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  1. #41
    Moderator   Avatar von Waldbauer
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    Standard AW: Waldarbeit ist angesagt

    Zitat Zitat von Alaska Beitrag anzeigen
    Hallo, Franz

    Hast Du in Deinem Wald auch Laubholz?

    Gruß Arno
    Der Wald besteht zum größten Teil aus Nadelholz, hauptsächlich Fichten, die jedoch zum größten Teil dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen sind. Nun überwiegen bald die Kiefern, auch viele Tannen stehen da, teilweise 35 Meter hoch. Die Eichen habe ich mal durchgezählt: 55 Stück, starkes Holz, manche davon bis 1 Meter BHD, Eschen gibt es auch, davon sind die meisten jedoch krank, ein eingeschleppter Pilz der nicht bekämpft werden kann macht die kaputt.
    Natürlich habe ich sehr viel nachpflanzen müssen, hier nun sehr viele Laubbäume, es soll ein stabiler Mischwald entstehen. Im letzten Jahr musste ich wegen Käferbefall auf einer Fläche 50 Fichten fällen, auf dieser Fläche habe ich fast nichts gepflanzt, nur ein paar Buchen, den Rest erledigt die Natur, es wächst eine hervorragende Naturverjüngung mit Fichte, Kiefern und Tannen heran, so soll es sein. Dazwischen habe ich einen Eimer voll Eicheln ausgesät, die kommen auch raus. Heuer gibts keine Eicheln, sonst hätte ich vom Eichelhäher welche pflanzen lassen, der macht das nämlich kostenlos. Man muß ihm nur welche bieten.
    Gruß aus Oberbayern
    Franz

    Unterwegs mit einem Eura Mobil Profila RS 660 HB

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  2. #42
    Stammgast   Avatar von HeiGerHH
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    Standard AW: Waldarbeit ist angesagt

    Wir waren am Wochenende, bei dem Sturm, in Schierke, Oberharz, direkt am Brocken. Um 4 Uhr nachts aufgewacht, weil das Womo im Wind wackelte und die nahen hohen Bäume knarrten. In der der Ferne hörte man die Sirenen vom Katastrophenalarm. Kurz danach fuhr ständig die Feuerwehr vorbei. Als es hell wurde konnte man sehen, daß auf dem Campingplatz 2 Bäume umgekippt waren, dazwischen stand ein Zelt. Die Leute konnten ihren 2. Geburtstag feiern.
    Wir wollten dann nach Clausthal-Zellerfeld fahren. Zuerst war die Straße frei, umgekippte Bäume waren schon zersägt und lagen an der Straßenseite. Später lag immer wieder ein Baum auf der Straße, aber nur zur Hälfte, so das man vorbeikam. Ein paar km später war die Straße, die wir fahren wollten gesperrt. Die Feuerwehr stand da und war damit beschäftigt ein Auto unter den umgekippten Bäumen herauszuholen. Also mußten wir eine andere Strecke wählen. Die Straße war aber nach ein paar km auch gesperrt. Also drehen wir erneut um, um nach Schierke zurück und von dort nach Wernigerode zu fahren. Schön wär's. Bei Drei Annen war die Straße gesperrt und bleibt es noch bis mindestens Donnerstag. Also wieder drehen und nach Elend zum x-ten mal fahren. Nach ca. 2 Stunden hatten wir endlich einen Ausweg gefunden und fuhren dann über zig Umwege zur Autobahn und nach hause.
    Außer Wernigerode haben wir nicht viel gesehen. Eine Harzrundfahrt hatten wir uns ganz anders vorgestellt.

    Gruß

    Gerhard
    https://www.heigerhh.jimdo.com
    Heike und Gerhard, unterwegs im Fiat Ducato - Dethleffs Globebus T8





  3. #43
    Stammgast   Avatar von Alaska
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    Standard AW: Waldarbeit ist angesagt

    Franz, der alte Spruch hängt bei mir in Zinn gegossen an der Wand,ich habe ihn beherzigt.

    Gruß Arno
    Und ist der Berg auch noch so steil,bisserl was geht alleweil

    Bekennender SP und Wackenverweigerer

  4. #44
    Moderator   Avatar von Waldbauer
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    Standard AW: Waldarbeit ist angesagt

    Zitat Zitat von Alaska Beitrag anzeigen
    Wir haben hier auch zwei große Holzlagerplätze wo das Holz feucht zwischengelagert wird.Scheint aber nicht für Buchenstämme zu gelten,die werden schon seit Wochen immer wieder in Container mit der Aufschrift "CHINA SHIPPING" verladen,dort scheint Bedarf zu bestehen.

