Stellplatz-Radar: 12.000 Stellplätze in einer App für iOS und Android.
Seite 1 von 6 1 2 3 4 5 6 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 57
  1. #1
    Kennt sich schon aus   Avatar von avm75
    Registriert seit
    07.12.2016
    Ort
    Goch, NRW
    Beiträge
    416

    Beitrag Einbaubericht: Stromversorgung Hymer C614SL

    Hallo zusammen,

    ursprünglich im "blauen" Forum gepostet, wurde ich gefragt, ob ich mein "Projekt" hier nicht fortsetzen möchte.
    Da ich glaube, dass vielleicht meine Überlegungen, insbesondere aber die bisher gemachten Bilder, für andere hilfreich sein könnten, habe ich mich entschlossen, den bisherigen Fortschritt hier auch zu dokumentieren:
    Ich teile dabei mal auf mehrere Beiträge auf, damit es lesbar bleibt.

    1. Ausgangssituation:
    nachdem unser kleines Gewichtsproblem (auch dazu kann ich gerne berichten) sich dem Ende nähert bzw. bereits ein glückliches gefunden hatte, widmete ich mich der nächsten "Baustelle": der Energieversorgung.
    Im Sommer, genauer im September diesen Jahres hatten wir uns ein neues, gebrauchtes, Wohnmobil gegönnt, einen Hymer Camp 614SL. Für die Herbstferien hatten wir eine erste kleine Tour geplant und dafür natürlich einige Vorbereitungen getroffen.
    Selbstverständlich wurde auch das ein oder andere getestet. Bei der Abholung war die Aufbaubatterie leider entleert, hatte sich aber auf dem Weg nach Hause ordentlich laden lassen, trotzdem galt daher mein Augenmerk insbesondere auch der Betriebstauglichkeit ohne Landstrom. Ganz im Eimer war die Batterie wohl noch nicht, allerdings auch nicht mehr das, was man als "ganz fit" bezeichnet. So war z.B. nach 2 Wochen Standzeit (unbenutzt) ohne Landstrom der Betrieb der Heizung (Truma C 6002 EH) kaum möglich, da die Spannung der Batterie so gering war bzw. so stark einbrach, dass es für das Gebläse nicht ausreichte und die Anlage auf Störung schaltete.
    Die Batterie sollte also erneuert werden, verbaut war bis dahin eine Exide ES-900 (80Ah). Der WoMo-Händler hat mir bei der Abholung zugesagt, mir kostenlos Ersatz zu leisten, auf Nachfrage hätte ich von ihm für 100,00 EUR zusätzlich sogar eine zweite Batterie erhalten.

    Beim letzten WoMo hatte ich relativ früh nach dem Kauf eine Solaranlage installiert, da damals eine der Aufbaubatterien das Zeitliche gesegnet hatte, bot es sich an, das alles in einem Abwasch zu erledigen. 2013 hatte ich mich von diesem Einbaubericht inspirieren lassen: Jetzt wird Saft gemacht.
    Durch meine Ausbildung als Radio- und Fernsehtechniker habe ich solide Grundkenntnisse im Bereich Elektrik/Elektronik. Zwar arbeite ich seit gut 20 Jahren nicht mehr in dem Beruf, eine gewisse technische Affinität und hohe Spielerei-Begeisterung ist jedoch geblieben.
    So ging es also daran, den Umbau zu planen.
    Great minds discuss ideas. Average minds discuss events. Small minds disuss people.
    - Eleanor Roosevelt

  2. #2
    Kennt sich schon aus   Avatar von avm75
    Registriert seit
    07.12.2016
    Ort
    Goch, NRW
    Beiträge
    416

    Standard AW: Einbaubericht: Stromversorgung Hymer C614SL

    2. Überlegungen
    Leider hatte ich von dem Händler bislang keine Information erhalten, welche Marke, Kapazität oder Batterieart ich von ihm bekommen würde. Er hatte mir lediglich gesagt, dass sie diese Batterien immer verbauen würden, sie in den Ducato passen und keine Probleme machen würden.
    Ich ging aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit dem Händler (welche nicht schlecht waren) davon aus, dass es sich NICHT um Markenware handeln würde, und vermutlich auch keine AGM oder Gelbatterien bereit stehen würden.
    Neben der Batterie überlegte ich aber auch, im gleichen Atemzug eine Solaranlage zu verbauen, um uns zumindest für 1-2 Tage autark werden zu lassen.
    Leider war bzw. ist der Platz auf dem Dach durch die verbaute Sat-Anlage bereits sehr stark eingeschränkt:





    Ziel wären 2x 100 W, wie vorher im alten WoMo auch. Der Alkoven ist komplett aus GFK, zudem aber auch gekrümmt.

