Erlkönig VW ID. Buzz Stefan Baldauf
Erlkönig VW ID. Buzz
Erlkönig VW ID. Buzz
Erlkönig VW ID. Buzz
Erlkönig VW ID. Buzz 42 Bilder

VW I.D. Buzz Cargo: Blick in den ersten Prototyp

VW I.D. Buzz Cargo (2022) Erster E-Bulli in freier Wildbahn gesichtet

So sieht die Zukunft der Elektro-Transporter aus: Volkswagen entwickelt eine Cargo-Version des I.D. Buzz, dem E-Bulli, der 2022 auf den Markt kommen soll. Erste Bilder und ein Blick ins Cockpit.

Der fotografierte Erlkönig ist ein erster Hinweis auf den zukünftigen ID.Buzz, den vollelektrischen Bulli, der den neuen VW Multivan in der 7. Transporter-Generation ergänzt. Äußerlich ist der abgelichtete Elektro-Bulli noch ein Prototyp: Die zukünftige Serienkarosserie wird sich stark davon unterscheiden. VW nutzt hier noch den VW T6, um die Antriebs- und Technik-Elemente des ID.Buzz zu testen.

Erlkönig VW ID. Buzz
Stefan Baldauf
Die VW Technik-Komponenten des elektrischen Modells werden noch unter der Karosserie des T6 getestet.

Modernes Design auf 5 Metern Länge

Das Aussehen des VW ID. Buzz soll sich an der 2017 vorgestellten Studie orientieren (siehe unten) und mit dem aktuellen Design der VW-Elektro-Autos verschmelzen. Dabei kommt eine geschlossene Frontmaske heraus, deren LED-Scheinwerfer ein beleuchtetes LED-Band miteinander verbindet. Die Serienversion wird mit kurzen Überhängen, ausgestellten Radhäusern und einem fast ansatzlosen Übergang der Front in die Windschutzscheibe alle Blicke auf sich ziehen.

VW I.D. Buzz Cargo (2018)
VWN
So präsentiere sich der I.D. Buzz auf der Los Angeles Auto Show 2018.

Auch wenn für die ersten Tests der VW T6 genutzt wurde, wird sich der ID. Buzz in der Breite und Länge deutlich vom T6 unterscheiden. In der Studie war das Fahrzeug fast 5 Meter lang und somit fast 30 cm länger als der T6. Ob ein Modell mit vergrößertem Radstand geplant ist, ist derzeit noch unklar. Platz gibt es im Fahrzeug auf jeden Fall genug: Im sogenannten Frunk, dem vorderen Kofferraum, sollen 200 Liter Platz finden, im Heckbereich sogar rund 600 Liter.

Dass der VW ID. Buzz auf dem Modularen Elektro-Baukasten (MEB) basiert, weiß man bereits. Diese Plattform will Volkswagen für mehrere Fahrzeug-Modelle nutzen, beispielsweise den E-Golf oder den E-Up. Zum jetzigen Zeitpunkt sind jedoch die Motorisierung und die Akku-Größen noch nicht bekannt. Es wird spekuliert, dass zwei Batteriegrößen angeboten werden: Die kleinere Akku-Einheit mit 60 kWh reicht für eine Reichweite von bis zu 300 WLTP-Kilometer, während der große 100 kWh-Akku FahrerInnen bis zu 500 km weit bringt. Ein weiteres Batteriepack soll geplant sein.

Die ersten Serienmodelle werden mit einem 150 kW-starken Elektromotor auf der Hinterachse ausgestattet sein. Eine Allrad-Version mit zusätzlichem Motor (150 kW) auf der Vorderachse soll etwas später folgen.

Blick ins Cockpit des E-Bulli

Erlkönig VW ID. Buzz
Stefan Baldauf
Exklusive Innenraumbilder zeigen das Cockpit des Buzz: Fast wie bei der Studie ist ein kleines, leicht geschwungenes Cockpit-Display hinter dem Dreispeichenlenkrad zu finden.

Da der ID. Buzz auf dem MEB basiert, gilt es als ziemlich sicher, dass der Modulare Infotainment-Baukasten (MIB) genutzt wird. Die ersten Bilder vom Cockpit geben bereits einen guten Eindruck vom zukünftigen Serienmodell: Wie in der Studie versteckt sich hinter dem Lenkrad ein kleines, leicht geschwungenes Cockpit-Display. In der Mitte ist außerdem ein Display im Querformat platziert, das weit in den Innenraum ragt. Darunter befinden sich Tasten zur Steuerung der Klimaautomat und des Infotainmentsystems. Letzteres ist via Gesten und Sprache steuerbar, möglicherweise wird sogar Gesichtserkennung genutzt. Dieses ermöglicht es dem Fahrzeug, individuelle Einstellungen je nach Fahrer durchzuführen. Auch ein Head-up-Display mit Augmented Reality ist im Innenraum geplant.

