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  1. #1
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    Standard AGM- oder GEL-Wohnbatterie? Das Ende des "Glaubenkriegs"!

    Die Frage, AGM- oder GEL-Aufbaubatterien anzuschaffen, beschäftigt jeden Wohnmobilist früher oder später. Oft endet die Diskussion nach der "richtigen" Batterie mit dem Hinweis, es handle sich halt um einen "Glaubenskrieg".

    Diesem "Glaubenskrieg" hat nun "Promobil" - eher zufällig? - ein Ende gesetzt mit einem ausführlichen Bericht über die "Wartung der Aufbaubatterie" in ihrer Mai-Ausgabe, nachzulesen auch unter:
    https://www.promobil.de/ratgeber/woh...t-6531282.html (dort jeweils auf die Seite 2, 3 usw clicken!). Es ist eine Pflichtlektüre für jeden Womo-Besitzer!

    Im Promobil-Artikel werden darin offen die Vorteile von GEL gegenüber AGM erläutert. Und was leider viele Womo-Hersteller und auch Händler meistens nicht wissen (wollen): Die üblichen Ladegeräte und Solarregler sind für AGM ungeeignet und lassen die AGM folglich vorzeitig altern, AGM-Batterien darf weniger Strom (als GEL) entnommen werden, und sie können erst noch weniger oft entladen werden. Das berichtet und bestätigt die andere grosse deutsche Reisemobil-Zeitschrift ebenfalls ausführlich und fast zeitgleich.

    Der abrupte Kehrtwende!
    Bislang haben Presse und Handel die GEL ins Antiquariat geschickt, dafür die AGM hochgejubelt. Warum nun diese abrupte Kehrtwende der Presse? Hat sie inzwischen die ursprünglich nur zaghaften Vorbehalte gegen AGM in den Foren mehr und mehr zu Kenntnis genommen? Haben Batteriehersteller vermehrt aufgeklärt? Oder was mag der Grund sein?

    Ein kompletter Vergleich zwischen AGM und GEL
    fehlt dennoch in beiden erwähnten Zeitschriften, obwohl dies doch fast jeden Mobilist heiss interessieren dürfte und nicht schwer zu recherchieren gewesen wäre. Daher sei er hier nachgeholt, basierend auf den Werten, die mir ein namhafter Techniker der Firma EXIDE schriftlich lieferte am Beispiel einer GEL ES 900 und einer AGM EK 920. (Die nachstehende erste Zahl gilt jeweils für GEL, die zweite für die AGM; der bessere Wert ist in fetter Schrift).

    Ah-Kapazität:
    80 / 92 (Die AGM hat 12 Ah bzw 15 % mehr, müsste folglich stets 15 % besser sein!)

    Entladen um maximal:
    80 % / 50 % (Die GEL kann also um 60 % mehr entladen werden)

    Nutzbare Kapazität:
    900 W / 850 W

    Anzahl Zyklen während der Lebensdauer:
    400 / 300 (Das ist ein Plus von 33 % zugunsten GEL!)

    Watt gesamt:
    360 /255 (Die GEL liefert somit 41 % mehr Watt als AGM)

    Kaufpreis in € inkl. MWSt gemäss Movera-Katalog von 2014:
    € 290 / 250 +)

    Kosten in € pro 1'000 Watt:
    -,81 / -,98 (Die Differenz beträgt 17,3 % zu Gunsten GEL) +)

    +)Berücksichtigt man den Aufpreis für ein AGM-kompatibles Ladegerät und Solarregler, erhöht sich die Differenz zu Gunsten von GEL entsprechend erheblich)


    Wichtig: Viel Ah-Kapazität
    Verbräuchte ich heute beispielsweise 25 Ah pro Abend, so wäre dies bereits 27 % der eingangs erwähnte 92-Ah-AGM. Und ein höherer Verbrauch als die 25 Ah - bevor die Batterie nicht wieder effektiv auf 100 % (= 14,8 V) aufgeladen ist - würde logischerweise rasch in Richtung Tiefentladung (50 % und tiefer) führen. Daher müsste ich eine AGM-Batterie mit wesentlich höherer Ah-Kapazität kaufen, was teurer, schwerer und grösser bedeutet.