    Gruß Arno
    Im nahen Burghauser Forst werden ca. 40000 Festmeter Stammholz nass gelagert, es wurde aus dem bayerischen Wald herangekarrt, dort hat der Sturm im August verheerendes angerichtet. Die betroffenen Waldbesitzer werden vom Staat mit bis zu 6000 Euro je Hektar unterstützt um die Sturmschäden aufzuarbeiten, für viele Waldbauern dort bestünde sonst ein ernsthaftes existentielles Problem.
    Kleinstwaldbesitzer wie ich bekommen nichts. Ich gehe daran auch nicht zugrunde, die diesjährige Bilanz aus dem Wald ist jedoch wirklich runiös. Ich musste in meinen Waldtraktor was investieren, reichlich 4-stellig, nach dem Verkauf des Brennholzes kommen ca. 1200 Euro in die Kasse.
    Nächste Woche muß ich Sprit für Motorsäge & Co kaufen, 60 Liter ca. 210 Euro....
    Gruß aus Oberbayern
    Franz

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  5. #45
    Stammgast   Avatar von norder
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    Standard AW: Waldarbeit ist angesagt

    Zitat Zitat von Sky Traveller Beitrag anzeigen
    Jaja...

    Bei uns auf dem Lande sind es auch die Bauern, die immer am nachhaltigsten schimpfen und meckern. Angesichts der sozialen Situation insgesamt finde ich das aber doch ziemlich daneben, von daher spricht auch aus deiner Aussage, Rombert, m. E. die unterschwellige Arroganz der besserverdienenden Klasse Deutschlands. Dass ihr das nicht gern hört, ist mir klar.
    Hallo Phil,

    gehörst du nicht auch zu den Besserverdienenden wenn du dir ein Wohnmobil leisten kannst. Hättest die ja für das Geld ja auch ein Stück Wald kaufen können.
    LG
    Hans

  6. #46
    Moderator   Avatar von Waldbauer
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    Standard AW: Waldarbeit ist angesagt

    Zitat Zitat von norder Beitrag anzeigen
    Hallo Phil,

    gehörst du nicht auch zu den Besserverdienenden wenn du dir ein Wohnmobil leisten kannst. Hättest die ja für das Geld ja auch ein Stück Wald kaufen können.
    LG
    Hans

    Ein weiser Rat.
    Phil:
    Hättest du Wald gekauft köntest du jetzt auch mit den reichen Menschen mitreden.
    Und du könntest zusehen wie der Borkenkäfer die Fichten dahinrafft deren Holz du auch im wärmsten Sommer aufarbeiten und zu einem billigen Preis verkaufen musst. Du könntest dich am Erlebnis von starken Winden ergötzen der 35 Meter hohe Fichten und Tannen wie Streichhölzer knickt und wild aufeinenderwirft. Das darfst du dann mit der Motorsäge aufarbeiten, ein besonderes Erlebnis, eine äußerst schwere und sehr gefährliche Arbeit. Besonders groß ist die Freude wenn 3 große Bäume vom Sturm in eine 10 Jahre alte Pflanzung geworfen werden und dort 10 schöne junge Bäume, 5 bis 7 Meter hoch, zerschmettern. Dann darfst du kleine Bäumchen in der Baumschule kaufen, im Waldboden kleine Löcher buddeln ,dafür gibts gutes Werkzeug, die Bäumchen pflanzen und hoffen dass es mal richtige Bäume werden. Erleben wirst du das jedoch nicht mehr.
    Ein- bis zweimal im Jahr darfst du dann mit dem Freischneider im Wald spazierengehen und -wie in meinem Fall - Brombeeren mähen die die kleinen Bäumchen überwuchern, zirka 4 bis 5 Jahre ab dem Pflanzen ist das nötig. Am Abend erinnern dich deine Gliedmaßen nachdrücklich daran dass du den halben Tag ein handgeführtes Motorgerät mit 10 Kilo Gewicht durch unwegsames Gelände getragen hast. Wenn du Douglasien, Tannen und Laubbäume pflanzt, als Ersatz für die gefährdete Fichte darfst du einen Zaun um die Pflanzfläche bauen weil sich sonst die Rehe die schmackhaftesten Teile der Bäumchen einverleiben. In diesem Jahr hatte ich zweimal das Vergnügen Zäune instandsetzen zu müssen weil der Sturm größere Bäume draufgeworfen hat. Du darfst dich an der Tatsache erfreuen dass Spaziergänger durch den Wald gehen und z.B. von 50 gepflanzten Erlen ca. 35 abknicken, die Pflanzen überlebten das bei mir nicht.
    Unter Umständen darfst du dich mit Nachbarn unterhalten die die Bäume die der Sturm umgeworfen hat nicht aufarbeiten damit sie dir den Weg versperren. Hier bin ich jedoch so frei und schneide mir den Weg frei. Du kannst auch damit rechnen dass besonders schöne Fixlängen (5-Meter-Abschnitte) die bis zur Abholung durch den Holztransporter im Wald liegen von jemand anderem abgeholt werden, kostenlos und ohne Bezahlung natürlich.
    Wenn du einen 41 Jahre alten Traktor mit 8500 Betriebsstunden hast, so wie ich, darfst du den eventuell mal in die Werkstatt fahren und die Zylinderköpfe überholen lassen weil der Motor häßliche Geräusche von sich gibt. Ich habe den Traktor heute geholt, die Rechnung habe ich noch nicht, wird wahrscheinlich 4-stellig. Auch einen neuen Anlasser musste ich meinem alten Arbeitsgerät heuer gönnen, der war mit knapp 300 Euro direkt billig.
    Nächste Woche darf ich wieder ein 60-Liter-Fass Aspen- Sonderkraftstoff für € 210,- kaufen, für meine Motorgeräte ist nur das Beste gut genug. An die Firam KOX habe ich erst 130 Euro überwiesen für 4 Ketten und ein Schwert für meine kleine Motorsäge, für Markierspray, für neuen Gehörschutz für den Helm meines Sohnes und noch so Kleinzeugs. Nächstes Jahr darf ich einen neue Schnittschutzhose kaufen, sowas ist ein Verschleißteil und hält 5 Jahre wenn man aufpasst.
    Im Winter müssten eigentlich mehrere starke und hiebsreife Bäume gefällt werden. Bleibt der Holzpreis im Keller lasse ich sie noch ein Jahr stehen und hoffe dass sie nicht kaputtgehen. Sie sind "stockfaul", also überreif und müssen deshalb raus. Es sind schwere Dinger, so dass ich sie mit meinem Traktor samt Seilwinde nicht bewegen kann, also wird über den Maschinenring geeignetes Gerät samt Mann organisiert, macht 60 Euro die Stunde.

