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Vor- und Nachteile der Wohnmobil-Aufbauarten

Welches Mobil passt zu wem?

Aufbauarten Wohnmobil Foto: promobil Archiv 32 Bilder

Gerade für Einsteiger ist die große Bandbreite an Modellen verwirrend – dabei ist die Orientierung im Fahrzeugdschungel kein Hexenwerk. promobil erklärt die Unterschiede der Wohnmobil-Aufbauformen und ihre Vor- und Nachteile.

23.10.2017 Anne Mandel, Martin Ehrenfeuchter

Ein Wohnmobil soll es sein – doch welches? Unterschieden wird zwischen Alkoven, Teilintegrierten, Integrierten und Campingbussen. Doch welches der Fahrzeuge erfüllt welche Erwartungen?

Anders als bei boomenden Kennenlernportalen im Internet ist die Auswahl an Typen im Reisemobilbereich überschaubar geblieben. Um Missverständnisse gleich auszuräumen: Gemeint sind natürlich nicht Singles auf Partnersuche, sondern Aufbautypen von Reisemobilen. Wer einmal damit in den Urlaub gefahren ist, der gibt den oftmals gemieteten Hausersatz nur ungern wieder her – und träumt von einem eigenen Heim auf vier oder sogar sechs Rädern. Ein Punkt, der bei der Anschaffung genau durchdacht werden sollte, ist die Aufbaugattung: Egal ob kompakter Campingbus oder Liner, jeder Aufbautyp hat seine Stärken – aber auch gewisse Schwächen, die man als Käufer kennen sollte

Ein paar grundlegende Fragen sollte man sich schon im Vorfeld stellen: Wie viel Geld möchte ich ausgeben? Wohin sollen mich meine Wohnmobil Touren vorwiegend führen – stehen zum Beispiel Städtetrips, Fernreisen oder Wintercamping auf dem Plan? Je genauer man sich im Voraus überlegt, welche Anforderungen das Wohnmobil erfüllen muss, desto leichter fällt hinterher die richtige Wahl.

Die Flexiblen: Campingbusse

Campingbusse sind die wendigsten Wohnmobile, sie basieren auf der Original-Karosserie eines Transporters mit Schiebetür. Durch ihre geringeren Abmessungen sind sie alltagstauglicher als Reisemobile anderer Gatttungen. Hecktüren erlauben die Mitnahme auch von sperrigem Gepäck. Für zwei Personen reicht der Platz aus, bei mehreren wirds eng.

Aufbauarten Wohnmobil Foto: promobil Archiv
Dachbetten sind in Kompakt-Campingbussen die Regel.

Kompakte Campingbusse, oft mit einem VW T6 oder einer Mercedes V-Klasse als Basisfahrzeug, gehören zu den wendigsten Reisemobilen. Wer Alltags- und Freizeitbeschäftigungen mit nur einem Fahrzeug erledigen möchte, der ist mit einem ausgebauten Transporter dieser Größe am besten bedient. Mit den handlichen Allroundern sind Städtetrips dank schlanker Linie und Parkhaustauglichkeit genauso möglich wie ein Wochenende auf dem Campingplatz. Doch die Kompaktheit steckt auch ihre Grenzen: Das Raumangebot fällt eher bescheiden aus, so sucht man ein richtiges Bad oftmals vergebens. Auch die Staumöglichkeiten sind begrenzt, weshalb der Kompakt-Campingbus zwar ideal für reisende Paare, aberweniger gut für Familien geeignet ist.

Vor und Nachteile von Kompaktcampern:

  • Kompakt und wendig.
  • Urlaubs- und alltagstauglich.
  • Geeignet für reisende Paare.
  • Eingeschränkte Stehhöhe.
  • Eingeschränkter (Stau-)Raum.
  • Eher für den Sommerbetrieb.
Aufbauarten Wohnmobil Foto: promobil Archiv
Das Bett in ausgebauten Kastenwagen befndet sich meist im Heck, darunter gibt es viel Stauraum.

Ein ausgebauter großer Kastenwagen bietet in puncto Wohnraum da schon etwas mehr Komfort: Eine durchgehende Stehhöhe und eine abschließbare Nasszelle sind Standard. Das macht ihn aber auch gleich etwas länger als einen Kompakten, denn ausgebaute Kastenwagen, sehr häufig auf einem Fiat Ducato basierend, starten ab 5,40 Metern Länge. Großartigen Komfort darf man deshalb aber nicht erwarten, doch der hängt auch von der Anzahl der Besatzungsmitglieder ab. Zwei sind es üblicherweise bei großen Campingbussen, doch es gibt auch Modelle mit vier und mehr Schlafplätzen.

