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Iridium - Erstes Elektro-Wohnmobil in Serie

E-Teilintegrierter jetzt mit 400 km Reichweite

WOF Iridium 2. Generation (2020) Foto: WOF 19 Bilder
Caravan Salon 2019

WOF präsentierte Januar diesen Jahres das erste vollelektrische Wohnmobil namens Iridium. Auf dem Caravan Salon 2019 wird bereits die zweite Generation des Teilintegrierten gezeigt – mit 400 Kilometern Reichweite.

Bei den Reisemobilen mit Wohnaufbau wird die Elektromobilität Wirklichkeit: Anfang 2019 feierte das erste Wohnmobil mit reinem Elektroantrieb Premiere auf der Messe CMT. Unter dem Namen Iridium präsentiert der Anbieter WOF das erste, rein elektrisch angetriebene Reisemobil. Die Marke Iridium ist für die Veredelung von Reisemobilen bekannt.

Auf dem Caravan Salon 2019 wird die zweite Generation der Öffentlichkeit vorgestellt – mit großer Verbesserung in puncto Technik. Die neue Li-Fe-Batterietechnik mit keramischen Separatoren sorgt für 30 Prozent mehr Reichweite. 400 Kilometer beträgt das Maximum, das das Elektro-Wohnmobil nun zurücklegen kann ohne nachladen zu müssen. Das Laden selbst gelingt in der zweiten Iridium-Generation via CCS-Standard, einer Schnelllade-Technik mit bis zu 100 kW Leistung.

Vom neuen Iridium E-Reisemobil wird eine limitierte Serie von 30 Fahrzeuge gebaut. Auf dem Caravan Salon kann man sich das Fahrzeug nicht nur anschauen, sondern direkt bestellen. Der Liefertermin für die zweite Generation Anfag 2020, liegt so, dass man pünktlich zur nächsten Saison elektrisch verreisen kann.

Ist der Iridium wirklich der erste E-Camper?

Beim Iridium handelt sich erstmals um ein bestellfertiges aufgebautes Reisemobil. Zwar gab es schon immer wieder Ansätze für Elektro-Wohnmobile wie die Dethleffs-Studie E-Home oder Concept Marco Polo von Mercedes, doch auch frei verkäufliche Campingbusse wie der Zooom Stadtindianer oder der in Spanien vorgestellte Nissan eNV200-Camper konnten sich bislang nicht richtig durchsetzen.

Erstes Elektro-Wohnmobil kommt
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Der Iridium ist ein Teilintegrierten auf Basis eines Fahrgestells aus dem Werk SEVEL, wo Fiat, Citroën und Peugeot ihre Transporter Ducato, Jumper und Boxer bauen. Mit konventionellem Diesel-Antrieb wird der Teilintegrierte mit Einzelbettengrundriss bereits als Bela P 69 (ab ca. 44.000 Euro) erfolgreich verkauft.

Woher stammt der E-Antrieb?

Für die neue Elektrovariante kooperiert WOF mit EFA-S, einem Spezialisten mit über zehnjähriger Erfahrung in der Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen. Das von E-Fahrzeugpionier Reinhardt Ritter gegründete Unternehmen rüstete für den Paketdienst UPS bereits über 200 Transporter der 3,5- bis 7,5-Tonnen-Klasse auf Elektroantrieb um.

Iridium Elektro-Wohnmobil (2019) Foto: Ingolf Pompe
Erster Blick unter die Motorhaube.

Für das neue Iridium Wohnmobil baut EFA-S in das Chassis einen hocheffizienten Synchronmotor mit 140 kW Spitzen- und 90 kW Dauerleistung ein. Noch eindrucksvolle ist das Drehmoment, das maximal 720 Nm erreicht und den Viertonner mühelos in Bewegung setzen sollte. Bereits bei Drehzahl Null entwickelt das Fahrzeug sein volles Drehmoment. Der Motor überträgt seine Leistung über das Originalgetriebe und die Antriebswellen auf die Vorderräder. Schalten kann – und muss – man jedoch nicht, denn der E-Motor deckt den kompletten Drehzahlbereich bis zum Maximaltempo ab.