    Jaja, wenn man-wie ich- einen Wald erbt wird man schon reich. An Erfahrung.

    Es ist jedoch nicht alles negativ, ich gehe durch den Wald und sehe auch viele Dinge die mir Freude bereiten.


    Nachtrag, Samstag, 4.11.:

    Gestern besah ich eine uralte, sehr starke Erle die am Rand eines Ackers steht der mir gehört. Im Sommer war der Baum normal belaubt. Nun verliert er großflächig die Rinde, er ist also kaputt. Normalerweise macht man die Fällung im Winter, ich muß jedoch zur Fällung in den Acker gehen. Dort stand Körnermais, er wurde diese Woche abgeerntet. Der Pächter wird kurzfristig den Acker pflügen und wahrscheinlich Winterweizen anbauen. Also muß der Baum weg bevor das geschieht, in ein frisch bestelltes Feld fährt man nicht mit dem Traktor. Ausserdem wird der Baum bei der Fällung in dieses Feld fallen, er muß dort aufgearbeitet und per Seilwinde rausgezogen werden.
    Einen derart großen Laubbaum fällt man normalerweise nicht allein, das ist zu gefährlich.
    Ich habe soeben meinen jüngeren Sohn angerufen ob er mir helfen kann.
    Er hat keine Zeit, Einkaufen fahren und Winterräder aufs Auto montieren ist wichtiger.
    Also werde ich doch allein fällen müssen.
    Geändert von Waldbauer (04.11.2017 um 09:51 Uhr)
    Gruß aus Oberbayern
    Franz

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    https://www.promobil.de/forum/threads/35607-So-arbeiten-unsere-Moderatoren

  7. #47
    Stammgast   Avatar von walter7149
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    Standard AW: Waldarbeit ist angesagt

    Bravo Franz, sehr gut geschrieben !

    Einmal selbst sehen, erleben und ausprobieren, ist mehr als 100 Neuigkeiten hören oder lesen.
    Grüße von Walter aus Selbu - Hilsen fra Walter fra Selbu

  8. #48
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    Standard AW: Waldarbeit ist angesagt

    Lieber Franz,

    ich hoffe Dein Beitrag öffnet manchen Unbedarften und Unwissenden die Augen. Danke für diese Aufklärung!

    Gruß
    Rombert

  9. #49

    Standard AW: Waldarbeit ist angesagt

    Sehr beeindruckend Franz, da werde ich bei meinen nächsten Waldwanderungen mit noch offeneren Augen unterwegs sein.
    Über solche Probleme eines Waldbesitzers habe ich mir bis jetzt noch nie Gedanken gemacht.

    Micha
    Grüße Michael

  10. #50
    Stammgast   Avatar von Alaska
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    Standard AW: Waldarbeit ist angesagt

    Ja Franz, da hat mal der Experte geschrieben,ist schon sehr interessant.Diese Dinge wissen die wenigsten.Ich setze mich jetzt auf meinen Rasentraktor und sammele mal wieder Laub ein,daraus baue ich die " Villa" für meinen "hauseigenen" Igel.

    Gruß Arno
    Und ist der Berg auch noch so steil,bisserl was geht alleweil

    Bekennender SP und Wackenverweigerer

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