    Im Heckbereich stehen mir rechts von der kleinen Dachluke ca. 120 x 55 cm zur Verfügung, links von der Luke auch etwas mehr. Rechts wird der Platz begrenzt durch das Kabel der Sat-Anlage, sowie die Dachdurchführung. Diese zu versetzen macht wenig Sinn. Den Platz vor der Sat-Anlage habe ich gar nicht erst vermessen, bei aufgestellter Sat-Anlage wäre hier ein Modul die Hälfte des Tages beschattet. Die meisten Module am Markt sind in der Regel länger.
    Somit blieb mir nur die Leistung und damit die Größe der Module zu verringern oder auf flexible Module auszuweichen. Letzteres scheint mir attraktiver, nicht nur wegen der Leistung, aber auch wegen des Gewichts.
    Einen Vorteil sehe ich u.a. auch darin, später möglicherweise gleiche Module auf dem Alkoven nachzurüsten, wenngleich ich das Bestücken des Alkovens irgendwie noch ausgrenze, irgendwie widerstrebt mir das, kann aber nicht erklären, warum.
    Blieben also noch die Batterien. Das Angebot des Händlers war schön günstig, allerdings war unklar, was ich bekommen würde. Vielleicht doch selbst etwas besorgen und die erneute Zusatzausgabe zähneknirschend in Kauf nehmen? Welche Batterieart? Nass, Gel, AGM? Im Hinblick auf unsere Nutzung und die Idee, später auch einen Wechselrichter für's Kaffeekochen nachzurüsten wäre AGM die erste Wahl, allerdings las ich von Problemen im Zusammenhang mit Schaudt EBL. Bei uns ist ein EBL 100 verbaut. Also doch Gel? Zugegebenermaßen hatte ich die Sitze noch nicht abmontiert, wusste also nicht wie viel Platz mir unter dem Beifahrersitz zur Verfügung stand.
    Alternativ habe ich mal über LiFeYPo4 nachgedacht, aufgrund der Kosten und der doch recht komplexen Materie habe ich diesen Gedanken jedoch recht schnell verworfen.
    Nach erneuter Rücksprache mit dem Händler bestätigte sich mein Verdacht: Diese BS-Batterie wollte er mir zur Verfügung stellen.
    Hm. BS unter dem Sitz fand ich tatsächlich doof, auch wenn es die günstigste Lösung wäre und dem Wechselrichter (der ja noch gar nicht da war) etwas entgegen gekommen wäre. Aber unter dem Sitz sinnvoll den Füllstand kontrollieren? Deshalb war ich zunächst wieder bei GEL. Für AGM fehlt unserem WoMo die Ladetechnik, und alles umbauen wollte ich ursprünglich einfach nicht. Im Nachhinein hab ich doch mehr gemacht, als geplant, aber ich will nicht spoilern...
    An dieser Stelle machte mich Charly (ich-bins) auf die BK-Batterie aufmerksam. Ich habe mich in die Materie eingelesen, viele Fragen gestellt, usw. - zum Schluß stand die Entscheidung: es werden Bleikristall-Batterien.
    Auch bei den weiteren Überlegungen hat Charly mich maßgeblich unterstützt, natürlich kamen aber von allen Seiten Vorschläge und Ideen.
    Dazu gehörten unter anderem auch Gedanken zur vorhandenen Ladetechnik und dem zu verbauenden Laderegler. Aus dem Schaudt EBL kommen nicht mehr als 14,3 V Ladespannung, das schadet den BK-Batterien zwar nicht, macht sie aber eben auch nicht voll. In der Werkstatt hatte ich noch ein CTEK MXS 5.0 herum liegen, das macht die 14,7 V, regelt später allerdings auf 13,6 V herunter. Somit wurde dies kurzerhand als Ergänzung zum EBL eingeplant.
    Damit war zumindest schon geklärt, wie die Batterien voll werden, wenn man nur Landstrom zur Verfügung hätte.


