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  1. #1
    Moderator   Avatar von MobilLoewe
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    Standard Pro und Contra Wohnmobil

    Hallo zusammen,

    zufällig auf AUTO MOTOR UND SPORT (der gleiche Verlag, wie promobil) gefunden:

    Zwei Redakteure, zwei Meinungen

    Unser Autor Jörn Thomas liebt das Reisen mit dem Wohnmobil, empfindet ein großes Gefühl von Freiheit. Jens Katemann sieht die mobilen Eigenheime eher als rollende Verkehrshindernisse mit unbequemen Betten an.

    Jörn Thomas - Pro Wohnmobil


    Quietschende Hotelbetten, gekräuselte Haare fremder Herkunft in der Dusche? Danke schön. Ich will raus, frei sein umherziehen, vagabundieren. Deswegen Wohnmobil. Wie der Name schon sagt: mobil. Also bitte keine Dauercamper-Idylle hinterm Jägerzaun der Edel-Favela im Schlagschatten der A 8 oder an irgendeinem brackigen See, wo Mutti den ganzen Tag im Nyltest-Kittel werkelt, während Vati seine Bierwampe zur Schau stellt.

    Wir reisen lieber ungezwungen herum, lassen uns treiben. Pirschen in Städte, folgen Flussläufen und schrauben uns in die Berge. Eine Nacht auf dem ruhigen Hallenbadparkplatz oder vorm lauschigen Tennisheim birgt mehr Urlaub als Pseudo-Wellness im mit Gips-Statuen aufgebrezelten Provinzhotel. Langeweile? Niemals. Man hat schließlich dauernd irgendwas zu tun. Betten umbauen, Morgentoilette, Bäcker suchen, Brötchen holen. Frühstück machen, Vorräte checken. Strom, Gas, Frisch- und Abwassertank. Beim Wasserbunkern wird man zum Kapitän inklusive hoher Verantwortung für Material und Personal.

    Und erst die Passagiere. Sie fühlen sich fast immer wohl an Bord. Maulende Kinder? Nicht im WoMo. Hier gibt es für die Stöpsel ständig etwas zu entdecken, ruck zuck haben sie sich eine Schlafhöhle gebaut, turnen im und ums Auto herum, entdecken die Umgebung. Am besten klappt das natürlich auf einem feinen Campingplatz, weshalb der Ideal-Urlaub eine Mischung aus wildem und organisiertem Übernachten sein sollte.

    Das Abenteuer beginnt schon beim Laden

    Wenn dann abends die Holzkohle knistert, die Steaks brutzeln und Kondenstropfen von der kühlen Bierflasche perlen, ist das toller als ein steifes Diner vorm gestärkten Linnentuch. Oder lieber rituelles Spaghettikochen in der Mini-Kombüse? Kein Thema - Tomatensoße schmeckt notfalls auch mal ein paar Tage hintereinander. Wenn es uns gefällt, bleiben wir, wenn es genügt, ziehen wir weiter.

    Ein Wochenendausflug genügt zum Relaxen, das Abenteuer beginnt schon beim Laden, spätestens bei der Abfahrt. Hektiker tiefenentspannen, wenn sie auf dem Bock sitzen, der Diesel grummelt und selbst auf der Autobahn Tempo 100 genügt. Etwa so: "Hast du schon das Sonnenblumenfeld gesehehen" oder "Hupps, die gotische Kapelle ist mir ja noch nie aufgefallen." Sie werden sich wundern, was es zu entdecken gibt. Das Weg ist das Ziel. Gute Reise!

    Jens Katemann - Contra Wohnmobil

    Ich mag Wohnmobile weder als Verkehrsmittel für mich noch als Verkehrsteilnehmer überhaupt. Mich nerven diese Hobby-Trucker, die auf der Autobahn mit Tempo 100 die Lastwagen überholen und dabei nicht selten die Ausmaße ihres Gefährts überschätzen. Trotzdem gibt es Schlimmeres. Nämlich selbst mit einem Wohnmobil Urlaub machen zu müssen. Das beginnt schon auf der Fahrt zum Ferienort, auf der man mit Tempo 100 durch die Republik tuckert und trotzdem meist über zehn Liter Diesel pro 100 Kilometer verbraucht. Da muss ich mich schon ohne Stau aufregen.

