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  1. #1
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    Standard Mini Camper: Batterieauslegung

    Hallo allerseits,

    Ich brauche eure Hilfe zur Berechnung der notwendigen Kapazitaet.

    Da ich mit meinem Mini-Camping-Caddy oefters - eher minimal - unterwegs bin (meistens am Wandern und auf Fototouren), habe ich die letzten Monate mal etwas mit Solarmodulen herumexperimentiert.

    Ich brauche Strom fuer:

    - Tablet/Telefon laden (1x pro Tag)
    - Kamera Akkus und div. Batterien laden (1x pro Tag)
    - Herbst: Standheizung (max. 29W, Anlaufzeit 3 min 110W, Betrieb max 15-20W, Abschalten: 2min 110W)
    oder:
    - Sommer: Kuehlschrank (35W, 0.29 Ah/h at +20 °C ambient temperature, 0.61 Ah/h at +32 °C ambient temperature, both at +5 °C interior temperature)

    Standheizung und Kuehlschrank habe ich nicht gleichzeitig dabei, sondern nur entweder oder. Alles an 12V, kein Inverter.

    Laufzeiten:
    Standheizung normalerweise ca. 4h am Tag (Morgens und Abends bevor ich aus dem/im Schlafsack bin), wenn sehr schlechtes Wetter ist kann sein das ich in Ausnahmefaellen etwas laenger im Auto bleiben muss, Heize dann aber nicht durch.
    Kuehlschrank koennte wenns warm ist schon den ganzen Tag laufen

    Was ich bisher zum experimentieren hatte:

    - 2x50W Solarpanele (mono)
    - uebrige 55AH Yellowtop AGM Batterie
    - Votronic MPP 165
    - BMV 700 Batteriemonitor

    Mit dieser Batterie komme ich allerdings natuerlich nicht allzuweit..

    Demnaechst steht ein Ausflug in die Schweizer Alpen an (~5 Tage), da kann es auf 1800m Abends doch recht kalt werden.
    Deshalb wollte ich mir zumindest eine groessere Batterie kaufen und das ganze mal ausprobieren.
    Allerdings habe ich keine Ahnung ob ich da besser eine zweite dazu nehme, gleich eine einzelne mit mehr AH kaufe und:

    a) ausrechne was ich da so ca. an Kapazitaet brauche
    b) wie berechne was ich denn da so untertags an AH aufladen kann (Tage sind ja kuerzer und die Sonne scheint nicht immer 100%)
    c) welche Batterie die beste Wahl ist (Innenraum, Lifepo4 oder Gel/Agm?)

    Koennte ihr mir da vielleicht weiterhelfen?

    Danke und Gruss,
    Christoph
    Geändert von chbla (25.09.2016 um 20:22 Uhr)

  2. #2
    Stammgast   Avatar von raidy
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    Standard AW: Mini Camper: Batterieauslegung

    Na, dann versuchen wir es einmal:

    - Tablet/Telefon laden (1x pro Tag)

    rechne 3Ah (sind ja nicht beide immer ganz leer)
    - Kamera Akkus und div. Batterien laden (1x pro Tag)
    rechne 3Ah (eher üppig dimensioniert)
    - Herbst: Standheizung (max. 29W, Anlaufzeit 3 min 110W, Betrieb max 15-20W, Abschalten: 2min 110W) ca. 4h am Tag
    rechne mit 50W Mittelwert ~4Ah/h * 4h = 16Ah + Reserve = 20Ah
    oder:
    - Sommer: Kuehlschrank (35W, 0.29 Ah/h at +20 °C ambient temperature, 0.61 Ah/h at +32 °C ambient temperature, both at +5 °C interior temperature)
    Rechne 0,29Ah/h * 24h (denn die meinen den Tagesmittelwert) = 7Ah
    Diese 7Ah rechnen wir jetzt nicht mehr weiter, da die 20Ah der Heizung der größere zu beachtende Wert ist.

    Macht rein rechnerisch ohne jegliche andere Verbraucher (Licht, Radio,.......) 26Ah + Sicherheits/Reservezuschlag 20% = 31Ah

    Kurzinfo: Auf einer 100Ah Bleibatterie steht zwar 100Ah drauf, aber der Nutzer darf nur 50% davon entnehmen.

    Somit müsste deine Batterie rechnerisch mindestens 62Ah haben.

    Kurzinfo: Wenn man seine Batterie jeden Tag auf die unterste erlaubte Grenze entlädt, dann hat sie nur wenige Zyklen (=Lebensdauer)

    Deshalb empfehle ich dir mind. eine 90Ah-Batterie zu verwenden Wobei mehr nie ein Fehler ist, gerade wenn du mal mehr als einen Tag stehst.