    Mein Händler empfahl mir zuerst 360-Ah-AGM für meinen budgetierten Verbrauch; ich wählte jedoch nur 280-Ah, aber als GEL. Dadurch sparte ich einerseits Gewicht, Diesel, Stauraum, Geld und ein teureres, AGM-fähiges Ladegerät und Solarregler. Andererseits, was mir wichtiger war: Meine GEL liefert mir erst noch viel mehr Zyklen, viel mehr Watt und dies zu tieferen Kosten pro Watt, als die vom Händler empfohlenen 360-Ah-AGM. Und warum soll ich mit AGM auf eine neue Technologie setzen, die noch gar keine Langzeiterfahrungen haben kann?

    Das Beispiel der erwähnten 25 Ah pro Abend würden nur 9 % meiner gesamten 280-Ah-GEL-Kapazität entsprechen. Dank dieser jeweils geringen Entnahme würden weit mehr als 3'000 Zyklen möglich sein, schrieb mir der Exide-Techniker. Auf Jahre umgerechnet wird die Lebensdauer meiner GEL wieder weit über 10 Jahre sein; toll, nicht wahr?

    Hätte mir nicht auch eine einzige Batterie mit 140 Ah - statt deren zwei - ausreichende Kapazität verschafft, fragte ich mich im nachhinein? Beim Beispiel von 25 Ah Verbrauch pro Abend wäre dann die einzige Batterie zwar jeweils (nur) um 18 % entladen worden. Aber wehe: am folgenden Tag würde zu wenig Sonne scheinen oder wir möchten auf einem Traumplatz mit Schattenwurf länger verweilen und auch kein Landstrom stünde zur Verfügung: die Entnahme aus der einzigen Batterie würde dann am zweiten Tag auf 36 % klettern. Am dritten Tag wären etwa 54 % aus dieser immerhin 140 Ah grossen Batterie entnommen mit der Folge, dass bei einer AGM nun die schädliche Tiefentladung beginnt und gleichzeitig sinkt die Anzahl Zyklen (Lebensdauer) stark und erst noch überproportional. (Eine GEL dagegen dürfte noch etwas mehr als einen vierten Tag lang so entladen werden).

    "Sie sehen, je weniger Kapazität einer Batterie prozentual nach einer 100-%igen Aufladung entnommen wird, umso länger ist sie nutzbar", schrieb mir der Techniker damals. Oder mit anderen Worten: Je mehr Ah-Kapazität, je länger die Lebensdauer der Batterie. Man kann sogar so kalkulieren: Die Anschaffung einer zweiten oder grösseren Aufbaubatterie kostet eigentlich nichts, weil alle Batterien zusammen länger leben.


    GEL in der Praxis
    Wenn in Foren zu lesen ist, GEL-Aufbaubatterien seien nach 2-5 Jahren oder schon nach einer einzigen (!) Kroatienreise kaputt, kann es fast nur an der falschen Behandlung der Batterien durch den Womo-Besitzer liegen.
    Bereits in meinem früheren Womo achtete ich darauf, nie mehr als 20 % aus den Batterien zu entnehmen. Dies dankten mir meine damaligen GEL-Batterien mit einer Lebensdauer von rund 15 (!) Jahren. Auch andere Womo-Besitzer berichteten von über 10-jähriger Lebendauer ihrer GEL.