Vor- und Nachteile von ausgebauten Campingbussen:

  • Mehr Stauraum als in einem Kompakt-Campingbus.
  • Sanitärraum vorhanden.
  • Durchgehende Stehhöhe.
  • Eingeschränktes Wintercampen.
  • Für Familien eher zu klein.

Der Klassiker: Das Wohnmobil mit Alkoven

Das Alkovenmobil ist leicht an der weit vorgewölbten Nase über dem Fahrerhaus zu erkennen. In dieser Nische, dem sogenannten Alkoven, verbirgt sich ein festes Bett. Fest bedeutet bei einem Wohnmobilbett, dass es nicht aus einer Sitzgruppe umgebaut werden muss. Man kann es also immer nutzen, außer während der Fahrt.

Aufbauarten Wohnmobil Foto: promobil Archiv
Leicht zu unterschätzen im Alkoven: Die Höhe!

Das Alkovenmobil ist das typische Familienmodell, die Größe der Familie spielt beim Alkovenmobil weniger eine Rolle. Neben dem Bett im Dachgeschoss oft noch weitere feste Betten hat. Manche bieten sogar bis zu sieben Personen einen Schlafplatz. Dazu kommen ein besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und der luftige Raumeindruck, der durch die enorme Innenhöhe entsteht.

Mehr Reisende bedeutet aber auch mehr Gepäck an Bord. Für den Alkoven ist das Thema Stauraum aber meist kein Problem: Neben Kleider- und Hängeschränken hilft eine Heckgarage, gelegentlich sogar ein Doppelboden. Doch wer A sagt, muss auch B sagen können. Die spezielle Bauweise fordert ihren Preis – und zwar an der Zapfsäule.

Alkovenmobile haben eine wuchtige Erscheinung und sind nicht gerade windschnittig. Die markante Form führt während der Fahrt zu mehr Luftwiderstand und somit zu einem erhöhten Kraftstoffverbrauch. Ungeübte Fahrer vergessen leicht den Aufbau, Vorsicht bei Schildern und Ästen. Achtung: Wegen des hohen Schwerpunkts neigt sich ein Alkovenmobil in Kurven deutlich zur Seite. Wen das und das abendliche Klettern in den Alkoven nicht abschreckt, liegt mit diesem Aufbautyp nicht nur bequem, sondern auch in puncto Anschaffung richtig.

Familienfreundliche KlassikerAlkoven für unter 55.000 Euro

Vor- und Nachteile von Alkoven:

  • Ideal für Familien.
  • Abschottbares Fahrerhaus.
  • Genug Platz für Küche und Bad.
  • Erschwerter Alkoven-Einstieg.
  • Erhöhter Kraftstoffverbrauch.
  • Ungewohnte Gesamthöhe.

Die Windschnittigen: Teilintegrierte Wohnmobile

Eine Alternative zum Alkovenmobil bietet der Teilintegrierte. Ihren Namen hat diese Mobilgattung von der Bauweise, bei der das Original-Fahrerhaus teilweise in den Wohnbereich eingebundenist. So sind die Fahrersitze – wie bei Campingbussen – meistens drehbar und gehörenebenfalls zur Sitzgruppe. Vier Personen haben bequem am Esstisch Platz.

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Die flache Konstruktion der TIs ermöglicht einen geringeren Luftwiderstand.

Die Schlafmöglichkeiten sind im Vergleich zum Alkovenmobil jedoch begrenzt – Liegeflächen befinden sich in der Regel im Heck oder als Hubbett über dem Wohnbereich. Auch eine Sitzgruppe kann gelegentlich noch zum Schlafplatz umgebaut werden. Somit ist Platz für Paare oder kleinere Familien vorhanden.

Teilintegrierte (TI) gibt es in zwei Ausführungen: mit und ohne Hubbett. Dieses Bett hängt tagsüber an der Decke und kann zum Schlafen abgesenkt werden – dann ist die Sitzgruppe darunter allerdings meist blockiert. Ein Hubbett-TI hat oft ein aufgewölbtes Dach, um das Zusatzbett unterzubringen. Teilintegrierte ohne Hubbett sind aerodynamisch günstig, damit spritsparend und im Preis ähnlich wie Alkovenmobile angesiedelt. Sie eignen sich vor allem für Paare, die nur ab und zu weitere Reisende mitnehmen.

