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  1. #11
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    Standard AW: Autofreie Innenstädte

    Zitat Zitat von Sparks 2 Beitrag anzeigen
    Finde ich toll. aber wozu braucht denn ein innerstädtischer Stuttgarter noch ein Auto? Damit er auf dem Land rumgurken und bei mir auf dem Land vor der Haustür parken kann?
    Klingt irgendwie nach Enteignung ...... und Sozialismus pfui deibel!

  2. #12
    Moderator   Avatar von Waldbauer
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    Standard AW: Autofreie Innenstädte

    Über autofreie Innenstädte nachzudenken finde ich grundsätzlich nicht falsch. Aber ob und wie sich so etwas in der Praxis umsetzen läßt ?
    Ich wohne in der Nähe von Kleinstädten, Mühldorf, Altötting und Neuötting. In Mühldorf und Neuötting gibt es schöne historisch anmutende Stadtplätze. Diese sind den ganzen Tag über hoffnungslos zugeparkt, trotz Kurzparkzone. Es gibt zwar stadtplatznahe Parkplätze und Tiefgaragen, diese sind jedoch ebenfalls den ganzen Tag restlos gefüllt. In Mühldorf wurde mal der Versuch unternommen den Volksfestplatz vor der Stadt als Parkplatz auszuweisen, im in die Innenstadt zu kommen wurde ein kostenloser Shuttlebus angeboten. Der Stadtplatz ist nur 1 Kilometer vom Volksfestplatz entfernt. Die Aktion wurde nicht angenommen und schlief nach wenigen Monaten wieder ein.
    Wie überall entstanden rund um die Stadt Einkaufszentren, Bau- und andere Märkte. Man kann da überall ausreichend Parkplätze finden.
    Der Leerstand von Immobilien in der Innenstadt nimmt zu....
    Am Stadtplatz gab es bis vor kurzem Bekleidungsgeschäfte, Uhren- und Schmuckläden, Boutiquen. Das größte Bekleidungshaus (K&L) hat vor kurzem geschlossen,im Moment gibt es im Nobeluhrenladen Totalausverkauf wegen Geschäftsaufgabe. Wer jetzt eine Luxusuhr kaufen möchte muß nach Landshut oder München fahren. In dem Laden wurden Uhren von Rolex, TAG-Heuer, Nomos, Junghans, Breitling und anderen namhaften Herstellern angeboten.
    Im Zuge der Aufgabe von K&L starben und sterben noch andere Bekleidungshäuser, schließlich zog K&L Käufer an den Stadtplatz. Jetzt gibt es einen sehr großen Bekleidungsmarkt vor den Toren der Stadt in dem alles an Markenkleidung angeboten wird was angesagt ist und es gibt einen sehr großen Parkplatz.
    Dieser Entwicklung sollte in kleineren Städten entgegengewirkt werden, was jedoch kaum gelingt. Wie sollte das erst in größeren Städten wie Stuttgart funktionieren ?
    In dieser Richtung gäbe es noch sehr viel zu tun, überall in Deutschland. Aber wenn die Innenstädte autofrei gemacht werden sollten würde sich diese Entwicklung wahrscheinlich noch beschleunigen. Ein wahrer Teufelskreis.
    Gruß aus Oberbayern
    Franz

    Unterwegs mit einem Eura Mobil Profila RS 660 HB

    Weise ist der Mensch, der nicht den Dingen nachtrauert, die er nicht besitzt, sondern sich der Dinge erfreut, die er hat.
    Epiktet, um 50-138 n.Chr. , griechischer Stoiker und Philosoph

  3. #13
    Stammgast   Avatar von Chief_U
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    Standard AW: Autofreie Innenstädte

    Viele Grüsse
    Chief_U / Uwe
    PhoeniX RSL 7100 auf Mercedes Sprinter 516 CDI, Länge: 7,70m, Höhe: 3,60m, zgG: 5,3to

  4. #14
    Stammgast   Avatar von raidy
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    Standard AW: Autofreie Innenstädte

    Zitat Zitat von Chief_U Beitrag anzeigen
    So funktioniert deutsche Umweltpolitik: "Wir machen einfach alles teurer". Irgendwann kann es sich der Bürger einfach nicht mehr leisten und spart.
    Das ist aber keine Umweltpolitik, denn so lange die Mehreinnahmen nicht zu 100% Zweckgebunden für die Umwelt investiert werden ist es eine Einnahmeoptimierung und keine Umweltpolitik.
    Die Mehrheit der Affen bezweifelt, dass der Mensch von ihnen abstammt.

