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Westfalia Michelangelo (2018)

Vor- und Nachteile des Nissan-Campervan

Westfalia Michelangelo (2019) Westfalia Michelangelo (2019) Westfalia Michelangelo (2019) Westfalia Michelangelo (2019) 37 Bilder

Westfalia bringt 2018 den neuen kompakten Michelangelo mit Aufstelldach und vier Schlafplätzen. Die Basis stellt der Transporter Nissan NV 300. Der Campervan in Bulli-Größe kostet 57.994 Euro, ist dafür aber urlaubsbereit ausgestattet.

Der neueste Campingbus-Streich des Traditions-Ausbauers Westfalia kommt auf dem Nissan NV 300. Bislang konnte sich der Kleinbus der japanischen Automobilmarke in Europa als Camper-Basisfahrzeug nie durchsetzen, das soll sich im Zuge der steigenden Beliebtheit von Campingbussen ändern.

Experimentierfreude und Lust am Camping zeigte Nissan bereits als Elektro-Campingbus Zoomer und mit der Studie E-NV 200 Workspace. Beide Fahrzeuge sind eher ungewöhnliche Randerscheinungen. Der Ausbau Michelangelo feierte Anfang 2018 auf der Messe CMT Weltpremiere, wir haben den Campervan bereits bei einem Trip in die Alpen auf alle Stärken und Schwächen gecheckt.

Vor- und Nachteile

 Kompakter Aufstelldach-Campingbus mit gutem Fahrkomfort
 Flexible Inneneinrichtung mit herausnehmbarem Bett und Einzelsitzen
 Bequeme Einzelsitze, optional auch als Sechssitzer möglich
 Komplett ausgestattete und ansprechend gestaltete Küchenzeile
 Beide Betten relativ bequem mit Tellerfederrost

 Mit angebauter Markise zu hoch für viele Parkhäuser (2,07 m)
 Einzelsitze nötig für Bettenbau unten
 Aufstelldach mit fummeliger Verriegelung, kein Folienfenster, keine Ablagen
 Keine Lampe am Einstieg
 Vergleichsweise wenig Heckstauraum wegen aufgestapelter Bettmatratzen

Recht hoher Preis, urlaubsbereite Ausstattung

Nissan Essecke Foto: Andreas Becker
Luftiges Raumgefühl dank Aufstelldach im Nissan Michelangelo.

Der Nissan NV 300 ist baugleich zum Opel Vivaro und Renault Trafic, beides Busse, auf denen in der letzten Zeit immer häufiger Campervans gebaut werden. Der Preis für den NV 300 ohne Camping-Ausbau startet bei 28.857 Euro zuzüglich Überführung. Zusammen mit dem Aufbau kostet der Michelangelo 57.999,55 Euro.

Damit verlangt Westfalia einen recht hohen Preis für einen Campervan. Konkurrenz-Modelle gibt es schon für unter 40.000 Euro Grundpreis. Allerdings ist der Michelangelo bereits voll urlaubsbereit ausgestattet, bei günstigeren Campervans müssen Käufer häufig noch viele Pakete dazubestellen. Beispielsweise sind Rollos für die Seiten- und Heckfenster und Isotherm-Verdunklungen für die Frontscheibe bereits enthalten, ein Feature das bei vielen günstigeren Kompaktcampern fehlt. Ebenfalls zur Serienausstattung gehören die Ambient-Light-Akzente, die Sitzheizung für Fahrer- und Beifahrer, Lautsprecher und die aufschiebbaren Seitenfenster.

Im Nissan-Cockpit fährt man mit einem lederbezogenen Lenkrad und rangiert beqem mit einer Rückfahrkamera. Zur Ausstattung gehört ein multifunktionales Mediasystem mit DAB-Radio, 7-Zoll-Touchscreen, Bluetooth-Freisprechanlage, USB- und AUX-Anschluss und einem NAvitagionssystem mit Karten für ganz Europa. Die Motorvarianten für den Nissan NV 300 liegen bei 95 und 125 PS. Den Michelangelo gibt es mit satten 145 PS. Die Basisausstattung umfasst unter anderem einen 145-PS-Diesel-Motor, Klimaanlage, Licht- und Regensensor und 17-Zoll-Leichtmetallfelgen.

Nissan Elektro-Camper
Zwei Camper in Madrid enthüllt

Variabler Campervan mit Küche und Standheizung

Westfalia Michelangelo (2019) Foto: Ingolf Pompe
Der 31-Liter-Kompressorkühlschrank ist serienmäßig dabei.

Der Nissan Michelangelo zeigt sich mit seiner Wohn- und Camping-Ausstattung sehr variabel: Er hat eine Küchenzeile und bis zu sechs Einzelsitzplätze, die auf einem Schienensystem variabel angeordnet werden können. So ergeben sich viele Nutzungsmöglichkeiten.

Mit ausgebauten Sitzen kann man die Ladefläche komplett nutzen. Von den hinteren Sitzen können wahlreise zwei hintereinander angeordnet werden. Dann können vier Personen verreisen, aber immer noch etwas Sperriges, wie ein Surfbrett oder ein Fahrrad an der Seite im Innenraum transportiert werden.

Zwei der vier Schlafplätze befinden sich unter dem Aufstelldach. Hier können sich zwei Personen eine 2 x 1,35 Meter große Liegefläche teilen. Das untere Bett ist 2 x 1,25 Meter groß. Auf 4,99 Meter Fahrzeuglänge verteilt sich das maximale Gesamtgewicht von 2,88 Tonnen. Zusammen mit dem Ausbau wiegt der Michelangelo 2,29 Tonnen, so bleiben laut Hersteller rund 585 Kilogramm Zuladung.

Zur Bordtechnik gehört eine Standheizung von Eberspächer Airtronik D3 Plus, und eine elektrische Anlage mit 95-Ah-Bordbatterie. Die fest installierte Küchenzeile hat einen 31-Liter-Kühlschrank, Spüle und einen Zweiflammkocher. Im Kleiderschrank neben der Küchenzeile kommen Stauraum, Wassertank und ein Gasflaschenfach unter. Neben dem 27-Liter-Frischwasser- ist auch ein 25-Liter-Abwassertank an Bord. Das Heck wird für einen Oberschrank genutzt, hier findet auch ein integrierter Lautsprecher Platz. Ein weiteres Highlight: Der Hersteller bietet fünf Jahre Garantie auf Basis und Aufbau.

Kompakte Campervans 2018
Neues von Bulli, Campster & Co.

Westfalia Michelangelo auf Nissan NV 300

Motor: 145-PS Premium 1,6-Liter-Diesel
Schlaf-/Sitzplätze:
4/6
L/B/H
: 4,99/1,95/2,00 m
zulässiges Gesamtgewicht: 2,88 t
Preis: 57.994 Euro
Baureihe
: Der Nissan Michelangelo ist der erste Campingbus, der vom Autohersteller vertrieben wird, so wie bei Volkswagen der VW California.

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