Die Knaus Tabbert GmbH steigert im zweiten Jahr in Folge deutlich ihren Umsatz, um 32 Prozent auf 238,6 Millionen Euro. Knaus Tabbert

Reisemobil-Hersteller Knaus Tabbert plant Börsengang und neue Marke

Knaus Tabbert will an die Börse Börsengang und neue Marke geplant

Die Knaus Tabbert AG sucht noch mehr Aktionäre und will deshalb noch im September 2020 an die Frankfurter Börse zu gehen – 20 Millionen Euro soll das bringen. Diesen Gewinn will Knaus Tabbert in die Produktion investieren.

Wohnmobil- und Wohnwagen-Bauer Knaus Tabbert bestätigt die Gerüchte: Der Hersteller aus Niederbayern plant an die Börse zu gehen. Die aktuellen Aktionäre, die HTP Investments 1 BV, Catalina Capital Partners B.V. und Palatium mbH, wollen Aktien aus ihrem Bestand anbieten plus neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung.

Die beiden Hauptaktionäre, die niederländischen Unternehmer Wim de Pundert und Klaas Meertens, wollen weiterhin im Aufsichtsrat tätig sein. Das Unternehmen hofft auf einen Börsenwert von mehr als 800 Millionen Euro. Das endgültige Platzierungsvolumen steht allerdings noch nicht fest.

Produktion soll ausgebaut werden

Geplant ist der Börsengang in Frankfurt. Knaus Tabbert will direkt in den Prime Standard einsteigen, was den höchsten Transparenzwert erfordert und allgemein auf internationale Investoren ausgerichtet ist. Der Streubesitz soll bei etwa 50 Prozent liegen.

Ziel von Knaus Tabbert ist es mit dem Börsengang rund 20 Millionen Euro zu erwirtschaften. Das Geld soll in die Erweiterung der Produktionskapazitäten fließen. Unter anderem soll in Ungarn ab Herbst 2021 eine neue Kastenwagen-Produktionsstätte gebaut werden.

Neue Marke geplant

Besonders interessant: Knaus Tabbert kündigt an, dass möglicherweise eine weitere Marke gegründet wird – zusätzlich zu den bestehenden fünf Marken Knaus, Tabbert, Weinsberg, T@b und Morelo. Das Produktportfolio des Unternehmens reicht vom Luxusliner bis zum Mini-Caravan. Mit "Travel and Rent" wird zeitgleich der Vermietmarkt bedient. Weitere Details sind bisher nicht bekannt.

Knaus Tabbert hofft auf gute Gewinnaussichten

Der Knaus-Tabbert-Konzert hat nach eigenen Angaben 2019 einen Umsatz von 780,4 Millionen Euro und einen Ebitda-Gewinn (vor Zinsen, Steuern Abschreibungen) von 64 Millonen Euro. Zwei Drittel des Umsatz generierte Knaus Tabbert in Deutschland, dem größten Absatzmarkt in Europa.

"Knaus Tabbert ist ein agiler Marktführer in einem boomenden Umfeld", sagt Marc Hundsdorf, CFO von Knaus Tabbert. In den vergangenen Jahren sei der Konzern überdurchschnittlich stark gewachsen. Laut Deutschem Caravaning Industrie Verband (CIVD) ist der europäische Markt zwischen 2014 und 2019 jährlich um 8,4 Prozent gewachsen. Knaus Tabbert gibt sein Wachstum mit 23 Prozent bei den Neuzulassungen an. Für die kommenden fünf Jahre prognostiziert der CIVD eine Wachstumsrate (CAGR) von jährlich mehr als fünf Prozent in Europa.

Außerdem erlebt die gesamte Camping- und Caravaning-Branche in der diesjährigen Coronakrise besonders hohe Zuwächse, da viele Urlauber wegen der Infektionsgefahr die Übernachtung im eigenen Fahrzeug bevorzugen. Die Reiseform Caravaning gewinnt immer mehr Fans, die diese umweltfreundliche und individuelle Urlaubsform schätzen. "Gerade in der jüngeren Generation werden Aktivitäten und Urlaub im Wohnmobil immer populärer," so Wolfgang Speck Vorstandsvorsitzender der Knaus Tabbert AG. Man rechne im Konzern weiterhin mit hohem Wachstum.

Fazit

Caravaning boomt und die Unternehmer wittern Gewinn. Jetzt soll investiert und der Wachstum ausgebaut werden. Sich frisches Kapital mit einem Börsengang zu verschaffen, ist keine komplett neue Idee in der deutschen Wohnmobil-Branche.

Ein anderer großer Hersteller, Hymer, hatte es 1990 schon einmal mit dem Gang an die Börse versucht – 2011 stieg der Konzern wieder aus. Um danach an neues Kapital zu kommen, wurde die Erwin-Hymer-Group 2018 Teil des US-Unternehmens Thor Industries.

Ob es Knaus Tabbert anders verläuft, liegt im Geschick des Vorstands und des Aufsichtsrats. Das Handelsblatt berichtet, dass der Börsengang laut Insidern federführend von der New Yorker Investmentbank Jefferies begleitet werde.

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