Alle Teilintegrierten für 20187 Neuheiten im Check

Im Gegensatz zum Alkovenmobil ist der Teilintegrierte flach und niedrig. Dies führt zu einem tieferen Schwerpunkt, so dass sich das Fahrgefühl weniger von dem eines Pkws unterscheidet – und Sprit spart man auch.

Vor- und Nachteile von Teilintegrierten:

  • Ideal für Paare und Kleinfamilien.
  • Angenehmes Fahrgefühl.
  • Niedrigerer Kraftstoffverbrauch.
  • Schlecht isoliertes Fahrerhaus.
  • Teils nur ein richtiges Bett, wahlweise mit Hubbett.

Die Komfortablen: Integrierte

Ratgeber: Schritt für Schritt zum Profi-Camper Foto: Ingolf Pompe, Archiv
Die komplett eigene Front mit großer Scheibe kennzeichnet integrierte Wohnmobile.

Der große Bruder des Teilintegrierten ist der Integrierte. Sie sind die extravagantesten Wohnmobile. Er besticht durch eine eigenständige Bugmaske anstelle des Original-Fahrerhauses und eine riesige Frontscheibe, die auch im Inneren für Luftigkeit sorgt. Integrierte sind zwar nicht unbedingt länger als Teilintegrierte, stehen jedoch für mehr Wohnkomfort. Das eigenständig gestaltete Fahrerhaus geht nahtlos in den Wohnbereich über, der deshalb besonders geräumig wirkt.

Integrierte verfügen über den Vordersitzen häufig über ein Hubbett im Bug und damit in der Regel bereits serienmäßig vier Schlafplätze. Doch das alles kostet Gewicht: Integrierte sind häufig schwerer als 3,5 Tonnen. Alle, die nach 1999 den Führerschein erworben haben, brauchen dafür eine zusätzliche Fahrerlaubnis. Eine Fahrertür gibt es manchmal nur gegen Aufpreis, eine Beifahrertür nur sehr selten. Außerdem sind durch die spezielle Frontbauweise Service- und Wartungsarbeiten am Motor zeitintensiv. Nachteile: Ein unübersichtlicher Bug mit teils schlechtem Motorzugang und ein relativ hoher Preis.

Vor und Nachteile von Integrierten:

  • Tolles Raumgefühl.
  • Gefälliger Aufbautyp.
  • Gute Isolierung.
  • Erschwerte Wartungsarbeiten.
  • Eingeschränkte Übersichtlichkeit.
  • Teurer als Teilintegrierte.

Die Luxuriösen: Liner

Aufbauarten Wohnmobil Foto: promobil Archiv
High-End-Wohnmobile auf Lkw-Basis: Liner bieten viel Platz.

Geld darf beim nächsten und letzten Aufbautyp nicht die Hauptrolle spielen: Der Liner dominiert die Oberklasse. Bei Startpreisen von 120.000 Euro ist diese Einordnung aber auch angemessen. Den Ausstattungsmöglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt, so ist selbst eine Garage für einen kleinen Zweitwagen möglich. Doch auch Liner haben Schwächen: Die Abmessungen erfordern nicht nur die Umsicht des Fahrers, sondern auch eine angepasste Urlaubsplanung.

Vor- und Nachteile von Linern:

  • An Komfort kaum zu überbieten.
  • Platz für mehrere Personen.
  • Viel Stauraum.
  • Hoher Kraftstoffverbrauch.
  • Unhandliche Abmessungen.
  • Sehr teuer.

Wohnmobil-Know-how: Der Grundriss

Als Grundriss wird im Reisemobil die Anordnung und Aufteilung der Wohnraumkomponenten bezeichnet, also zum Beispiel Betten, Bad und Küche. Eines vorweg: Grundrisse gibt es in vielen Variationen, allerdings unterscheidet man eine Handvoll Grundtypen, die die Orientierung enorm erleichtern.

Ratgeber Wohnmobil-GrundrisseWohnmobile nach Maß

Wichtig sind Vorüberlegungen: Wie viele Urlauber benutzen das Wohnmobil im Höchstfall gleichzeitig? Die Anzahl der Betten muss danach ausgerichtet werden. In vielen Reisemobilen finden sich neben Alkoven- oder Hubbett weitere Betten im Heck. Hier gibt es entweder Doppel- oder Etagenbetten für Familien. Steht das Doppelbett mittig im Heck und ist wie zu Hause bequem von drei Seiten zugänglich, nennt man es Queensbett. Ist es seitlich angeordnet, heißt es auch französisches Bett. Alternative dazu ist ein quer angeordnetes Bett.