    Der Rest ist natürlich eine Frage des Reiseverhaltens. Wir haben für uns festgestellt, dass wir CP bevorzugen werden und bei gutem Wetter auch eher länger an einem Standort bleiben. Aber: Gleich unsere erste Tour mit dem neuen WoMo, 1 Woche in den Herbstferien, hat uns gezeigt, dass wir bei schlechterem Wetter ein bisschen herumfahren wollen. Und dann vielleicht auch mal mehr Strom aus den Batterien brauchen. Dazu kommen folgende Überlegungen: Wir fahren wintertags auch gerne mal für 1-2 Tage zum Skifahren z.B. nach Winterberg. Selbst wenn wir dann am SP einen Stromanschluss hätten, haben wir diesen auf dem normalen Parkplatz nicht. Unser Hund würde dann aber im WoMo bleiben und wir immer wieder mal dorthin zurück. Unsere Tochter ist erst 6 Jahre und braucht ab und an mal nen heißen Kakao oder auch einfach Pause. Dann sollte das WoMo beheizt sein. Nachschub aus der Solaranlage käme dann möglicherweise nicht, je nachdem wie man steht. Im Sommer: Vielleicht mal ein langes Wochenende in den Harz oder in den Arnsberger Wald zum Rennrad- und/oder Mountainbike-Fahren. Im Wald oder auch im Winter im Sauerland bringt Solar quasi nix, ein Ladebooster hingegen würde nicht helfen, wenn man nicht fährt. Die Wahrheit (für uns) schien irgendwie in der Mitte zu liegen, wie so oft.
    Das Lastenheft beinhaltete also jetzt:
    1. zwei neue Bleikristall-Batterien - welche war zu diesem Zeitpunkt noch unklar.
    2. Batteriemonitor
    3. Ladebooster
    4. Wechselrichter
    5. Solaranlage
    Die Reihenfolge ist dem Wetter und der Jahreszeit geschuldet. Im Dezember tue ich mit der Solaranlage schlicht weniger als mit dem Booster, daher habe ich die zunächst hinten angestellt.
    Geändert von MobilLoewe (09.11.2018 um 21:26 Uhr)
    Great minds discuss ideas. Average minds discuss events. Small minds disuss people.
    - Eleanor Roosevelt

  3. #3
    Kennt sich schon aus   Avatar von avm75
    Registriert seit
    07.12.2016
    Ort
    Goch, NRW
    Beiträge
    416

    Standard AW: Einbaubericht: Stromversorgung Hymer C614SL

    Korrektur als Mod nach Absprache, hier ein Link zum Beitrag mit Bildern (nicht jeder User kann die sehen): https://www.promobil.de/forum/thread...233#post559233

    3. Planung

    A. Batterien
    Zunächst galt es nun mal zu ermitteln, welche Batterien überhaupt wohin passen würden. Also erst mal Bestandsaufnahme:







    Links unter dem Fahrersitz der EBL und die alte Aufbaubatterie. Die Starterbatterie, wie beim Ducato üblich unter dem Fahrerfußraum (unter der schwarzen Metallklappe). Unter dem Beifahrersitz viel Platz, nur dieser olle Schaudt Adapter im Weg. Aber der würde sich doch wohl verlegen lassen...
    Bei den Bildern kam die Idee auf, vielleicht auch 100 Ah Batterien zu verbauen, möglicherweise sogar 3 Stk., alternativ auch von den kleineren, je nachdem, was der Platz hergeben würde.
    Also hab ich mir den Platz unter dem Beifahrersitz mal genauer angeschaut. Die 100Ah Batterie von Powertrust ist ca. 4,5cm höher als die 65Ah-Variante. Die Exide ist 19,5cm hoch und passte gut rein. Allerdings scheint die Matte unter dem Beifahrersitz anders gestaltet zu sein als unter dem Fahrersitz. Ein bisschen Höhe könnte ich gewinnen durch Entfernen der Gummimatte. Zum einen, das sieht man auf dem Bild oben nicht gut, wird die Höhe nach vorne geringer, der Fahrzeugboden hat dort eine kleine Steigung. Ganz vorne ist grundsätzlich ca. 1 cm weniger in der Höhe als hinten. Zum anderen stören diese Hubbel ein wenig.
    Also fix die Matte heraus geschnitten:







    Das hat richtig Platz gemacht, teilweise bis zu 4 Zentimeter. Eine Möglichkeit der Befestigung der Batterien ist so auch gleich mit aufgetaucht. Nur der Kabelstrang im vorderen Sitzbereich störte...
    Kurzerhand habe ich mir eine Batterie besorgt, ganz neuartige Technik:
    Es handelte sich um eine PP-Zellstoff-Batterie. Laut Hersteller ist das Teil unschlagbar im Gewicht, kurzschlussfest und absolut sicher. Sie kann tiefentladen werden, die Ladetechnik und Ladeschlußspannung ist ihr vollkommen egal, selbst mit dem Handyladekabel oder einer 1,5V Mignon-Zelle soll man laden können. Eigentlich soll man sogar gar nicht aufladen, steht zumindest drauf. Keinerlei Selbstentladung, selbst bei längerer Nichtbenutzung. Kälte oder Hitze machen ihr nichts aus, nur mit Wasser und auch direktem Feuer muss man wohl vorsichtig sein. Und wahnsinnig günstig ist sie auch noch.
    Bisher bin ich schwer beeindruckt, Größe ist absolut identisch mit den BK-Batterien, wiegen tun sie fast nichts. Lediglich die Verarbeitung lässt zu wünschen übrig. Aber gut, bei dem Preis...



