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  1. #1
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    Standard Elektrofahrzeug: Werterhalt und Lebensdauer

    Hallo zusammen,
    über Elektrofahrzeuge wurde ja schon einiges geschrieben. Autos gibt es ja schon einige, sowohl als reine Elektrofahrzeuge als auch als Vollhybrid.
    Irgendwann kommen auch die Elektrowohnmobile.
    Ich persönlich kann mir bezüglich der Lebensdauer und des Werterhalt nicht vorstellen dass dies positiv für unser Hobby Wohnmobil ist. Ich möchte in meinem Beitrag BITTE nur auf den Aspekt Werterhalt, Lebensdauer und Kosten für den Akku eingehen.
    Für Wohnmobile gibt es noch keine Einschätzung, für Pkw glaube ich schon.
    Beispiel: Eine 10 Jahre alte E-Klasse als Verbrenner mit durchschnittlichen Km ist rund 15 000 Euro wert.
    Von diesem Beispiel ausgehend nehmen wir eine E-Klasse mit Hybridantrieb.
    Es wird eine Garantie von 8 Jahren auf den Akku gegeben oder 160 000 Km Laufleistung.
    Sagen wir nach 10 Jahren ist der Akku fertig und muss muss getauscht werden.
    Aktuell entstehen dadurch Kosten in Höhe von rund 8 000 Euro für den Akku und ca. 2 000 Euro Einbaukosten.
    Das heißt für mich: Einem Fahrzeugwert mit gestern noch gesunden Akku von 15 000 Euro steht heute mit defektem Akku ohne Reparatur ein Restwert von 5 000 Euro gegenüber. Und als Fahrzeug mit wirtschaftlichem Totalschaden muss ich diesen Preis erst mal bekommen. (Bei einem Neupreis von
    60 000 Euro nach 10 Jahren praktisch Schrott).
    Wäre dieses Fahrzeug ohne Elektroantrieb ein Verbrenner könnte dieses Fahrzeug 20 Jahre oder älter werden. (Natürlich mit entsprechenden Reparaturen, die auch kosten, aber eben noch keinem Totalschaden gleichkommen.)
    Es gibt heute auf jeden Fall viele Fahrzeuge die 15, 20 Jahre oder sogar noch älter sind.
    Dass dies bei einem Elektrofahrzeug jemals so sein wird bezweifle ich.
    Wenn ich nun die Kosten für ein rein elektrisches Wohnmobil hochrechne oder auch nur mit Hybrid glaube ich nicht dass es später 20 oder 30 Jahre alte Wohnmobile geben wird.
    Mir geht es nun um die speziellen Fragen:
    Wie seht Ihr die Problematik mit defekten Akkus hinsichtlich der Kosten für einen Tausch?
    Glaubt Ihr der Werterhalt zukünftiger (Elektro)Wohnmobile ist noch so hoch wie heute?
    Kann sich überhaupt noch jemand ein Elektro Wohnmobil leisten hinsichtlich Kaufpreis und Akku Tausch?
    Wie alt wird ein Elektro Wohnmobil bis es verschrottet wird weil sich ein Akkutausch nicht mehr lohnt?
    Habe ich etwas in meinen Überlegungen übersehen?

    Bitte keine Diskussionen über Elektrofahrzeuge für und wider, sondern nur wie lange kann ein Elektro Wohnmobil wirtschaftlich sein bzw. wie alt kann es werden?
    Viele Grüße
    Willi

  2. #2
    Stammgast   Avatar von raidy
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    Standard AW: Elektrofahrzeug: Werterhalt und Lebensdauer

    Die Hersteller sorgen schon dafür, dass du dich sicher fühlen wirst. Und scheinbar sind die Akkus viel langlebiger, als man bisher dachte.
    Denn sonst wäre eine Garantie wie diese für einen Transporter(!!) von Toyota gar nicht möglich:
    "Toyota gewährt für die Batterie des Proace Electric 15 Jahre oder eine Million Kilometer Garantie. " Quelle
    Die Garantie-Orgie ist eröffnet, bald werden die anderen nachziehen müssen.

    Hinzu kommt, dass die Förderung mit bis zu 9000€ pro Fahrzeug fast schon einen neuen Akku bedeutet.
    Und du musst die Wartungskosten mit berücksichtigen, denn die sind erheblich günstiger als bei Verbrenner-Autos. Mein GLK kostete ca. 700-800€/Jahr, der Outlander PlugIn nur ca. 400€, das sind in 10 Jahren auch 4000€ gespart. Bei reinen E-Autos ist die Wartung noch günstiger.
    Die E-Motoren haben konstruktionsbedingt ein fast unendliche Lebensdauer, vielleicht mal 2 neue Lager alle 10 Jahre.

    Ein E-Auto kann also auch ein hohes Alter erreichen und die Akkus wären mit der Toyota Garantie auch kein Risiko mehr.
    Die Frage ist eher: Darf man in 10 Jahren überhaupt noch einen Verbrenner fahren, den man heute gekauft hat? Hier sehe ich eher ein Investitionsrisiko. Denn dann fallen die Preise der Verbrenner auch ins Bodenlose, wie es ja bei Euro4 Diesel jetzt schon der Fall ist. Bei meinem GLK habe ich mindestens 5000€ weniger bekommen, als es vor "DUH Aktionismus" noch üblich war.

