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Erwin-Hymer-Group plant den Börsengang

Familie Hymer prüft derzeit Möglichkeiten

Hymer ML-I Foto: promobil

Nach vielen Jahren im Familienbesitz soll sich jetzt einiges ändern: Familien Hymer prüft Möglichkeiten für einen Börsengang oder die Beteiligung eines strategischen Partners.

14.03.2018 Sophia Pfisterer

Die Erwin-Hymer-Group wächst: in den letzten beiden Geschäftsjahren wuchs der Umsatz von 1,36 auf 2,21 Milliarden Euro. Alleine im vergangenen Jahr wurden 55.000 Fahrzeuge verkauft und ein Absatzplus von 38 Prozent erzielt. Auch das Auslandsgeschäft wächst: In den vergangenen Jahren wurden mehrere Werke in Italien (Laika), Kanada (Roadtrek) und Großbritannien (Explorer Group) übernommen, laut Schwäbische Zeitung gibt es Überlegungen, in China eine Produktion zu starten.

Erwin-Hymer-Group sucht Investoren

Jetzt prüft die Familien Hymer weitere Investitions-Strategien, um das Wachstum zu verstärken. Kein Wunder: Die Marktprognosen für ganz Europa sehen sehr positiv aus. Einerseits könnte sich ein strategischer Partner beteiligen oder ein wiederholter Börsengang anstehen. Bereits 1990 wurde das Unternehmen Hymer AG (noch nicht die Erwin-Hymer-Group) erstmal an der Börse notiert. 2011 wollte Hymer dann wieder aus der Börse aussteigen, 2013 wurden die letzten Anteile zurückgekauft.

Bei einem möglichen Börsengang oder Einstieg eines Strategiepartners besteht Familie Hymer aktuell auf der Eigentums-Mehrheit. Das bedeutet, mehr als 50 Prozent sollen im Familienbesitz bleiben. Laut Vorstandsvorsitzendem Martin Brand „hat sich die Familie entschieden, die Gesellschafterstruktur auf ein breiteres Fundament zu stellen“. So sollen innovative Produkte und Dienstleistungen entwickelt werden. Johannes Stegmaier, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Erwin-Hymer-Group: „Mit diesem Schritt wollen wir die Entwicklung des Unternehmens weiter stärken.“

Die australische Invenstmentbank Macquarie Capital hat derzeit den Auftrag, alle möglichken Alternativen zu prüfen. Laut Schwäbische Zeitung soll bis Sommer 2018 ein passender Investor gesucht und zeitgleich ein Börsengang vorbereitet werden.

Neuester Kommentar

Mit derartigen Überlegungen kann man als Kunde kreuzunglücklich werden. Und ob es dem Markt gut tut, ist ebenfalls in Frage zu stellen.

Manchmal kann es strategisch wichtig sein, nicht grenzenlos wachsen zu wollen.

Und wenn man für das geplante Vorhaben des weitergehend unbegrenzten Wachstums dann noch Investoren benötigt (und dies nicht über ein generisches Wachstum wählt), dann wird das ganze wieder am Ende ein Konstrukt, das von Spekulationen, Fremdbewertungen und Fremdfaktoren abhängig ist.

Das ist absolut unschön.

Allein wieviele Marken sich unter dem Hymer Dach bereits befinden zeigt, dass man nicht mehr bekommt, ws man wünscht.

Beispiel?

Nehmen wir das recht teure HymerCar.

Ein HymerCar für 65000€ hat derzeit leider einige massive Qualitätsmängel - Dinge, die wir derzeit am Fahrzeug klären müssen und die für eine Art Montagsfahrzeug sprechen.

Im neuen Capron Werk aber werden absolute Billigableger des HymerCar gefertigt, die unter dem Namen Carado Vlow oder Sunlight Cliff gefertigt werden.

NICHT NUR, dass man für ca. 20000€ W E N I G E R ein fast gleichwertiges Auto bekommt (gleiche Nasszelle, Komponenten) - nein!
Durch die Fertigung im Capron Werk erhalten die Billigsegment Brüder des HymerCar eine wesentlich modernere und hochwertigere Qualitätssicherung, da das Capron Werk das modernste seiner Art ist.

Ich erhalte unter völlig anderem Namen einer Billigmarke für 20000€ weniger das bessere HymerCar.
Lediglich das Innenraumdesign ist da etwas weniger anspruchsvoll arrangiert.

Als Besitzer eines HymerCar für 65000€ kann man garnicht so viel reinstopfen, wie man in Folge am liebsten erbrechen möchte bei derartigen Zusammenhängen.

Und wenn die letzte Kleinmarke auch noch zu Hymer gehört, bekommst AUCH DU LIEBER LESER am Ende einen globalen Werks-Standard-Mix an Deinem Auto, der von irgendwelchen undurchsichtigen Kriterien der hintergründigen Optimierung abhängt.

Aber nicht mehr das, wofür ein Name mal stand, stehen sollte und der vor allem Produkte und ihre Qualitäten mal unterscheidbar gemacht hatte.

Wenn ein Niesmann Bischoff irgendwann dann nur noch ein reines Bürstner Harmony Konzept (und somit ein Hymer Konzept) mit geänderten Tapeten ist, dann willst Du keinen Niesmann mehr. Und dann bist Du auch nicht mehr gewillt, den Preis für einen Niesmann zu zahlen.

Durch den Drang, bei aller Größe Hymers ab 2018 einfach unermesslich weiter wachsen zu wollen, wird genau das hier beschriebene Fehlsystem bis in die Unkenntlichkeit verstärkt und pervertiert.

Es mag noch Leser geben, die im Fall von zB Kastenwagen auf die Qualitäten der Marke La Strada setzen.
Soll La Strada auch noch im Hymer Konzern aufgehen und am Ende ein weiterer Ausbau à la Carado Kopie No. 27 werden? So wie das Bürstner Citycar auch schon EBENFALLS ein HymerCar ist?

Auch derartige Absichten, alles komplett zu übertreiben und so zu mutieren, obwohl es wirklich nicht als notwendige Lebenserhaltung betrachtet werden kann, sollten Kunden dazu animieren, der Hymer Gruppe hier einfach mal eine klare Absage zu erteilen.

Ich weiß auch nicht, ob ein Ausverkauf aller Werte wie wir sie kennen, prinzipiell überall hingenommen werden muss.

Wenn die Hymer Gruppe die Pressemeldung nicht verabschiedet hätte, wären sie trotzdem die Größten und niemand würde etwas vermissen - außer dem Umstand, dass die bisherige Größe schon sehr viel Schaden anrichtet.

Meine Meinung.

In der Hoffnung, dass die Familie Hymer dies liest - ein freundlicher Gruß aus der Kundensicht.

Diana van Heide 15. März 2018, 12:28 Uhr
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