    Mit diesem Modell wollte ich nun testen, ob es passen würde. Das Ergebnis war leider nicht das erhoffte bzw. erwünschte: 2x 100 Ah passen auf keinen Fall unter den Sitz!

    Egal wie ich den Karton eingesetzt hatte, sobald der Sitz wieder drauf war, hatten die Pole Kontakt zur metallischen Drehkonsole. Nachdem ich den Sitz wieder herunter genommen hatte, waren sie auch ab.
    Selbst wenn man zwischen Sitzkonsole und Drehkonsole auflagern würde bliebe es mit so viel Aufwand verbunden und am Ende doch noch so knapp, dass ich das Risiko schlicht nicht eingehen wollte.





    Sicherlich hätte ich hier noch weiter experimentieren können, aber auf Gedeih und Verderb 2x 100 Ah unter den/die Sitz(e) zu pressen, ist ja nun wirklich nicht nötig. Das wären äquivalent 440 Ah an Gelbatterien, eine Größenordnung, die man sonst nur in den Dickschiffen findet.
    Dazu die Gewichtsthematik:
    2 Gelbatterien wären 2x 27,1 = 54,2 kg gewesen. Also 27,0 kg mehr als vor dem Umbau (ihr erinnert euch, unser WoMo hatte ja Gewichtsprobleme).
    3 Stk. 100 Ah Bleikristall wären 3x 31,5 = 94,5 kg. Puh.... Das würde die ohnehin knappe Zuladung dann schon ordentlich begrenzen...
    Auch wenn es traumhaft viel Kapazität gewesen wäre.
    Manchmal muss man die Kirche aber auch im Dorf lassen: Gewichts- und Kapazitätstechnisch passte die 65er schon, denke ich. statt 80 Ah nutzbarer Kapazität bei 2 Gelbatterien hätte ich dann bis zu 130 Ah, bei 2x 21,0 = 42,0 kg. Also 12 kg gespart zu den Gelbatterien oder anders herum nur 15 kg Zusatzgewicht zu vorher...

    Hier ein Datenblatt zur schlussendlich ausgewählten Batterie.
    Geändert von MobilLoewe (09.11.2018 um 21:44 Uhr)
    Great minds discuss ideas. Average minds discuss events. Small minds disuss people.
    - Eleanor Roosevelt

  4. #4
    Kennt sich schon aus   Avatar von avm75
    Registriert seit
    07.12.2016
    Ort
    Goch, NRW
    Beiträge
    416

    Standard AW: Einbaubericht: Stromversorgung Hymer C614SL

    3. Planung
    B. Verkabelung und Verteilung
    Nachdem nun klar war, welche und wie viele Batterien, galt es zu klären, mit welchem Querschnitt ich welches Kabel wohin legen wollte und wie hoch welche Leitung abzusichern wäre.
    In Bezug auf den Verteiler habe ich mich für diesen entschieden: Safety-Hub
    Kostet ein bißchen was, ist m.E. aber alternativlos.

    In Bezug auf andere Komponenten war ich zu diesem Zeitpunkt eigentlich auch schon festgelegt, ich hatte mich auf den Victron BMV-702 Batteriecomputer und den Votronic VCC 1212-45 als Ladebooster eingeschossen.
    Aus den jetzt vorliegenden Informationen entstand dann dieser Plan:

    Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht 

Name:	Schaltplan Version 1.4.jpg 
Hits:	163 
Größe:	38,9 KB 
ID:	21907

    In die Leitung vom EBL zur Starterbatterie habe ich ein D+ gesteuertes Öffner-Relais geplant, damit nicht im Kreis geladen wird bei der Fahrt. Zur Erklärung: Sobald der Booster einschaltet, dürfte die Spannung an den Aufbaubatterien höher sein, als die an der Starterbatterie. Der Booster verhindert über Sperrdioden, dass der Strom von den Aufbaubatterien zurück fließt. Das serienmäßige Trennrelais im EBL ist geschlossen, damit die Aufbaubatterien während der Fahrt über die LiMa aufgeladen werden können. Also nimmt der Strom halt diesen Weg und fließt darüber zurück in die Starterbatterie. Und von da über den Booster wieder in die Aufbaubatterien, usw.