    Dabei will ich mich doch erholen. Und das kann ich nicht in einem rollenden Hasenstall. Warum soll ich in den Ferien enger und unbequemer schlafen als daheim? Warum soll ich Toiletten ausleeren, die Dusche putzen? Es muss ja gar nicht der Fünf-Sterne-Bunker auf Mallorca sein, aber ein bisschen Komfort gehört für mich zum Urlaub dazu. Dazu zählt auch, in der Stadt einfach in ein Parkhaus fahren zu können und nicht nach einen Stellplatz für mein überdimensionales rollendes Wohnzimmer suchen zu müssen. Während der Camper noch seine Runden dreht, sitze ich schon entspannt beim Cappuccino im Café.

    Ein Wohnmobil ist ein teurer Spaß

    Wohnmobilisten reden gerne von der großen Freiheit. Aber wie frei wäre ich denn mit einem Wohnmobil wirklich? Ich müsste viele zehntausend Euro auftreiben, denn so ein Gefährt ist ein teurer Spaß. Ein Auto brauche ich ja trotzdem, denn wer will schon im Alltag mit dem Wohnmobil zur Arbeit oder zum Supermarkt fahren? Macht zwei Mal Kfz-Steuer, zwei Mal Versicherung, zwei Mal neue Reifen. Ich müsste mit zwei Fahrzeugen zum TÜV und zur Inspektion. Und irgendwo muss das Teil ja auch hin, wenn ich nicht gerade auf großer Fahrt bin. Also auch zwei Mal Stellplatz. Das Geld gebe ich lieber für gutes Essen und gemütliche Ferienwohnungen aus.

    Ich habe mich übrigens im Urlaub mit dem Auto noch nie gefangen gefühlt. Ich kann auch heute in dem einen Hotel auschecken und 100 Kilometer weiter ein neues Quartier beziehen. Bei der Wahl meiner Urlaubsziele wäre ich ebenfalls eingeschränkt. Mal in die USA, nach Australien oder Neuseeland? Das geht halt nur mit dem Flugzeug. Statt die weite Welt zu sehen, müsste ich mein Dasein auf Campingplätzen mit neunmalklugen Nachbarn fristen, die mir zur Begrüßung erst einmal die Platzregeln erläutern. Nein danke!
    Quelle

    Da triefen auf beiden Seiten doch einige Vorurteile!
    Hymer ML-T 580 4x4 auf www.mobilloewe.de

    Streiten geht schief, wenn der Respekt voreinander fehlt.

    Moderation im promobil Forum und PNs an Moderatoren, sowie das geschriebene Wort.


  2. #2
    Kennt sich schon aus   Avatar von Fjordmariechen
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    Standard AW: Pro und Contra Wohnmobil

    Wunderbar, die contra Argumente kommen mir bekannt vor - wir hören sie im Freundes- und Bekanntenkreis. Sie sind für mich nachvollziehbar, vor allen Dingen wenn es um das Geld geht und Anschaffung und Unterhalt gegen gerechnet werden.
    Aber was solls - wer das 'Nomaden Gen' hat, tickt eben anders ...

    Gruß Maria

  3. #3
    Moderator   Avatar von hdlka
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    Standard AW: Pro und Contra Wohnmobil

    Gefällt mir!!

    Die klassische Schwarzweißmalerei in Diskussionen.

    Dabei bleibt dann immer nur eines zu hoffen, dass die entsprechenden Menschen bei ihrer Art des Urlaubs bleiben. Ich kenne es aus dem erweiterten Bekanntenkreis wie es enden kann, wenn Menschen zur anderen Urlaubsart gezwungen werden - da wurden dann schon Ehescheidungen vorbereitet...

    Viele Grüße von
    Hans-Dieter

  4. #4
    Moderator   Avatar von MobilLoewe
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    Standard AW: Pro und Contra Wohnmobil

    Ja Hans-Dieter, das ist schon schwarzweiß geschrieben. Ich glaube beide Redakteure haben sich einen Spaß gemacht, ein wenig zu provozieren.

    Aber ein Argument Contra stimmt:

    ...müsste ich mein Dasein auf Campingplätzen mit neunmalklugen Nachbarn fristen, die mir zur Begrüßung erst einmal die Platzregeln erläutern. Nein danke!
    Das sehe ich auch so als eingefleischter Cp-Verweigerer...

    Gruß
    Bernd

  5. #5
    Moderator   Avatar von hdlka
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    Standard AW: Pro und Contra Wohnmobil

    ...und da fällt mir sofort ein, dass es in der Schweiz einen CP gibt auf dem ich Menschen kennen gelernt habe aus Solothurn die dort ein Mobilheim haben in dem sie am Wochenende und in den Ferien leben.

