnen, ist aber, wie die 1605 zeigt, als Pkw eingeschlüsselt. Da die Nummer 00 jedoch in keinem Fall eine Plakette erhalten würde, ist es dabei nicht von Bedeutung. Sie sollten aber bei Ihrem Fahrzeug darauf achten.
Die Bedeutung dieses Unterschiedes lässt sich anhand der Schlüsselnummer 71 verdeutlichen. Als Pkw erhält dieses Fahrzeug lediglich die rote Plakette, während ein Nutzfahrzeug mit dieser Schlüsselnummer eine bessere gelbe Plakette erhalten würde.
Die betroffenen Städte sind weiterhin mit Detailregelungen der Umsetzung beschäftigt. Ein Lichtblick: Für Reisemobile ist mancherorts eine Ausnahmeregelung in der Diskussion.

Kommentar von Kai Feyerabend

Gerade ist das Thema neue Besteuerung für Reisemobile halbwegs verdaut, da wird den Reisemobilisten erneut schwere Kost vorgesetzt. Fahrverbote drohen vielen älteren Reisemobilen von Juli dieses Jahres an zunächst in Stuttgart. Fahren oder nicht fahren, das ist hier die Frage. Die Antwort sollen die Schlüsselnummern geben. Doch die Suche nach der Antwort ist gar nicht so einfach. Da hieß es zunächst, die Reisemobile gehören alle zur Klasse M1, bevor sich nun herausstellte, dass es je nach Gewicht Unterschiede gibt, die sich bei der Vergabe der Plaketten teils deutlich bemerkbar machen. Doch auch dabei scheint es, wie unser Beispiel mit dem alten Kfz-Schein zeigt, Fehleinstufungen zu geben. Es drängt sich der Verdacht auf, dass dieses Vorhaben ähnlich unausgegoren ist wie die neue Besteuerung. Leidtragende sind wieder einmal die Reisemobilisten. Selbst wer will, kann häufig bei älteren Fahrzeugen gar keinen Filter nachrüsten, da es keine gibt. promobil fordert deshalb, für die Reisemobile, die mit den Touristen auch Geld in die Stadtkassen spülen, eine Ausnahmeregelung zu treffen. Wenn es in Stutt­gart eine gute Lösung gibt, besteht Hoffnung, dass die folgen­den Städte dieses Beispiel als Vorbild nehmen.

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