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Abgasnorm: Welche Wohnmobile fürchten kein Fahrverbot?

Welche Mobile fürchten kein Fahrverbot? Ratgeber: Schadstoffklassen bis Euro 6d-Temp

Die meisten Reisemobile fahren mit Diesel – und die sind in vielen Städten von Fahrverboten bedroht, abhängig von der Abgasnorm. promobil erklärt die Unterschiede zwischen den Normen, welche sauber und welche zukunftssicher sind.

  1. Was ist Euro 6d-Temp?
  2. Schadstoffklassen und Abgastechnik aller Marken
  3. Zulassungsfähigkeit
  4. Abgasnormen und Fahrverbote
  5. Fazit

Seit das Düsseldorfer Oberlandesgericht Fahrverbote von Kommunen oder Städten prinzipiell erlaubt hat, ist die Verunsicherung unter Dieselfahrern groß. Euro-5-Diesel, die teils noch 2018 neu zugelassen werden konnten, dürfen ab 2019 in zahlreiche deutsche Städte nicht mehr einfahren. Zwar gibt es Stand heute keine Fahrverbote für Modelle, die Euro 6 erfüllen. Aber Euro 6 ist nicht gleich Euro 6.

Die Abgasnorm Euro 6 schreibt bei den für Diesel kritischen Stickoxiden (NOx) einen Grenzwert von 80 mg/km vor – für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge der Gruppe I. Bei den leichten Nutzfahrzeugen gibt es drei Gewichtsklassen. Der Grenzwert liegt ebenso bei 80 mg/km für die leichtesten, für die anderen zwei Gruppen bei 105 bzw. 125 mg/km. Grundsätzlich gilt dieser Schadstoffgrenzwert für alle Euro-6-Normen (6a, b, c, d). Aber die Methoden zur Messung werden verschärft. Wie genau, das kennzeichnen die Buchstaben hinter der 6.

1. Euro 6d-Temp macht den Unterschied

Emissions-Test für Wohnmobile

Unabhängig vom exakten Grenzwert 80 mg/km kommt für Diesel die erste große Hürde mit Euro 6d-Temp. Denn für die Zertifizierung nach 6d-Temp müssen die Fahrzeuge die Abgas-Grenzwerte unter Realbedingungen auf der Straße (RDE, Real Driving Emissions) unterschreiten. Und via RDE ermittelte NOx-Emissionen liegen teils um 1000 Prozent über den früher im praxisfernen NEF-Zyklus gemessenen Werten. Damit überschreiten Fahrzeuge, die beispielsweise Euro 6c (eben auf dem Prüfstand) erfüllen, den nominell gleichen Grenzwert (aber auf der Straße gemessen) teils genauso deutlich.

Die bei Euro 6d-Temp vorgeschriebenen RDE-Messungen kommen daher einer extremen Verschärfung der Grenzwerte gleich. Darum tolerieren die Behörden für eine Übergangsfrist (daher der Zusatz „Temp“ zu Euro 6d) einen höheren Grenzwert: Bei RDE-Messungen dürfen Pkw 2,1 mal so viel NOx emittieren, also 168 statt 80 mg/km (siehe: Konformitätsfaktor). In der Praxis ist ein nach Euro 6d-Temp zertifiziertes Fahrzeug aber oft um den Faktor 3 bis 5 sauberer als ein Euro 6 Fahrzeug.

Konformitätsfaktor & SCR

Beim Schritt von 6d-Temp zu 6d wird der sogenannte Konformitätsfaktor verschärft. Dieser Faktor bestimmt, um wieviel höher die Emissionen im Straßentest (RDE) gegenüber dem Grenzwert sein dürfen. Für alle Euro-Norm-6-Varianten gilt für Diesel-Pkw und leichte Nutzfahrzeuge ein maximaler Ausstoß von 80 mg an Stickoxiden (NOx) pro Kilometer. Als Konformitätsfaktor für Neufahrzeuge gilt:

  • ab September 2019 der Wert 2,1 (Grenzwert für RDE: 168 mg/km)
  • ab Januar 2021 der Wert 1,5 (Grenzwert für RDE: 120 mg/km)

Bei den schweren Nutzfahrzeugen und Wohnmobilen liegen die Werte höher bzw. werden in den kommenden Monaten definiert.

Abzusehen ist, dass vor allem große und schwere Diesel-Fahrzeuge die niedrigen Werte nur erreichen, wenn sie SCR-Katalysatoren (Selective Catalytic Reduction) und Harnstoffeinspritzung ins Abgas haben, das heißt AdB