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Daimler-Chrysler: Schluss mit der Einheit

Der Einheits-Vito ist Geschichte. Im hochmodernen Mercedes-Werk im spanischen Vitoria entsteht der neue Vito/Viano in zahlreichen Varianten.

Irgendwie ist der Vito ja schon allein wegen des Namens seinem Geburtsort Vitoria verpflichtet. Doch Sentimentalitäten kann sich Mercedes derzeit nicht leisten. Schön für die 3650 im Schnitt nur 33 Jahre alten Mitarbeiter, dass noch handfestere Gründe für den Standort im Baskenland sprechen. Arbeit allein kostet in Spanien rund 50 Prozent weniger als in Deutschland. Logistisch bietet das Baskenland mit dem großen Hafen in Bilbao Vorteile im Blick auf die 80 Exportländer, die das Vito-Viano-Doppel in einer Auflage von jährlich knapp 93 000 Exemplaren – Tendenz steigend – zügig erobern soll. Und Know-how ist zur Genüge vorhanden im traditionsreichen Mercedes-Werk, von dessen Bändern nach einem Autounion-Intermezzo in den 60er Jahren ab 1980 schon der MB 100 lief.

Seitdem ist alles anders geworden. Die erste Vito-Generation, in Sachen Design ein Fortschritt, doch nicht in jeder Hinsicht Mercedes-like, lief 1995 vom Stapel. 2003 kam der radikal erneuerte Vito nebst seinem Pkw-Derivat Viano – was nicht nur einen Umstieg von Front- auf Heckantrieb bedeutete, sondern auch eine größere Variantenvielfalt, die den Kunden zu Gute kommt. Während es den alten Vito nur in einer Länge gab, darf man den neuen in drei Längen, zwei Radständen und sogar mit Hochdach ordern; von den fünf Motorisierungen, den drei Ausstattungslinien des Viano und den diversen Schiebe- und Hecktürvarianten ganz zu schweigen. Und in der Lackierung werden knapp 150 Farbtöne angemischt.

Doch diese neue Vielfalt erforderte auch neue Produktionsanlagen. Knapp 800 Millionen Euro steckte Mercedes in die Modernisierung. Der fertigungslogistische Aufwand, der die Vielfalt ermöglicht, ist gerade in der Endmontage enorm. Einzelne Module werden zum Teil von Lkw direkt an die jeweilige Einbaustation geliefert – und zwar zu exakt dem Zeitpunkt, an dem sie dort benötigt werden. Für das ausgetüftelte Layout der rund zwei Kilometer langen Montagelinie wurde das Werk 2003 mit dem European Logistic Award geehrt. Wenn das nicht ausgezeichnet ist.

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