Stellplatz-Radar: 12.000 Stellplätze in einer App für iOS und Android.

Neuer Ford Transit im Test (2020)

Ganz der alte und doch ganz neu

Ford Transit (2020) Foto: Hersteller 9 Bilder

Der neue Ford Transit scheint auf den ersten Blick nicht wirklich neu zu sein – schaut man jedoch genauer hin, findet man nicht nur unter der Motorhaube umfangreiche Änderungen. Wir haben damit eine kleine Testfahrt unternommen.

Ford präsentiert den neuen Transit. Die Dimensionen der Karosserievarianten innen wie außen sind identisch mit seinem Vorgänger. Einzig die Front wurde als Erkennungszeichen optisch neugestaltet. Ein kleines Facelift also? Mitnichten: 4600 Einzelteile wurden verändert. Neue Motoren halten Einzug, zahlreiche Assistenzsysteme wurden integriert und der Innenraum komplett überarbeitet.

Ford Transit (2020) Foto: Christian Becker
Ford spart beim neuen Transit ordentlich am Gewicht: Die neuen Bauteile sorgen für 80 Kilogramm weniger.

Bis zu 80 Kilogramm Gewicht sparen die neuen Bauteile im Vergleich zum Vorgänger. So ist zum Beispiel die Hinterachse der Heckantriebsversionen fast 15 Kilo leichter, die Motorhaube aus Aluminium spart fünf Kilogramm und weitere sechs Kilogramm der neue Tank. Zusammen mit den überarbeiteten Motoren soll das rund sieben Prozent Diesel einsparen. Apropos Diesel: vier Varianten des 2.0-Liter-EcoBlue-Motors stehen zur Wahl. Die Leistungsstufen: 105, 130, 170 und ganz neu 185 PS.

Mit dem neuen Transit on Tour

Ford Transit (2020) Foto: Hersteller
Einige Anpassungen wurden auch am Armaturenbrett vorgenommen: Zahlreiche Ablagen für Kleinkram und Getränke sind nun vorhanden.

Mit eben diesem Topdiesel gehen wir auf eine Testfahrt. Das Herz schlägt in der größten Variante der Kastenwagenpalette, einem 6,70 Meter langem und 2,77 Meter hohem Transit mit Heckantrieb. Beim Entern der Fahrerkabine sticht sofort das neue Interieur ins Auge. Besonders das wuchtige Armaturenbrett mit seinen zahlreichen Ablagen für Papiere und Getränke gefällt auf Anhieb. In der Mitte thront der Touchscreen-Monitor des Infotainmentsystems. Sämtliche Schalter und Knöpfe sind gut zu erreichen.

Also Schlüssel ins Schloss und Motor an. Der Diesel meldet sich sofort und präsent nagelnd im Kaltlauf, verzieht sich aber nach kurzer Fahrt in die akustische Unauffälligkeit. Zumindest beim Dahinrollen auf der Landstraße. In den Beschleunigungsphasen klingt er kraftvoll und schiebt mit bis zu 415 Newtonmetern Drehmoment vorwärts. Die Lenkung ist jetzt elektromechanisch und der Transit lässt sich mit dem griffigen Lenkrad sehr präzise durch die Kurven zirkeln. Der Lenkwiderstand ist geschwindigkeitsabhängig – präzise direkt bei höherem Tempo, sehr leichtgängig bei niedrigem.

Ford Transit (2020) Foto: Hersteller
Die Lenkung des Ford Transits wurde in eine elektronmechanische geändert und sorgt auch in Kurven für präzises Lenken.