  5. #15
    Kennt sich schon aus   Avatar von fschuen
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    Standard AW: Autofreie Innenstädte

    Zitat Zitat von raidy Beitrag anzeigen
    So funktioniert deutsche Umweltpolitik: "Wir machen einfach alles teurer".
    Wenn ich immer mehr Zugriffe auf eine begrenzte Ressource (Autos > Innenstädte, Menschen > Umwelt) habe, ist das zumindest eine Möglichkeit der Kontingentierung. Aus meiner Sicht die bessere, weil fair. Die Alternative ist: verbieten. Was ist euch lieber?

    Ich glaube, die Autoindustrie hat eine Heidenangst vor Fahrverboten - weil die Menschen entdecken könnten, wie völlig geil eine zumindest tageweise autofreie Innenstadt ist. Aufgrund der gründlichen Gewöhnung merken die meisten schon nicht mehr, wieviel Lebensqualität das ganze Blech in den Städten kostet - egal ob auf der Strasse oder geparkt.

    Gruss Manfred
    http://www.mobildomizil.de - meine Seiten für Wohnmobilfahrerinnen und -fahrer, vornehmlich solche, die auch gern mal Werkzeug in die Hand nehmen.

  6. #16
    Stammgast   Avatar von raidy
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    Standard AW: Autofreie Innenstädte

    Zitat Zitat von fschuen Beitrag anzeigen
    Wenn ich immer mehr Zugriffe auf eine begrenzte Ressource (Autos > Innenstädte, Menschen > Umwelt) habe, ist das zumindest eine Möglichkeit der Kontingentierung. Aus meiner Sicht die bessere, weil fair. .....Gruss Manfred
    Fair? Es ist doch letztlich so dass nur derjenige "begrenzt" wird, welcher es sich einfach nicht leisten kann. Die mit gutem Einkommen interessiert der Spritpreis doch gar nicht.
    Das ist für mich wie "Einfahrt in die Innenstadt nur für Wohlhabende", siehe London. Wirken tut es zweifelsohne, aber eben sozial ungerecht verteilt.
    Die Mehrheit der Affen bezweifelt, dass der Mensch von ihnen abstammt.

  7. #17
    Kennt sich schon aus  
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    Standard AW: Autofreie Innenstädte

    Finde es gut, dass in Stuttgart mal was gegen die lieb gewordenen Gewohnheiten, alles mit dem PKW zu erledigen, gebrochen wird. Nur hätte da bereits Jahre vorher planerisch damit gestartet werden müssen. Nun aber, wie in Stuttgart, den Fahrzeugverkehr von "100 auf 0" zu bringen, ist auch wieder daneben. Bis heute wurden die Verkehrswege in den Städten hauptsächlich für den Fahrzeugverkehr optimiert. Das nun vernünftig zurückzufahren ist mit Sicherheit eine große und langwierige Aufgabe. Hier in Hannover wäre beispielsweise ein Einbahnstraßensystem, außer der beiden Hauptschlagadern, denkbar. Die Hoffnung besteht dabei, dass der Fahrzeugverkehr stark zurückgeht, weil es viel Mühe macht, sich durch das Einbahnstraßensystem zu kämpfen. Gleichzeitig wird durch die schmaleren Fahrstraßen mehr Verkehrsfläche für Fahrräder und Roller geschaffen. Dann könnte man sich auch wirklich mit dem Fahrrad in die Stadt getrauen.
    Die Hoffnung stirbt zuletzt.
    Gruß Hajo

  8. #18
    Stammgast  
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    Standard AW: Autofreie Innenstädte

