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Westfalia Michelangelo (2018)

Vor- und Nachteile des Nissan-Campervan

Westfalia bringt 2018 den neuen kompakten Michelangelo mit Aufstelldach und vier Schlafplätzen. Die Basis stellt der Transporter Nissan NV 300. Der Campervan in Bulli-Größe kostet 57.994 Euro, ist dafür aber urlaubsbereit ausgestattet.

28.06.2018 Sophia Pfisterer, Jürgen Bartosch

Der neueste Campingbus-Streich des Traditions-Ausbauers Westfalia kommt auf dem Nissan NV 300. Bislang konnte sich der Kleinbus der japanischen Automobilmarke in Europa als Camper-Basisfahrzeug nie durchsetzen, das soll sich im Zuge der steigenden Beliebtheit von Campingbussen ändern.

Experimentierfreude und Lust am Camping zeigte Nissan bereits als Elektro-Campingbus Zoomer und mit der Studie E-NV 200 Workspace. Beide Fahrzeuge sind eher ungewöhnliche Randerscheinungen. Der Ausbau Michelangelo feierte Anfang 2018 auf der Messe CMT Weltpremiere, wir haben den Campervan bereits bei einem Trip in die Alpen auf alle Stärken und Schwächen gecheckt.

Vor- und Nachteile

 Kompakter Aufstelldach-Campingbus mit gutem Fahrkomfort
 Flexible Inneneinrichtung mit herausnehmbarem Bett und Einzelsitzen
 Bequeme Einzelsitze, optional auch als Sechssitzer möglich
 Komplett ausgestattete und ansprechend gestaltete Küchenzeile
 Beide Betten relativ bequem mit Tellerfederrost

 Mit angebauter Markise zu hoch für viele Parkhäuser (2,07 m)
 Einzelsitze nötig für Bettenbau unten
 Aufstelldach mit fummeliger Verriegelung, kein Folienfenster, keine Ablagen
 Keine Lampe am Einstieg
 Vergleichsweise wenig Heckstauraum wegen aufgestapelter Bettmatratzen

Recht hoher Preis, urlaubsbereite Ausstattung

Nissan Essecke Foto: Andreas Becker
Luftiges Raumgefühl dank Aufstelldach im Nissan Michelangelo.

Der Nissan NV 300 ist baugleich zum Opel Vivaro und Renault Trafic, beides Busse, auf denen in der letzten Zeit immer häufiger Campervans gebaut werden. Der Preis für den NV 300 ohne Camping-Ausbau startet bei 28.857 Euro zuzüglich Überführung. Zusammen mit dem Aufbau kostet der Michelangelo 57.999,55 Euro.

Damit verlangt Westfalia einen recht hohen Preis für einen Campervan. Konkurrenz-Modelle gibt es schon für unter 40.000 Euro Grundpreis. Allerdings ist der Michelangelo bereits voll urlaubsbereit ausgestattet, bei günstigeren Campervans müssen Käufer häufig noch viele Pakete dazubestellen. Beispielsweise sind Rollos für die Seiten- und Heckfenster und Isotherm-Verdunklungen für die Frontscheibe bereits enthalten, ein Feature das bei vielen günstigeren Kompaktcampern fehlt. Ebenfalls zur Serienausstattung gehören die Ambient-Light-Akzente, die Sitzheizung für Fahrer- und Beifahrer, Lautsprecher und die aufschiebbaren Seitenfenster.

Im Nissan-Cockpit fährt man mit einem lederbezogenen Lenkrad und rangiert beqem mit einer Rückfahrkamera. Zur Ausstattung gehört ein multifunktionales Mediasystem mit DAB-Radio, 7-Zoll-Touchscreen, Bluetooth-Freisprechanlage, USB- und AUX-Anschluss und einem NAvitagionssystem mit Karten für ganz Europa. Die Motorvarianten für den Nissan NV 300 liegen bei 95 und 125 PS. Den Michelangelo gibt es mit satten 145 PS. Die Basisausstattung umfasst unter anderem einen 145-PS-Diesel-Motor, Klimaanlage, Licht- und Regensensor und 17-Zoll-Leichtmetallfelgen.