Am Lenkrad finden sich zahlreiche Knöpfchen mit denen man diverse Funktionen des Fahrzeugs steuern kann, was nach kurzer Eingewöhnung auch ohne hinzusehen funktioniert. Eines der neuen Assistenzsysteme ist der intelligente Abstandstempomat mit Verkehrszeichenerkennung. Einmal eingestellt bremst er automatisch runter, wenn eine Geschwindigkeitsbegrenzung erreicht wird. Der Bremsvorgang erfolgt allerdings etwas zeitverzögert. Nach dem Passieren des Verkehrsschilds dauert es kurz, bis das neue Limit im Display erscheint, der Tempomat vom Gas geht und nach kurzer Ausrollphase auch stärker bremst. Gerade bei Ortseinfahrten sollte man deshalb lieber selbst das Tempo reduzieren. Auf Landstraßen mit häufigem Wechsel der Limits ist das System aber ein echtes Hilfsmittel, möchte man nicht zu schnell unterwegs sein. Am Ende der Beschränkung beschleunigt das System dann wieder auf die ursprünglich gewählte Geschwindigkeit.

Der Testwagen ist mit einer 6-Gang-Handschaltung ausgerüstet. Sie lässt sich präzise schalten und der Schaltknüppel liegt gut in der Hand. Alternativ wird es Anfang 2020 für die hinterradangetriebenen Modelle eine 10-Gang-Automatik geben, die Vorderradantriebsvarianten müssen mit einer Sechs-Gang-Automatik auskommen.

Mildhybrid-System

Neu im Transit ist das optionale 48-V-Mildhybridsystem. Es soll den Spritverbrauch nochmals um rund drei Prozent senken. Hier ersetzt ein Starter-Generator die herkömmliche Lichtmaschine. Im Schubbetrieb und beim Bremsen lädt dieser Generator eine 48-Volt-Lithium-Ionen-Batterie. Im normalen Fahrtbetrieb wird diese Energie dann zur Unterstützung des Diesels genutzt und trägt so zur Kraftstoffersparnis bei. Auf einer kurzen Testrunde in einem kurzen Kastenwagen mit 130 PS funktionierte das vom Fahrer absolut unbemerkt sehr gut. Der Motor wirkte dabei subjektiv etwas leiser als der starke 185 PS-Diesel in der Heckantriebsversion.

Die Preise für den Transit beginnen bei 33.855 Euro für den 290 L2 Kastenwagen mit Frontantrieb und 105 PS.

Fazit

Der neue Transit kann mit seinen technischen Neuerungen überzeugen. Ein im Vergleich zum Ducato komfortableres Fahrverhalten und das moderne Cockpit sind Pluspunkte. Ebenso die elektronischen Helferlein, wie der intelligente Abstandstempomat. Ein kleiner Wermutstropfen ist aber, dass es die neue 10-Gang-Automatik nur für Hinterradantriebs-Varianten gibt. Somit wird sie in der Campingbranche ein Nischendasein führen.

Neues Heft
Top Aktuell Frankia Platin I 8400 Plus (2020) Alle integrierten Reisemobile 2020 Marktübersicht und Top-7-Neuheiten im Kurzcheck
Stellplatz-Radar
mobil life 12.000 Stellplätze in einer App

Mit dem kostenlosen Stellplatz-Radar finden Sie auch unterwegs immer den passenden Stellplatz.

Anzeige
Beliebte Artikel Knaus Boxstar 600 Street XL (2020) Alle Modelle im Campingbus-Segment 2020 Übersicht 2020 und 10 Top-Neuheiten gecheckt Technikwissen Frontantrieb Technikwissen Vorderradantrieb Frontantrieb für Wohnmobile
Fahrzeug-Angebote
auto motor und sport Sebastian Vettel - GP Japan 2019 Mercedes gegen Ferrari Wie oft sticht der Ferrari-Trumpf? Lancia Delta HF Integrale „Sonntagsauto“ Lancia Delta HF Integrale, der Rallye-Klassiker
caravaning E-Chassis Bosch und Knaus E-Antriebs-Trend beim Caravan-Chassis Drei E-Visionen für das Wohnwagen-Chassis Kulba Woody (2020) Kulba Woody (2020) Teardrop-Wohnwagen im Holzlook