Seite 1 von 7 1 2 3 4 5 6 7 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 61
  1. #1
    Ist öfter hier   Avatar von sonnenscheinfahrer
    Registriert seit
    25.08.2016
    Beiträge
    78

    Standard § 442 BGB Kenntnis des Käufers

    § 442 BGB Kenntnis des Käufers
    Die Rechte des Käufers wegen eines Mangels sind ausgeschlossen, wenn er bei Vertragsschluss den Mangel kennt. Ist dem Käufer ein Mangel infolge grober Fahrlässigkeit unbekannt geblieben, kann der Käufer Rechte wegen dieses Mangels nur geltend machen, wenn der Verkäufer den Mangel arglistig verschwiegen oder eine Garantie für die Beschaffenheit der Sache übernommen hat.


    Situation ist diese:
    Kunde will ein WoMo mit Queensbett und max. 3,5 to - sieht genau das Modell beim Händler stehen.
    Kunde will aber 3.0 Ltr. Motor weil er immer mit Anhänger unterwegs - hierauf will Händler ihm wegen der besseren Bremsen ein Maxi-Fahrwerk verkaufen, da man das ja "auch" auf 3,5 to später ablasten kann!
    Kunde sagt nein, die 3,5 to sind für 3.0 Ltr. Motor + 2.000 kg zugelassen - also auch fahrbar - 3,5 to bleiben.
    Es wird Zusatzausrüstung aufgeschrieben - was dem Verkäufer einfällt und dem Kunden gefällt.
    Bei der Position Anhängerkupplung meint der Verkäufer - "das könnte >> eng << werden"
    Kunde sagt: "Ich brauche die Anhängerkupplung, weil alle meine schweren Teile (Motorradroller, E-Räder, SUPs, Vorzelt, Vorzeltteppich, Grill usw.) in den Anhänger kommen.
    Es wird weiter an Zusatzausrüstung aufgeschrieben
    Etwas Preisnachlass - nicht eine Position der Zusatzausrüstung wurde mit einem Gewicht beziffert - Unterschrift - 2 Monate Lieferverzug - COC Papiere mit tats. Masse Fahrzeugs 3.160 - passt - gezahlt - mit Frau an Bord vom Hof gefahren - nächsten Tag auf die Waage - WoMo LEER mit Fahrer 85 kg und 3/4 (120 Ltr.) Tank => 3.460 kg - Oh, da ist der Kunde mit NICHTS (kein Gepäck, keine Campingausrüstung, kein Essen, kein Trinken, kein Wasser) schon überladen beim Händler vom Hof gefahren.

    Klage auf Rückabwicklung Mitte 2016 - 2. Verhandlungstermin ENDE 2018
    - Es mangelt an der Nutzung mit 4 Sitzplätzen + mind. Nutzlast.
    - Das Fahrzeug war nicht zulassungsfähig, da lt. EG-Typengenehmigung für dieses Fahrzeug mit 3.0 Ltr. Motor nur 40 kg Zusatzausrüstung zugelassen sind, sich KNAUS nicht an seine Typengenehmigung hält und somit ein Fahrzeug außerhalb seiner Typengenehmigung in den Verkehr bringt.

    Richterin läßt durchblicken §442 - Ist dem Käufer ein Mangel infolge grober Fahrlässigkeit unbekannt geblieben kann er keine Rechte geltend machen.

    Bei „eng“ hätte wohl Jeder nachgefragt - dann wäre man als Kunde auf das Problem gestoßen und hätte somit kein Problem mehr - bei „eng“ nicht nachfragen ist somit grob Fahrlässig!

    Außerdem war das Fahrzeug OHNE Zusatzausrüstung zulassungsfähig - da Kunde Zusatzausrüstung will, ist das nun auch sein Problem, denn ohne Zusatzausrüstung hätte er auch kein Problem!


    Nun, das ist so wiedergegeben, wie es verstanden/herausgehört wurde - das ist noch keine gerichtliche Entscheidung.