    Weder Staubsaugen (starke Entnahme via Umwandler bis 500 W; heute auch Haarföhn bis 1700 W via Umwandler) noch Wintercamping unter dem Gefrierpunkt bereiteten meinen früheren GEL-Batterien während rund 15 Jahren Probleme. Sie wurden im Winter nie (!) an das Landstromnetz angehängt (da genügend Sonne für die Spannungserhaltung vorhanden ist). Auf Camping- und Stellplätzen hängte ich mich nie ans Netz, da meine Panel- und Batteriekapazität ausreichend war. Ein Nebeneffekt: Die Stromkosten auf CP/SP und oft auch die gesamten CP-Kosten konnten gespart werden; dies verkürzte die Tilgungszeit der gesamten Stromanlage spürbar.

    Wünsche nun Allen stets volle Batterien - nicht nur im Womo!

    FLORIAN (mit fast 20-jähriger autarker Womo-Erfahrung)

  2. #2
    Stammgast  
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    Standard AW: AGM- oder GEL-Wohnbatterie? Das Ende des "Glaubenkriegs"!

    Hallo Florian,
    schöner Bericht, sei noch hinzuzufügen, dass die Gel Batterien mit der herkömmlichen Ladetechnik (Schaudt EBL und Konsorten) mit 14,4V zufrieden ist wobei es bei den AGM Batterien keine Norm gibt und jeder Hersteller da sein einenes Süppchen kocht und heraus kommen dann AGM's mit Ladespannungen zwischen 14,3 und 14,8V.

    Einzig die OPTIMA Yellow Top (AGM) würde ich wegen ihrer Konstruktion der Gel Batterie vorziehen - wenn man dann mit der maximalen Kapazität vom derzeit 75Ah leben kann.

    Volker

  3. #3
    Moderator   Avatar von MobilLoewe
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    Standard AW: AGM- oder GEL-Wohnbatterie? Das Ende des "Glaubenkriegs"!

    Hallo zusammen,

    mein Glaubenskrieg ist noch nicht entschieden.

    Nach knapp sieben Jahren im Woelcke mit drei 110 AH Büttner AGM, die völlig problemlos Strom lieferten, jetzt serienmäßig im Bimobil eine Gel-Batterie 220 AH. Man wird sehen...
    Streiten geht schief, wenn der Respekt voreinander fehlt.

    Moderation im promobil Forum und PNs an Moderatoren, sowie das geschriebene Wort.


  4. #4
    Stammgast   Avatar von clouliner1
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    Standard AW: AGM- oder GEL-Wohnbatterie? Das Ende des "Glaubenkriegs"!

    Zitat Zitat von trav Beitrag anzeigen
    "Sie sehen, je weniger Kapazität einer Batterie prozentual nach einer 100-%igen Aufladung entnommen wird, umso länger ist sie nutzbar", schrieb mir der Techniker damals. Oder mit anderen Worten: Je mehr Ah-Kapazität, je länger die Lebensdauer der Batterie. Man kann sogar so kalkulieren: Die Anschaffung einer zweiten oder grösseren Aufbaubatterie kostet eigentlich nichts, weil alle Batterien zusammen länger leben.

    Moin,

    das ist mit Sicherheit richtig, aber wenn ich mit doppelter Kapazität die Haltedauer verdoppel, habe ich ja nichts gewonnen.

    Seit 6 Jahren fahre ich jetzt im 3. Gebrauchtwagen Exide Gel. Wie alt die Akkus waren als ich sie übernommen habe, weiss ich nicht.
    Trotz hoher Stromentnahmen für Fön und Kaffeeautomaten über Wechselrichter gab es nie ein Problem. Nach meiner Beobachtung
    und Einschätzung haben sich die Akkus während meiner Nutzung nicht verändert, einen Kapazitätsverlust konnte ich jedenfalls nicht feststellen.
    Was ich jedoch mache, meine Ladung genauestens zu überwachen und spätenstens bei 12,4V nachlade. Ich denke auch, dass es sehr wichtig ist, dass alle Lader auch temperaturüberwacht sind.
    Gruß Thomas

  5. #5
    Stammgast  
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    Standard AW: AGM- oder GEL-Wohnbatterie? Das Ende des "Glaubenkriegs"!