    Zusätzlich habe ich eine Sicherung am Minuspol des Batteriesatzes vorgesehen. Das der Pluspol abzusichern ist, ist klar. Letztlich bleibt am Batterie-Pluspol aber immer eine kurze spannungsführende Strecke, bis eben zur Sicherung.
    Gerade in der Einbausituation unter dem Sitz kann es, z.B. durch eine durchschlagende Sitzfeder, oder auch dadurch, dass die Batteriehalterung sich löst, an diesem kurzen Stück zu einem Masseschluss kommen. Bei so starken Strömen und diesen Kabelquerschnitten ist es nicht ausgeschlossen, dass das Kabel eine dauerhafte Bindung mit dem Metall eingeht und Dauerströme fließen. Dann fliegt die 100A Sicherung in der Minusleitung. Dient also der Brandvermeidung.
    Die Idee stammt nicht von mir, leuchtete mir nach Erklärung aber sofort ein, weshalb ich sie auch berücksichtigt habe.

    Genug geplant und theoretisiert, so langsam wurde es jetzt mal Zeit in die praktische Phase zu wechseln.
    Aber erst mal muss Material ran, und zwar doch einiges:

    Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht 

Name:	Kostenuebersicht.jpg 
Hits:	126 
Größe:	41,6 KB 
ID:	21908

    Wir wohnen in einem Dorf. Da gibt es genau gar kein Geschäft, wenn man den Friedhof, die Kirche und die ogligatorische Dorf-Kneipe nicht mitrechnet.
    Wenn man aus dem Dorf heraus fährt - das geht nur in eine Richtung, in der anderen liegt Holland - kommt man durch weitere Dörfer in ein Städtchen. Da gibt's auch nix. Trotzdem habe ich es versucht. Bis ins ca. 70 km entfernte Ruhrgebiet bin ich gefahren. Nach insgesamt ca. 6 Std. vergeudeter Lebenszeit, lächerlichen 170 km Autofahrt und letztendlich keiner nennenswerten Ausbeute habe ich dann aber doch alles im Internet bestellt.
    Ich habe selbst vor einigen Jahren ein Einzelhandelsgeschäft betrieben und versuche grundsätzlich auch vor Ort im Fachhandel zu kaufen, bin auch bereit angemessen mehr zu bezahlen, als im Internet, stelle aber zunehmend fest, dass allein die Suche nach vielen Dingen einfach nur zeitraubend, jedoch nicht zielführend ist...
    Naja, einige Tage später war alles da und es konnte endlich los gehen.
    Geändert von avm75 (29.12.2016 um 21:10 Uhr) Grund: Bilder geändert
    Great minds discuss ideas. Average minds discuss events. Small minds disuss people.
    - Eleanor Roosevelt

  5. #5
    Kennt sich schon aus   Avatar von avm75
    Registriert seit
    07.12.2016
    Ort
    Goch, NRW
    Beiträge
    416

    Standard AW: Einbaubericht: Stromversorgung Hymer C614SL

    4. Einbau
    Teil 1
    Nachdem so nach und nach alles an Material eintrudelte, legte ich endlich los und hab erst mal das halbe WoMo zerlegt.
    Schnell wurde klar, so einfach, wie ich mir das alles vorgestellt hatte, würde es nicht werden, denn es war mehr im Argen, als ich gedacht hatte.

    So habe ich die Verkabelung am EBL vorgefunden:


    Weiter oben in einem der Bilder sieht man, dass dieser Kabelwust, von oben betrachtet, rechts am EBL vorbei geführt wurde.
    Die beiden Lautsprecherkabel am Block 5 des EBL versorgten zum eine 3-fach Steckdose für 12V und TV im Wohnraum, auf der anderen Leitung lag die Sat-Anlage, eine weitere 12V Steckdose für einen Sat-Receiver im Schrank über dem Kühlschrank und zu guter Letzt der TV beim Heckbett. Das wollte ich ändern, denn man hat hier Reserve-Anschlüsse genutzt, die nicht über das Bedienpanel von den Batterien getrennt werden. Dabei soll der TV im Wohnraum tatsächlich auch während der Fahrt nutzbar sein, so kann unsere Kleine auch während der Fahrt mal eine DVD schauen, wenn die Strecke weiter ist. Der Rest sollte so verkabelt werden, dass die Dinge nur funktionieren, wenn das Bedienpanel eingeschaltet ist.