    Leider klapp es z.Z. nicht Absätze in den Text einzubauan. Schaue ich mir die Leidensfähigkeit der Syltpendler an, was die sich alles bieten lassen für ein paar Euronen mehr, dann ist noch viel Luft fürs Abkassieren, Die von müssen..... das hab ich doch schon einmal irgend wo gelesen. Ja, richtig in alten Stadtgesetzen aus dem Mittelalter. Durchfahrt durchs Stadttor nur für lizensierte Fuhrleute, Lieferverkehr, Reisende mit Passierschein oder hohe Herren mit Privilegien. Ich möchte nicht so weit wie D.Nuhr oder andere gehen, doch kann ich mir manchmal nicht einen gewissen Gedanken an eine Art der Aparheid verkneifen. Das ein weiter so, nicht funktioniert ist mir klar. Mir ist auch bewusst, das keiner wieder auf den entwicklungsstand seiner Ur-Urgroßeltern zurück möchte. Aber dann doch bitte auch neue Ideen und Systeme. Wenn wir das nicht schaffen, dann können wir die Hände gleich in den Schoß legen und warten. Das System mit Mitteln aus dem Mittelalter retten zu wollen, das wird meiner Meinung nicht funktionieren.
    Wer Fahrverbote und Parkverbote vor seiner Tür fordert, der sollte sich nicht wundern, wenn sein Fahrzeug zu einer Immobilie wird

  9. #19
    Kennt sich schon aus   Avatar von fschuen
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    Standard AW: Autofreie Innenstädte

    Zitat Zitat von raidy Beitrag anzeigen
    Fair? Es ist doch letztlich so dass nur derjenige "begrenzt" wird, welcher es sich einfach nicht leisten kann.
    Das ist aus meiner Sicht ein bisschen zu einfach gedacht. Wenn ich meinen ökologischen Fussabdruck in Gedanken auf null reduziere, tun die ersten zehn Prozent nicht sonderlich weh, die letzten zehn Prozent aber enorm. Wenn die Dinge teurer werden, hilft das bei der Unterscheidung, was wichtig ist und was reine Gewohnheit. Und ich habe auch bei ökonomischen Zwängen die Freiheit, zu entscheiden, wo ich jetzt die Finger von lasse. Ein Verbot hingegen kann etwas treffen, was die Mehrheit als "sinnlos" betrachtet, mir persönlich aber wichtig ist - z.B. das Womo Und wenn ich dafür auf etwas verzichte, was eher reine Gewohnheit ist - z.B. jeden Tag Fleisch zu essen - dann hilft das in Summe ja auch.

    Zitat Zitat von raidy Beitrag anzeigen
    Die mit gutem Einkommen interessiert der Spritpreis doch gar nicht.


    Ich würde sagen: die mit niedrigem Einkommen interessiert der Spritpreis nicht, die haben nämlich gar kein Kraftfahrzeug. Die Wohlhabenden sind nämlich gar nicht immer die anderen. Ich vermute mal, dass fast alle hier im Forum zu den reichsten 10% der Weltbevölkerung gehören.

    Gruss Manfred
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  10. #20
    Stammgast  
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    Standard AW: Autofreie Innenstädte

    Als "Landei" kann ich das nicht wirklich beurteilen.

    Ich schätze es sehr, dass man bei uns im Ort überall mit dem Fahrrad hinkommt. Zu meinem Arbeitsplatz fahre ich mit dem Fahrrad zu 90% über gepflasterte Feldwege. Ich kann mir vorstellen, dass Radfahren in der Stadt nicht so spaßig wäre mit den Autoabgasen und auf den Straßen im Wettbewerb mit den Autofahrern. Insofern wäre es wahrscheinlich wirklich sinnvoll, den Radfahrern mehr (exklusiven) Platz auf der Straße einzuräumen. Und ihn damit notwendigerweise für die Autos einzuschränken.

    Es gibt ja Länder, die damit schon weiter sind, als Deutschland - z.B. Holland. Vielleicht sollte man sich an denen orientieren.
    Viele Grüße,
    Kai-Uwe
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