Zu weiteren Modellen ist zum jetzigen Zeitpunkt nur wenig bekannt. Ab 2025 soll unter anderem ein voll autonomes Modell bei der Ridepooling-Tochter Moia angeboten werden. Deutlich konkreter ist die geplante VW-Nutzfahrzeugversion, die für die Wohnmobil-Branche eine interessante Rolle spielen könnte.

Auch der Name der Serienversion bleibt vorläufig ein gut gehütetes Geheimnis. Erste Hinweise gibt es darauf, dass VW Samba oder E-Samba nutzen möchte – der Hersteller hat die beiden Namen erst vor kurzem schützen lassen. Überzeugen kann aber auch der Name der Studie: Buzz. Auf Deutsch heißt das so viel wie Surren oder Brummen, was perfekt zum Elektroauto passen würde.

2018: Präsentation der Elektro-Studie

VW I.D. Buzz Cargo (2018)
VWN
Die Cargo-Version des I.D. Buzz als Showcar 2018.

2018 zeigte Volkswagen seine neueste Studie I.D.Buzz Cargo auf der Los Angeles Auto Show. Hier ergriff der deutsche Autobauer die Elektro-Intitiative und zeigte, wie autonomes Fahren und Elektromobilität zusammen kommen können. Wie Dr. Thomas Sedran, Vorsitzender des Markenvorstands, es ausdrückte: "Dieser Wagen hat das Potenzial, weltweit als Zero-Emission-Transporter erfolgreich zu sein. Die Elektromobilität erhält mit dieser Design-Ikone zudem ein unverwechselbares Gesicht."

Einen ersten Null-Emissionen-Transporter hat VW dieses Jahr bereits mit dem E-Crafter zur Serienreife und auf den Markt gebracht. Die Studie I.D. Buzz Cargo soll wie die 2017 bereits vorgestellte Studie auf dem MEB basieren, dem Modularen E-Antriebs-Baukasten (siehe unten). Für die Cargo-Version erreicht dieses System nach WLTP-Prüfstandart Reichweiten bis zu 550 Kilometer. Ein Solardach auf dem Transporter sorgt bei Sonnenschein außerdem für zusätzliche Reichweite. Vernetzt ist der Transporter ebenfalls: Der Cargo meldet seinen Bestand auf der Ladefläche automatisch ans Lager, um so Nachbestellungen abzugeben.

2017: Volkswagen I.D. Buzz

VW I.D. BUZZ, Impression, Außenansicht
Martin Meiners
Erster Blick in den VW I.D. Buzz

Der Vorgänger Volkswagen I.D. Buzz wurde bereits 2017 auf der Automobil-Messe in Detroit vorgestellt. Im August desselben Jahres verkündet der Konzern, dass der I.D. Buzz bis 2022 Jahren serienreif sein wird, bekannt gegeben wurde das beim Concours d'Elegance Oldtimer-Treffen in Pebble Beach, Kalifornien.

VWs Plan lautet folgendermaßen: Direkt nach dem Viertürer I.D. soll der Elektro-Bulli I.D. Buzz 2022 Serienreife erlangen. Bis 2025 will VW einer größten Elektroautohersteller der Welt werden – dann sollen jedes Jahr bis zu eine Million Elektro-Volkswagen entstehen.

VW I.D. Buzz Elektro-Bus
VW
Wie bereits in früheren VW-Bussen gibt es auch im I.D. Buzz die Face-to-face-Konfiguration.

Die Batterie des MEB-Systems soll für eine Reichweite für bis zu 600 Kilometern sorgen. VW plant dafür zwei Größen mit 83 und 111 kWh. Per Schnelllader benötigt sie laut Konzern nur 30 Minuten, um 80 Prozent der Ladung zu erreichen. Der Energiespeicher ist flach und kommt im Fahrzeugboden unter. Das führt zu einem niedrigen Fahrzeug-Schwerpunkt, einer guten Verteilung des Gewichts und so letztendlich zu mehr Agilität auf der Straße.

