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Selbstausgebauter Peugeot-Boxer-Kastenwagen

Allergikerfreundlicher Bio-Bus

Lesermobil Foto: Volkmar Hintze 12 Bilder

Einen Peugeot-Boxer-Kastenwagen zum schadstoffarmen Reisemobil umbauen- Volkmar Hintze hat diese Aufgabe in eigene Hände genommen, weil seine Frau auf Kunststoffe allergisch reagiert.

Beim Bau eines Reisemobils werden oft Kunststoffe und Kleber eingesetzt, die Lösungsmittel und Weichmacher ausdünsten. Auch wenn diese Stoffe Zulassungen für Wohnräume haben, kommt nicht jeder gut damit zurecht. Darum fühlen sich Menschen mit Allergien und Unverträglichkeiten in Reisemobilen von der Stange oft unwohl.

Ein Reisemobil für Allergiker

Lesermobil Ausbaumaterialien Foto: Volkmar Hintze
Für den Bio-Bus verwendet Volkmar Hintze nur schadstoffarme Materialien.

Dieses Schicksal teilt auch die Ehefrau von Volkmar Hintze aus Niederbayern. Ihr machen insbesondere leichtflüchtige organische Verbindungen (VOC) zu schaffen. Darum fasste ihr Mann den Entschluss, ein Fahrzeug selbst auszubauen, um die Materialauswahl in fast jedem Detail wirklich selbst in der Hand zu haben.

Als Baubiologe bringt Hintze schon von Berufs wegen das nötige Wissen und die Erfahrung mit, um die verschiedenen Ausbaumaterialien mit ihrem Gefährdungspotenzial einschätzen zu können.

Materialien für den Bio-Campingbus

Als Ausbaubasis wählte das Ehepaar einen Peugeot-Boxer-Kastenwagen mit sechs Metern Länge und mittlerer Dachhöhe. Fenster und Dachluken ließ Hintze bei Reimo ins Fahrzeug einsetzen, woher er auch die Möbelbauplatten mit Cellulose-Beschichtung bezog. An verborgenen Stellen setzte er unbehandeltes Pappelsperrholz ein. Als Dämmmaterial kamen PE-Schaumstoffplatten zum Einsatz, die – komplett ohne Klebstoff – einfach hinter die Innenverkleidungspanele geklemmt wurden. Letztere bestehen aus dünnen, biegsamen Sperrholzplatten, die ebenfalls mit Cellulose beschichtet sind.

Lesermobil Heckstauraum Foto: Volkmar Hintze
Der Blick in den Bio-Bus: Unter dem Doppelbett findet sich ein Heckstauraum für Campingmöbel und Zubehör.

Der Fußboden wurde in gleicher Weise gedämmt und mit robusten Alu-Riffelblechplatten bedeckt. Darunter wurden die Wasser- und Stromleitungen verlegt, sämtliche 230-Volt-Leitungen und Steckdosen elektromagnetisch abgeschirmt, um Strahlungen zu vermeiden. Die Polster für die Sitz- und Schlafflächen entstanden aus gut verträglichem Kaltschaum, die Bezüge aus Baumwollstoff.

In der mit Banktoilette und Klappwaschbecken ausstaffierten Nasszelle vorn links lagert das Frischwasser in drei lebensmittelechten 15-Liter-Kanistern, die sich einfach mechanisch reinigen lassen. Um auf längeren Touren genügend verträgliche Lebensmittel mitführen zu können, baute sich Hintze auch noch einen Anhänger mit zwei Tiefkühlboxen und eigener Stromversorgung über Solarzellen.

Die restliche Ausstattung ist eher konventionell. Sie umfasst einen Zweiflammkocher, einen 60-Liter Kompressorkühlschrank und eine Spüle in der Küche. Die 11-Kilogramm-Gasflasche vorn rechts im Gaskasten versorgt die Truma-Combi-4-Heizung. Für längere Autarkie ist neben einer 120-Ah-Bordbatterie zudem ein 100-W-Solarmodul auf dem Dach installiert.

Selbstausbau für 30.000 Euro
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Umbau lohnt sich: Bio und günstig

Das Ergebnis gibt Volkmar Hintze recht: Nicht nur die eigenen Messungen bestätigten die Schadstoff- und Strahlungsarmut seines Ausbaus, auch das Wohlbefinden seiner Frau auf inzwischen mehr als 60.000 Kilometern mit dem Bio-Bus spricht für den Erfolg der Bemühungen. Und die Kosten von rund 29.000 Euro für den Peugeot und 18.000 Euro für den Ausbau zeigen: Bio muss nicht deutlich teurer sein.

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