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Lkw-Überholverbot für Mobile über 3,5 Tonnen

Wie läuft die Lobbyarbeit des CIVD?

Caravan-Salon Foto: Bernd Thissen

promobil interviewt Hermann Pfaff, Präsident des Herstellerverbands CIVD, zum Thema Lobbyarbeit. Wieso wurde das Überholverbot nicht gekippt - und wie stehen die Chancen in der Zukunft?

Warum wurde das Lkw-Überholverbot für Mobile über 3,5 Tonnen nicht gekippt?

Dass ein Referentenentwurf nicht unterschrieben wird, ist extrem ungewöhnlich und uns so auch noch nicht passiert. Die technische Unbedenklichkeit und ebenso die exzellente Straßenverkehrssicherheit von Reisemobilen wurden klar bescheinigt. Aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar wird die Ablehnung damit begründet, dass Reisemobile neben der Personenbeförderung auch zum Wohnen ausgelegt seien und daher nicht wie Pkw oder Kraftomnibusse vom Lkw-Überholverbot ausgenommen werden könnten. Bundesverkehrsminister Dobrindt hat den Ball zurück zu den Ländern gespielt. Diese könnten – nach seiner Auffassung – Reisemobile über 3,5 Tonnen, für die das Lkw-Überholverbot bekanntlich gilt, durch die Zusatzbeschilderung wie z. B. "7,5t"ausnehmen.

Wie sehen Sie die Chancen, dass die Politik die Aufhebung des Verbots weiter verfolgt?

Wir bleiben am Ball. Ich habe mich nach der Absage aus Berlin an die Verkehrsminister der Länder gewandt und um weitere Zusatzbeschilderung auf Autobahnen geworben, die das Lkw-Überholverbot bis 7,5 t aufhebt. Die bisherige Resonanz ist zum Teil recht kons­truktiv. Nach dem Caravan-Salon werden die Reisemobilhersteller ihre zuständigen Landesministerien flankierend kontaktieren und für weitere Ausnahmen vom Lkw-Überholverbot werben.

Was sind aktuell die Hauptziele des CIVD in der Lobbyarbeit für Reisemobilbesitzer?

Der Führerschein für Reisemobile über 3,5 t. Wir sind uns bewusst, dass hier noch ein langer Weg vor uns liegt. Und wir wissen auch, dass wir diesen Weg nicht alleine gehen können. Zusammen mit unseren Partnern in der ECF haben wir uns auf eine gemeinsame Strategie verständigt, die übrigens durch den CIVD erarbeitet wurde. Wir sind sehr froh, dass auch die Verbraucherverbände unsere Position mittragen. Wir möchten für privat genutzte Reisemobile eine Erweiterung des B-Führerscheins in Analogie zu B96 bei den Kombinationen. Das heißt: B-Führerscheininhaber sollten nur eine Fahrschulung machen und dann auch Reisemobile von 3,5 t bis 4,25 t führen dürfen. 

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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