    Schuldhafte Unkenntnis - eines Kunden beim Fachhandel.
    Grüße vom Tegernsee

    Ulrich

    Wie Leute dich behandeln ist deren Karma. Wie du darauf reagierst ist dein Karma.​

  2. #2
    Moderator   Avatar von AndiEh
    Registriert seit
    09.09.2017
    Ort
    Erlangen
    Beiträge
    1.378

    Standard AW: § 442 BGB Kenntnis des Käufers

    Schwierig.. Kann der Käufer wirklich seine Ahnungslosigkeit glaubhaft machen? Wenn nein, ist nicht die Firma Knaus oder aber der Verkäufer dafür zuständig, dass das Fahrzeug zulassungsfähig ist, das halte ich für Fachwissen. Wenn der Punkt mit der Zulassungsfähigkeit zieht, gilt das für das Fahrzeug nackt, oder mit dem Zubehör, welches vom Werk geliefert wurde. Es wäre ja unsinnig, wenn ich beim Hersteller Zusatzausstattung ordere und wegen dieser Ausstattung kann das Fahrzeug dann nicht zugelassen werden.

    Berichte mal wie das ausgegangen ist. "Denn auf hoher See und vor Gericht begibt man sich in Gottes Hand"

    Gruß
    Andi
    Unterwegs mit einem Knaus Sun Ti 700 MEG 2019
    Goldene Forenregel: „Vergiss niemals, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt!“
    Jeder versteht mal einen Text falsch: hier mal die sehr wahren Worte von MobiLoewe zu diesem Thema: KLICK

  3. #3
    Ist öfter hier   Avatar von sonnenscheinfahrer
    Registriert seit
    25.08.2016
    Beiträge
    78

    Standard AW: § 442 BGB Kenntnis des Käufers

    Zulassungsfähig - in dem Sinne, dass wenn KNAUS die tatsächlich "tatsächliche Masse des Fahrzeugs" in den COC Papier eingetragen hätte, wäre es nicht zugelassen worden.
    KNAUS trägt hier aber falsche Werte ein und erreicht somit die Zulassung, weil für die Zulassungsstelle auf dem Papier ja alles i.O. ist.
    KNAUS hätte das Fahrzeug nie so bauen dürfen, geschweige denn so in den Verkehr bringen dürfen.
    Grüße vom Tegernsee

    Ulrich

    Wie Leute dich behandeln ist deren Karma. Wie du darauf reagierst ist dein Karma.​

  4. #4
    Lernt noch alles kennen  
    Registriert seit
    31.05.2018
    Beiträge
    15

    Standard AW: § 442 BGB Kenntnis des Käufers

    Zitat Zitat von sonnenscheinfahrer Beitrag anzeigen
    Zulassungsfähig - in dem Sinne, dass wenn KNAUS die tatsächlich "tatsächliche Masse des Fahrzeugs" in den COC Papier eingetragen hätte, wäre es nicht zugelassen worden.
    KNAUS trägt hier aber falsche Werte ein und erreicht somit die Zulassung, weil für die Zulassungsstelle auf dem Papier ja alles i.O. ist.
    KNAUS hätte das Fahrzeug nie so bauen dürfen, geschweige denn so in den Verkehr bringen dürfen.
    Hallo Ulrich,

    was bitte kann Knaus dafür wenn der Gute, einmal den Katalog rauf und runter bestellt.
    Sollte das Fahrzeug ohne irgendwelche Anbauten nicht dem im COC aufgeführten Gewicht entsprechen, bin ich bei Dir.

    Der Händler dürfte auch aus der Nummer raussein, da Er Ihm ja ein Maxifahrwerk angeboten hat und eben mit der Aussage das wird eng.
    Es wird wohl so sein das der Kunde alles wußte und genau wußte was Er wollte, also auf gut Deutsch einer der Unbelehrbaren, hab ich in diversen Foren schon selbst erlebt, sobald es ums Gewicht ging.

