Hallo Südfahrer,

ich komme gerade aus Spanien zurück. Auf den Stellplätzen geriet ich mehrfach in Diskussionen über die derzeitigen Autobahngebühren in Frankreich und Spanien.
Die Mehrheit der Womofahrer "schwörten Stein und Bein" darauf, dass Womos über
3,5 to und unter 3 Meter wegen des Gewichtes richtig zur Kasse gebeten und in Klasse
3 eingestuft würden. Als Quelle für diese Info wurden sowohl ProMobil als auch RM genannt, die jedes Jahr darüber berichten. Eigene Erfahrungen, wie ich, konnten diese
Gesprächspartner nicht vorweisen. Meine Aussage, dass "Papier geduldig wäre" und das in der Praxis anders wäre, wurde belächelt, man glaubte mir einfach nicht. Ein Sportsfreund
schwöre sogar darauf, dass sich vor jeder Zahlstelle Waagen befinden würden.

Ich kann dazu folgendes sagen:
Richtig ist, dass z.B. auch der ADAC die Gebühren der
privaten Autobahnbetreiber wahrheitsgemäss abdruckt. Tatsächlich müsste man demnach mit einem Womo über 3,5 to und unter 3 Meter Höhe den hohen Mehrpreis für die Kl. 3
bezahlen, was in der Praxis - z.B. bei meinem Wohnmobil, einem Teilintegrierten mit 7,25 m Länge, 2,30 Breite und 2,80 Meter Höhe - aber nicht angewandt wird bzw. werden kann.
Gründe:
1.
Es gibt keine Waagen vor den Zahlstellen, nur die Höhen der Womos werden gemessen.
Kontrollen, z.B. anhand der Fahrzeugpapiere, sind nicht durchführbar und würden den
Verkehr vor den Zahlstellen stark beeinträchtigen - möglicherweise wäre das Kassenpersonal damit auch überfordert. Schon jetzt, wenn jemand bar bezahlt und sein
Geld zusammensucht, wird schon gehupt, alle haben es eilig, man ist ja auf der Autobahn.
2.
Zunehmend werden die Zahlstellen an den Ausfahrten automatisiert, schon dadurch können keinerlei Gewichtskontrollen stattfinden. Nach Höhenmessung bezahlt man
entweder mit Geldschein bar oder mit Kreditkarte am Automaten. Hierzu noch ein Tipp:
Bitte soweit wie möglich vorfahren, sonst kann das Fz. elektronisch nicht registriert werden.

Wir fuhren Anfang März noch im frz. Schnee- und Eischaos los und kamen vorige Woche
zurück, Hin- und Rückfahrt nur über mautpflichtige Autobahnen. Wir wurden in Frankreich immer in Klasse 2 eingestuft, in Spanien sogar nur in Klasse 1 (hier wird s nur für die Fz. mit Doppelachsten wesentlich teurer. Die Kontrolle erfolgt per Augenkontakt vom Häuschen aus.)

Es ist also wie immer. Was geschrieben steht, muss nicht immer richtig sein.

Was ich aber für Frankreich nicht sagen kann, ob das auch für die wuchtigeren Integrierten unter 3 Meter Höhe gilt!

Was mich wundert: Auch ProMobil schickt ab und an Stellplatz-Berichterstatter nach
Spanien. Die müssten doch - sofern sie die Autobahn benutzen - auch längst gemerkt haben, dass Vorschriften zwar schön aber nicht immer umsetzbar sind.
Ich bin fest davon überzeugt, dass viele Womofahrer die mautpflichtigen Autobahnen nur
wegen der vermeintlich hohen Kosten meiden.

Von daher rege ich an, dass ProMobil bei den alljährlich erscheinenden Berichten über die europäischen Mautgebühren auf diese Praxis hinweist.

Gruss aus Köln

Jüppchen