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Interview: Bürstner-Chef Bolz zum Projekt „Expocamp“ in Wertheim.

promobil: Über das „Expocamp" des Hymer-Konzerns in Wertheim gibt es im Handel noch viel Skepsis. Welche Erwartungen hegen Sie?

Bolz: Die Kritik der Händler an diesem Projekt kann ich natürlich verstehen. Anfangs war ich ebenfalls sehr skeptisch und bin nun aber der Meinung, dass Wertheim dem Handel sehr gut tun wird. Zu den Fakten: Rund zwei Millionen Besucher steuern jetzt schon jährlich das Factory Outlet Center in Wertheim an, in dessen Nachbarschaft wir bauen. Die Zahl soll auf drei Millionen Besucher gesteigert werden.

promobil: Welchen Ratschlag geben Sie Ihren Händlern, wie sie sich in Zukunft neben Wertheim positionieren sollen?

Bolz: Wir würden einen gravierenden Fehler machen, wenn wir den Handel auf Dauer gegen uns aufbringen würden. Es kann nur zusammen gehen. Deshalb wird es Händlerschulungen und Werkstatttage geben. Wir werden Händlern Kundenschutz bieten, wenn sie mit Interessenten nach Wertheim kommen.

promobil: Wecken Sie nicht falsche Erwartungen bei den Interessenten? Schließlich gehören Schnäppchenpreise ja zu den großen Vorzügen eines Factory Outlets.

Bolz: Richtig: Die Leute kommen vor allem, um dort gute Preise bei Markenprodukten zu erzielen. Wenn es uns gelingt, von den drei Millionen Besuchern nur fünf Prozent – also 150 000 – in unseren Betrieb zu ziehen und sie für Freizeitfahrzeuge zu interessieren, wäre das optimal. Doch kein Kunde wird ernsthaft erwarten, dass er dort Freizeitmobile zum Schnäppchenpreis angeboten bekommt. Wir wollen besonders in Beratung und Service ganz stark sein.

promobil: Wird es auf Dauer ein zweites Wertheim-Projekt der Hymer-Gruppe geben?

Bolz: Es gibt keinerlei Pläne für weitere Standorte. Wertheim wird zeigen, wie Handel und Hersteller zusammen funktionieren. Frühestens dann können gemeinsame Zukunftspläne entstehen.

Wertheim: Bagger sind da

Vor wenigen Tagen begannen die Bauarbeiten am Multimarkencenter „Expocamp" der Hymer-Gruppe in Wertheim. Mindestens sieben Marken sollen dort präsentiert werden. Rund 20 Millionen Mark kostet das Projekt. Die Eröffnung soll im Sommer 2006 erfolgen.

Kehl: Bürstner-Bilanz Besser als geplant

Statt der erwarteten 250 erzielte Bürstner in Kehl im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 260 Millionen Euro – für die nächste Saison werden sogar 280 Millionen angepeilt. Insgesamt hat der Hersteller 5117 Reisemobile verkauft. Im neuen Geschäftsjahr soll der Absatz auf 5400 Reisemobile gesteigert werden. Daneben produzierte Bürstner 5750 Caravans – ein Plus von 3,6 Prozent. Rund 12 Millionen hat Bürster 2004/2005 investiert – größter Brocken war das Service-Center in Kehl-Neumühl. In der neuen Saison sollen sechs Millionen Euro investiert werden.

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