Herr Resch im Interview

Deutsche Umwelthilfe steht hinter Steuererhöhung

Unbegreiflich: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) steht hinter der geplanten Steuererhöhung. promobil wollte wissen warum.

promobil: Wieso befürworten Sie eine Steuererhöhung für Reisemobile um bis zu 500 Prozent ohne Übergangsfrist?

Resch: Erhöhungen dieses Ausmaßes ergeben sich höchstens für enorm schadstoffreiche Altfahrzeuge. Besitzer moderner, abgasarmer Fahrzeuge haben keine oder nur geringfügige Steigerungen zu erwarten.

In der Zeitung Die Welt sprechen Sie von „Steuergeschenken“ für Mobilisten, wenn die bereits seit Jahren geltende Besteuerung beibehalten würde.

Die Änderung wurde 2004 von Bundesrat und Regierung beschlossen. Seit dem 1. Mai gelten nun die hubraum- und abgasspezifischen Steuersätze. Die von Ihnen geforderte Rückkehr zum alten System würde dazu führen, dass es auch weiterhin keinen Anreiz für abgasarme Motoren gibt.

Sind Sie sich eigentlich dessen bewusst, dass es keinerlei Möglichkeit für Reisemobilbesitzer gibt, Rußpartikelfilter nachzurüsten, da diese von der Industrie bislang überhaupt nicht angeboten werden?

Auch für die meisten Diesel-Pkw gibt es keine Nachrüstlösungen. Diese werden aber in den kommenden Monaten von zahlreichen Herstellern angeboten werden. Zudem entsteht nur durch eine schadstoffabhängige Besteuerung eine Marktnachfrage.

Wieso stellen Sie in der Welt Mobile und schwere Geländewagen auf eine Stufe, wo doch die Pkw-Besteuerung von SUVs von allen Seiten befürwortet wurde?

Wir wehren uns lediglich gegen Subventionen für Pritschenwagen mit Doppelkabine, wie sie der Antrag NRWs vorsieht.

Stellt sich nicht vielmehr die Frage, wie sich das Umrüsten von SUVs zu „Pseudo-Reisemobilen“ verhindern ließe?

Gerne sind wir bereit, konstruktiv mitzuwirken, um den Missbrauch zu verhindern. Wir könnten uns sogar eine Steuerklasse nur für Wohnmobile vorstellen, sofern nach Schadstoffausstoß besteuert wird.

Was genau wird die DUH gegen den Gesetzesantrag aus NRW unternehmen?

Wir werden verstärkt darauf achten, dass die Bundesländer das seit 1. Mai geltende Steuerrecht auch korrekt umsetzen.

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