    Ob AGM oder Gel ist eine Glaubensfrage. Ich selbst halte eine Gel in diesem Fall für die wesentlich geeignetere, wenn auch teurer. Warum: Gel kann mehr Zyklen als AGM, ist unempfindlicher gegen gelegentliche etwas zu tiefe Entladung. Da du keine extremen Leistungen (Espressomaschine,...) entnimmst, brauchst du keine Hochstrombatterie (da wäre dann die AGM die bessere).
    Das "Beste" ist Lithium-Batterietechnik, aber hier muss auch mehr beachtet werden (Elektronik, Ladespannungen,....) Ich meine dass sich dies bei deiner Anforderung noch keine dringende Empfehlung ist. Aber wenn du gleich das beste willst....
    Aber: Batterie ist eine Glaubensfrage. Jeder wird dir erklären warum "die andere" auch "die bessere" ist.

    Kurzinfo Solar: Ganz grob gesagt kann man im Sommer bei bestem Wetter pro 1kW Peak an Zellen ca. 4-6Wh Strom pro Tag ernten. Anders gesagt:
    Ein 100Wh-Peak Modul könnte also rund 400-650Wh = 35-55Ah pro Tag (bei 12V) liefern. In der Praxis wird dies nur an wenigen Tagen im Jahr vorkommen, weshalb dies eher Theorie ist.

    Regionaler Anlagen-Durchschnitt (kWh pro kWpeak pro PV-Anlage) für 2015:
    Jan:22 Feb: 52 Mär:100 Apr:129 Mai:116 Jun:122 Jul:143 Aug:127 Sep:90 Okt:54 Nov:49 Dez:46 Jahr:1.050
    Wie du siehst, hattest du im November 2015 im Mittel nur 1/3 des Juli in anderen Jahren nur 1/10 und schlechter!

    Hier kannst es für andere Breitengrade selbst abrufen

    Solarzellen = Immer gut!

    Soweit verständlich genug?
    Geändert von raidy (25.09.2016 um 21:08 Uhr)
    Die Mehrheit der Affen bezweifelt, dass der Mensch von ihnen abstammt.

  3. #3
    Kennt sich schon aus   Avatar von Achim1101
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    Standard AW: Mini Camper: Batterieauslegung

    Zitat Zitat von raidy Beitrag anzeigen
    Na, dann versuchen wir es einmal:
    [I]

    - Sommer: Kuehlschrank (35W, 0.29 Ah/h at +20 °C ambient temperature, 0.61 Ah/h at +32 °C ambient temperature, both at +5 °C interior temperature)
    Rechne 0,29Ah/h * 24h (denn die meinen den Tagesmittelwert) = 7Ah

    Soweit verständlich genug?
    Ist da nicht ein Fehler drin?

    Wenn der Kühlschrank 35 W zieht sind das doch nicht 0,29 A sondern 3 A, also 10 mal so viel.
    Bei 24 h-Betrieb also nicht 7 AH sondern 72 AH.
    Oder hab ich da was falsch verstanden?

    Gruß
    Achim

  4. #4
    Stammgast   Avatar von raidy
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    Standard AW: Mini Camper: Batterieauslegung

    Zitat Zitat von Achim1101 Beitrag anzeigen
    Ist da nicht ein Fehler drin?
    Wenn der Kühlschrank 35 W zieht sind das doch nicht 0,29 A sondern 3 A, also 10 mal so viel.
    Bei 24 h-Betrieb also nicht 7 AH sondern 72 AH.
    Oder hab ich da was falsch verstanden?
    Gruß
    Achim
    Ja, du hast einen Logikfehler drin.
    Kein Kühlschrank läuft 24h am Stück. Er schaltet immer ein bis die Temperatur erreicht ist und macht aus bis es wieder zu warm wird . Laut den Angaben des Herstellers hat er also eine Einschaltdauer von nur 10% (bei 20 Grad) , wenn erstmals runter gekühlt hat. Da der Hersteller die 0,29Ah/h angegeben hat, konnte ich die übernehmen. Ohne diese Angabe hätte man schätzen müssen.
    Wobei ich eher davon ausgehe, dass er im Praxisbetrieb bis 30% mehr Strom brauchen dürfte, da man ihn öfters ausmacht und es meist wärmer als 20 Grad sein dürfte. Denn laut Datenblatt braucht er bei +32 Grad 0,69Ah/h, also gut das doppelte. Das ist auch der Grund, warum ich erst mal 20% auf die Gesamtrechnung drauf geschlagen habe und dann noch die 62Ah auf 90Ah nochmals nach oben "gerundet" habe.

