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Interview mit Joachim Baumgartner

Concorde Luxusmobile bis 2017 ausverkauft

Joachim Baumgartner Concorde

promobil befragt im Interview Joachim Baumgartner, Geschäftsführer von Concorde, zur Entwicklung der Luxus-Wohnmobil-Branche. Concorde hat doppelt Grund zu feiern: Bis 2017 ist die Marke ausverkauft.

24.06.2016 1 Kommentar
Concorde feiert 35. Geburtstag. Wie hat sich das Unternehmen zuletzt entwickelt?

Aufbauend auf einer erfolgreichen Produktpolitik, haben wir es endlich geschafft, auch im personellen Bereich Kontinuität und Nachhaltigkeit zu verankern. Zudem konnten wir in den vergangenen Jahren – nicht zuletzt mit Thomas Fritz und Norbert Dellekönig in unserem Beirat – ausgewiesene Branchenkenner für Concorde gewinnen, die uns in jedem Unternehmensbereich noch weiter voran bringen.

Der Wettbewerb im Luxussegment ist stärker geworden. Wie reagiert Concorde?

Concorde als Marktführer im Segment der Luxusreisemobile reagiert nicht. Wir agieren. Wir wissen natürlich, dass jede bei uns entwickelte Neuerung mit einem Modelljahrgang Verzug auch bei unseren Mitbewerbern zu finden sein wird. Aber glauben Sie mir, das stört uns nicht. Ganz im Gegenteil: Es tut gut zu wissen, dass wir unserer Konkurrenz immer einige Monate voraus sind. Und es sorgt dafür, dass wir nie aufhören werden, innovativ zu sein.

Concorde gehört zu keiner Herstellergruppe. Ist das eher ein Vor- oder ein Nachteil?

Sind wir doch mal ehrlich: Einziger Vorteil einer Gruppe sind die besseren Einkaufskonditionen aufgrund höherer Stückzahlen. Alle anderen Rahmenbedingungen sprechen für uns ganz klar dagegen. Ohne die uns gegebene Freiheit, die Flexibilität und die kurzen Entscheidungswege wären wir nicht da, wo wir sind. Wir wären auch nicht mehr Concorde. Abgesehen davon wissen wir eine finanzstarke Eigentümerfamilie hinter uns, wir sind nicht aufgrund eines Bedarfs an finanziellen Mitteln gezwungen, unsere Identität, unsere Tradition und unseren Markenkern zu verkaufen.

Gerade hat Concorde die Alkoven wieder entdeckt. Wie geht es für 2017 weiter?

Wie auch bei der Personalentwicklung lautet unser Credo auf der Produktseite "Kontinuität". Wir werden Details weiter verbessern, Erfolgsgrundrisse zwischen Baureihen transferieren und uns nicht zuletzt darauf konzentrieren, unseren enormen Auftragsvorlauf (Concorde ist bis ins Frühjahr 2017 ausverkauft) auf dem von uns gewohnten Qualitätslevel abzuarbeiten.

Neuester Kommentar

Durch die Umstellung der Webseite sind alte Kommentare nicht übernommen worden - bei diesem Artikel kommt man auch jetzt wieder ans Nachdenken.

Trennen muss man zwischen der eigenen Meinung und neutralen Fakten. So auch hier. Ich persönlich halte Concorde und Vario für welche der besten Hersteller. Geht es hier nicht um die oberste Klasse, so wäre besser gesagt: Hersteller, die ihren eigenen Weg am umfangreichsten gestalten. Das könnte auch für einen Kastenwagenhersteller gelten.

Natürlich bringt das Top-Segment auch einen erweiterten Rahmen des Handels und Wandels mit.
Gleichermaßen bin ich fasziniert davon, wie unbeirrt die Marke Pössl den Weg der H-Line Fahrzeuge im Kastenwagensegment geht. Für mich ist demzufolge die Frage nach den besten Herstellern eher eine Frage nach dem eigenen Weg.

Und damit sind wir bei dem, was Herr Baumgartner sagt.