    Bei Wohnmobilen halte ich den E-Antrieb wegen des enormen Gewichts des Akkus und den durch das Fahrzeuggewichts und CW-Wertes bedingt niedrigen Reichweiten noch lange für Zukunftsmusik. Vermutlich wird Wasserstoff hier die zukunftsgerichtete Lösung sein.

    Gruß Georg
    Geändert von raidy (08.06.2020 um 15:41 Uhr)
    Ein guter Bauer hat eine Ernte auf dem Konto, eine in der Scheune und eine auf dem Acker.

  3. #3
    Stammgast  
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    Standard AW: Elektrofahrzeug: Werterhalt und Lebensdauer

    Bei Batterie-Womos müssen sie erstmal die Führerscheinklassen reformieren.

    Er wird keine 3,5 to E-Womos geben.
    Und wenn doch, mit vielleicht 100 km Reichweite,wenn überhaupt ?

    Mir sind die E Autos einfach noch zu teuer, und zu wenig Reichweite.
    Als Zweitwagen in der Stadt eventuell.

    Auch wenn es unterwegs Ladesäulen gibt,bei viele E Autos auf der Strasse wird es manchen Kampf um die Steckdose geben.

    Jetzt kann ich mich hinter zwei/drei Autos in der Warteschlang vor der Tanksäule stellen,mach das mal vor der Ladesäule
    Gruss Dieter

  4. #4
    Stammgast   Avatar von Chief_U
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    Standard AW: Elektrofahrzeug: Werterhalt und Lebensdauer

    Auch hier ein Bericht aus der Praxis:

    https://www.google.de/amp/s/amp.auto...-16130459.html



    Gruß Uwe


    Gesendet von iPhone
    Viele Grüsse
    Chief_U / Uwe
    PhoeniX RSL 7100 auf Mercedes Sprinter 516 CDI, Länge: 7,70m, Höhe: 3,60m, zgG: 5,3to

  5. #5
    Stammgast   Avatar von rundefan
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    Standard AW: Elektrofahrzeug: Werterhalt und Lebensdauer

    Hallo Tjaffer,

    reine Batterie-elektrische- Fahrzeuge gibt es so ab 2011( die ersten Nissan "leaf", Tesla Model S sind in Europa ab 2013 erhältlich).
    Vergessen wir die vor 100 Jahren schon vorgestellten Fahrzeuge, aber die gab es ja auch.
    Der Hersteller Tesla baut Dir innerhalb der ersten 8 Jahre den Akku kostenlos ein, sollte er defekt gehen. Gleiches bietet er auch für die Antriebsmotoren an, ohne km -Begrenzung, ebenfalls im Garantizeitraum von 8 Jahren ab 1. Zulassung.
    Gut, bei ca. 85k € für die ersten Fahrzeuge ist ja auch noch ein brauchbarer Wert bei einem möglichen Alter von max 7 Jahren zu erwarten. Ich hab mal bei Mobile nachgesehen und dabei als Suchkriterium auch noch eine Laufleistung zwischen 100.000 und 200.000 km eingegeben. dazu dann auch noch auf Aktualität 7 Tage alte Verkaufsanzeige gesetzt.
    Hier mal so ein Auto , 194.000 km Laufleistung für einen Preis von 39.800 € , also ca. halber Kaufpreis.
    Und dann noch einen Link zur Autobild, ( ist identisch mit dem Link von Chief_U) in dem ein Tesla aus 2013 vorgestellt wird, der seit Zulassung in 2013 genau 1.000.000 km gefahren ist ( die km -Angabe ist kein Schreibfehler).
    Elektrofahrzeuge mit Laufleistungen um 250.000 km sind keine Seltenheit. Auch die Frage nach Kosten des Akkus sehe ich nicht als kritisch.
    Zitat aus dem Link der Autobild:"Der jetzige Akku ist der zweite neue und hielt bisher 476.000 Kilometer. Seine nutzbare Restkapazität beträgt noch 61,9 kWh, weniger als 20 Prozent unter dem Neuzustand. " Das bedeute im Umkehrschluss, der erste Akku wurde nach 524.00 km kostenfrei von Tesla entsprechend der 8 Jahresgarantie ersetzt!zu den Motoren steht da auch etwas: Der Motor ist der vierte, er ist bereits seit 700.000 Kilometern im Einsatz. Alles wurden auf Garantie von Tesla getauscht. Daraus ergibt sich für mich, auch bei den Motoren hat sich die Entwicklung positiv gestaltet.
    Citroen hat z.B. einem C1 electro jetzt einen neuen, fast 20.000 € teuren Akku spendiert, obwohl die Garantie lange abgelaufen war. Welcher Hersteller will schon eine schlechte Presse wg. einem Akkuproblem. So ein Akkudefekt ist doch relativ selten. Zumal mit der steten Entwicklung ja auch Verbesserungen der Akku-Technologie zu erwarten sind.