    Bei meinem Neuen, hab ich erst abgeklärt ob der auflastungsfähig ist, erst als das glasklar wa, hab ich genau das Fahrzeug, mit genau der Fahrgestellnummer meinem Händler abgekauft.
    Es wird ein Chausson 627GA Titanium Modell 2019, hier war zu dem Zeitpunkt das Problem, das es hieß, Ford Transit mit Automatik ist nicht auflastbar, daher hatte ich mich schon auf einen Schalter eingestellt, als ich dann doch erfuhr, geht aufzulasten, aber nur über Goldschmitt und nur ganz bestimmte Fahrzeuge/Fahrgestellnummern.
    Also hab ich, da mein Händler ein solches Fahrzeug gerade auf den Hof bekommen hat, mir die Fahrgestellnummer geben lassen mit dem Hinweis, das ich wenn dann eben genau dieses Fahrzeug haben möchte. Telefonisch und auf der Messe bei Goldschmitt und bei Ford abgeklärt das es so zu machen ist und ich nicht nachher dastehe wie obiger Käufer.
    Setzt natürlich auch voraus das man sich mit der Materie/Problemen die ein solcher Kauf mitsich bringen kann vorher auch beschäftigt und nicht erst wenn der Panz schon im Brunnen liegt.

    Da er ja auch auf die Wagge gefahren ist, unterstelle ich jetzt einfach mal, das Er schon von der Problematik wußte, denn sonst hätte es ja gar keinen Grund gegeben auf die Waage zu fahren.

    Gruß Joche

    Just my 50Cent

  5. #5
    Moderator   Avatar von AndiEh
    Registriert seit
    09.09.2017
    Ort
    Erlangen
    Beiträge
    1.378

    Standard AW: § 442 BGB Kenntnis des Käufers

    Die Frage ist doch, muß in den COC Papieren das tatsächliche Gewicht ab Werk stehen?

    Gruß
    Andi
    Unterwegs mit einem Knaus Sun Ti 700 MEG 2019
    Goldene Forenregel: „Vergiss niemals, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt!“
    Jeder versteht mal einen Text falsch: hier mal die sehr wahren Worte von MobiLoewe zu diesem Thema: KLICK

  6. #6
    Stammgast   Avatar von Alaska
    Registriert seit
    14.01.2014
    Ort
    Taunusstein
    Beiträge
    6.391

    Standard AW: § 442 BGB Kenntnis des Käufers

    Der Kunde wurde darauf hingewiesen das es ein Maxi Fahrwerk gibt,er wurde ferner darauf hingewiesen das es mit der AHK schon eng werden kann,er hat alles ignoriert und jetzt hat er ein Problem,das ist aber alleine von ihm verschuldet weil er das Gewicht der von ihm georderten Zusatzausrüstung nicht bedacht hat.Die Firma Knaus hat da keine Karten im Spiel,eben so wenig der Händler,hier gilt mal wieder der Spruch "gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens".


    Gruß Arno
    Und ist der Berg auch noch so steil,bisserl was geht alleweil

    Bekennender SP und Wackenverweigerer

  7. #7
    Stammgast   Avatar von Jabs
    Registriert seit
    10.12.2012
    Ort
    Braunschweig
    Beiträge
    3.988

    Standard AW: § 442 BGB Kenntnis des Käufers

    Hallo Ulrich,

    deine Frustration kann ich gut nachvollziehen. Manchmal hilft es, "Freud und Leid" in einem Forum zu teilen, was du mit deinem Beitrag hier und im anderen Forum getan hast.

    Aus deinem Beitrag oben habe ich folgendes verstanden: du
    - kennst grundsätzlich die Gewichtsproblematik bei WoMos
    - hast dich für ein 3,5 to Mobil entschieden, dieses zusätzlich mit "schweren" Extras (Motor, Anhängerkupplung, ???) ausgestattet
    - hast die Hinweise (mit dem "Zaunpfahl") des Händlers ignoriert (verstehe ich, manches will man nicht wahrhaben)
    - du hast nun dein "Wunsch" WoMo, es hat nur kaum Zuladungskapazität.

    Meine Empfehlung: laste es auf, ergänze ggf. deinen Führerschein, fahre in den Urlaub und freue dich über dein "Wunsch" WoMo.

