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Crosscamp auf Toyota Proace (2019)

Campster-Zwilling

Crosscamp Toyota Proace (2019) Crosscamp Toyota Proace (2019) 20 Bilder

Mit Crosscamp stellt die Erwin-Hymer-Group eine neue Start-Up-artige Marke innerhalb des Konzerns vor: Der kompakte Aufstelldach-Campingbus auf Basis des Toyota Proace Verso will bewusst polarisieren.

Als Rebell, als Spielwiese und als wendiger Pkw soll der Crosscamp das Muster der übrigen Marken der Erwin-Hymer-Group sprengen, sich gar völlig von diesen abheben. Die Devise: neue Zielgruppen, ein großes Händlernetz und modernes Marketing. Die Markteinführung des Crosscamp ist der 6. April 2019.

Während das hippe Konzept nach Innovation und Aufruhr schreit, lässt sich beim Fahrzeug selbst die Ähnlichkeit zum Pössl Campster nicht leugnen. Diese ist schon rein räumlich bedingt: Beide werden in Isny im Werk von Dethleffs gebaut, laufen vom selben Band. Auch der Ausbau des neuen Crosscamp selbst ist im Grunde Campster-like.

Der Innenausbau des Crosscamp

Foto: Andreas Becker
Neben der Spüle verfügt die Küchenzeile über einen 2-Flammen-Gaskocher und eine Kühlbox.

Ganz Campster, aber nach wie vor praktisch ist der herausnehmbare Küchenblock. Lediglich zwei Schrauben gilt es hierfür von Hand zu lösen; Griffe erleichtern das Ausladen. Selbst mit leerem Frisch- und Abwasserkanister (je 10 Liter) ist die Küche jedoch nicht nur ziemlich schwer, sondern für eine Einzelperson auch schwierig zu greifen. Aber wer reist schon gern allein?

Foto: Andreas Becker
Ein neuer Mechanismus zum Feststellen des Dachs soll den Zeltstoff schonen.

Bis zu vier potenzielle Küchenträger fänden jedenfalls einen Schlafplatz im Crosscamp. Zwei Schlafplätze mit Aussicht und Frischluft durch die Panorama-Öffnung befinden sich im Aufstelldach und bieten eine 1,20 x 2,00 Meter große Liegefläche. Zwei weitere entstehen darunter.

Die untere Liegefläche jedoch empfieht sich nur mit optionalem Topper zu genießen, mit dem sich Unebenheiten der umgeklappten Sitzbank ausgleichen lassen. An der schmalen Liegefläche ändert das aber nichts: gemessen 97 Zentimeter breit im Heck, vorne acht Zentimeter mehr – zu zweit schon sehr intim. Dazu kommt, dass zwischen dem so gebauten Bett mit 2,05 Metern Länge und den gedrehten Sitzen wenig Platz bleibt.

Foto: Andreas Becker
Schienensystem im Crosscamp

Ein wesentlicher Unterschied zum Pössl-Bruder ist der neue Boden. Abwischbarer PVC statt Teppich, jedoch auffällig massive Führungsschienen obenauf. Diese gewährleisten ein reibungsloses Schieben der Sitzbank, sind aber eher störend im barfüßigen Camping-Alltag.

Dafür hat das neue SCA-Dach im Crosscamp seinen Mitstreitern etwas voraus: Ein neukonstruierter Mechanismus zum Feststellen und Einrasten soll den Zeltstoff schonen. Trotzdem muss dieser händisch dahinter versteckt werden. Zur Serienausstattung gehören zwei Dachrails, sodass links und rechts vom Fahrzeug ein Sonnensegel oder eine Markise aufgespannt weden kann.

Pössl Campster auf Citroën Spacetourer
Verbesserungen für 2019: Motor und Wohnkomfort

Crosscamp als Alltags- und Abenteuerbus

Auch im Basisfahrzeug zeigt sich der Unterschied zum Pössl Campster: Während der auf dem Citroën Spacetourer basiert, baut Crosscamp auf den – allerdings baugleichen –Toyota Proace Verso.

