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Campingbus Knaus Boxdrive (2018)

80.000-Euro-Campingbus auf VW Crafter

Knaus Box Drive (2018) Foto: Bernd Thissen 24 Bilder

Der Knaus Boxdrive war lange angekündigt, auf dem Caravan Salon 2017 enthüllt Knaus endlich den Campingbus-Ausbau auf VW Crafter. Für 79.990 Euro kann es der Camper locker mit einem TI aufnehmen – preislich wie ausstattungstechnisch.

11.10.2017 Sophia Pfisterer 4 Kommentare

Der Knaus Boxdrive ist ein großer Luxus-Kastenwagen, der es spielend leicht mit dem Komfort eines aufgebauten Wohnmobils aufnimmt – und darüber hinaus viele neue Ideen umsetzt. Einmalig ist das Längsbett, das mit verschiedenen Hochklappfunktionen in puncto Stauraum-Management neue Wege geht und ein stimmungsvolles Beleuchtungskonzept, das mit einer mehrfarbigen Ambientebeleuchtung in der Dusche glänzt.

promobil Quickcheck:

(+) Vorteile: Moderner und schicker Ausbau, gelungene Beleuchtungsanlage, variabel nutzbarer Heckstauraum, Bad mit Raumdusche und gut nutzbarem Waschbecken.
(-) Nachteile: Für einen Campingbus stattliche Fahrzeuglänge von 6,80 Metern, hoher Preis.

Knaus Boxdrive: Moderne Grautöne, schnörkelloser Look

Knaus Boxdrive First Edition (2018) Foto: Geiger
Das Doppelbett hat einen U-förmigen Ausschnitt in dem Mitte, und schafft so davor mehr Platz für Küche und Bad.

Von außen wirkt der Knaus Boxdrive zunächst wie ein normaler VW Crafter: Der Kastenwagen kommt grau und schnörkellos daher. Wäre da nicht das Dekor an den Seiten, könnte man den Campingbus von einem normalen Nutzfahrzeug kaum unterscheiden. Auffällig ist die Länge des Fahrzeugs: Mit seinen soltzen 6,80 Metern (und einem langen Radstand von 4,49 Metern) verrät der stattliche Campingbus, dass er im Inneren so einiges an Raum bieten kann.

Der Grundriss ist recht herkömmlich für einen Campingbus dieser Größe: Im Heck ein Längsbett, in der Mitte trifft ein abtrennbares Raumbad mit Schiebetüren auf eine Küche auf der Beifahrerseite und vorne befindet sich die Sitzgruppe. Es sind die vielen Details und kreativen Lösungen, die den wahren Campingkomfort und die Stärken des Crafter-Luxus-Ausbaus ausmachen – und der moderne, hippe Look.

Knaus Boxdrive First Edition (2018)
Crafter mit langem Radstand 1:32 Min.

Die Schiebetür öffnet sich und wie außen zeigt sich der der Knaus Boxdrive im Inneren erstmal nüchtern und schnörkellos. Anthrazitfarbene Polster und Oberflächen kontrastieren mit hellen Holztönen – für einen sleeken Look sorgen die Möbelklappen, die ohne Griffe auskommen. Keine Griffe? Fehlt das was? Ganz und gar nicht, Schubladen und Klappen haben alle eine „Push-to-open“-Funktion. Dass alle über eine Softclose-Funktion verfügen, versteht sich in der Preisklasse zwar fast von selbst, ist dennoch überraschend komfortabel für die Gattung ausgebauter Kastenwagen.

VW baut Crafter zum Camper ausVW California XXL (2018)

Was macht den VW-Crafter-Ausbau von Knaus zum Luxus-Bus?

Die Innenwände sind textilverkleidet mit einem ebenfalls anthrazitfarbenen, grob gewebtem, griffigem Stoff. Diese sogenannten Charmeuse-Verkleidung ist schaumhinterlegt und schafft nicht nur eine angenehmere Haptik als Kastenwagen-Aluminium oder Sandwichplatten-Wände, sondern sorgt auch für ein gutes Raumklima. Die stoffverkleideten Wände nehmen Luftfeuchtigkeit gut auf und geben sie auch wieder ab.

Knaus Boxdrive First Edition (2018) Foto: Geiger
Das Ambientelicht reicht so weit, dass auch der Kühlschrank in violettem Licht erstrahlt.

Dass Campingbusse Luxus beziehungsweise Glamping drauf haben – das beweist der Boxdrive mit weiteren praktischen Details wie dem raumhohen Kleiderschrank und dem ergonomisch eingebauten Kühlschrank in der Küche. Der Kompressorkühlschrank hält im Nachtmodus seine Insassen nicht mit lautem Brummen vom Schlafen ab, denn dank weniger Schaltzyklen arbeitet er weitaus weniger geräuschvoll und energiesparender als tagsüber, wenn er häufig geöffnet wird.