Einen Design-Vorteil hat das Ganze, wie die Elektro-Bulli-Studie I.D. Buzz zeigt: Durch den batteriebetriebenen Heckmotor muss kein Verbrennungsmotor im Vorderraum untergebracht werden. Anstelle des Motorraums tritt ein Frontscheibe, die weit nach vorne reicht. Die flache Batterie zwischen den Achsen sorgt zudem für einen langen Radstand von 3,30 Metern und so für viel Platz für die Passagiere – hier wäre also auch viel Raum für eine Campingausstattung.

Designer Einar Castillo, der von VW mit der Gestaltung des VW-I.D.-Buzz-Studie beauftragt wurde, hat sich neben dem Transporter schon ausführlich mit anderen Campingmobilen und Pick-Ups beschäftigt. Und zeigt in einer ersten Sitzprobe in der gläsernen Manufaktur in Dresden wie smart der Raum im Bus genutzt werden kann (hier geht's zum ausführlichen Artikel von Auto-Motor-und-Sport.de)

Allradantrieb und Autopilot

VW I.D. Buzz Elektro-Bus
VW
Der Buzz kann mit Heckantrieb oder Allradantrieb gefahren werden. Im Fahrzeugboden befinden sich außerdem die Batterien.

Ein Allradantrieb beweist, dass der Elektrobulli VW I.D. Buzz ein Abenteurer ist. Auf der Vorderachse sitzt ein zweiter Elektromotor. Beide E-Motoren haben jeweils eine Leistung von 150 kW und sind mit einer Kardanwelle gekoppelt. Insgesamt gibt VW die Leistung des I.D. Buzz mit stolzen 374 PS an. Laut VW kommt der Elektrobulli in fünf Sekunden von null auf hundert, seine Höchstgeschwindigkeit soll allerdings auf 160 km/h gedrosselt werden. 

Alle Beleuchtungselemente im VW I.D. Buzz setzen auf LED-Technik und kommunizieren mit der Umwelt. Dank der vollen Vernetzung des Fahrzeugs soll der Transporter in Zukunft autonom fahren können. Per Knopfdruck wird das Lenkrad elektrisch im Armaturenbrett versenkt und die Beleuchtung im Cockpit ändert sich von gelb auf weiß. Dann kann sich der Fahrer entspannt zurücklehnen.

So sieht die Zukunft des Bullis aus?

VW I.D. Buzz Elektro-Bus
VW
Der Innenraum des I.D. Buzz: In der Mittelkonsole versteckt sich ein Tablet, über das Klimaanlage und Infotainment-System gesteuert werden.

Der Bordcomputer übernimmt im E-Bulli mit Autopilot das Ruder bzw. die Lenkung und bringt die Passagiere an den gewünschten Zielort. Bis 2022 könnten Asisstenzsysteme soweit gedeihen, dass Fahrfunktionen komplett autonom vom Bordcomputer übernommen werden. Das Geradeausfahren auf langen Strecken beispielsweise ermöglichen vier Laserscanner und mehrerer Radar- und Ultraschallsensoren.

Die Fahrzeuginsassen des VW I.D. Buzz können wie im Flugzeug den (Auto-)Piloten auf einem Head-Up-Display überwachen: Sämtliche Fahrdatenwerden auf die große Frontscheibe projiziert. Daneben kann man Funktionen wie Klimaanlage und Infotainment-System via Tablet steuern, das sich in einer Mittelkonsole befindet.

Traumhaft bequem könnte man sich also mittels Autopilot in den Campingurlaub chauffieren lassen: Der Fahrersitz lässt sich drehen, die Sitze der zweiten Reihe lassen sich verschieben und zusammenklappen, die dritte Sitzreihe kann zur Liegefläche umgebaut werden.

VW I.D. Buzz Elektro-Bus
VW
Klare Verwandtschaft die 2017 vorgestellte Studie orientiert sich des T1 - und übersetzt die Knuffigkeit des Bullis in ein futuristisches Design.

Das Design des VW I.D. Buzz orientiert sich am Klassiker T1, von dem nicht nur die ikonische Zweifarbenlackierung stammt. Hinten hat der Elektrobulli Schiebetüren, die wie alle Türen und Hauben elektrisch bedienbar sind.

Eine Sitzprobe des I.D.Buzz (2017) und einen ausführlichen Bericht von Detroit Motor Show lesen Sie bei unseren Kollegen von Auto-Motor-und-Sport.de.