Harald Striewski mit  Sohn Michael. Hobby-Archiv, promobil-Archiv
Harald Striewski, Gründer von Hobby, hat nicht nur unzählige Wohnwagen und Reisemobile entwickelt, sondern auch eine Unternehmensgruppe geschaffen.
Nach der Übernahme durch Striewski blüht die Marke Fendt richtig auf.
Chefsache: 1984 entsteht der Hobby 600.
Gut getaktet: Optimierung der Produktion 1993. 8 Bilder

Hobby-Firmengründer Harald Striewski im Porträt

Porträt von Hobby-Firmengründer Harald Striewski Vordenker, Macher und Gestalter

Er prägt die Caravaningbranche bis heute: Harald Striewski, Gründer von Hobby, hat nicht nur unzählige Wohnwagen und Reisemobile entwickelt, sondern auch eine Unternehmensgruppe geschaffen.

Seinen Namen hat er nie auf einem Fahrzeug verewigt. Und doch beeinflusste Harald Striewski die Entwicklung von Caravans und Reisemobilen stärker als viele andere Gründerväter der Branche – bis zum heutigen Tag. Der inzwischen 80-Jährige begnügt sich nicht mit der Rolle des Hobby-Inhabers und Unternehmenslenkers.

Von Beginn an konstruiert er die Fahrzeuge selbst, zeichnet die Außenform und das Möbeldesign, organisiert die Produktionsabläufe bis ins Detail, kümmert sich aber ebenso um den Einkauf und die Vermarktung – kaum zu glauben für Menschen, die heute in Zeiten hoher beruflicher Spezialisierung leben.

Vom Flüchtlingskind zum Unternehmer

Nichts davon wurde Harald Striewski in die Wiege gelegt, nichts bis auf einen starken Willen zum Erfolg. Als Flüchtlingskind aus Ostpreußen wächst er ohne Vater in einem schleswig-holsteinischen Bauerndorf auf und steuert zunächst eine Laufbahn als Schiffsbauingenieur an. Erst als er am Feierabend einen Caravan für den Familienurlaub konstruiert, der sofort auf großes Interesse stößt, erkennt er seine Chance.

Harald Striewski packt beim Wohnwagenbau tatkräftig an, während seine Frau Ingeborg Gardinen und Polster näht sowie die Buchhaltung übernimmt. Obwohl schon kurz darauf Mitarbeiter in immer größerer Zahl für Entlastung sorgen, bleibt der Geist der Gründertage weiterhin lebendig.

Striewski prägt das Freizeitfahrzeug-Design

Der abenteuerlustige Chef fliegt um die halbe Welt, um die passenden Hölzer für den Möbelbau selber einzukaufen. Zu Hause wird er baldauch von den einheimischen Zulieferern als harter Verhandler respektiert. Als es eines Tages nicht zur Einigung mit den Fahrgestell-Lieferanten kommt, lässt Striewski kurzerhand ein selbst entworfenes Caravan-Chassis im eigenen Werk bauen – bis heute etwas Einmaliges in der Wohnwagenproduktion.

Mit dem Kauf der Nordland-Zeltfabrik kann Hobby seit den 1970er Jahren ebenfalls eigene Vorzelte für die Caravans anbieten. Besonders am Herzen liegt Striewski das Design der Caravans und Reisemobile. Er bringt seine Ideen mit dem Bleistift selbst zu Papier und legt auch bei der Umsetzung Hand an.

Die Handschrift von Harald Striewski kann man an vielen Stellen entdecken. Bei den Fahrzeugen scheint die Leidenschaft des studierten Schiffskonstrukteurs für edle Yachten, aber auch für Kreuzfahrtschiffe durch, anderswo seine Vorliebe für mediterrane Bauten und Landschaften. Etwa wenn der Hobby-Messestand in Düsseldorf durch Blütenpracht beeindruckt oder neue Gebäude auf dem Werksgelände mehr an eine große Finca im Süden als an einen nordischen Industriebau erinnern. Ob Konstruktion, Materialien, Farben und Ausstattung – hier plant der Chef.

Verbunden mit der Heimat

Nur in einem Punkt gibt es keine Überraschungen: Der Name Hobby ist fest mit dem Standort in Fockbek bei Rendsburg verbunden. Während andere Hersteller durch Zukäufe groß wurden, wächst Hobby aus eigener Kraft.

Dass sich dennoch eine Unternehmensgruppe um die Marke bildet, dient vor allem der Absicherung des Erfolgs. Die Rendsburger Feuerverzinkerei unterstützt den hauseigenen Fahrgestellbau. Aus dem Formlight-Werk in Warburg kommen aufwendig gefertigte Möbelkomponenten. Die Übernahme der Caravan-Sparte von Fendt im Jahr 1998 berührt Hobby letztlich kaum. Fendt bleibt eigenständig am bayerischen Standort und bedient ein anderes Segment. Einmal mehr kann Harald Striewski sein Gespür für die Zielgruppe beweisen. Mit steigenden Verkaufszahlen und neuen Gebäuden etabliert sich Fendt als Oberklassemarke.

Zusammen baut die Gruppe inzwischen über 20.000 Caravans und 2000 Reisemobile pro Jahr. Aus dem Ein-Mann-Betrieb ist ein Unternehmen mit 1830 Mitarbeitern und einem Umsatz von zuletzt 382 Millionen Euro geworden. Im Frühjahr 2015 beruft Harald Striewski seinen Sohn Michael und Holger Schulz in die Geschäftsführung. Von Ruhestand kann für den Gründer dennoch keine Rede sein. Er ist der Einzige aus der Generation der Caravan-Pioniere, den man heute noch ganz selbstverständlich in seinem Büro antrifft. Für ihn und seine Mitarbeiter wäre etwas anderes kaum vorstellbar.

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