Außerdem ist der Kühlschrank elektrisch betrieben. Diesel-betrieben ist die Truma Combi 6D-Heizung. Anders als bei anderen Campingfahrzeugen befindet sich deshalb kein 11-Liter-Gasflschen-Halter im Knaus Boxlife. Der Campingbus kommt mit einer Gasflasche mit nur 3 Litern aus, denn Gas wird nur für den Zweiflamm-Kocher verwendet.

Ambientelicht in allen Farben des Regenbogens

Knaus Boxdrive First Edition (2018) Foto: Geiger
Die Beleuchtung versprüht ebenfalls edles Flair: indirekte Möbelbeleuchtung, Sockelbeleuchtung, Ambientelicht und Flächenlicht in Küche und an der Sitzgruppe unterstützen den zeitgemäßen Charakter.

Die Beleuchtung versprüht ebenfalls edles Flair: Indirekte Möbelbeleuchtung, Sockelbeleuchtung, Ambientelicht und Flächenlicht in Küche und an der Sitzgruppe unterstützen den zeitgemäßen Charakter. Darüber hinaus ist fast jedes Licht dimmbar – und die komplette Beleuchtung ist, sehr praktisch, vom Bett aus bedienbar.

Der Höhepunkt schlechthin beim Thema Licht ist aber ganz ohne Frage das Ambiente- bzw. wie wir es getauft haben „Disko-Licht“ in der Dusche. Über ein regenbogenfarbenes Touchpanel kann man der runden Duschkabine in der Fahrzeugmitte je nach Stimmung das passende Licht aus dem kompletten Farbspektrum wählen: Von Rot über Blau, Grün, Gelb bis Lila.

Klappbare Funktionen: Waschbecken und Heckbett

Eine weitere Überraschung wartet im Bad: Das Waschbecken wirkt zunächst recht klein und nur zum Händewaschen ausreichend. Mit zwei Handgriffen kann man das gesamte Becken aufklappen, herausziehen, umklappen und ein großes schräges Waschbecken entsteht. So kann man bequem auch das Gesicht waschen oder eine Katzenwäsche machen.

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Will man unterwegs jedoch tatsächlich die Katze waschen, den Hund, sonstige Haustiere oder sich selbst, kann man am Fahrzeugheck eine Duschbrause herausziehen und hinter dem Camper draußen duschen. Klar, dass Knaus auch hierfür wieder für die richtige Ambientebeleuchtung für den Tanz- bzw. Duschbereich hinter dem Fahrzeug gesorgt hat – mit zwei verschiedenen Beleuchtungsstufen.

Alle VW-Crafter-Assistenzsysteme serienmäßig an Bord

Knaus Boxdrive First Edition (2018) Foto: Geiger
Alle VW-Crafter-Fahrerassistenzsysteme sind serienmäßig im Knaus Boxdrive erhältlich.

Das komplette Fahrerassistenz-Paket, das im VW Crafter verbaut wird, gehört zur Serienausstattung des Knaus Boxdrive. Neben Seitenwind- und Berganfahr-Assitent heißt das: Rückfahrkamera, Front Assist mit City-Notbremsfunktion, Distanzregelung ACC, Anhänger-, Spurhalte- und Lichtassistent sorgen für Fahrsicherheit in dem Kastenwagen. Fernlicht und Tagfahrlicht werden automatisch eingeschaltet. Licht- und Regensensoren schalten den Scheibenwischer automatisch auf den richtigen Intervall. Eine Müdigkeits- und Verkehrszeichenerkennung sowie eine Geschwindigkeitsregelanlage bringen modernste Fahrzeugtechnik in diesen Campingbus. Die Sicherheitsfeatures und Fahreigenschaften des VW Crafter haben wir bereits auf einer Probefahrt getestet.

Der erste CUV – Caravaning Utility Vehicle

Laut Hersteller soll der Kastenwagen einzigartig werden und als erster Campingvan die neue Klasse der sogenannten CUV einläuten, der „Caravaning Utility Vehicle“. Dieser Titel ist offensichtlich an die beliebte Fahrzeugklasse SUV „Sports Utility Vehicle“ angelehnt. Anstelle von Sportgeräten soll der Boxdrive also Caravaning- und Camping-Gerätschaften transportieren, bespielsweise Fahrräder oder Campingmöbel.

Der Trick dafür ist so simpel wie genial: Die Heckbetten können von beiden Seiten hochgeklappt werden. Unabhängig voneinander erreicht man so von vorne/innen wie von hinten/draußen ohne Umstände alles, was unter dem Bett verstaut sein könnte, wie Campingstühle oder ein Tisch. Ist das Bett auf beiden Seiten hochgeklappt entsteht eine durchgehend hohe Staufläche unter dem Bett, sodass hier sogar zwei Fahrräder aufrecht stehend unterkommen.

Premiere von Schwabenmobil auf der CMT 2017Florida Multitalent auf dem VW Crafter

SUVs sind meist etwas geländegängig, viele von Ihnen haben sogar einen Allradantrieb. Der CUV von Knaus soll in späteren Versionen auch als Allrad-Camper gebaut werden. Die erste Generation des Boxdrive (First Edition) haben noch den herkömmlichen Antrieb mit 140 PS.

