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Hymer und Dethleffs: Gemeinsam nach Osten

Millioneninvestition: Hymer und Dethleffs wollen mit ihrer Tochterfirma Capron von Sachsen aus den Markt der Günstigfahrzeuge aufmischen.

Von Schwaben nach Sachsen: Unter diesem Motto haben sich die Hersteller Hymer und Dethleffs zusammengetan, um künftig in Neustadt bei Dresden eine gemeinsame Fahrzeugproduktion aufzubauen. Die Zielrichtung ist ganz klar: In den ehemaligen Werkshallen des einstigen DDR-Kombinats Fortschritt-Landmaschinen sollen voraussichtlich ab Frühjahr 2007 besonders preisgünstige Reisemobile und Caravans vom Band laufen. Die Hymer-Gruppe – dazu gehört auch Dethleffs in Isny – will damit erklärtermaßen im Reisemobilmarkt den italienischen Günstig-Anbietern Paroli bieten.
Am 17. Oktober hatte die von Hymer und Dethleffs gegründete Capron (Caravaning Produktion Neustadt) GmbH das Fabrikareal von Case erworben. Anfang 2004 hatte der niederländische Landmaschinenhersteller das Werk in Neustadt in Sachsen aufgegeben – mit der Folge, dass auch noch die letzten 200 Beschäftigten des ehemaligen DDR-Vorzeigebetriebs arbeitslos wurden, in dem zu Spitzenzeiten bis zu 6000 Menschen arbeiteten.

Viele von ihnen hoffen nun, bei Capron wieder eine Stelle zu finden, denn nach Angaben der Hymer-Dethleffs-Tochter Capron sollen bereits in der ersten Ausbaustufe 150 bis 200 Arbeitsplätze in Neustadt geschaffen werden. Rund zehn Millionen Euro wollen die beiden Firmen, die in den Verfügungsbereich von Erwin Hymer gehören, in Ostsachsen in neue Maschinen und Anlagen investieren. „Hier lassen sich bestens Freizeitfahrzeuge bauen“, beschreibt Dethleffs-Chef Thomas Fritz die Produktionsanlagen in Neustadt. Zusammen mit Hymer-Geschäftsführer Michael Tregner leitet er nun auch noch die Capron GmbH. In den 20 000 Quadratmeter großen Werkshallen sollen in erster Linie preiswerte Reisemobile und Caravans im Einsteigersegment gebaut werden. Die Mobil-Billigmarke Sunlight von Dethleffs wird in Zukunft wohl aus Neustadt kommen. Zunächst soll das ehemalige Mähdrescherwerk nur als Produktionsbetieb fungieren – entwickelt werden die Fahrzeuge weiterhin in den Zentralen in Bad Waldsee (Hymer) und Isny (Dethleffs). Dieter Grützner, Neustadts Bürgermeister, strahlt über die Neuansiedlung: „Das ist ein Segen in einer Gegend mit 17,5 Prozent Arbeitslosenquote.“

Bekenntnis zur Heimat

Neubauten. Die beiden neuen Capron-Geschäftsführer Tregner und Fritz werden nicht müde, darauf hinzuweisen, dass die Übernahme des Werks in Neustadt in Sachsen nicht etwa die Heimatstandorte von Hymer in Bad Waldsee und von Dethleffs in Isny schwächt. „Im Gegenteil“, sagt Thomas Fritz, „beide Standorte sind an ihrer Kapazitätsgrenze angekommen." Deshalb investiert Hymer auch am Stammsitz Bad Waldsee 16 Millionen Euro in den Bau einer neuen Montagehalle. Die Produktionsfläche wird so fast verdoppelt. 150 neue Arbeitsplätze sollen geschaffen werden. Feste gebaut wird derzeit auch bei Dethleffs in Isny: Hier entsteht für sieben Millionen Euro unter anderem ein neues Verwaltungsgebäude.

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