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Hymer B-Klasse SL (2018)

Integrierter Klassiker macht auf Luxusliner

Hymer B-Klasse 701 SL (2018) Foto: Ingolf Pompe 24 Bilder

Wenn Gutes verbessert wird, kann's schon einmal dauern: Hymer hat zwei Jahre an der neuen Version des integrierten Klassiker-Wohnmobil gearbeitet. Auf dem Caravan Salon 2017 zeigt die Marke den B-Klasse SL mit Superlight-Chassis.

30.10.2017 Sophia Pfisterer, Ulrich Kohstall 2 Kommentare

Lange Zeit gehörte die Hymer B-Klasse zu den beliebtesten Integrierten der gehobenen Mittelklasse und räumte regelmäßig bei der promobil Leserwahl zum „Reisemobil des Jahres“ den ersten Preis ab. Seit einigen Jahren macht die Marke Carthago dem einstigen Platzhirschen immer mehr Konkurrenz. 2017 schob sich in der Kategorie „Integrierte bis 80.000 Euro“ der Carthago C-Tourer I vor den Hymer-Klassiker.

Die Reisemobile des Jahres 2017Die besten Integrierten bis 80.000 Euro

Abhängig von der Breite und Konstruktion unterscheidet man bei Hymer zwischen drei B-Klasse-Modelllinien – und führt zusätzlich noch drei weitere Integrierten-Baureihen im Angebot. Wenn nun also eine neue B-Klasse auftaucht, bedarf es der Präzisierung: Hier handelt es sich um die SL-Ausführung und damit das Top-Modell in der B-Klasse-Hierarchie, das weiterhin auf dem Fiat Ducato basiert.

SL steht bei der neuen Hymer B-Klasse für eine neue Generation der Aufbaukonstruktion. Das SLC, Superlight-Chassis verspricht höhere Zuladungsreserven und einen großen von beiden Seiten zugänglichen Doppelboden. Darin kommen einerseits die Bordtechnik wie Wassertanks und Heizung unter. Andererseits sorgt der so tiefergelegte Schwerpunkt des Integrieren für eine bessere und sicherere Fahrt. Mit einem Schienensytem kann man in dem durchladbaren Doppelbodenstaufach Skier oder Kisten verstauen – und mit einer dritten Klappe im Innenraum darauf zugreifen.

Hymer B-Klasse (2018)
Neue Version des Integrierten 1:49 Min.

Schickes Design und elektrisch bedienbare Komfortausstattung

Von außen zeigt sich die neue Hymer B-Klasse SL mit neugestalteter Front, die schicke Scheinwerfer integriert und einen sportlich-automotiven Eindruck erweckt. Die Heckwand ist doppelschalig und doppelt isoliert, so werden Geräusche besser draußen und die Wärme in Inneren gehalten. Dieses vielverheißende Äußere setzt sich auch im Innenraum-Design fort: Hier wirkt der Integrierte keineswegs wie ein Mittelklasse-Fahrzeug, sondern kann rein optisch mit den hochpreisigeren Luxuslinern mithalten.

Die durchgehenden Dachstauschränke sorgen für einen luxuriösen Look, genauso wie das Lichtkonzept mit LED-Diffusern und die Möbel mit Echtholz-Optik und Haptik – streicht man über die Oberflächen könnte man fast meinen, echtes Holz zu berühren. Einen sehr hochwertigen Eindruck machen auch die Marmor- und Naturstein-Optiken bei der Küchen-Arbeitsplatte und der Badezimmer-Rückwand.

Durch das ruhige, aber gekonnte Möbeldesign widerlegt es sämtliche Vorurteile, dass nur dunkle Hölzer edel wirken. Wer anderer Ansicht ist, kann einen eher klassischen Farbton fürs Dekor bestellen. Alternativen bietet Hymer außerdem zu den marmorierten Oberflächen von Tisch und Küche an.

Komfort und Luxus haben ihren Preis

Doch wenn wir schon von Luxus reden: Der Grundpreis des neuaufgelegten Hymer-Integrierten beginnt bei 95.990 Euro. Das ist keineswegs mehr Mittelklasse. Das vollausgestattete Reisemobil, das wir auf der Messe fotografieren, kostet sogar 123.615 Euro – der Preis, bei dem die Klasse der Luxus-Liner losgeht. Kann die B-Klasse da mithalten? Wieviel Luxus bietet sie?

Hymer B-Klasse 701 SL (2018) Foto: Ingolf Pompe
Weil der B-SL nicht mit der Länge geizt, hat der Seitenplatz ein ausgewachsenes Format. Somit sitzt man auch zu viert bequem.

Der Grundriss SL 704 hat zwei Einzelbetten im Heck und ein Hubbett über dem Fahrerhaus. Letzteres bekommt serienmäßig eine Fernbedienung mit, sodass es elektrisch herab- und heraufgelassen werden kann.

Dass im neuen Hymer B-SL nicht mit jedem Zentimeter gegeizt wurde, zeigt zudem das am Fernsehabend willkommene Fach zwischen Küche und Sitzbank. Auch hier fährt elektrisch ein 32-Zoll-Fernseher heraus, der sich hinter der Sitzbank-Lehne versteckt. Per Knopfdruck surrt der Bildschirm nach oben.

Was wäre eine neue B-Klasse außerdem ohne eine Extraportion Technik. Hier bedient sich der B-SL ganz einfach bei den jüngeren Integrierten des Hauses: Über das Navi lassen sich die Füllstände von Wasser und Strom abfragen. Kameraüberwacht kann man den Abwassertank auf Knopfdruck am Armaturenbrett entleeren. In den Scheinwerfern steckt LED-Technik und im Aufbau keinerlei Holz mehr: Auch die Innenseite besteht aus Alublech.