Knaus Boxdrive First Edition

Basisfahrzeug: VW Crafter
Motorisierung: Diesel 2,0-Liter-TDI EU 6, 103 kW
Länge/Breite/Höhe 6,84/2,04/2,68 Meter
zulässiges Gesamtgewicht: 3,5 Tonnen
Sitz/Schlafplätze: 4/3
Bettenmaße Heck: 197x95 / 212x83 cm
Bettenmaße Notbett: 160x60
Grundpreis: 79.990 Euro
Baureihe
: Der Box-Drive ist zunächst nur auf dem VW Crafter mit langem Radstand (4,49 Meter) und als Längsbetten-Modell verfügbar. Die First Edition ist umfangreich ausgestattet.

Neuester Kommentar

Denkwürdiger Nachtrag zum BoxDrive und zu Knaus im Winter nach dem CSD 2017:

Anlass ist die aktuelle und verspätete Meldung / Vorstellung des Crafter aus dem Hause Reisemobilmanufaktur Schirner. Diese kann im Zusammenhang mit den Crafter Vorstellungen der Wettbewerber gesehen werden - alle waren auf dem CSD 2017.

Knaus hat den BoxDrive mit Pausbacken und Querbett auf 5,99m nun also aus technischen Kriterien nicht rechtzeitig fertig bekommen und aus der Not eine angebliche First Edition in sehr langer Ausführung (den merkwürdigen Abstufungen seitens VW sei Dank) präsentiert - es ist aber zuvor deutlich aufgefallen, dass in den medienwirksam platzierten Teasern der Presse immer erste Shots der 5,99m Version des BoxDrive mit Pausbacken gezeigt und beworben wurden.

Auf diese Weise ist es auch nicht gelungen, den zuvor als kompakten Camping Utility Vehicle CUV angekündigten Crafter / Box D R I V E mittels langer First Edition glaubwürdig darzustellen.

Es gehört eh schon was dazu, monatelang extrem verteilt und intensiv zu teasern und als Einziger auf dem CSD Fachbesuchertag immer noch kein enthülltes Fahrzeug zu zeigen.

Man musste bis 15Uhr warten!

Haben die eigentlich keine Ahnung, wie voll es dann wird, wenn kurz vor Ende dann das Fahrzeug erst enthüllt wird - nur um wirklich alles an Medienwirksamkeit auszusaugen?!
Es sind nicht gerade wenige gewesen, die super sauer morgens da standen und extra wegen des Knaus BoxDrive durch ganz Deutschland angereist waren.

Ab 15Uhr wollen dann in der verbleibenden Zeit des Tages gefühlt eine Million Leute in das Fahrzeug - mit dem Ergebnis, dass man zu wenig von dem Konzept erfährt.

Zusammen mit dem fehlenden ECHTEN BoxDrive Konzept samt langer Formteile und Querbett eine glatte 6.


Ich vermute, dass Knaus es nicht schaffen wird, den Begriff CUV zu etablieren. Zu halbherzig und zu oft wechselt der Hersteller immer wieder einen gerade erst eingeschlagenen Weg, der wirklich bahnbrechend war!

Denken wir nur an den großartig mutigen Entwurf des Knaus C Liner aus der Zeit um 2005, der - ähnlich dem Dethleffs Evan - eine an Kastenwagen angelehnte Raumaufteilung auf verbesserten Platzverhältnissen eines integrierten Aufbaus realisieren konnte.

Denken wir nur an das noch gerade erst jung vorgestellte Wohnwagenkonzept Lifestyle, das in seinem Raumgefühl der verwendeten Möbelarchitektur / Raumaufteilung absolut einzigartig war! Eigentlich war die Vermutung nahe, dass es ev. auch ein Reisemobil mit einer DERARTIGEN Raumaufteilung geben würde. 2017: der Lifestyle ist gleich wieder tot.
Er kehrt zurück, wird dann aber stark entschärft als Massenlayout die Seelen eher weniger beflügeln.

Es mag ja sein, dass das Totschlagargument 'Hat sich nicht verkauft' erneut gezogen wird.
Aber wer bitteschön vergeigt im Konzern mit einer derartigen Regelmäßigkeit solche Konzepte?!

Wenn sich das am Ende immer sogleich nicht verkaufen lässt, dann kann man doch die Marktmacht als Konzern mal anders nutzen, dies eben im Detail VOR der Entwicklung und Einführung eines Konzeptes genauer in Erfahrung zu bringen.
Kunden werden jedes mal marketingtechnisch extrem aufwendig angetriggert, sparen drauf, und: wenn das Geld / die Finanzen endlich einsatzbereit vorhanden sind, gibt es den Kram wieder nicht mehr zu kaufen.

Das ist das, wofür Knaus unter anderem auch steht!

Auch hier: ich sage nur – KNAUS Eurostar.

Jedes Mal die Weltrevolution ankündigen. Viel Geld investieren, halbherzig abliefern. Nach eine / zwei Saisons vom Konzept verabschieden.

Diana van Heide 11. Dezember 2017, 12:25 Uhr
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