Die Größe der Sitzgruppe und somit auch die Anzahl der Ess- und besonders der Gurtplätze muss man ebenfalls nach der Zahl der Mitreisenden auswählen. Viele Sitzgruppen lassen sich ebenfalls zu einem Bett umbauen, doch das ist oft nicht mehr als ein Notbehelf für Besuch.

Wie viel Gepäck wollen Sie mitnehmen? Sperriges Sportgerät wie Fahrräder oder Surfbretter brauchen entsprechend Platz. Will man sie nicht auf Trägern außen transportieren ist ein Wohnmobil mit Heckstauraum die beste Wahl. Passen Zweiräder hinein, nennt man ihn Garage.

Von großer Bedeutung sind auch die sanitären Einrichtungen. Die Spanne reicht von der einfachen Nasszelle bis hin zu Bädern, die ihren Namen auch verdienen. Ähnlich üppig ist die Auswahl an Küchen in Größe und Ausstattung.

Sowohl bei der Aufbauform wie auch beim Grundriss gilt: Die eigenen Bedürfnisse und Ansprüche sind der Wegweiser. Wer sich gut überlegt, wie er sein Mobil nutzen möchte, hält die Antwort auf die Frage „Welches Mobil passt zu mir?“ eigentlich schon in Händen.

Kleine Basisfahrzeug-Kunde

Was steckt unter dem Aufbau eines Wohnmobils?

Basisfahrzeuge von gebrauchten Wohnmobilen Worauf Sie bei Motor und Getriebe achten müssen

Oft hört oder liest man Sätze wie „ein Hymer auf Fiat Ducato“ – diese etwas kryptische Formulierung bedeutet nichts anderes, als dass es sich um ein Wohnmobil der Marke Hymer handelt, das auf dem Basisfahrzeug Fiat Ducato aufgebaut ist. Das Basisfahrzeug von Alkoven und Teilintegrierten ist ein Fahrgestell mit Original-Fahrerhaus, bei Integrierten hingegen ist es ein Fahrgestell ohne blechernes Fahrerhaus, nur mit Sitzen und Armaturenbrett. Beim Campingbus dient dagegen ein leerer Kastenwagen als Basis.

Am weitesten verbreitet als Basisfahrzeug ist der Ducato von Fiat, der Marktanteil liegt bei über 60 Prozent. Sein Frontantrieb gibt den Reisemobilherstellern mehr Freiheit, verschiedene Aufbauten auf diesem Fahrgestell aufzubauen. Der Rahmen, also der Teil hinter dem Fahrerhaus, kann zudem variieren.

Der 115-PS-Basisdiesel ist fortan nur noch für Kastenwagen verfügbar. Wohnmobil-Basisfahrzeuge 5 Gründe für den Fiat Ducato als Basis

Je nach Modell kann ein Leiter-, Flach- oder Tiefrahmen verwendet werden. Der Vorteil des Flach- und noch mehr des Tiefrahmens liegt in seiner geringen Höhe. Ergebnis sind flachere Aufbauten. Oder der zusätzliche Raum wird zum Aufbau eines Doppelbodens genutzt, das bedeutet zusätzlichen Stauraum und eine bessere Isolierung. Das Basisfahrzeug gibt die Motorisierung vor. Sie beginnt beim Ducato mit 115 PS. Wer mehr Leistung möchte, kann sich bis zu 177 Pferdestärken gönnen.

Hinter dem Ducato ist der Ford Transit die Nummer zwei bei den Zulassungen, auch den Mercedes Sprinter trifft man häufig an. Er setzt in der Oberklasse des Campingbus-Segments Zeichen: Sein geräumiges Fahrerhaus und das komfortable Fahrverhalten zeichnen ihn aus. Der VW Transporter T5 mischt bei den kompakten Campingbussen kräftig mit: Eine Vielzahl an Ausführungen, gute Verarbeitung und hervorragende Fahreigenschaften machen ihn in dieser Klasse zum Maßstab. Bei großen Integrierten spielt der Iveco Daily eine wichtige Rolle mit bis zu 205 PS und Heckantrieb.

Fazit

Mit den Aufbautypen verhält es sich also wie in einer funktionierenden Beziehung: Ohne gewisse Kompromisse geht es nicht – mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass nicht einer der Partner, sondern der Geldbeutel das letzte Wort haben wird.

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