Ladung, Rekuperation, Reichweite

Versorgt wird der E-Motor von einer Lithium-Eisen-Phosphat-Batterie mit 106 kWh Kapazität. Seine maximale Reichweite erreicht das Fahrzeug durch ein selbst entwickeltes Batteriemanagement-System. Diese beträgt die unter Idealbedingungen eine Reichweite von 300 km verspricht.

Iridium Elektro-Wohnmobil (2019) Foto: Ingolf Pompe
Erste Sitzprobe im Cockpit des Iridim.

Die tatsächliche Reichweite hängt natürlich stark von der Reisegeschwindigkeit und der Topografie der Strecke ab. Bergauf muss mehr Energie eingesetzt werden, andererseits wird bergab beim Bremsen Energie erzeugt und wieder in die Batterie eingespeist. Wie bei Formel-1-Fahrzeugen kommt hier die sogenannte KERS-Technologie (Kinetic Energy Recovers System) zum Einsatz. So soll das erste Elektro-Mobil dank Rekuperation äußerst energieeffizent fahren.

Das Display des Iridium.

Zum Aufladen der einzeln überwachten Akkupakete können verschiedene Ladeinfrastrukturen genutzt werden – von der Haushaltssteckdose bis zur 100 kW-Schnellladestation. Beide gängigen Steckanschlüsse – für Normal- und Schnellladen – sind verwendbar. Entsprechend der nutzbaren Ladeleistung fällt die Ladedauer entsprechend länger oder kürzer aus.

An den üblichen Schnellladepunkten (50 kW) braucht eine Vollladung zwei bis zweieinhalb Stunden (bei 100 kW: 1-1,5 h), an der Haushaltsteckdose dauert es natürlich deutlich länger: bis zu 30 Stunden. Die unterflur am Chassis angebauten Akkupakete versprechen eine Lebensdauer von 3000 Lade-Entlade-Zyklen, was bei typischem Reiseeinsatz einer Nutzungsdauer von mehr als zehn Jahren entspricht.

Wie wohnt es sich im E-Wohnmobil?

Erster Blick aufs E-Mobil 24 Sek.

Der Wohnaufbau des bestellfertigen Iridiums, der auf der CMT ausgestellt ist, besteht aus der klassischen Sandwichbauweise. Mit dem Aufbau in herkömmlicher GfK-Sandwichtechnik erreicht das Fahrzeug eine Länge von 6,95 Meter, eine Breite von 2,32 Meter und eine Höhe von 2,95 Meter. Die Wohnkabine ist mit branchenüblichen Komponenten bestückt. Dazu zählen etwa eine Truma-Combi-Gasheizung, ein 150-Liter-Kühlschrank, ein Bad mit Dusche und zwei Einzelbetten im Heck mit Fahrradgarage darunter.

Wer zu den E-Mobilitätsvorreitern bei den Reisemobilen gehören möchte, muss für das Iridium E-Mobil auf Basis des Bela P 69 allerdings einen stattlichen Preis bezahlen. 169.000 Euro sind dafür aufgerufen. Noch in diesem Sommer sollen die ersten Exemplare ausgeliefert werden. Bis zu 30 Stück können laut Hersteller pro Jahr produziert werden. Wie viele E-Mobile sich tasächlich verkaufen und wie sich dieses erste aufgebaute Elektromobil am Markt behauptet, wird sich sicherlich noch während der Messe zeigen, da hier häufig viele Kunden bestellen.

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Alternative Antriebe und Nachrüstungen

Edel-Version vom Individual-Ausbauer Mauerer

Für den, der das Ganze noch etwas exklusiver möchte, ist zudem eine zweite Baureihe geplant, die mit dem Partner Maurer Fahrzeugbau realisiert werden soll. Der Schweizer Spezialist für individuelle Luxus-Reisemobile setzt dabei eine Wohnkabine in aufwendiger GfK-Monocoque-Technik auf das Chassis und richtet den Innenraum ganz nach Kundenwunsch ein. Der Preis erhöht sich dann entsprechend des Aufwands. Diese Variante des Iridium E-Mobils soll ab Frühjahr 2020 verfügbar sein.

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