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Rimor im Gebraucht-Check

Was taugen Rimor Alkovenmobile Baujahr 1994-2006?

An der strukturierten Außenhaut erkennt man die Modelle mit Alu-Blech, spätere Modelle haben Kunststoffwände, die insgesamt robuster sind. Foto: Ulrich Kohstall, Archiv 13 Bilder

Schon als Neufahrzeug galten Alkoven von Rimor als echte Schnäppchen. Auch gebraucht sind sie heute günstig zu haben. Ein Risiko? Es kommt ganz darauf an, wie unser Gebrauchtcheck zeigt.

Die Geschichte von Rimor reicht schon fast 40 Jahre zurück. An dieser Stelle soll es der Übersichtlichkeit halber jedoch nur um Alkovenmobile gehen, die zwischen 1994 und 2006 gebaut wurden. In jenen Jahren fanden jeweils wesentliche Änderungen an den wichtigsten Basisfahrzeugen statt, dem Fiat Ducato und dem Ford Transit, wobei der Ford für den italienischen Hersteller viele Jahre lang die erste Geige spielte.

Der typische Rimor sah seinerzeit ungefähr so aus wie das unten abgebildete Exemplar: ein Transit mit hinterer Zwillingsbereifung und mächtigem Alkoven über dem Fahrerhaus. Der kantige Aufbau verleugnete seine Zweckmäßigkeit nicht. Niemals ging es um optische Spielereien, umso mehr jedoch um eine praktische Einrichtung, die auch für Großfamilien passte. Mitte der 1990er Jahre kostete so ein Rimor um 50 000 Mark, was eine Kampfansage gegenüber etablierten deutschen Wettbewerbern bedeutete und den Italienern wachsende Erfolge bescherte.

Heute hat sich daran wenig verändert. Als Gebrauchte bieten Rimor immer noch mehr Platz fürs Geld als vergleichbare Angebote aus einheimischer Produktion. Allerdings wecken Schnäppchentarife gleichzeitig eine gewisse Skepsis. Wie steht es um die Langzeitqualitäten der günstigen Italiener?

Auf- und Ausbau

Wer sich einen Rimor aus den 1990er Jahren ansieht, erinnert sich vielleicht an die Zeiten, als italienische Reisemobilmarken mit Billigangeboten Furore machten. Entsprechend schwer fällt es, Vorurteile abzuschütteln. Es sei denn, man trifft auf ein gut erhaltenes Exemplar wie unser Fotomodell. Nach fast zwei Jahrzehnten wirkt der Europeo 78 so, als könnte er noch viele weitere Jahre auf große Fahrt gehen. Bis auf wenige Gebrauchsspuren erscheint der Rimor kaum gealtert. Die eher unauffälligen Bastelarbeiten eines Vorbesitzers erscheinen zumindest nachvollziehbar. So verwandelte jemand das untere Etagenbett in einen Schrank mit Außenzugang. Liegeflächen hat der Europeo 78 schließlich reichlich zu bieten, aber große Stauräume sind knapp.

Die Skepsis erwacht wieder, wenn man die Auswertung unserer Umfrage betrachtet (siehe Kasten Seite 58). Fast die Häfte der befragten Besitzer gibt an, dass ihr Rimor schon von Undichtigkeiten am Aufbau betroffen war, oft sogar mehrfach. Ausgerechnet der Schaden, der besonders ärgerlich und meist teuer zu beheben ist, führt die Mängel-Hitliste im Bereich Auf- und Ausbau an. Besonders oft tritt die Feuchtigkeit im Bereich des Alkovens ein. Gebrauchtwagenkäufer sollten aber unbedingt einen kritischen Blick in alle Aufbauecken werfen.

Auch Tür, Fenster, Hauben und Klappen halten nicht immer dicht. Besonders problematisch sind die glücklicherweise selten eingebauten Frontfenster im Alkoven. Türen und Klappen schließen in vielen Fällen nur unzureichend und lassen so Wasser eindringen, was manche Besitzer erst bemerken, wenn bereits der hölzerne Boden aufgeweicht und durchgefault ist.

Feuchtigkeit in der Aufbaukonstruktion ist es wohl auch, die bei manchen älteren Exemplaren zu Alufraß führt. Die Korrosion ist zunächst kaum sichtbar, dann aber nur durch großflächigen Blechaustausch zu stoppen. Jüngere Rimor haben eine Außenhaut aus GfK.

Verglichen mit solchen Aufbauproblemen sind die sonst genannten Schäden eher undramatisch und liegen im Bereich des Üblichen. Entdeckt man bei der Besichtigung jedoch störende Gebrauchsspuren an Auf- und Ausbau, sollte man immer eines im Hinterkopf haben: Ersatzteile für ältere Rimor-Modelle sind manchmal schwer aufzutreiben.

Basisfahrzeug

Viele der von den Besitzern genannten Schäden am Basisfahrzeug lassen sich angesichts des Fahrzeugalters als Verschleiß verbuchen. Für Gebrauchtwagenkäufer erscheint ein werkstattgepflegtes Fahrzeug daher als beste Vorsorge.

Neben dem Blick ins Wartungsheft empfiehlt sich aber auch ein Check von Fahrerhaus und Rahmen hinsichtlich Korrosionsschäden. Hier sind die älteren Fiat-Modelle betroffen, vor allem aber Mercedes und Ford. Der Sprinter rostet verstärkt am Chassis, der Transit an Türen und Seitenschwellern. Während bei neueren Ford immer wieder von Motorschäden berichtet wird, war bei den hier untersuchten Modellen bis Baujahr 2006 keine Auffälligkeit zu erkennen.

