[SIZE=2]Überladung mit Folgen[/SIZE]

Immer wieder das leidige Thema Gewicht: Es wird immer wieder erzählt, dass man sein Reisemobil um fünf Prozent überladen darf. Stimmt das?

[SIZE=2]Antwort:[/SIZE]

Streng genommen dürfen Sie Ihr Reisemobil gar nicht überladen. Fünf Prozent werden zwar gelegentlich toleriert; darauf verlassen dürfen Sie sich aber nicht. Allerdings ist bei Fahrzeugen bis 7,5 t zGG erst ab fünf Prozent Überladung ein Bußgeld fällig.
Stellt die Polizei bei einer Kontrolle eine Überladung fest, heißt es – nach offiziellen Angaben – erst einmal Wasser ablassen. Erst wenn das zulässige Gesamtgewicht nicht mehr überschritten wird, darf weitergefahren werden. Quelle: promobil

Die bayrische Polizei hat im Mai 2008 bei einer Kontrolle von Wohnwagen und Wohnmobilen folgendes veröffentlicht:

"Erfreulicherweise konnte festgestellt werden, dass bei der überwiegenden Mehrheit der kontrollierten Fahrzeuge nichts zu beanstanden war, wenn auch nahezu alle Fahrzeuge / Fahrzeuggespanne an der Grenze der maximal zulässigen Gewichte angelangt waren. Und dies, obwohl viele nur auf dem Weg zu einem Kurzurlaub waren.

Drei Wohnmobilen musste die Weiterfahrt wegen deutlicher Gewichtsüberschreitungen untersagt werden; erst nach Reduzierung des Gewichtes (Entleeren der Wassertanks) war die Überladung soweit verringert, dass eine Weiterfahrt vertretbar war."

[SIZE=2]Gewicht ist nicht gleich Gewicht[/SIZE]

Der Reisemobilist unterscheidet folgende Gewichtskategorien: zulässige Gesamtmasse und Masse im fahrbereiten Zustand, Achs-, Dach- und Anhängelast.

Die technisch zulässige Gesamtmasse im beladenen Zustand wird vom Fahrzeughersteller angegeben. Diese Masse berücksichtigt die spezifischen Betriebsbedingungen einschließlich solcher Faktoren wie Werkstofffestigkeit, Tragfähigkeit der Reifen, usw. Diese Masse darf aus sicherheitstechnischen Gründen in keinem Fall überschritten werden. Jede Überschreitung dieser Masse wird als Überladung von der Polizei geahndet.

Die Masse im fahrbereiten Zustand entspricht der Masse des leeren Fahrzeuges (einschließlich Schmiermittel, Werkzeug, Ersatzrad und gefülltem Tank), mit allen werkseitig eingebauten Standardausstattungen, zuzüglich 75 kg für den Fahrer und zuzüglich der Grundausstattung (siehe unten). Diese Masse sollte durch herstellerseitiges Wiegen vor der Auslieferung festgestellt, und ins Bordbuch eingetragen werden.

Beispiel: Motorcaravan mit 2.825 kg Leergewicht. Daraus folgt: 2.825 kg + 75 kg Fahrer + 160 kg (Grundausstattung) = 3.060 kg

Zur Grundausstattung gehören alle Ausrüstungsgegenstände und Flüssigkeiten, die für die sichere und ordnungsgemäße Nutzung des Fahrzeuges notwendig sind. Dazu gehören die Massen von:

Gas: den bis zu 90% gefüllten Flüssiggasflaschen

Wasser: dem Wassererhitzer (100%), des Frischwassertanks (90%), des Toiletten-Spültanks (100%), andere Standardeinrichtungen, z.B. wassergefüllte Zentralheizung (100%)

Stromversorgung: der Anschlussleitung für Niederspannung und der baulich vorgesehenen Zusatzbatterie.

Die Achslast gibt Auskunft über die Gewichtsverteilung (maximale Belastungsmöglichkeit der Vorder- und Hinterachse) im Reisemobil. Der Basis-Hersteller gibt auf Anfrage die Werte heraus. Oft sind sie aber auch direkt am Fahrzeug vermerkt. Auch diese Gewichtsangaben müssen strikt eingehalten werden, was durch sorgfältiges Beladen, richtige Gewichtsverteilung und Kontrolle auf der Waage leicht möglich ist.

Der Aufbau-Hersteller legt die Dachlast für das jeweilige Modell fest. Die Dachlast ist von der Konstruktion des Daches (Alu-Sandwich, GfK) abhängig. Welches Gewicht auf dem Dach transportiert werden darf ist beim Hersteller zu erfahren. Quelle: AvD