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Leserfragen zum Thema Wasser im Wohnmobil

Leerer Wassertank und Wasservorrat

Der Poessl 2Win achtet auf sein Gewicht. Foto: promobil 1 Bilder

Bei vielen Wohnmobilen gibt es eine sogenannte Fahrstellung für den Frischwassertank. Die Hersteller können so weniger Wasservolumen und ein geringeres Fahrzeug-Leergewicht angeben. Experten beantworten die Leserfragen.

Mit Interesse habe ich den Supercheck Pössl 2Win gelesen. Sie schreiben zum Thema Aufbau und Bordtechnik sinngemäß: „Die Fahrstellung mit lediglich 20 Liter Tankinhalt ist wenig praxisgerecht.“ Das verstehe ich nicht. Könnten Sie mir dies bitte näher erklären?

fragt promobil Leser Peter Heuer

Seit einigen Jahren greift die Praxis um sich, den Frischwassertanks mit einer speziellen Ventilstellung zu versehen, bei der er nicht komplett leerläuft, sondern bis zu einer bestimmten Restlitermenge. Dies ist dann die sogenannte „Fahrstellung“, die vom Hersteller für die Fahrt vorgegeben ist. Dass heißt also, der Frischwassertank darf – zumindest bei Vollbesetzung des Fahrzeugs – eigentlich nur im Stand vollgefüllt sein. Dies ist ein Kniff, der bei manchen Modellen, die wenig Zuladung haben, nötig ist, um bei der Homologation nicht aus Gewichtsgründen zugelassene Sitzplätze gestrichen zu bekommen.

Die Frage ist allerdings, wie praxisgerecht ist es, mit einer Restmenge Wasser von lediglich 20 Litern unterwegs zu sein? Wenn der Tank dann ungeschickt geformt ist und das Fahrzeug noch etwas schräg steht, kann es sein, dass die Pumpe dann sogar nur Luft ansaugt.

Ein akzeptabler Kompromiss könnte aus unserer Sicht ein halbvoller Tank sein mit vielleicht 50–70 Liter, aber nicht 20 oder gar nur zehn Liter wie bei manchen Herstellern. Da wir diese Winkelzüge nicht mitmachen wollen, wiegen wir unsere Testwagen übrigens stets mit tatsächlich voll aufgefüllter Wasseranlage inklusive Boiler und Wasserleitungen und geben dann an, welche Zuladung tatsächlich noch übrig bleibt.

Gibt es einen technischen Grund, warum laut Bedienungsanleitung zu meinem Hymer Van 314 der Wasservorrat während der Fahrt auf 20 Liter begrenzt sein soll? Ich müsste auf einer Tour bei der abendlichen Ankunft den Vorrat auffüllen und vor der morgendlichen Abfahrt wieder entleeren. Das empfinde ich als sehr lästig, zeitraubend und nicht unbedingt ressourcenschonend.

fragt promobil Leser Peter Bauer

 Bei der sogenannten Fahrstellung mit reduzierter Wassermenge (in der Regel 20 Liter) bedienen sich die Hersteller eines Kniffs, um die genormte Masse in fahrbereitem Zustand möglichst niedrig zu halten. So kann bei der Typgenehmigung eines neuen Modells zum Beispiel ausreichend Zuladung für bis zu fünf Sitzplätze gewährleistet werden.

Den Frischwassertank für die Fahrt nur bis zur Fahrstellung zu befüllen, ist aber keine Vorschrift. Sie dürfen sich also auch mit vollem Wassertank auf die Reise machen. Dabei obliegt es aber natürlich Ihrer Verantwortung, dass die zulässigen Werte des Fahrzeugs für die Reifentragfähigkeit, die Achslasten und das Gesamt-gewicht eingehalten werden. Gerade beim kompakten Hymer Van 314, der sehr viel Zuladung bietet, sollte das aber kein Problem sein.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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