    In 5 Jahren gibts sowieso nur noch LiFeYPO4......


    Beste Grüsse

    Christoph
    mit besten Grüssen
    Christoph
    ____________________________________

  6. #6
    Stammgast  
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    Standard AW: AGM- oder GEL-Wohnbatterie? Das Ende des "Glaubenkriegs"!

    Zitat Zitat von Bmwboxer Beitrag anzeigen
    In 5 Jahren gibts sowieso nur noch LiFeYPO4......


    Beste Grüsse

    Christoph
    OH - meine AGM's wollte ich aber noch einige Jahre länger benutzen

    Volker

  7. #7
    Stammgast   Avatar von M846
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    Standard AW: AGM- oder GEL-Wohnbatterie? Das Ende des "Glaubenkriegs"!

    Kannst drauf Wetten, das es nicht so kommen wird
    Gruß Marko

  8. #8
    Stammgast   Avatar von Campingfan1000
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    Standard AW: AGM- oder GEL-Wohnbatterie? Das Ende des "Glaubenkriegs"!

    Servus zusammen,

    der Glaubenskrieg ist noch lange nicht ausgelöscht...
    In der PromobilAusgabe Januar 2012 steht alles über Bordbatterien, die verschiedenen Typen werden miteinander verglichen, der optimale Einsatzzweck der jeweiligen Batterie wird erläutert. Dort steht unter anderem, dass sich AGM Batterien besser für hohe Stromabgabe, also v.a. den Wechselrichter-Einsatz eignen, als Gel-Batterien. Außerdem ist die Aufladezeit bei AGM deutlich kürzer als bei gleichwertigen Gel-Batterien.

    Für mich gilt also weiterhin: Die perfekte Batterie gibt es nicht, es kommt auf den Einsatzzweck an.

    Gruß
    Felix

  9. #9
    Stammgast   Avatar von biauwe.de
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    Standard AW: AGM- oder GEL-Wohnbatterie? Das Ende des "Glaubenkriegs"!

    Zitat Zitat von Bmwboxer Beitrag anzeigen
    In 5 Jahren gibts sowieso nur noch LiFeYPO4......
    Die Li-Akkus LiFeYPO4 gibt es schon 17 Jahre und die Firma war fast pleite.
    Warum soll in 5 Jahren der Durchbruch kommen?

    AGM wurde gepusht mit einer Studie.
    Nur weil da etwas mehr Schwefelsäure drin ist, soll die Besser sein!?
    Und sie brauch deshalb eine höhere Ladespannung.
    Gruß Uwe.

    Eura Mobil Terrestra 710 HB, Solarkraftwerk 850 WP, LiFeYPO4 Akku,http://www.unki2010.de/sonoff.htm, fast völlig autark

  10. #10
    Stammgast  
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    Standard AGM- oder GEL-Wohnbatterie? Das Ende des "Glaubenkriegs"!

    Zitat Zitat von biauwe.de Beitrag anzeigen
    Die Li-Akkus LiFeYPO4 gibt es schon 17 Jahre und die Firma war fast pleite.
    Warum soll in 5 Jahren der Durchbruch kommen?

    AGM wurde gepusht mit einer Studie.
    Nur weil da etwas mehr Schwefelsäure drin ist, soll die Besser sein!?
    Und sie brauch deshalb eine höhere Ladespannung.
    Weil Tesla 5 MRD !!!!! USD in das LiFe Werk in Mexico investiert und der Massenmarkt der E-mobilität in Schwung kommt.

    http://www.handelsblatt.com/unterneh...k/9545294.html



    Beste Grüsse

    Christoph
    Geändert von Bmwboxer (21.05.2014 um 22:19 Uhr)
    mit besten Grüssen
    Christoph
    ____________________________________

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