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  1. #1
    Moderatorin  
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    Standard Moderne Aufbautechnik - was taugt's?

    Schreiben Sie uns zum Thema des Monats im kommenden Heft:

    Kunststoff oder Aluminium, Sperr- oder Massivholz, Styropor oder PU-Schaum, verklebt oder verschraubt - die Qualität und Bauart der im Reisemobil benutzten Komponenten variiert und entwickelt sich anders als früher stetig weiter.

    Große Marken der Mittelklasse übertreffen sich plötzlich mit Werbeaussagen zu fortschrittlicher Aufbautechnik. Häufig ist von holzfreien Aufbauten die Rede, von hagelsicheren Dächern und neuartigen Verklebungen.

    Wie wichtig ist Ihnen ein solider und guter Aufbau? Und worauf achten Sie besonders? Oder ist Aufbautechnik für Sie kein Thema?

    Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

  2. #2
    Stammgast   Avatar von ctwitt1
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    Standard AW: Moderne Aufbautechnik - was taugt's?

    Hallo,

    Wir hatten von 2009 bis 2012 eine Bawemo Kabine (GFK 40 mm Wandstärke GFK) kein Alu kein Holz. Baujahr ca. 1979. In den 90 er Jahren komplett ausgeräumt und umgebaut. Tür und Fenster versetzt usw. In 2000 neu lackiert. Doppelboden. Ich hatte folgende Mängel in den 4 Sommern. Diverse Spannungsrisse, die ich mit GFK selber reparieren konnte. Massiven Wassereinbruch am Dach. Dachfenster und Dachpilze erneuert sowie komplette neue Lage an GFK auf dem Dach verlegt. Die Ursache für den Wasserschaden waren schlecht gedichtete und alte Dachlucken sowie ein falsch bzw. schlecht einlaminierter Dachträger. Der Vorteil dieser Konstruktion ist, dass man über Jahrzehnte einfach reparieren kann und völlig flexibel bei der Montage und gestaltung des Innenraumes ist. Allerdings ist so eine Kabine mit Möbeln vom Schreiner eingebaut ziemlich schwer.

    Bei den beworbenen neuen Wand Konstruktionen wäre ich vorsichtig. Ob die Klebeverbibdungen mit Kunststoff oder Aluminium verstärckungen auf Dauer tatsächlich funktionieren wird die Zukunft zeigen. Ich könnte mir vorstellen, dass es da noch so manches Problem geben wird. Sicher ist auf jeden Fall, dass das typische Holzfachwerk bei entsprechender Pflege langzeittauglich ist. Auch sicher ist, dass Wandaufbauten wie z.B. Bawemo oder Woelcke verwenden äusserst robust sind. Allerdings brauche ich zu den tollen Wänden auch den Rest vom Fahrzeug. Und da wird es dann schnell viel zu teuer. Wenn die Qualität entsprechend sein soll. So ein Mittelklasse Wohnmobil für etwa 55.000 € entspricht ja in etwa den Gegenwert einer neuen Mercedes C-Klasse. Und beim Womo bekommt man eine kleine Wohnung auf Rädern die auch noch leicht sein soll. Da kann es mit der Qualität niemals so weit her sein.

    Thorsten

  3. #3
    Kennt sich schon aus  
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    Standard AW: Moderne Aufbautechnik - was taugt's?

    GFK hat sicher so einige Vorteile - aber eben auch Nachteile (Spannungsrisse, kann spröde werden)

    Rein verklebte Aufbauteile haben Vorteile (weniger Gewicht als zusätzliche Verbindungsteile, keine Kältebrücken durch Verbindungsteile aus Metall) aber auch da gibt es sicherlich Nachteile.

    Letztlich kommt es auf die Verarbeitungs- und Materialqualität an.

    Welches Holz wurde wie verarbeitet?
    GFK in welcher Form und Stärke wurde wie verarbeitet?

    Bei derartig hochwertigen und langlebigen Aufbauten sollten aber auch die Basisfahrzeuge entsprechend gut verarbeitet sein und lange halten!
    Wenn dann aber womöglich die Politik mit neuen Vorschriften (z.B. die unsäglichen Umweltplaketten) kommt, nützt der hochwertige Aufbau auch nicht mehr viel. Dann wäre es hilfreich, wenn der Aufbau (preisgünstig) auf ein neues Basisfahrzeug umgesetzt werden könnte.

  4. #4
    Stammgast   Avatar von ctwitt1
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    Standard AW: Moderne Aufbautechnik - was taugt's?

