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Drei Fragen an ...

… Michael Stark: Der Professor hat erforscht, wie Urlaub für alle Beteiligten so richtig erholsam statt stressig wird.

Knapp die Hälfte aller Urlauber sind am Ende ihrer Ferien weder erholt noch zufrieden, so die Zahlen der Weltgesundheitsorganisation. Doch gibt es Strategien, mit denen sich das Ferienfiasko erfolgreich vermeiden lässt? Ein Gespräch mit Professor Michael Stark, Chefarzt für Psychiatrie und Psychotherapie am Asklepios Westklinikum Hamburg.

promobil: Wie definieren Sie Urlaub?

Stark: Urlaub stellt die nötige Balance des Menschen als psycho-seelisch-soziale Einheit wieder her. Wir sind im Alltag bestimmten Anforderungen ausgesetzt, etwa der Familie oder des Jobs. Diese Alltagsfunktionalität ist meistens eine einseitige Anforderung. Und Urlaub bedeutet, dass wir mal wieder was ganz anderes machen können. Wir können das ganze Potenzial an Wahrnehmung, an schöpferischen, gestalterischen und muskulären Fähigkeiten wieder mal ausleben; all das, was der Körper eigentlich leisten kann. Wenn jemand etwa in einer Be­hörde immer nur klitzekleine Sachen macht, der ver­armt mit seinen Möglichkeiten. Wenn die Fähigkeiten des Menschen einseitig genutzt werden, bahnen sich Probleme im körperlichen und psychischen Bereich an. Ferien bedeuten, wieder die ganze Bandbreite zu ermöglichen.

promobil: Was sind Ihrer Meinung nach typische Fehler bei der Urlaubsplanung?

Stark: Beispielsweise ist es ein großer Fehler, meine ganze Erholungsbedürftigkeit auf die Ferien zu konzentrieren und den Rest des Jahres durchzuklotzen. Das kann nur in die Hose gehen. Oder auch wenn Streit mit in den Urlaub genommen wird. Es gibt viele, die sagen: „Im Urlaub haben wir endlich mal Zeit, um über unsere Konflikte zu reden." Man sollte das anders machen und wenigstens zwei Tage vor der Reise eine Aussprache ansetzen, damit man im Urlaub das andere schon ausprobieren kann und nicht plötzlich anfängt, sich die Sachen um die Ohren zu hauen. Ein Fehler von Paaren ist auch, dass bei der Planung nur die Bedürfnisse eines Partners berücksichtigt werden.

promobil: Wie kann man möglichst lange von einem positiven Urlaubserlebnis profitieren?

Stark: Viele Leute kommen aus dem Urlaub und haben ihn schon nach drei Tagen komplett vergessen. Das ist ein erster Hinweis darauf, dass die Erholungszeit zu kurz war oder nicht richtig geplant wurde. Als Familie bietet sich folgende Strategie an: Man schaut sich an einem späteren Wochenende oder im Winter die Sommerbilder wieder an, packt Muscheln aus. Oder drapiert andere Mitbringsel wie schöne Steine im Wohnraum, wo sie an die Reise
erinnern. Man kann auch das Spiel spielen, das im Urlaub so viel Spaß gemacht hat. Grundsätzlich geht es darum, Erinnerungen an die Reise, die ein Stück Leben enthalten, in den Alltag hinüberzuretten.

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