Mercedes Sprinter 4x4 Daimler

KBA startet Anhörungsverfahren gegen Daimler

Rückruf von 260.000 Sprintern

Der Dieselskandal geht in die nächste Runde: Jetzt steht der Mercedes Sprinter unter Verdacht, illegale Abgastechnik zu nutzen. Betroffen sind Fahrzeuge bis Baujahr 2016 mit dem Motor OM 651.

Im aktuellen Anhörungsverfahren des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) geht es um den Vorgänger des aktuellen Sprinters. Die Fahrzeuge erfüllen die Euro-5-Abgasnorm und wurden bis Baujahr 2016 hergestellt. Angeblich sollen diese mit einer „unzulässige Abschaltvorrichtung“ ausgerüstet sein. Am Freitag, 11.10.2019, hat Daimler den Rückruf durch das KBA bestätigt.

Schummel-Software im Mercedes Sprinter?

Die Abgassoftware im Sprinter soll dafür sorgen, dass die Grenzwerte für Stickoxid (NOx) nur bei den gesetzliche vorgeschriebenen Prüfzyklen eingehalten werden. Beim Realbetrieb auf der Straße allerdings würden die erlaubten 180 Milligramm pro Kilometer überschritten, so der Vorwurf des KBA.

Dieselbe Motorvariante OM 651, die im Sprinter verbaut wurde, kam auch im Geländewagen Mercedes GLK 220 CDI zum Einsatz, der nach Euro5 eingestuft wurde. Für dieses Fahrzeug gab es bereits im Juni diesen Jahres eine Rückrufaktion, von der 60.000 Autos betroffen waren. Daimler hat in diesem Fall Widerspruch eingelegt, die Funktionsweise sei zulässig. Bei einem drohenden Rückruf des Sprinters wären europaweit 260.000 Fahrzeuge betroffen, 100.000 davon in Deutschland.

Emissions-Test für Wohnmobile

Gegenüber dem SWR bestätigte ein Daimler-Sprecher, dass das „KBA hat nach eigenen Messungen nun auch ein Anhörungsverfahren eröffnet“ hat. Der Skandal um Diesel-Motoren und Software scheint also immer noch nicht vorbei zu sein. Erst vor knapp zwei Wochen wurde gegen Daimler ein Bußgeld in Höhe von 870 Millionen Euro verhängt, weil der Hersteller seiner Aufsichtspflicht bei der Fahrzeugzertifizierung nicht erfüllt hat.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer von der CSU äußert sich in der Bild am Sonntag zu dem Rückruf. Er spricht von einer Salamitatik seitens des Automobilherstellers und fordert, dass die Trickserein aufhören müssen. „Der neue Daimler-Vorstandsvorsitzende Ola Källenius hat mir vor Monaten versichert, dass er bei unzulässigen Abgastechniken reinen Tisch machen wird. Leider ist das Gegenteil der Fall. Ich empfinde den aktuellen Rückruf von 260.000 Sprinter-Mercedes Dieselfahrzeugen als Vernebelungsaktion, wenn nach Daimler-Angaben selbst eine mittlere sechsstellige Zahl an Mercedes-Benz-Fahrzeugen in Europa betroffen sind.“

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