    Zitat Zitat von pleo Beitrag anzeigen
    GFK hat sicher so einige Vorteile - aber eben auch Nachteile (Spannungsrisse, kann spröde werden)

    Rein verklebte Aufbauteile haben Vorteile (weniger Gewicht als zusätzliche Verbindungsteile, keine Kältebrücken durch Verbindungsteile aus Metall) aber auch da gibt es sicherlich Nachteile.

    Letztlich kommt es auf die Verarbeitungs- und Materialqualität an.

    Welches Holz wurde wie verarbeitet?
    GFK in welcher Form und Stärke wurde wie verarbeitet?

    Bei derartig hochwertigen und langlebigen Aufbauten sollten aber auch die Basisfahrzeuge entsprechend gut verarbeitet sein und lange halten!
    Wenn dann aber womöglich die Politik mit neuen Vorschriften (z.B. die unsäglichen Umweltplaketten) kommt, nützt der hochwertige Aufbau auch nicht mehr viel. Dann wäre es hilfreich, wenn der Aufbau (preisgünstig) auf ein neues Basisfahrzeug umgesetzt werden könnte.
    Die Bawemo Kabine fährt jetzt mit neuem Besitzer nach Ducato und Sprinter wieder auf einen Sprinter DoKa mit Allrad. Die Kabine kann über eine manuelle Hydraulik einfach von der Pritsche genommen werden und der Sprinter als Pritschenwagen z.B. am Bau oder beim Gärtner genutzt werden.

  5. #5
    Stammgast   Avatar von BRB-Stefan
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    Standard AW: Moderne Aufbautechnik - was taugt's?

    Wir haben beim Kauf unseres Mobils auf die Aufteilung der Inneneinrichtung und den Wohlfühlfaktor geachtet.
    Die Möbel haben unseren Qualitätsansprüchen entsprochen und so haben wir dem dort verwendeten Material auch keinerlei Beachtung geschenkt.
    Bei der Aufbaukonstruktion haben wir einfach auf die jahrelange Erfahrung des Herstellers vertraut.
    Die Boden-, Wand- und Dachstärke, das verwendete Material, verklebt, verschraubt - ja - ich habe es im Katalog gelesen.
    Eine Hilfe bei der Wahl des Mobils oder eine Kaufentscheidung war es nicht, denn ist erst ein Hersteller gefunden, bietet dieser in den wenigsten Fällen verschiedene Aufbaukonstruktionen an.

    Geben Campingfahrzeughersteller -wie beim Hausbau üblich- Wärmedurchgangskoeffizienten für Dächer, Fenster oder Wände an?
    Ich habe keinen gefunden und weiß bis heute nicht, welche Isolation eine 4cm starke PU-Schaum Wand, die mit Polyester oder Aluminium beklebt ist hat ...
    Stefan, sehr gern unterwegs mit Kerstin und Rapido 996 MH


    unsere private Homepage mit Reiseberichten und mehr: wiese-mobil.de

  6. #6
    Stammgast   Avatar von Womoyo
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    Standard AW: Moderne Aufbautechnik - was taugt's?

    Zitat Zitat von NadineScheufele Beitrag anzeigen
    Wie wichtig ist Ihnen ein solider und guter Aufbau? Und worauf achten Sie besonders? Oder ist Aufbautechnik für Sie kein Thema?
    Neben der Fahrzeugtechnik (Vorderrad- Hinterradantrieb, Zwillingsbereifung, ESP, Airbags) ist die Aufbautechnik von größter Wichtigkeit. Sie ist vergleichbar mit entweder eine Holzhütte oder ein Haus aus Stein zu bauen. Da es in Europa - im Gegensatz zu den USA - keine Vorschriften für Wohnmobil-Aufbauten zu geben scheint, gibt es abenteuerliche Konstruktionen, die das Leben ihrer Besitzer mehr als gefährden. Hauptsache billig. Der Großteil der Reisemobile fährt leider immer noch mit Holzfachwerk und Styropur durch die Gegend. Wie diese Fahrzeuge nach einem Unfall aussehen, kann man sich im Internet anschauen. Während für PKWs mittlerweile in Deutschland strenge Vorschriften hinsichtlich Sicherheit gelten, scheinen sich die Reisemobilaufbauten in einem rechtsfreien Raum zu bewegen.