    Grüsse Jürgen

  8. #8
    Moderator   Avatar von MobilLoewe
    Registriert seit
    13.01.2011
    Ort
    Metropole Ruhr
    Beiträge
    15.112

    Standard AW: § 442 BGB Kenntnis des Käufers

    Zitat Zitat von sonnenscheinfahrer Beitrag anzeigen
    ... Richterin läßt durchblicken §442 - Ist dem Käufer ein Mangel infolge grober Fahrlässigkeit unbekannt geblieben kann er keine Rechte geltend machen.

    Bei „eng“ hätte wohl Jeder nachgefragt - dann wäre man als Kunde auf das Problem gestoßen und hätte somit kein Problem mehr - bei „eng“ nicht nachfragen ist somit grob Fahrlässig!

    Außerdem war das Fahrzeug OHNE Zusatzausrüstung zulassungsfähig - da Kunde Zusatzausrüstung will, ist das nun auch sein Problem, denn ohne Zusatzausrüstung hätte er auch kein Problem! ...
    Meine Meinung, rein rechtlich hat die Richterin die Situation richtig eingeschätzt.

    Gruß Bernd
    MobilLoewe, unterwegs im Dethleffs Alpa

    Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war. (Bertolt Brecht)

    Moderation im promobil Forum und das geschriebene Wort, sowie PNs an Moderatoren

  9. #9
    Lernt noch alles kennen  
    Registriert seit
    31.05.2018
    Beiträge
    15

    Standard AW: § 442 BGB Kenntnis des Käufers

    Hallo Jürgen,

    Danke, durch Deinen Post ist mir erst bewußt geworden, das "der Kunde" der Ulrich selbst ist.

    Hallo Ulrich,

    Knaus kann nur das Gewicht angeben ohne Zusatzausstattung, da jeder Kunde ein anderes Bedürfniss an Komfort/Zusatzausstattung hat, das werden Sie so wie alle anderen auch getan haben. Weiterhin sind bei allen mir bekannten Herstellern noch +/- 5% Abweichung zulässig, da es im spezifischen Gewicht der Ausbaumateriallien Schwankungen gibt, die der Hersteller nicht beeinflussen kann, so zumindest der einhellige Tenor aller Hersteller.

    Das meiste Zubehör/Zusatzausstattung wird auch nicht bei Knaus im Werk verbaut, sondern üblicherweise bei Deinem Händler, es mag hier Ausnahmen, wie z.B. die Anhängerkupplung geben, aber selbst da bin ich mir nicht sicher ob die nicht erst beim Händler verbaut wird.

    Es ist Schade das es so gekommen ist, aber Du selbst wirst Dir auch etwas Naivität/schlechte Vorbereitung zuschreiben lassen müssen, denn dieses Thema wird in allen Foren und bei allen Typen, egal ob Kastenwagen, TI oder VI diskutiert.

    Wie Jürgen schon schreibt, begrab den Frust, Laste auf, da Du ja eh vor hattest mit Anhänger zu fahren, sind die Einschränkungen über 3,5 To nicht so gravierend, als das man damit nicht leben könnte und genieße Dein Fahrzeug und Deine Freizeit/Urlaub.

    Gruß Jochen

  10. #10
    Super-Moderator   Avatar von Waldbauer
    Registriert seit
    13.01.2011
    Ort
    Zwischen Inn und Salzach
    Beiträge
    8.255

    Standard AW: § 442 BGB Kenntnis des Käufers

    In meinen Augen hat der Verkäufer unfair gehandelt.
    Ein ehrlicher Verkäufer hätte den Kunden darauf hingewiesen dass unter den gegebenen Umständen ein zGG von 3,5 Tonnen nicht reicht.
    Rechtlich ist ihm nichts vorzuwerfen. Eigentlich....
    Gruß aus Oberbayern
    Franz

    Unterwegs mit einem Eura Mobil Profila RS 660 HB

Seite 1 von 7 1 2 3 4 5 6 7 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •