Konzernvergleich Hymer versus Trigano: Wer fährt an die Spitze?

Konzernvergleich Hymer versus Trigano Wer fährt an die Spitze?

Der europäische Wohnmobilbau ist von zwei Spitzengruppen angeführt: Trigano und Hymer. Hier alle Kennzahlen der Konzerne, ein Interview mit Trigano-Chef Francois Feulliet und weitere Wohnmobil-Gruppen im Überblick.

Die Hymer-Gruppe im Überblick

Wohnmobilmarken: Hymer AG: Bürstner, Carado, Hymer, Laika, Niesmann+Bischoff CMC Caravan GmbH & Co. Beteiligungs KG: Dethleffs, LMC, Sunlight, TEC (ab Modelljahr 2014 nur noch in Frankreich)

Reisemobilproduktion pro Jahr*: Hymer AG: 15567, Dethleffs/Sunlight: 8702, LMC/TEC: 1413

Umsatz*: Hymer AG: 859 Millionen Euro, Dethleffs/Sunlight: 350 Millionen Euro, LMC/TEC: 97 Millionen Euro (jeweils einschließlich Caravans sowie Zubehörsparte Movera in der Hymer AG)

*im Geschäftsjahr 2011/2012

Die Trigano-Gruppe im Überblick

Wohnmobilmarken auf dem deutschen Markt: Challenger, Chausson, Elnagh, Eura Mobil, Karmann Mobil, McLouis, Mobilvetta, Notin, Roller Team
Weitere Wohnmobilmarken: Arca, Autostar, Auto-Trail, Benimar, Ci, Font Vendôme

Wohnmobilproduktion pro Jahr*: ca. 16.000

Konzernumsatz*: ca. 850 Millionen Euro (einschließlich Caravans, Zubehör, Vermietung, Transportanhänger)

*im Geschäftsjahr 2011/2012 einschließlich neu erworbener Marken (SEA-Gruppe, Notin)


Nachgefragt beim Chef der Trigano-Gruppe

FRANCOIS FEUILLET, Mehrheitseigentümer der Trigano-Gruppe

Die Trigano-Gruppe ist mit dem Zukauf der italienischen SEA-Gruppe erneut gewachsen. Wie geht es weiter?

Feuillet: Unsere langfristige Strategie ist sehr klar. Trigano ist in allen europäischen Ländern präsent. Wir wollen in jedem Land die Nummer eins werden. Um erfolgreich zu sein, muss man in Frankreich französisch auftreten, in Italien italienisch und in Deutschland deutsch. Es ist aber nicht entscheidend, in welchem Land die Fahrzeuge gebaut werden. Heute ist Trigano Marktführer in Frankreich, Spanien, Italien, Belgien und  Großbritannien. Wir haben nur in einem wichtigen Markt ein Problem: in Deutschland. Dort sind wir noch nicht stark genug. Wir werden in Deutschland nicht als starke Gruppe wahrgenommen, weder von Händlern noch von Kunden.

Trigano verfügt in Italien bereits über Produktionsstandorte. Wozu braucht man dann noch die Marken der SEA-Gruppe?

Feuillet: Mir geht es beim Kauf eines Herstellers niemals um die Produktionskapazitäten, sondern um den Zukauf von Marktanteilen und Zuwächsen beim Händlernetz. Händler stehen normalerweise treu zu ihrer Marke. McLouis ist beispielsweise in Frankreich und Belgien eine starke Marke.

Wie stehen die SEA-Marken Ihrer Meinung nach in Deutschland da?

Feuillet: Es könnte kaum schlechter sein.

In der Trigano-Gruppe gibt es jetzt 15 Wohnmobilmarken. Sind das nicht zu viele?

Feuillet: Die Anzahl der Marken ist gerechtfertigt. Ein Wohnmobil ist ein Haus. Jeder hat seinen eigenen Geschmack und persönliche Vorlieben. Wir müssen in jedem Land andere Ansprüche erfüllen.

Worauf kommt es bei der Produktentwicklung an?

Feuillet: Wir müssen den Menschen gute Gründe geben, ein neues Reisemobil zu kaufen. Das können beispielsweise neue Grund-risse sein. Die Challenger- und Chausson-Modelle mit Kochinsel haben im Verkauf bereits einen Anteil von 15 Prozent. Es geht aber auch um neue Komponenten. Wir müssen mit den Zulieferern reden. Nehmen Sie beispielsweise die Fenster eines Reisemobils. Viele Fenstertypen haben sich seit 20 Jahren nicht verändert. Wenn wir Neufahrzeuge verkaufen, die nicht besser sind als Gebrauchte, gibt es keinen Grund für einen Neukauf.

Welche Marktsegmente versprechen aus Ihrer Sicht Wachstum?

Feuillet: Für Campingbusse sehe ich Potenzial. Es ist ein Produkt für junge Leute. Die Fahrzeuge müssen jedoch günstig sein und einen Pkw ersetzen können.

Fehlt im Programm der Trigano-Gruppe nicht ein kompakter VW-Ausbau?

Feuillet: Das Problem ist der Preis. Ein Campingbus für Einsteiger muss bezahlbar sein.

Wie sieht es mit Luxusmobilen in der Trigano-Gruppe aus?

Feuillet: Im Segment der Luxusmobile müssen wir noch lernen. Wir können zurzeit mit Einsteigermodellen mehr Geld verdienen, indem wir große Stückzahlen bauen.


Weitere Gruppen in der europäischen Wohnmobil-Branche

Die Spitzenplätze im europäischen Wohnmobilbau sind zurzeit in fester Hand. Doch mit etwas Abstand folgen weitere Herstellergruppen. Gut im Rennen liegt Knaus-Tabbert. Im Geschäftsjahr 2011/2012 erwirtschaftete die Gruppe einen Umsatz von gut 238 Millionen Euro. Neben Knaus, Weinsberg und Bavaria Camp gehören außerdem die Caravan-Marken Tabbert und Wilk dazu. Knaus-Tabbert gehört dem niederländischen Investor HTP, der außerdem die Mehrheit am Luxusmobilhersteller Morelo hält.

Mit einem Umsatz von 200 Millionen Euro gehört auch der Verbund von Hobby und Fendt zu den Großen der Freizeitfahrzeugbranche. Der Schwerpunkt liegt hier klar auf den Caravans.

Zwei reine Wohnmobilgruppen kommen aus Frankreich: Rapido mit den weiteren Marken Itineo, Florium, Campérêve und Westfalia sowie die Pilote-Gruppe. Hier sind Bavaria, Moovéo, Le Voyageur, Frankia und RMB mit dabei.

Obwohl mit nur zwei Marken im Angebot, gehört auch der slowenische Hersteller Adria samt Sun Living zu den großen Europäern. Stärkste Einzelmarke ist aktuell Carthago.

Übersicht: Wohnmobil-Konzerne Hymer und Trigano
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