    Für mich war bei der Anschaffung meines Reisemobils die Fahrzeug- und die Aufbautechnik von alles entscheidender Bedeutung. Natürlich kann ein Hersteller in einem 6-t-Wohnmobil mehr Sicherheitstechnik (stabilere Rahmen, wirksamerer Aufprallschutz, resistentere Materialien etc.) einbauen, als daß in einem 3,5 t-Fahrzeug möglich wäre. Insofern halte ich den aktuellen Trend hin zum Lightmobil für junge Wohnmobilisten für einen gefährlichen Irrweg. Wichtiger wäre es, den zuständigen Verkehrsminister davon zu überzeugen, daß eine Heraufsetzung der Führerscheingrenze von 3,5 t auf 4,25 t die bessere und vor allem sichere Lösung des Problems wäre.

  7. #7
    Stammgast   Avatar von ctwitt1
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    Standard AW: Moderne Aufbautechnik - was taugt's?

    Gerade bei den Integrierten wäre ich mir nicht so sicher, dass die bei einem Frontalzusammenstoss mit z.B 55 km/h und 1/3 Überdeckung sicherer sind als eine Transporterkabine, egal ob Fiat oder Mercedes. Wenn hinten einer drauf fährt, dann hat man ja erst mal einige Meter Knautschzone. Ausserdem ist es allemal sicerer als jedes Zweirad oder der Fussgänger der am Verkehr teilnimmt. Ich fände es wichtiger wenn die Bremswege erst einmal kürzer würden.

  8. #8
    Moderator   Avatar von MobilLoewe
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    Standard AW: Moderne Aufbautechnik - was taugt's?

    Eigentlich ist jede Aufbauart bei entsprechender Pflege langzeittauglich. Ich lege dennoch großen Wert auf einen holzfreien beidseitigen GFK-Aufbau mit hochfester Isolierung, das gibt ein gutes Gefühl auch hinsichtlich der Sicherheit. Die neuen beworbenen Konstruktionen müssen sich m.E. erst bewähren.
    www.mobilloewe.de

    Streiten geht schief, wenn der Respekt voreinander fehlt.

    Moderation im promobil Forum und PNs an Moderatoren, sowie das geschriebene Wort.


  9. #9
    Daeter
    Gast

    Standard AW: Moderne Aufbautechnik - was taugt's?

    Ich würde mir nie wieder ein Reisemobil mit einer Aluhaut kaufen.
    Mein drittes Mobil habe ich gerade mal 5 Monate im Betrieb gehabt und
    es wurde regelrecht durch Hagel zerschossen.Dann ging der Ärger mit der
    Versicherung los...( Wetteramt .u.so weiter ).Ok es wurde alles repariert,
    aber für mich war das ein Unfallwagen.( zweite Dachhaut rübergezogen.u.s.w.)
    Deshalb bin ich froh heute eine Lenorflasche zu fahren.Das Wetter wird ja auch
    immer extremer.

  10. #10
    RJung
    Gast

    Standard AW: Moderne Aufbautechnik - was taugt's?

    Dass die bekannten teureren Marken durchweg seit Jahren holzfreie Aufbauten fertigen, wird sicher seinen Grund haben. Ich sehe den wesentlichen Vorteil darin, dass bei eventuell auftretenden Undichtigkeiten an Nahtstellen wie z.B. (Dach-) Fenstereinfassungen kein Wasser in die Wandkonstruktion eindringen und dort unbemerkt Gammel auslösen kann. Das ist so, weil da einfach kein Material ist, das Wasser aufnimmt.
    Dass auch die besagten Hersteller jahrelang ihre Erfahrungen sammeln mussten, haben wir bei einer Werksführung bei Concorde gelernt, wo freimütig über die Probleme beim Verkleben der Aluhaut mit dem PU-Kern berichtet wurde, und über die aufwändige Lösung der Probleme. In sofern ist zu erwarten, dass Hersteller, die einerseits neu mit dieser Wandbauitechnik anfangen, andererseits aufgrund der Ansiedlung der Fahrzeuge in niedrigeren Preisregionen ein kleineres Budget bei der Herstellung haben, auch einige Probleme zu lösen haben werden.

    Was die oft diskutierte Frage nach Alu oder GFK angeht: Uns sind die letzten drei Campingfahrzeuge "verhagelt". Dennoch hat der Neue jetzt wieder ein Aludach. Da wir einen bestimmten Grundriss haben wollten, war die Auswahl der Hersteller deutlich eingeschränkt, und so stellte sich die Frage nach dem Material der Außenhaut einfach nicht mehr. Concorde erklärt, dass sie im Gegensatz zu den meisten anderen Herstellern außen 1mm Alu statt 0,8mm verwenden. Dadurch werde auch die Stabilität gegenüber Hagel verbessert. Ausprobieren mussten wir das noch nicht - ich bin gespannt.

    Grüße Rafael Jung

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