Nissan Elektro-CamperZwei Camper in Madrid enthüllt

Variabler Campervan mit Küche und Standheizung

Westfalia Michelangelo (2019) Foto: Ingolf Pompe
Der 31-Liter-Kompressorkühlschrank ist serienmäßig dabei.

Der Nissan Michelangelo zeigt sich mit seiner Wohn- und Camping-Ausstattung sehr variabel: Er hat eine Küchenzeile und bis zu sechs Einzelsitzplätze, die auf einem Schienensystem variabel angeordnet werden können. So ergeben sich viele Nutzungsmöglichkeiten.

Mit ausgebauten Sitzen kann man die Ladefläche komplett nutzen. Von den hinteren Sitzen können wahlreise zwei hintereinander angeordnet werden. Dann können vier Personen verreisen, aber immer noch etwas Sperriges, wie ein Surfbrett oder ein Fahrrad an der Seite im Innenraum transportiert werden.

Zwei der vier Schlafplätze befinden sich unter dem Aufstelldach. Hier können sich zwei Personen eine 2 x 1,35 Meter große Liegefläche teilen. Das untere Bett ist 2 x 1,25 Meter groß. Auf 4,99 Meter Fahrzeuglänge verteilt sich das maximale Gesamtgewicht von 2,88 Tonnen. Zusammen mit dem Ausbau wiegt der Michelangelo 2,29 Tonnen, so bleiben laut Hersteller rund 585 Kilogramm Zuladung.

Zur Bordtechnik gehört eine Standheizung von Eberspächer Airtronik D3 Plus, und eine elektrische Anlage mit 95-Ah-Bordbatterie. Die fest installierte Küchenzeile hat einen 31-Liter-Kühlschrank, Spüle und einen Zweiflammkocher. Im Kleiderschrank neben der Küchenzeile kommen Stauraum, Wassertank und ein Gasflaschenfach unter. Neben dem 27-Liter-Frischwasser- ist auch ein 25-Liter-Abwassertank an Bord. Das Heck wird für einen Oberschrank genutzt, hier findet auch ein integrierter Lautsprecher Platz. Ein weiteres Highlight: Der Hersteller bietet fünf Jahre Garantie auf Basis und Aufbau.

Kompakte Campervans 2018Neues von Bulli, Campster & Co.

Westfalia Michelangelo auf Nissan NV 300

Motor: 145-PS Premium 1,6-Liter-Diesel
Schlaf-/Sitzplätze:
4/6
L/B/H
: 4,99/1,95/2,00 m
zulässiges Gesamtgewicht: 2,88 t
Preis: 57.994 Euro
Baureihe
: Der Nissan Michelangelo ist der erste Campingbus, der vom Autohersteller vertrieben wird, so wie bei Volkswagen der VW California.

Neuester Kommentar

Dieser Kommentar basiert auf der ersten Meldung zur Ankündigung des neuen Westfalia Michelangelo 2018 auf der Nissan NV 300 Basis.

Da auf diesem Artikel sicherlich wieder weitere Meldungen und Tests aufgestülpt werden, wird dieser Kommentar später auch im Kontext zu den dann bekannten Eigenschaften stehen.

Und darum geht es: Man muss eigentlich nicht mehr wissen, ob und was ev. noch an auch diesem letzten Entwurf dieses Segmentes eine leichte Neuerung darstellen wird.

Im Segment der Campingbusse unterhalb der Standard-Kastenwagen (die ja auch schon bei 4,99m auf Sprinter oder Ducato & Co. beginnen) könnte es enger und voller nicht mehr werden.

Nicht nur, dass sich zum Original VW T6 California aller Antriebsarten und Ausbaustufen zahlreiche Parallellösungen am Markt gesellen, die einfach mal das Gleiche bieten (Custom Bus, Neureuther, Terracamper, Fischer, etc etc.)