    Zu vollelektrischen Wohnmobilen steh ich wie "raidy"( Georg), ich sehe sie nicht! Nicht in Naher und auch nicht in fernerer Zukunft. Evtl. als H 2 Mobil. aber bis so etwas kommt, wird noch viel Wasser an meinem Haus vorbei fließen. Deshalb kann ich auch da nichts zu Werterhalt schreiben.

    Was ich aber als nicht unmöglich ansehe, ist, dass ein vollelektrisches Wohnmobil durchaus, wie ein Verbener-Mobil , zwanzig und mehr Jahre halten kann. Da ist, denke ich, die Pflegeleistung der Eigner entscheidend.

    Und, da ich keine Glaskugel mehr besitze, kann ichnatürlich nichts zu einem zu erwartenden Wohnobilalter eine von Dir angefragten Mobils sagen, verweise aber gern auf meinen vorherigen Satz mit der Pflegeleistung. Abgesehen von den Vorteilen der weniger zu pflegenden Teile ( gibt ja kein Getriebe, keinen Ölwechsel, seltene Wechsel von Bremsscheiben und Belegen , deutlich geringere Wartungskosten generell), sehe ich als durchaus realistisch ein, dass eben die von Dir gesetzte Marke 20-30 Jahre auch real erreich werden kann.
    Geändert von rundefan (08.06.2020 um 16:15 Uhr)
    Beste Grüße von der Oberweser, Werner (rundefan)
    Aktueller Durchschnittverbrauch
    bei Sprinter 313 mit Sprintshift aus 02.2005

  6. #6
    Moderator   Avatar von Waldbauer
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    Standard AW: Elektrofahrzeug: Werterhalt und Lebensdauer

    Ich bin fest überzeugt dass sich hinsichtlich der Akkulebensdauer und auch der Herstellungskosten derselben noch sehr viel im positiven Sinn tun wird. Die Elektromobilität steht erst am Anfang der Entwicklung. Ganze Heerscharen von Ingenieuren zermartern sich ihre Hirne auf der Suche nach immer besseren Lösungen - und die werden sie finden.
    Nicht heute und morgen, aber die Entwicklung ruht niemals.
    Als der Spritsparzwang bei Verbrennermotoren einsetzte haben auch viele Hirne über Einsparmöglichkeiten nachgedacht. Früher hat sich kaum jemand aufgeregt wenn ein 34-PS-VW-Käfer auf 100 Kilometer mindestens 10 Liter Benzin verbraucht hat, der 1300er mit 40 PS genehmigte sich bis 13 Liter.
    Und heute fahren ausgewachsene Mittelklasseautos mit 200 PS mit 5 Litern Diesel 100 Kilometer weit. Ein 3,5 Tonnen schweres Wohnmobil kann mit 10 Litern Diesel ebenfalls 100 Kilometer bewegt werden.
    Vor 25 Jahren hat kein Mensch mit einer solchen Entwicklung gerechnet, heute ist es Normalität. Und bei alternativen Antrieben wird es ebenso kommen.

    Die Ersatzteilpreise für Akkus zum Antrieb eines Autos fallen bereits. Bei der ersten Generation des Elektrosmart sollte der Ersatzakku € 17000,- kosten. Das bedeutete den wirtschaftlichen Totalschaden des Fahrzeugs wenn der Akku kaputt war.
    Schaut man im Netz nach LiFePo- Akkus für die Versorgung von Wohnmobilen bekommt man heute Akkus von deutschen Anbietern mit 150 Ah für weniger als € 1000,-. Vor 2 Jahren noch undenkbar. Schaut man bei AliBaba gibt es die direkt aus China für noch wesentlich weniger Geld.
    Und die Entwicklung steht nicht still. Ein Freund meines jüngeren Sohnes arbeitet in einem namhaften Forschungsinstitut an der Entwicklung von Energiespeichern. Er hat kürzlich was durchblicken lassen dass darauf hindeutet dass die LiFePo-Technik in relativ kurzer Zeit möglicherweise sehr alt aussehen wird. Die Technik ist weit entwickelt, an der Produktionsmöglichkeit wird gearbeitet. Mehr konnte/durfte er nicht sagen.
    Der weltgrößte LKW-Hersteller läßt LKW im Verteilerverkehr bereits elektrisch fahren. Dass diese Technik beim derzeitigen Stand der Stromspeichermöglichkeit und der Herstellungskosten keine weite Verbreitung finden wird ist klar. Aber die wissen was sie tun, die Entwicklung kostet sehr viel Geld und das würden sie nicht investieren wenn sie keinen hellen Erfolgsschein am Horizont sehen würden.
    Ich bin fest überzeugt von dem was ich behaupte, selber werde ich es aber leider kaum mehr erleben.
    Gruß aus Oberbayern
    Franz

    Unterwegs mit einem Eura Mobil Profila RS 660 HB

    Weise ist der Mensch, der nicht den Dingen nachtrauert, die er nicht besitzt, sondern sich der Dinge erfreut, die er hat.
    Epiktet, um 50-138 n.Chr. , griechischer Stoiker und Philosoph

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