Rimor-Käufer sollten dagegen unabhängig vom Basisfahrzeug auf die Motorleistung achten. Um mit Kampfpreisen den deutschen Markt zu erobern, verwendete der Hersteller auch schwache Motorvarianten. Ein großes Alkovenmobil mit Saugdiesel unter 100 PS ist jedoch nach heutigen Maßstäben klar untermotorisiert. Auch die Zuladung lässt bei einigen Chassis-Aufbau-Konstellationen zu wünschen übrig. Üblich waren in diesem Segment ebenfalls spartanisch ausgestattete Fahrerhäuser.

Marktlage

Der Einstieg in ein Alkovenmobil von Rimor ist ein günstiges Vergnügen. Mit einem Budget um 10 000 Euro hat man bereits eine größere Auswahl. Am stärksten in diesem Segment vertreten sind kurze Modelle auf Ford-Basis, die ohne einen kräftigen Turbodiesel auskommen müssen.

Wer ein geräumiges Modell mit angemessener Motorleistung erwartet, muss rund 15 000 Euro ausgeben, wie im Fall des vorgestellten Exemplars, dem man aber ebenso ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bescheinigen kann. Das gilt gleichfalls für die Preislage um 20 000 Euro. Hier hat man es in aller Regel mit Fahrzeugen zu tun, die nach dem Jahr 2000 gebaut wurden. Diese meist auf dem Ford basierenden Modelle profitieren bereits von der moderneren Transit-Generation. Rimor mit Mercedes-Chassis werden immer etwas teurer gehandelt, bleiben aber dennoch eine der günstigen Gelegenheiten, mit Stern am Bug unterwegs zu sein.

Mit Blick auf die erwähnten Besitzererfahrungen darf man nur an einer Stelle nicht sparen: Eine professionelle Dichtigkeitskontrolle des gesamten Aufbaus ist wohl der beste Schutz vor kostspieligen Überraschungen nach dem Kauf.

Darauf sollten Sie achten

Aufbautür: Von simpelster Machart ist die Tür, die sich leicht verzieht und entsprechend schlecht abdichtet. Ebenfalls typisch für viele Rimor: ein hoher Einstieg mangels Zusatzstufe.

Zuladung: Die Alkoven von Rimor punkten durch ihre Geräumigkeit. Weil es sich jedoch durchweg um 3,5-Tonner handelt, ist die Zuladung vieler Modelle für den großen Familienurlaub knapp bemessen.

Außenklappen: Eine wenig präzise Passung und nachlassende Dichtungen können zu Wassereintritt in den Stauräumen führen. Im Extremfall führt das beispielsweise zur Aufweichung des Holzbodens an der Heckgarage.

Alkoven: Nicht wenige Rimor sind von Undichtigkeiten betroffen. Besonders oft dringt Feuchtigkeit im Bereich des Alkovens ein. Hier also besonders genau hinsehen und auf Schimmelbildung achten.

Fahrerhaus: Die Karosserie des bei Rimor gängigen Ford Transit ist nur unzureichend gegen Rost geschützt. Bei älteren Modellen rosten insbesondere die Unterkanten der Türen und die Seitenschweller.

Seitenschürzen: Breite, aber dünne Kunststoffteile sollen den Aufbau rundum schützen. Tatsächlich werden sie oft schon ohne Rempler rissig. Ersatzteile sind bei betagten Modellen schwer aufzutreiben.

Daten und Fakten

Baureihe: Rimor Alkovenmobile (Baujahre 1994 bis 2006); Basisfahrzeug: Ford Transit, Fiat Ducato, Mercedes Sprinter; Bauweise: Alkovenaufbau mit Alu- oder GfK-Außenhaut, Holzfachwerk, Styropor-Isolierung; Sitz-/Schlafplätze: 4–6/4–7

Vorgestelltes Modell: Rimor Europeo 78; Erstzulassung: 3/1998; Kilometerstand laut Tacho: 124 000; Preis: 14 890 Euro; Zulässiges Gesamtgewicht: 3500 kg; Gesehen bei: Schneider Caravaning, 69124 Heidelberg

Alkoven im Mittelpunkt

Die Vielfalt der Baureihen macht die Suche nach einem gebrauchten Rimor Alkoven nicht gerade übersichtlich. Mitte der 1990er Jahre gab es mit Kivi, Kontiki und Korsaro drei Baureihen auf dem Fiat Ducato, während der Brig auf dem Ford Transit basierte. Der Europeo war wiederum wahlweise auf beiden Chassis zu haben. Kurze Zeit später kam außerdem der Raro hinzu, der trotz seines attraktiven Grundpreises wahlweise auf dem Mercedes Sprinter basierte. Auch der VW LT diente zeitweise als Basis. Mit Unico und Euro schob Rimor zwei weitere Ford-Baureihen zum Kampfpreis nach. Ab Modelljahr 2002 konzentriert sich das Angebot vor allem auf Europeo und Super Brig und damit auf Ford- und Mercedes-Fahrgestelle. Ein Gastspiel gab zwischenzeitlich die Zweitmarke Due Erre. Diese von Rimor gebauten Alkoven waren nochmals günstiger und bauten auf den Fiat Ducato oder den äußerst seltenen Nissan Trade.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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