    Dennoch danke fürs Mitrechnen, denn ein Rechenfehler ist leider immer möglich.
    Geändert von raidy (26.09.2016 um 00:10 Uhr)
    Die Mehrheit der Affen bezweifelt, dass der Mensch von ihnen abstammt.

  5. #5
    Kennt sich schon aus   Avatar von Achim1101
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    Standard AW: Mini Camper: Batterieauslegung

    Alles klar!

    Ich hätte mir doch gleich die erwähnte Dometic-Seite anschauen sollen.

    Danke für die Aufklärung!

    Gruß
    Achim

  6. #6
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    Standard AW: Mini Camper: Batterieauslegung

    Danke fuer die Antwort!

    Ich hab jetzt mal gemessen was die Heizung so braucht, und zum Testen mal ein paar Dinge zusammengestellt:

    Heizung Start 110W/2,5min: 4.6Wh
    Heizung Aus, ca gleich: 110W/2,5min: 4.6Wh
    Heizung im Betrieb, ca. 15W, fuer 4 Stunden 60Wh
    Handy/Tablet/Akkus laden grob 5Ah: 60Wh

    Gesamt: 140Wh/d

    Wenn ich das auf https://www.esomatic.eu/inselanlage/ eingebe, mit:

    Neigung: 0 Grad
    Azimuth: 0 Grad
    geringe Kabelverluste da Kabel unter 2m
    Wirkungsgrad Regler: 95%
    Wirkungsgrad Batterie: 80% (habe keine Daten gefunden)
    +5 % Reserve

    erhalte ich: 243 Wp Modulleistung erforderlich.

    Wenn ich dann 100 vorgebe wirds von Nov-Feb eng, d.h. ich koennte ohne externe Quelle nicht ewig stehen bleiben (unter diesen Bedingungen).

    Mit einer Ladereserve von 3 Tagen und einer Max Entladung von 50% waere die erforderliche Akkukapazitaet 98 Ah.
    Bei bis 20% Entladung fuer LI (10 kann man nicht angeben) sinds 61 Ah.

    Welche AGM Batterien (da Innenraum) kommen da in Frage? Moeglichst Zyklenfest natuerlich..

  7. #7
    Stammgast   Avatar von Vanagaudi
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    Standard AW: Mini Camper: Batterieauslegung

    Wenn du die Batterie im Innenraum aufstellen musst, warum nicht eine Blei-Gel-Batterie mit einem Entgasungsanschluss? Einen Schlauch aufstecken und ins Freie führen, und der Innenraum bleibt sauber. Ein Bekannter fährt seit über zwanzig Jahren mit zwei 50Ah Blei-Gel-Akkus aus einer Notstromversorgung in Kombination mit einem 75Wp Solarmodul. Mit der Leistung ist er heute noch zufrieden.

  8. #8
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    Standard AW: Mini Camper: Batterieauslegung

    Hallo Christoph,

    wenn du Geld sparen willst, nimm eine VLRA-Batterie, zum Beispiel diese:

    http://www.winnerbatterien.de/autoba...qt8oko5bso3ls3

    Dazu ein Ladegerät für die gelegentliche Ausgleichsladung bis 15,5 Volt, zum Beispiel dieses:

    https://www.autobatterienbilliger.de...k-Paco-MBC1210

    Als Solaranlage solltest du um die 100 Watt nehmen, der Solarregler muss für eine Ladespannung bis 14,8 Volt geeignet sein.

    Grüße, Alf

  9. #9
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    Standard AW: Mini Camper: Batterieauslegung

    Wie gesagt ich habe bereits Module und Regler.

    Die WInner SMF sind anscheinend sehr schlecht was die Zyklen angeht (sieht man am Gewicht, Preis und der fehlenden Angabe dazu).
    Laut einem anderen Forum darf man von denen nicht viel erwarten..

  10. #10
    Stammgast   Avatar von raidy
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    Standard AW: Mini Camper: Batterieauslegung

    Wenn dir Zyklenzahl wirklich wichtig ist kommst du um Gel nicht herum. Es gibt einfach keine AGM, die in der Zyklenzahl auch nur annähernd an eine Gel kommt. So wie es auch keine Gel gibt, welche Hochströme wie AGM kann. Wenn du Preis/Lebensdauer rechnest, dann sind alle Bleibatterien ungefähr gleich teuer.
    Außer du gehst gleich auf Lithium-Technik, die kostet und kann das Mehrfache, ist aber bei Preis/Lebensdauer sogar die günstigste. Fände ich aber in deinem Fall schon übertrieben.
    Geändert von raidy (26.09.2016 um 19:15 Uhr)
    Die Mehrheit der Affen bezweifelt, dass der Mensch von ihnen abstammt.

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