    Hierbei kann ich Dir versichern, dass sich da sogar eine Freundschaft über die Jahre entwickelt hat.

    Dabei hilft natürlich, wenn man offen ist für die Menschen...

    Viele Grüße von
    Hans-Dieter

    PS In meinem Bekanntenkreis gibt es sogar eine Familie die ein Mobilheim auf einem CP in Holland haben und dazu noch ein Wohnmobil mit dem Sie aber nur am Wochenende oder für Kurzurlaub unterwegs sind.

  6. #6
    Moderator   Avatar von MobilLoewe
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    Standard AW: Pro und Contra Wohnmobil

    Ja natürlich Hans-Dieter, aber meinen Hinweis auf die Cp solltest Du nicht ernst nehmen. Ich würde niemals Menschen danach einschätzen, welches Reisemobil oder Wohwagen sie fahren, und ob sie hier oder dort stehen. Oder sonst wo nächtigen Wir haben vor Jahrzehnten Leute mit einem Wohnwagen kennen gelernt, wir haben noch heute engen Kontakt und z.B. voriges Jahr in Ungarn getroffen, auf einem Cp am Plattensee (Bild links), hier noch mit dem "Big Grasskhopper".



    War herrlich auf dem Platz, absolute Nachsaison, nicht mehr viele Camper. Aber man sieht den Unterschied, Camper und Reisemobilist...

    Viele Grüße
    Bernd

  7. #7
    Stammgast   Avatar von womooli
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    Standard AW: Pro und Contra Wohnmobil

    Moin moin,
    ich sehe da nicht mal grosse Vorurteile.
    Jeder der beiden hat nun mal seine eigene Meinung von Urlaub.
    Ich kann beide verstehen.
    Einerseits möchte ich frei und ungebunden sein, dahin reisen wohin ich möchte und wenns mir nicht gefällt einfach weiter ziehen.
    Andererseits find ich es auch schön in einem Hotel morgens aufzustehen, waschen anziehen und dann an einem gedeckten Frühstückstisch zu sitzen ohne dran zu denken gleich muste noch abräumen abwaschen und so.
    Allerdings hab ich noch keine Hotel in meiner Preislage gefunden in dem ich dann auch 100% zufrieden war.
    Aus dem Grund haben wir uns dann auch für ein Womo entschieden. Wenn ich dann nicht zufrieden bin ziehen wir weiter oder ich bastel solange bis ich mit dem Ergebniss zufrieden bin. Das ist in einem gebuchten Hotel natürlich nicht möglich.

    Fazit für mich ist "Jeder nach seiner Fasson"
    Gruß
    Oliver


    Unser neues rollendes Heim. Bürstner Argos 747-2

  8. #8
    Stammgast   Avatar von goldmund46
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    Standard AW: Pro und Contra Wohnmobil

    Hallo Bernd,

    dann lassen wir dem Herrn Katemann doch seine Einstellung! Aber wenn ich bedenke, dass ich beruflich jährlich in etwa 50 Hotels nächtigen "darf", dann ist für mich Freizeit und Urlaub ausserhalb meines Reisemobils unvorstellbar!

    Jedem das Seine!
    Wer die Wahrheit sagt braucht ein schnelles Pferd... (arabische Weisheit)

  9. #9
    Stammgast  
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    Standard AW: Pro und Contra Wohnmobil

    Beide haben ja so recht mit ihren Argumenten. Aber, was soll`s. Jeder kann sich da das Passende raussuchen.

  10. #10
    Stammgast   Avatar von reisepirat
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    Standard AW: Pro und Contra Wohnmobil

    Tach zusammen,

    ich habe lange darüber nachgedacht, kann aber verdammt noch mal für mich keine contras zum Wohnmobil finden. Läuft was falsch bei mir?

    Auch das Thema der Bekannten die nicht verstehen können, dass wir diese Urlaubsart bevorzugen kann ich nicht nachvollziehen. Alle unsere Bekannten beneiden uns um die Art, wie wir die Länder entdecken können.

    Gruß,

    Michl
    Mahlzeit und Glück Auf! aussem Pott vonne ReisePiraten Micha, Ela & Leo



    Knaus SunLiner von 2006 auf Fiat Ducato 2,8l mit 145PS, zGG: 4t, L: 684 cm, B: 230 cm, H: 299 cm

    "Manche Hähne glauben, dass die Sonne nur ihretwegen aufgeht." (Theodor Fontane)

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