Mobile Dreiraum-Wohnung

Von der üppig bemessenen Außenlänge profitiert ebenso der Küchenblock, auf dem ein breiter und gut nutzbarer Kocher Platz hat. Der Dreiflamm-Kocher am Herd ist fernab von Camping-Küche: Die elliptischen Dreh-Knöpfe in Kupfer befinden sich nicht auf der Herdoberfläche sondern an der Seite unterhalb des Herdes, genauso wie in der Küche einer Luxuswohnung. Den luxuriösen Herd in der Küche komplementiert ein integrierter Kaffee-Kapselmaschinenhalter, eine geräumige Kühlschrank- und Tiefkühl-Kombi und ein Backofen. Die tiefen Schubladen können es mit bis zu 15 kg Gewicht aufnehmen, Softclose-Funktion inklusive.

Hymer B-Klasse (2018) Foto: Pfisterer
Edles Raumbad im Hymer B SL 704

Hinter der Küche verbirgt sich ein Raumbad, das keine Wünsche offen lässt und definitiv von Luxus-Linern inspiriert ist. Die Duschkabine ist getrennt von Waschbecken und Toilette, ein deckenhoher Kleiderschrank ist ebenfalls an Bord. Im Heck befinden sich zwei Einzelbetten mit Tellerfederrost und 7-Zonen-Kaltschaummatratze. Für einen guten Schlaf sorgt zugleich die Zwei-Zonen-Klimaregulierung – vorne im Wohnbereich kann beispielsweise eine andere Raumtemperatur eingestellt werden als im hinteren Schlafbereich.

Kein 3,5-Tonnen-Mobil, dafür viel Zuladung

Unter dem Bett befindet sich eine große Heckgarage mit einer Höhe von 1,23 Metern und einer Traglast von 350 kg, die optional auf 450 kg erweiterbar ist. Damit finden zwei Fahrräder oder sogar ein Roller spielend einfach Platz. Leichte Zugänglichkeit zur Garage versprechen die zwei Türen auf jeder Seite des Integrieten.

Von der 3,5-Tonnen-Klasse bleibt der Hymer B-SL ein gutes Stück entfernt, dafür stehen schließlich andere B-Klasse-Modelle bereit. Der B-SL wendet sich gezielt an jene, die auf Reisen gerne ein wenig mehr von allem hätten: Platz, Zuladung und Autarkie.

Hymer B-Klasse 701 SL (2018) Foto: Ingolf Pompe
Das mittige Durchladefach im Doppelboden macht die Konstruktion des Chassis sichtbar. Hier verlaufen die verkleideten Längsträger.

Während der Aufbau üblicherweise auf Rahmenträgern ruht, umschließt hier der Boden das Chassis. Darüber befindet sich der Laufboden, darunter eine glatte Aufbauunterseite. Auf diese Weise entsteht ein über 30 Zentimeter hohes Kellergeschoss, obwohl sich die Bodenfreiheit vergrößert, die Stehhöhe weiterhin fast zwei Meter beträgt und die Gesamthöhe unter drei Meter bleibt.

In Sachen Gewicht bringt die neue Konstruktion ebenfalls Vorteile. Für den vorgestellten B-SL 704 errechnet Hymer mehr als eine Tonne Zuladung.

Die B-Klasse steht für Großzügigkeit

Diese Art von Großzügigkeit ist es, mit welcher der B-SL schnell Sympathien sammelt. Man kann 180 Liter Frischwasser bunkern und als Extras etwa drei Bordbatterien ordern. Beim Einpacken genießt man die Vorzüge einer wirklich großen Garage, der Doppelbodenfächer und des zwar schmalen, aber hohen Kleiderschranks. Hilfreich ist dabei obendrein die breite Aufbautür.

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Der B-SL setzt standesgemäß noch eins drauf, hat große aufgesetzte Glasflächen seitlich am Fahrerhaus und ein doppelschaliges GfK-Heck. Speziell für die edelste B-Klasse entwickelte man obendrein eine verstärkte Warmluftbeheizung für das Armaturenbrett.

Ob diese B-Klasse so zum Maßstab ihres Marktsegments geworden ist, müssen ausführliche Tests zeigen. Beim ersten Zusammentreffen wirkt der Hymer B-SL jedenfalls so ausgewogen, detailverliebt und dabei unaufgeregt, dass er an Zeiten anknüpft, als es nur eine B-Klasse gab.

Daten und Preise: Hymer B-Klasse SL 704

Grundpreis 95.990 Euro
Basisfahrzeug: Fiat-Ducato, Alko-Chassis, Frontantrieb, ab 96 kW/130 PS
Länge/Höhe/Breite: 7,79 Meter/2,96 Meter´/2,35 Meter
Stehhöhe im Innenraum: 1,98 Meter
Maximales Gesamtgewicht: 4,5 Tonnen
Baureihe: Die B-SL-Serie beschränkt sich auf zwei Grundrisse. Alternativ zum gezeigten 704 ist der 708 mit Queensbett im Angebot. Außenlänge und Preis sind jeweils identisch.

Neuester Kommentar

Nach Durchsicht der 24 Bilder kann ich nur sagen; Staubwischen des Bildschirms und das Milchige wird klar......
P.S. Der Hymer würde mich schon reizen, aber für 10-20 tsd Euro gibts schon Niesmann und Bischof
Ansonsten: Promobil macht weiter so, die beste Zeitschrift in Sachen Reisemobil

H-Ontario 6. November 2017, 20:04 Uhr
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