    Auch hier bestand noch Handlungsbedarf:



    Der abgefackelte Pin war mal der D+ Stützpunkt, da ist wohl irgendwann bei einem der Vorbesitzer mal was schief gegangen.
    Auch an Block 2 gab es schon thermische Verfärbungen:



    Als erstes habe ich dann mal Platz gemacht: EBL ausgebaut, vorhandene Verkabelung "neu" verlegt.
    Gleichzeitig habe ich die MNL-Stecker soweit es geht getauscht/neu verkabelt.
    Bei der Gelegenheit war der EBL sowieso kurz ausgebaut, somit konnte ich mir den mal näher angucken. Der D+ Stützpunkt ist leider nicht zur retten:



    In der Buchse steckte noch ein durchgeschmorter Buchsenkontakt, den konnte ich zumindest zur Hälfte entfernen, so dass der neue MNL Stecker wieder hinein passt.
    Innen war so ohne weiteres nichts zu machen, ein Teil der Leiterbahn ist weg geschmort:



    Dies wäre noch halbwegs zu richten gewesen, allerdings hatte ich keine MNL-Einlötbuchse bestellt. Der Tausch wäre ohnehin nur optischer Natur, technisch ist er nicht notwendig. Bei Gelegenheit werde ich mal irgendwo eine Einbaubuchse bestellen und das dann richten. Für den Augenblick lasse ich es so.

    Bei der Verkabelung waren wirklich Experten am Werk. Auf den vorherigen Bildern sieht man das ja schon ansatzweise. Dort wurde mit viel zu kleinen Kabeldieben an den Kabeln abgegriffen, anstatt noch freie Anschlüsse zu belegen. Aber auch (vermutlich) ab Werk hat man besonders hübsch gearbeitet:



    Dieses Meisterwerk der Lötkunst war mit Isolierband umwickelt. Die Lötstelle habe ich für den Augenblick so gelassen, bei Gelegenheit wird das mal ordentlich auf eine Klemmleiste umgelegt. Damit es nicht ganz so grausig aussieht ist jetzt aber zumindest mit Schrumpfschlauch isoliert.

    Im nächsten Teil folgt dann die restliche Verkabelung.
    Great minds discuss ideas. Average minds discuss events. Small minds disuss people.
    - Eleanor Roosevelt

  6. #6
    Kennt sich schon aus   Avatar von avm75
    Registriert seit
    07.12.2016
    Ort
    Goch, NRW
    Beiträge
    416

    Standard AW: Einbaubericht: Stromversorgung Hymer C614SL

    4. Einbau
    Teil 2
    Mann, was 'ne Quälerei! Nach dem Tag hatte ich Rücken und Knie...

    Leider bin ich auch an diesem Tag nicht ganz fertig geworden, vieles hat deutlich mehr aufgehalten, als ich angenommen hatte.
    Aber ich bin schon relativ weit gekommen:

    Der EBL war neu verkabelt, lediglich den hinteren TV und die Gasfernanzeige musste ich noch anschließen, das sind die beiden Kabel, die auf dem folgenden Bild da vorne noch rum liegen.
    Insgesamt sieht es jetzt ein bisschen aufgeräumter aus und ist deutlich ordentlicher. Die Kabel gehen jetzt unter der Holzplatte her, vorher war der Kabelbaum neben den EBL gequetscht.
    Die angekokelten MNL-Stecker habe ich getauscht, alle Hülsen wieder zugebogen, überall Kontaktspray drauf.



    Links neben dem EBL lag vorher die komplette Verkabelung des EBL. Unter dem ganzen Wust lag noch die Leitungssicherung Wohnraumbatterie-EBL (50A). Diese habe ich ausgebaut, ist jetzt über die Verteilung abgesichert.
    Hier im Bild sieht man schon das D+ gesteuerte Relais für die Trennung der Starterbatterie vom Aufbau während der Fahrt. Das habe ich später noch anders montiert.
    Die Verkabelung Starterbatter -> Booster samt D+ Leitung fehlte noch, zum Schluss fehlte es einfach am Licht, um da noch weiter zu machen.
    Das CTEK samt Steck- und Abzweigdose war noch nicht angschlossen. Ich musste mir erst mal anschauen, wie die 230V-Verteilung genau aufgebaut ist.

    Die Verteilung an der Rückseite des Fahrersitzes ist an diesem Tag aber fertig geworden:



    War ganz schön eng dort. Eigentlich wollte ich später den Solarladeregler auch hier platzieren, das wird aber nichts. Irgendwo müssen ja auch die ganzen Kabel hin. Das ein oder andere Kabel gehört noch ein bisschen gerückt, aber insgesamt ist das hier fertig. Was ich noch nicht weiß: Für den Wechselrichter und die Solaranlage müssen da irgendwo noch je zwei 16 mm² und 35 mm² Leitungen lang. Keine Ahnung, wie die da noch hinpassen sollen
    Auf der Rückseite hängt der, bereits an der Verteilung angeschlossene, Booster.
    Auf der Beifahrerseite sah es dann so aus:



    Beide Batterien verbaut, parallel geschaltet und befestigt mit dem Spanngurt, welcher auf beiden Seiten um das dicke, untere Rohr der Sitzkonsole geht. Die Schoner habe ich per Zufall für 'nen 5er im Baumarkt entdeckt, kamen mir gerade recht. Das Blaue ganz rechts ist der Schaudt-Adapter, der jetzt hochkant rechts neben den Batterien steht. Die Stecker, Kabel und Sicherungen zeigen zur Beifahrertüre, so kommt man noch relativ einfach dran, man muss nur die seitliche Konsolenverkleidung abnehmen, das sind nur 3 Schrauben. Die Batterien stehen so bombenfest, und alles passt fein unter den Sitz
    Das 50mm²-Kabel war echt störrisch, da muss ich auch noch mal ran, das gefällt mir noch nicht so, wie es liegt.
    Natürlich muss die ganze Mimik ordentlich abgesichert sein, analog zur Fahrerseite habe ich das auf der Rückseite des Beifahrersitz erledigt:



    Hier fehlte nur noch die Leitung vom Shunt zur Starterbatterie, die wollte ich gleichzeitig mit den Kabeln für den Booster legen. Ansonsten musste ich mir noch einen Einbauort für den BMV-702 suchen, da war ich noch unschlüssig. Das Kabel wollte ich dementsprechend später noch hübsch unter die Bodenabdeckung legen.

    Einen Tag später fiel mir aber zunächst auf, dass ich den Shunt, schusselig wie ich bin, verkehrt herum eingebaut hatte. Das habe ich erst mal korrigiert.
    Auch fiel mir hier endlich auf, dass ich die Temperaturkompensationsfühler für Booster und den später noch einzubauenden Solarladeregler vergessen hatte mit zu bestellen. Habe ich dann schnell nachgeholt.
    Da auch ich ab und an arbeiten muss, ging es erst ein paar Tage später in Teil 3 weiter.
    Great minds discuss ideas. Average minds discuss events. Small minds disuss people.
    - Eleanor Roosevelt

  7. #7
    Kennt sich schon aus   Avatar von avm75
    Registriert seit
    07.12.2016
    Ort
    Goch, NRW
    Beiträge
    416

    Standard AW: Einbaubericht: Stromversorgung Hymer C614SL

    4. Einbau
    Teil 3
    Viel fehlte ja nicht mehr. Der Booster musste noch verkabelt werden und das ein oder andere an Kleinkram. Nichts wildes. Ende in Sicht. Juchhe...

    Bereits nach kurzer Zeit konnte ich diesen erfreulichen Zwischenstand fotografieren:



    Mit den normalen Batteriepolabdeckungen war mir das zu fummelig, daher habe ich mich zur Polabdeckung für eine Schaumstoffmatte entschieden. Die Beifahrerseite wäre damit erst mal fertig.

    Unter dem Fahrersitz habe ich die bisherige Planung noch ein wenig verändert:



    Kaum zu glauben, aber ich brauchte den Platz zwischen Booster und EBL tatsächlich doch nicht mehr
    Das Relais und der Trittstufensummer mussten einer sehr schmalen Doppelsteckdose (Feuchtraum) weichen. Den (geschraubten) Kaltgerätestecker vom EBL-Kabel habe ich demontiert, das nun lose Ende entsprechend für die Steckdose benutzt. Ein nicht mehr benötigtes Kaltgerätekabel habe ich eingekürzt und den Winkelstecker dort wieder montiert. Eine Steckdose ist für die Versorgung des EBL, die andere versorgt das CTEK Ladegerät. Dieses wiederum hängt überkopf in der hinteren Sitzkonsolenabdeckung. Das passt wunderbar. Damit es auch anderweitig benutzt werden kann, ist es nur mit sehr starkem Klett befestigt. Auch für das Relais habe ich einen hübschen Platz gefunden: Das originale Relais im EBL ist an der Rückwand desselbigen festgeschraubt. Die durch das Gehäuse führende Schraube nutze ich auf der Aussenseite für die Befestigung meines neuen Relais. Somit sitzt es dann direkt über den Anschlussklemmen am EBL. Sieht man auf dem Bild aber noch nicht. Muss ich bei Gelegenheit nochmal fotografieren.

    Als nächstes war die Verkabelung des Booster mit der Starterbatterie dran.
    Dummerweise habe ich hier nur ein Foto von "vorher":



    Auch hier war das ganz schön eng, ging aber irgendwie am Ende doch alles. Und dann kam das böse Erwachen:
    Die Temp.-Sensoren waren leider noch nicht angekommen, ich habe trotzdem weiter gemacht, mit dem Ziel, alles wieder so weit zusammen zu stricken, dass ich nur noch auf die Temp.-Sensoren warten muss, die noch schnell rein, Sitze drauf fertig... - so zumindest der Plan.