Man reagiere nicht, man agiere. Und man habe kein Problem damit, dass Innovationen immer ein Jahr später im Wettbewerb auftauchen würden.

Also hier wird's bunt. Concorde ist zwar auch für mich das Maß der Dinge, aber selbst meine eigene Meinung interessiert hier nicht, denn die Fakten sehen anders aus.

Concorde gilt ganz gewiss nicht als Erneuerer bzw. Innovator der Branche. Mitnichten.

Concorde produziert massivste Qualität. Punkt.

Wir haben zwei Strömungen. Einmal von den Großserienlinern ausgehend ein Setup, das immer noch technisch aus der Masse stammt (Knaus Sun i 900, ebenso Liner von Carthago, Hymer etc.). Und zum Anderen haben wir von oben kommend Individualmanufakturen mit Preisen im 7-stelligen Bereich.

Dort wo Concorde und Vario Mobil sich begegnen, passiert folgendes: Vario bietet völlig freie Konfiguration und 100% Individualisierung an und ist dabei der ERSTE High-End-Ausbauer, der es so gerade noch schafft, den Produkten trotz der 100% Individualisierung eine Unterteilung nach Modellreihen / Linien und einem Ranking innerhalb der Modellreihen zu verleihen. Concorde hingegen ist der erste, der von Top kommend eben genau dieses Maß an freier Individualisierung deutlich eingrenzt und dafür feste Typen mit festen Grundrissen und zwei Holzdekoren bietet.

Das mutet bei einem Eurocargo für fast 300.000€ zunächst seltsam an, wenn ich bei den Holzdekoren nur zwischen zwei Varianten wählen kann. Gleichzeitig bekommt man im Gegensatz zu Vario bei Concorde aber das Flair der Serienstandards. Ein Vario mag noch so teuer sein, man merkt, dass alles in Handarbeit geschieht. Es wird immer aussehen wie eine extrem teure Individual-Designer-Einbauküche. Ein Concorde hingegen grenzt zwar hier und da ein, aber es ist ein Reisemobil, welches Standards mit Erkennungswert auf höchstem Niveau bietet. Genau das mag ich.

Wenn es um den mutigen Ansatz geht, wonach Concorde an den Alkoven und deren erheblicher Qualitäten festhält, so ist die damit verbundene Aufbauqualität die vermutlich beste der Welt. Kein Aufbau ist so massiv und hochwertig gebaut und energetisch durchdacht wie der eines Concorde.

Hier also begegnen sich Concorde und Vario. Es ist das Zentrum der Wertigkeit. Hersteller wie z.B. Morelo sehe ich auf dem Weg, mehr Massendurchsatz erreichen zu wollen - ein bisschen zuviel Sehnsucht nach oberflächlichem Glamour für Kunden, die schon immer gerne auf Mallorca ihre Standards gesucht haben.

Wenn es nach all dem nun um die Betrachtung des Innovationsgrades geht, so sehe ich meinen Favoriten Concorde allerdings überhaupt nicht vorn. Und es ist vermessen zu behaupten, die Branche richte sich in Sachen Innovation nach Concorde, um ein Jahr danach mit den kopierten Ergebnissen zu kommen.

Hochinnovativ sind die Aktivitäten der Niesmann + Bischoff Sparte unter Hymer Group Flagge.
Das was dort passiert, ist wirklich mutig. Die Schaffenskraft an dem Konzept des Niesmann Smove ist schon heute legendär.

Das Maß wie sehr hier externe Designbüros integriert wurden und Layouts bis in die funktionale Integration in die Serientiefe übernommen wurden, ist ohne Beispiel. Allein der Body des Aufbaus hat soviel neues Know-How erfahren, dass das Fahrzeug sich eigentlich kaum rechnet. So etwas Einzigartiges und mutig modernes darf nie verschwinden. DAS ist innovativ.

Concorde ist überlegen aber nicht innovativ.

Diana van Heide 8. November 2017, 11:23 Uhr
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