Toyota wird dabei künftig nicht nur als Zulieferer fungieren, sondern Teil der Vertriebsstrategie sein: Zur Markteinführung am 6. April sollen die Camper auch bei zertifizierten Toyota-Händlern stehen. Das Ziel ist Service aus einer Hand, womit sich Crosscamp klar auf die Pkw-Branche fokussiert. Zudem sollen auch ausgewählte, geschulte EHG-Partner den Crosscamp im Programm führen.

Foto: Andreas Becker
Der Crosscamp ist der Erste seiner Art und stellt eine eigene Marke innerhalb der Erwin Hymer Group dar.

Mit 120, 6-Gang-Getriebe und praktischem Head-Up-Display fährt sich der Crosscamp durchaus komfortabel. Nicht unwesentlich, zumal der Crosscamp bewusst den Spagat zwischen alltäglichen Kindergarten-Fahrten und individuellen Abenteuer-Urlauben schaffen will. Hierzu sind serienmäßig zwei Schiebetüren und Einparkhilfen vorne und hinten gern genommen.

Extra erhältlich sind sogenannte Custom Parts, verschiedene Komponenten zur Individualisierung des Campers. Eines davon ist das Safety-Sense-Paket, das acht Assistenzsysteme enthält, die für besonders viel Sicherheit und Fahrkomfort sorgen sollen. Dazu gehört der Spurhalteassitent, Geschschindigkeitsregelanlage mit Abstandsregelung, Verkehrsschild-Erkennung, Notbremsassistent mit Fußgängererkennung, Fernlichtassistent, 7-Zoll-Farbmonitor mit Tourchscreen und das Head-Up-Display.

Erhältlich ist der Crosscamp auch in 150- oder 180-PS-Version mit 2,0-Liter-Vierzyliner-Diesel. Die Top-Version ist serienmäßig mit 8-stufiger-Wandlerautomatik ausgestattet. Alle Motorversionen nutzen SCR-Technik mit AdBlue-Einspritzung und entsprechen der Schadstoffnorm Euro-6d-temp. Mit einer optional dazubestellbaren Anhängekupplung darf er bis zu 2,5 Tonnen Gewicht ziehen.

Basisinfos Crosscamp

Grundpreis: 42.999 Euro
Basis:
Toyota Proace Verso, 1,5-Liter-Diesel, 120 PS, 6-Gang-Schaltgetriebe
max. Gesamtgewicht: 2750 kg
Länge/Breite/Höhe:
4,95/1,92/1,99 m
Empfohlene Personenzahl:
2
Sitz-/Schlafplätze: 5/4

Ausstattung Fahrzeug: (Serie) Halogen-Schweinwerfer inklusive Reinigungsanlage, Nebelscheinwerfer, Tagfahrlicht, Regensensor, Tempomat mit Limiter, ABS, EBD, Brems-Assistent, 17-Zoll-Stahlfelgen, Lederlenkrad, Toter-Winkel-Assistent, Müdigkeitswarner, Elektronische Stabilitätskontrolle, Berganfahrassistent, Einparkhilfe, Reifendruck-Warmsystem, elektrische Fensterheber, zusätzliche Klimaautomatik im Fond, Multimediapaket mit Radio, Display und USB-Schnittstelle.

Serienausstattung Wohnbereich: (Serie) 95-Ah-Aufbaubatterie mit Ladebooster und elektronischer Abschaltautomatik. (Optional) Webasto Dieselheizung, Kompressorkühlschrank im Möbelblock.

Fazit

Der Grundpreis von 42.999 Euro mit Ausbau und Schlafdach ist ein starkes Argument für den Crosscamp, die Strategie erfrischend mutig. Wir sehen den Hipster fern von Hymer, nah am Campster und bleiben gespannt.

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