    Kurz später war alles fein zusammen gebaut, jede Leitung und Sicherung nochmal geprüft, bis ich dann irgendwann gemerkt habe, dass ich eine vergessen hatte :
    Der Booster braucht eine SenseIn, direkt vom Pluspol der Starterbatterie. Die hatte ich nicht im Schaltplan drin (ist in der Version oben übrigens immer noch nicht), also hab' ich sie auch nicht gelegt...

    Das hiess: Am nächsten Tag wieder den Fußraum auseinander nehmen und die Leitung dazu fummeln...
    War im Nachhinein aber schneller erledigt als gedacht

    Tja, Leute, was soll ich sagen:
    Das war's erst mal. So der aktuelle Stand. Getestet ist natürlich alles inzwischen, und tut ordnungsgemäß seinen Dienst.
    Morgen kommt noch fix der Wechselrichter rein, dazu berichte ich dann gerne noch mal separat. Ansonsten geht es wetterbedingt im Frühjahr weiter mit der Solaranlage. Dazu dann zu gegebener Zeit mehr.
    Ich hoffe, die langen Texte haben euch bis hierher nicht zu sehr gequält, ich habe mir Mühe gegeben, das Ganze trotzdem kurzweilig zu halten.
    Vielleicht ist der Beitrag ja sogar für jemanden hilfreich...
    Great minds discuss ideas. Average minds discuss events. Small minds disuss people.
    - Eleanor Roosevelt

  8. #8
    Gesperrt  
    Registriert seit
    17.11.2015
    Ort
    Neustadt Wstr.
    Beiträge
    6.076

    Standard AW: Einbaubericht: Stromversorgung Hymer C614SL

    Schöner Bericht, André!



    Da du unclevererweise verraten hast, dass du Radio-/Fernsehmechaniker bist, gelten für dich aber ab sofort verschärfte Qualitätsanforderungen.


    Grüße, Alf

  9. #9
    Kennt sich schon aus   Avatar von juliettpapa
    Registriert seit
    24.09.2016
    Ort
    Kreis Ostprignitz-Ruppin (BRB)
    Beiträge
    397

    Standard AW: Einbaubericht: Stromversorgung Hymer C614SL

    Super-Interessant. Danke Dir..... !

    Gruß
    Jörg
    __________________________________________________ ______________
    Hymer B564 Baujahr 1995 auf Fiat Ducato 2.5 D


  10. #10
    Moderator   Avatar von Waldbauer
    Registriert seit
    13.01.2011
    Ort
    Zwischen Inn und Salzach
    Beiträge
    8.091

    Standard AW: Einbaubericht: Stromversorgung Hymer C614SL

    Ich habe den ganzen Bericht langsam und deutlich gelesen.
    Die Bemerkung von Alf wird durch meine Aussage wieder entschärft: Ich verstehe fast nichts von der Materie!
    Ich habe in mein letztes Womo das Solarpaneel und die TV-Antenne (Caro Digital) selber eingebaut und die Verkabelung mustergültig ausgeführt. Jedenfalls wesentlich sorgfältiger als die Montagestrategen beim Hersteller. Hat alles immer funktioniert.
    In meinem neuen Womo ist eine 80-Ah-Gelbatterie eingebaut. Ich weiß noch nicht ob ich deren altersbedingtes Ableben abwarte oder schon früher eine größere Batterie einbaue, mir schweben so ca. 120 Ah vor.
    Da kommen mit Berichte über die Bleikristall-Batterie gerade recht.

    Als, schreib weiter, ich will mitlesen und lernen.
    Gruß aus Oberbayern
    Franz

    Unterwegs mit einem Eura Mobil Profila RS 660 HB

    https://www.promobil.de/forum/threads/35607-So-arbeiten-unsere-Moderatoren

Seite 1 von 6 1 2 3 4 5 6 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Stromversorgung mit 16A
    Von wolf2 im Forum Stromversorgung
    Antworten: 13
    Letzter Beitrag: 17.08.2015, 20:59
  2. Stromversorgung im Camper
    Von AndreasP im Forum Stromversorgung
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 12.03.2015, 23:03
  3. Stromversorgung für Sauerstoffkonzentrator
    Von badiewie im Forum Selbermachen - Tipps und Tricks
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 15.06.2014, 11:23
  4. Stromversorgung
    Von ABC-Kekse im Forum Stromversorgung
    Antworten: 46
    Letzter Beitrag: 06.01.2014, 17:35
  5. Adria 660 SL, Stromversorgung
    Von MinDin im Forum Reisemobile
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 11.09.2009, 14:46

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •