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Digitalisierung im Reisemobil

Pro und Contra zur Digitalisierung

"Ist Digital wirklich gut für uns?" fragen sich unsere Redakteure Benjamin Büchner und Dominic Vierneisel. Zwei Köpfe, zwei Meinungen.

Benjamin Büchner: Gewinn für Reisemobilisten!

Die Caravaning-Industrie hat viel zu lange gewartet, bis sie sich dem Thema der digitalen Steuerung der Komponenten in den Fahrzeugen angenommen hat. Dafür hat sie es dann mit Bedacht getan und sich auf ein relativ einfaches System ge­einigt, das dem Nutzer dennoch viel Komfort bietet. Gerade weil es die Fernsteuerung per Mobilgerät nur als Bonus sieht und sich darauf konzentriert, die Steuerung der Geräte und das Ablesen der Statusanzeigen zu vereinfachen. Wer hat schon noch Lust, seine Batterieanzeige durch einen Kippschalter zu aktivieren und auf eine Voltskala zu starren, von der die restliche Kapazität doch nicht aufschlussreich angezeigt wird. Gebraucht wird dagegen eine Batteriekontrolle, die mit Hilfe eines Temperaturfühlers die Ladeleistung optimiert und über ermittelte Stromflüsse eine verständliche Angabe zur Restlaufzeit der Bordbatterie anzeigt. Noch mehr Erleichterung erfährt der Camper, wenn er auf dem Bedienteil einfach nur eine Zieltemperatur eingibt und die Elektronik selbst entscheidet, ob dafür die Klimaanlage oder die Heizung angeschaltet werden muss. Digitale Steuersysteme nehmen den Campern schon durch ihre Grundfunk­tionen viel Arbeit ab. So wird Zeit für das gewonnen, worum es beim Reisemobil doch eigentlich geht – Urlaub und Erholung. Dass man solche Systeme über mobile Endgeräte fernbedienen kann, ist ein Bonus, der den Komfort nochmals erhöht. Wenn die Heizung nachts im Winter zu wenig Wärme erzeugt, nervt es, zum Bedienteil über der Aufbautür laufen zu müssen. Smartphone rausnehmen, Tempe­ratur hochdrehen und wieder hinlegen. So einfach, so komfortabel ist das.
Die Bearbeitung von Fehlern wird durch die Digitalisierung auch nicht schwerer. In der Regel zeigen solche digitalen Geräte an, wo es hakt. Techniker, die etwas davon verstehen, dürften mit Problemen deshalb relativ schnell fertig werden.

Dominic Vierneisel: Aber bitte mit Genuss

Da die Zeit erfahrungsgemäß recht konsequent voranschreitet, hat es auch keinen Zweck, sie aufzuhalten. Doch es gilt wie immer, die Zukunft mit Augenmaß zu gestalten. Zweifellos wird die Zukunft im Reisemobil digitaler. Das ist in Ordnung, wenn damit die Bedienung unserer Mobile tatsächlich einfacher wird. Doch echte Innovationen schaffen wirklichen Mehr- und Nutzwert für den Kunden. Wenn dieser sein Licht, seine Heizung oder seinen Kühlschrank erst einschalten kann, wenn er sich vorher tage- oder gar wochenlang in eine neue Bedienwelt hineindenken muss, geht mir das zu weit. Wenn die Bordelektrik so kompliziert und sensibel geworden ist, dass man nicht mal mehr eine Steckdose oder eine Lampe nachrüsten kann, ist das für mich ein Fall von "Thema verfehlt". Und, liebe Entwickler, denkt an die Fachwerkstätten. Schon heute fehlt denen häufig die Zeit, ihre Mitarbeiter ausreichend intensiv schulen zu lassen. Obwohl Reisemobile sehr komplexe Fahrzeuge sind mit deutlich mehr Funktionsbereichen als in einem Pkw, ist der Caravaning-Handel von einem eigentlich notwendigen, einheitlich qualifizierenden Berufsbild noch weit entfernt. Wem ist geholfen, wenn ein Kunde mit einem Fehler in der Bordelektrik vorm Werkstattmeister steht, der zu seinem Problem nur die Schulter zuckt? Schon richtig, ich bin kein "Digital Native" wie der Kollege Büchner. Trotzdem schätze ich moderne Technik. Auch ich habe eine klasse Kamera, die immer online ist und mit der man sogar ziemlich gut telefonieren kann; auf ein Smartphone würde ich nur ungern wieder verzichten. Aber die Möglichkeit, meine Vorzeltleuchte, meine Heizung oder Klimaanlage per App an- und ausknipsen zu können, steht auf meiner Wunschliste für bessere Reisemobile eher auf den hinteren Plätzen. Was ich für viel dringender halte, ist eine einheitlich gute Sicherheitsausstattung. Dass man nicht monatelang auf einen Werkstatttermin warten muss. Dass die Hersteller die Klappergeräusche in den Griff kriegen. Oder so profane Sachen wie ein Abwasser­ablass, an den man auch wirklich ran kommt. Bitte: ein Schritt nach dem anderen.

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