Nein, natürlich gibt es seit je her mit Westfalia extrem gute Lösungen in dieser Größe, die man gerne bereits als Referenz sehen kann: Club Joker / Clob Joker City / Kepler / Kepler Six / Nugget - um einige zu nennen.
Wichtig scheint hier, dass mit dem einzigartigen Club Joker in einem normalen Bulli ein Bad ermöglicht wurde. Und ebenfalls parallel zu Reimo mit dem Westfalia Club Joker City eine Art California mit Toilette - für viele eine Lösung, auf die man ein halbes Leben gewartet hat (Nicht jeder mag das, aber das spielt hier keine Rolle).

Im Zuge der benannten Verdächtigen kamen in den vergangenen Zeiten zuletzt erweiterte Bullis auf den Markt, die zwei Ziele verfolgen: entweder günstiger als andere den bekannten California Standard zu bieten, oder erwachsenere Campingtauglichkeiten vorweisen zu können. Eine gute Mischung aus beiden Anforderungen ist der Pössl Campster, zu dem sich der Marktführer bekanntermaßen richtig was einfallen lassen hat & was man nicht einfach durch eine angeblich bessere Lösung verdrängt bekommt.

Adria Active und Karmann Colibri kamen hinzu - heir hat man einiges an Know-How des großen Reisemobilgeschehens einfließen lassen. Besonders die Langversion Karmann Colibri 539 besitzt bei gutem Ausbaukompromiss zwischen California und echtem Kastenwagen eine zusätzliche Toilette im Heck - ähnlich der Ideen von Reimo oder Westfalia.

Doch bei 5,39m ist man eigentlich schon wieder exakt im Bereich der 5,40m Ducatoausbauten angekommen, die ohnehin wieder bereits ein komplettes Bad an Bord sowie ebenfalls das vom California bekannte Aufstelldach haben (HymerCar Ayers Rock, Westfalia Columbus 540D etc.).

Wo sollte also ein aufgeblasener California stoppen, bevor er im Segment der sehr erfolgreichen 5,40m Ducatos falsch umher wildert?

Karmann hat für 2018 den Colibri bereits wieder von der Webseite gelöscht.

Und genau da, wo bislang schon alles bis zum Platzen voll ist und die ersten ihre Segel streichen, da soll noch eine X-ter California Copy King auf der Basis eines Nissan NV 300 für Lifestyle Erweiterung sorgen.

Nun, über den Preis kann man vermutlich viel machen - das zeigt Ford mit zerstörerischen Rabatten des Nugget in Höhen um bis zu 30%. Aber ist das gut? Der Wertverlust aktueller Nuggets spricht ebenfalls eine deutliche Sprache - das Web ist randvoll mit Angeboten!

Und nun ein Nissan, der die reduzierte Camping-Tauglichkeit eines Californiakonzeptes nun auch noch ohne echten Lifestyleanspruch rocken soll?!

Einen California oder Custom Bus oder Adria Active oder Westfalia Club Joker City kauft man - ob man will oder nicht - preislich nicht weit entfernt von einem 5,40m Ducatoausbau. Die Vorteile basierend auf Einfachheit, Baulänge oder Kompaktheitsgrad sind sehr knapp in Bezug auf etwaige preisliche Vorteile.

Wer also schon eine Art California fahren will, dann ggf. auch gerade aus Gründen des uneingeschränkten Alltagsuniversums. Ordentliche Fahrweise, gut einzuparken, Einkauf gut machbar, ausreichend Sitze für Kinder. Alles Dinge, wo ein 5,40m Knaus / HymerCar etc. dann doch ein bisschen klotzig anmutet - genau dafür soll es eben dann oft das Original von VW sein.

Da Pössl nicht schläft und der Rest auch nicht....

Ganz ehrlich?

Das wird nichts.

Das Ding kommt zu spät und wird nicht ansatzweise verkauft werden, wie man dies zwischen Westfalia als OEM und Nissan ausgehandelt haben mag. Einen Bus auf diese Art und auf Nissan braucht der Markt nicht mehr.

Was Westfalia reitet, eher hier als woanders Gas zu geben - faszinierend ;-) und schräg.

Diana van Heide 12. Dezember 2017, 14:49 Uhr
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