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Elektro-Wohnmobile - Marktübersicht E-Transporter

E-Crafter im Praxistest, Nissan als E-Campervan

VW Foto: Hersteller 10 Bilder

Fahren auch Reisemobile in Zukunft elektrisch? Noch ist der Markt der E-Transporter so übersichtlich wie die Reichweiten. Doch beide wachsen. Wir geben einen Überblick über die aktuelle Entwicklung.

19.12.2017 Martin Ehrenfeuchter, Sophia Pfisterer

Mercedes-Benz, VW, Renault: Jeder Fahrzeughersteller mit Rang und Namen zeigte in jüngster Vergangenheit einen Transporter mit Elektroantrieb – oder zumindest ein zukunftsweisendes Projekt.

VW schickt E-Crafter in den Praxistest

Volkswagen versucht mit grüner Technik das schwarze Jahr 2016 vergessen zu machen. Der VW E-Crafter führt mit hoher Zuladung von 1710 Kilogramm die Tabelle in puncto Nutzlast an. Darüber hinaus verspricht er bis zu 208 km Reichweite.

VW geht mit dem E-Crafter bereits in die Praxistest-Phase: Ende Dezember 2017 wurden die ersten Elektro-Transporter an einen internationalen Kreis von Großkunden ausgeliefert. Bis Sommer 2018 sollen sich die Transporter bei verschiedenen Großstadt-Einsätzen mit Paketzustellern, Energieversorgern, Handwerkern und Einzelhändlern bewähren. Für diesen Einsatz ist der E-Crafter extra zugeschnitten: mit einer Reichweite von 160 km und einer Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h. Maximal zuladbar sind zwischen 1,0 und 1,75 Tonnen.

Streetscooter: Bereits im Einsatz und bald emissionsneutral

Die Deutschen Post setzt bereits seit Herbst 2017 auf E-Antriebe bei ihren Lieferwagen. Der Streetscoter, der gemeinsam mit der RWTH Aachen entwickelt wurde, soll bis Ende 2017 eine Flottenstärke von bis zu 5000 Fahrzeugen erreichen. Mittelfristig will der Konzern komplett auf E-Transporter umrüsten. Doch eignet sich der Streetscooter in Kastenbauweise auch für den Wohnmobil-Ausbau?

Der Streetscooter Work L, der für die Post vor allem im ländlichen Bereich und Kleinstädten unterwegs ist, hat eine Reichweite von 90 Kilometern. Er fährt maximal 85 km/h und kann bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 1,5 Tonnen maximal 650 Kilogramm Zuladung satteln. Für ein Urlaubsfahrzeug sind das bislang recht niedrige Werte. Ändern könnte sich das mit der Brennstoffzellen-Technologie, die 2018 für den Streetscooter auf den Markt kommen soll und eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern verspricht.

Die Post geht sogar noch einen Schritt weiter: Im kommenden Jahr soll außerdem eine autonom fahrende Testflotte starten. 2018 soll auch die nächstgrößere Transporter-Version Streetscooter Work XL erscheinen. Er verspricht mehr Ladevolumen und sicherlich auch mehr Zuladung. Streetscooter plant davon, auch außerhalb des Post-Kosmos Fahrzeuge zu vertreiben.

E-Motoren erzeugen trotzdem Feinstaub

Ein Problem bleibt jedoch auch bei den Elektro-Transportern: Auch Fahrzeuge mit E-Antrieb geben über Reifen-, Brems- und Straßenabrieb Feinstaub ab. Ein Problem, das vor allem in Großstädten wie Stuttgart zu Diskussionen um Dieselverbote führt.

Filter-Experte Mann+Hummel setzt als Lösung auf Feinstaubfilter. Die Filtermodule werden ab Ende Dezember 2017 an fünf Streetscootern getestet. Ist der Test erfolgreich, könnten die Filter serienmäßig zum Einsatz kommen – und der Streetscooter als erstes komplett emissionsfreies Fahrzeug in die Praxis gehen.

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Renault und Mercedes wollen elektrisch nachlegen

Das Ziel, den Elektro-Transporter so schnell wie möglich zur Serienreife zu bringen, verfolgt auch Renault. Mit dem Master Z.E. möchte man bei den großen Transportern mitmischen – und das in drei Größen, oder besser gesagt Längen. Motor und Akku stammen aus dem Zoe.

Mercedes zeigt als Elektro-Transporter mit der Studie Vision Van, was möglich sein könnte. Der Clou: Der vor allem als Lieferfahrzeug konzipierte, knapp Sprinter-große vollelektrische Transporter verfügt über zwei Drohnen, die als Paketzusteller eingesetzt werden können.

Mercedes-Benz Vision Van (2017)Der Elektro-Transporter der Zukunft

Apropos Sprinter: Der neue Mercedes Sprinter, der 2018 vorgestellt wird, soll bereits 2019 als E-Sprinter kommen. Einen E-Vito gibt es seit diesem Jahr bereits.

Elektro-Transporter von Iveco und Nissan

Etwas weniger spektakulär, dafür aber bereits voll einsatzfähig ist der Iveco Daily Electric 35 SV. Mit geringem Stromverbrauch und besseren Batterien im Vergleich zum Vorgänger schafft es der Italiener auf 270 Kilometer Reichweite – mit einem Kaufpreis von 110.000 Euro gehört er allerdings auch preislich zur Spitze.

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Deutlich billiger, aber auch kleiner ist da der e-NV200 von Nissan. Er kann nicht nur günstig, sondern auch schnell: Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 123 Kilometer pro Stunde eilt er der Konkurrenz davon. Außerdem stellt der e-NV200 die Basis für das bislang einzige Reisemobil mit Elektroantrieb: der sogenannte elektrische Stadtindianer von Zooom.

Es tut sich also etwas – auch im Bereich der Nutzfahrzeuge. Mit Reichweiten von bis zu 270 Kilometern ist der E-Transporter für den Lieferverkehr in Ballungsräumen bereits gegenwärtig. Für Langstreckenfahrzeuge wie Reisemobile reicht das jedoch noch nicht. Aber es gilt auch hier der Grundsatz: Was nicht ist, kann ja noch werden.

Ford setzt auf Hybrid-Technologie

PHEV – die Abkürzung steht für Plug-in Hybrid Electric Vehicle. Ab 2019 soll der Ford Transit Custom auch als PHEV in Serie gehen. Erstmals seit vielen Jahren gibt es dann wieder einen Transit, der ohne Diesel auskommt. Der PHEV hat vornehmlich für den innerstädtischen Einsatz einen Elektromotor und erlaubt bei geladenem Akku eine Reichweite von etwa 50 Kilometern.

Wenn das nicht genügt, springt ein Benziner an. Dabei handelt es sich um einen Dreizylinder-Turbomotor der Ecoboost-Familie, wie er etwa im Ford Fiesta eingebaut wird und etwa 100 PS leistet. Er dient jedoch ausschließlich als sogenannter Range-Extender, um den Akku während der Fahrt aufzuladen, was die Reichweite auf rund 500 Kilometer erhöht. Die Räder werden dabei immer elektrisch angetrieben. Somit ist ein Schaltgetriebe unnötig, was wiederum Gewicht einspart. Um die Auswirkungen auf die Laderaumkapazität zu minimieren, wird die Batterie unterflur montiert.

Vor dem Serienanlauf startet aber zunächst ein zwölfmonatiger Praxistest: 20 Transit Custom PHEV werden im Großraum London von Unternehmen sowie der Metropolitan Police eingesetzt, um Erfahrungen zu sammeln.

Transporter Mit E-Antrieb im Überblick

Iveco Daily Electric 35 SV

  • Reichweite im E-Modus: bis zu 270 Kilometer
  • Leistung: 60 Kilowatt
  • Höchstgeschwindigkeit: 80 Kilometer/Stunde
  • Aufladedauer: 24 Stunden bei 230 Volt
  • Nutzlast: bis zu 950 Kilogramm

Mercedes-Benz Vito E-Cell

  • Reichweite im E-Modus: bis zu 130 Kilometer
  • Leistung: 60 Kilowatt
  • Höchstgeschwindigkeit: 89 Kilometer/Stunde
  • Aufladedauer: 10 Stunden bei 230 Volt
  • Nutzlast: bis zu 850 Kilogramm

Nissan e-NV200

  • Reichweite im E-Modus: bis zu 170 Kilometer
  • Leistung: 80 Kilowatt
  • Höchstgeschwindigkeit: 123 Kilometer/Stunde
  • Aufladedauer: 10 Stunden bei 230 Volt
  • Nutzlast: bis zu 770 Kilogramm

Renault Master Z.E.

  • Reichweite im E-Modus: bis zu 200 Kilometer
  • Leistung: 57 Kilowatt
  • Höchstgeschwindigkeit: 115 Kilometer/Stunde
  • Aufladedauer: 6 Stunden bei 230 Volt
  • Nutzlast: bis zu 1100 Kilogramm

Streetscooter Work L

  • Reichweite im E-Modus: bis zu 80 Kilometer
  • Leistung: 30 Kilowatt
  • Höchstgeschwindigkeit: 85 Kilometer/Stunde
  • Aufladedauer: k.a.
  • Nutzlast: bis zu 650 Kilogramm

VW E-Crafter

  • Reichweite im E-Modus: bis zu 208 Kilometer
  • Leistung: 100 Kilowatt
  • Höchstgeschwindigkeit: 80 Kilometer/Stunde
  • Aufladedauer: 6 Stunden bei 230 Volt
  • Nutzlast: bis zu 1710 Kilogramm
Neuester Kommentar

Gute Kommentare von guenomat und wxyz. Leider selten, wäre schön, wenn ein Dialog gefördert werden würde.

Auch wenn dies hier nur ein kleiner Bereich ist, wo gefühlt der 1000000000000ste Artikel global zum Thema e-Mobilität verfasst wird - was an diesem Artikel allerdings keinerlei Kritik sein soll.

Es wird nicht dazu kommen, dass wir in Zukunft auf Basis reiner Stromversorgungsnetze elektrisch fahren. Es war mehr als surreal, wie einfach aufgrund eines Abgasskandales plötzlich ein globaler Forderungsaktionismus nach elektrischer Alternative entstanden ist, der wie eine Walze jede neue damit verbundene Logik ausgeschaltet hat.

- der jetzt 'günstige' Strompreis, welcher heute schon systembereinigt auf 'Euro pro 100km' nicht wirklich einen Vorteil gegenüber führenden Diesel-Sparversionen bietet, wird unter der Annahme dass die Welt für ihre Mobilität Strom bezieht, extrem anziehen

- die Frage nach der umweltfreundlichen Erzeugung des Stromes kann allein zentral nicht für die Versorgung unserer System ausreichend sein - eine dezentrale Erzeugung schafft systemische Prozessverunreinigungen und Verluste ohne Ende

- die tatsächliche Menge eingesetzter Primärenergie zur Umsetzung einer rein elektromobilisierten Weltordnung ist deshalb bis heute nicht real eingerechnet, da die Energie (abgesehen von der Umweltverschmutzung) zur Her- und Bereitstellung der Akkumulatortechnologien erhebliche Anteile ausmacht

- ein entsprechend filigran ausdefiniertes Stromnetz derartiger Leistungsführung bis zu jedem Ort einer Fahrzeugvorhaltung ist nicht machbar - die Welt müsste in einem Ausmaß mit Stromleitungssystemen ausgebaut werden, wie es der Planet noch nicht gesehen hat - soviel Kupfer gibt es überhaupt nicht

- die Annahme, man würde sein Privatfahrzeug über einen längeren Zeitraum irgendwo an einigen wenigen dezentral verteilten Stromsäulen im Ort auftanken, obwohl von z.B. 80.000 Einwohnern ca. 57.000 Fahrzeuge der Region jeden Tag bewegt und aufgetankt werden müssten, ist illusorisch

- die Energieverluste durch den diversifizierten Stromverteilungstransport in die filigranen Strukturen sind so hoch, dass allein zusammen mit der durch Akku Herstellung & Co. verursachte Verbrauch an Primärenergie der gesamte e-Mobilitätsansatz extrem Umweltschädlich wäre, denn:

- das bei einem funktionierenden Stromszenario einer e-mobilen Welt georderte Energieaufkommen ließe sich nicht mehr regenerativ erzeugen. Wir reden hier nicht von der Situation heute.

Daher wird die zukünftige Mobilität definitiv und unmissverständlich über Wasserstofftechnologie umgesetzt werden.

1) Wasserstoff erlaubt elektrische Antriebe hohen Wirkungsgrades (geringe Verluste im Bereich des Antriebes gegenüber Verbrennungsmotor) mittels Brennstoffzellentechnologie
2) Wasserstoff erlaubt parallel das Beibehalten der Verbrennungsmotorentechnik, die als Kraftstoff eben Wasserstoff einsetzen. Charakteristika wie im Fall von Sportwagen & Co. können nicht nur beibehalten werden, sondern das Downsizing kann wieder beendet werden: V8 kehren zurück und das dürfen sie dann auch
3) Wasserstoff kann - natürlich wie Strom selbst - dann dezentral an jedem Haushalt erzeugt werden. Allerdings benötigt man umweltbilanziell nicht so schädliche Mengen an Stromspeichermedien weltweit an jedem denkbaren Haushalt (was ebenfalls allein kaum darstellbar wäre), sondern wandelt direkt in die speichernde Produktion von Wasserstoff
4) Die Netzinfrastruktur von weltweit vorhandenen Tankstellen und deren Versorgungsstrukturen könnten konstruktiv beibehalten werden - allein das ist umwelttechnisch schon ein nicht zu beziffernder Umweltgewinn, denn der fiktive Stromumbau des Planeten wäre energetisch nicht mal darstellbar

Fazit:

- Die Entwicklung muss in die extremal sichere Handhabung des Mediums Wasserstoff, deren sichere Herstellung dezentral und deren Speicherung fließen
- Der falsche Hype um Elektroautos von heute hilft zumindest auf dem Weg, die für Wasserstoff-Brennstoffzellen-betriebenen Fahrzeuge der Zukunft mit ausgereiften e-Antrieben leichter Bauart auszustatten, man verliert damit zumindest keine Zeit. Auch wenn derzeit alle bis zur Regierung über eine angeblich kommende reine Elektrowelt sprechen.

Der Bildzeitung und dem ZDF Heute Journal sei dank, würde ich sagen.

Diana van Heide 20. Dezember 2017, 10:32 Uhr
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
pro 06/2017
Heft 07 / 2017 7. Juni 2017 146 Seiten Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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