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  1. #1
    Stammgast   Avatar von Womoyo
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    Standard Auswirkungen der Politik der niedriegen Zinsen im Euro-Raum

    Liebe Wohn- und Reisemobilisten!

    Na, spart ihr fleißig auf das nächste Mobil? Wundert ihr euch, daß es in den letzten Jahren länger dauert bis der Neue vor der Tür steht als früher? Ärgert ihr euch auch wegen der extrem niedrigen Zinssätze auf das gesparte Geld? Und glaubt ihr mir, wenn ich euch sage, daß das ein vorrangig deutsches Problem ist? Italiener, Iren, Griechen, Spanier und Portugiesen sehen das ganz anders. Warum???

    Nun der typische Deutsche spart lieber, als sich in diesen Zeiten bis über die Ohren zu verschulden (die gibt es natürlich auch, aber sie sind in der Minderheit). Da es aber zur Zeit kaum Zinsen fürs Gesparte gibt und nicht einmal die Inflationsverluste ausgeglichen werden, nimmt das Vermögen der Deutschen im Durchschnitt von Jahr zu Jahr ab. In den letzten 5 Jahren waren das immerhin ca. 350 Euro pro Kopf und Jahr. Bei einer Bevölkerung von rund 80 Millionen ergibt das eine gigantische Summe in einem relativ kurzen Zeitraum. Das verdanken wir der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank. Die Menschen der südlichen Länder haben da eine etwas andere Mentalität. Sie verschulden sich viel ungehemmter. Aber auch ihre Kreditzinsen sind auf einem historisch niedrigen Niveau. Während ihre finanzierten Immobilien teilweise auch an Wert verloren haben (es wurde etwas Luft aus der Immobilienblase abgelassen), konnten sie durch die reguläre Tilgung ihrer Darlehn per Saldo erhebliche Gewinne durch eingesparte Zinszahlungen machen. Und so kommt es, daß Italien, Irland, Griechenland, Spanien und Portugal zu den absoluten Gewinnern der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank gehören.

    Fazit: Die südlichen Eurostaaten mögen Schwierigkeiten mit ihren Staatshaushalten haben. Ihre Bewohner aber gehören zu den absoluten Profiteuren unserer europäischen Zinspolitik. Die Portugiesen liegen mit über 1.600 Euro pro Kopf und Jahr eingesparter Zinsen innerhalb fünf Jahren vorn. (Finnland ist ein Sonderfall).

    Gruß
    Yo

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    Geändert von Womoyo (25.09.2014 um 20:04 Uhr)

  2. #2
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    Standard AW: Auswirkungen der Politik der niedriegen Zinsen im Euro-Raum

    [QUOTE=Womoyo;367972 Und so kommt es, daß Italien, Irland, Griechenland, Spanien und Portugal zu den absoluten Gewinnern der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank gehören.


    Gruß
    Yo



    Und das ist gut so!

    Bei normalen Kreditzinsen wären diese Länder bei ihrer schwächelnden Wirtschaft und hoher Arbeitslosigkeit nämlich sofort Pleite und zahlungsunfähig. Was das für die EU bedeuten würde, kann sich jeder leicht ausmalen. In diesen Ländern gibt es gerade bei Jugendlichen bis zu 50 % Arbeitslose.
    Ich habe durch die niedrigen Zinsen in den letzten Jahren viel Geld verloren, aber mir ist das immer noch lieber als ein Kollaps des europäischen Wirtschafts- und Finanzraumes. Die Fehler wurden früher gemacht - durch die Anhäufung von immensen Staatsschulden in allen Ländern. Die niedrigen Zinsen verhindern lediglich den Zusammenbruch des ganzen Systems.

    Gruß
    Rombert

  3. #3
    Stammgast   Avatar von Womoyo
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    Standard AW: Auswirkungen der Politik der niedriegen Zinsen im Euro-Raum

    Hallo Rombert!

    Ich pflichte dir bei. Aber: Man muß Staatsschulden und Privatschulden strikt trennen. Ich beobachte bei meinen jährlichen Aufenthalten in Spanien und Portugal, daß die Anzahl der Wohnmobile in diesen beiden Ländern rasant zunimmt, die Privatautos sind (vielleicht Dank Finanzierung) auch durchweg neueren Modells. Natürlich ist es schlimm, wenn der überschuldete Staat seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Aber bisher wurde noch jedem Staat, der den ESM um Milliardenhilfen bat, geholfen. Natürlich unter strikten Auflagen zur solideren Haushaltsführung. Aber auch das können wir in Zukunft wohl vergessen. Der neue EU-Währungskommissar ist der ehemalige französiche Finanzminister Pierre Moscovici. Dieser Mann hat in seiner Zeit als Finanzminister absolut keinen Haushalt aufstellen können, der die Brüssler Kriterien erfüllte. Von ihm wird der Satz kolportiert: "Lasst die Deutschen zahlen".

    Es gibt verschieden Formen der Enteignung. Die einfachste und leider auch gründlichste ist die Vergemeinschaftung von Schulden im Verkehr von Staaten. Und das ist es, was nicht nur beim ESM passiert, sondern im weit größeren Maßstab bei der EZB. Monsignore Draghi denkt und handelt italienisch. Und ich mag gar nicht darüber nachdenken, daß Deutschland in 2015 aufgrund eines rotierenden Systems zwei Monate lang im EZB-Rat wohl Sitz aber keine Stimme haben wird.

    Gruß
    Yo

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