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Neue Malibu Teil- und Vollintegrierte (2015)

Carthago will mit Malibu in die Mittelklasse

Karl-Heinz Schuler und Bernd Wuschack Foto: Karl-Heinz Augustin 7 Bilder

Mit Teil- und Vollintegrierten von Malibu will der Wohnmobilhersteller Carthago in die Mittelklasse vorstoßen. Ein Gespräch mit der Chefetage über Hintergründe und Strategie der Tochtermarke.

Da dürften Bürstner, Knaus, Adria und Dethleffs hellhörig werden. Carthago erweitert das Angebot seiner jungen Tochtermarke Malibu. Die neuen Teil- und Vollintegrierten sollen punktgenau in der Mittelklasse positioniert werden.

Carthago Malibu: Konkurrenz für die Wohnmobil-Mittelklasse

Rund 8.000 Euro unter dem bislang günstigsten C-Tourer soll der Grundpreis liegen. Damit stößt Carthago in das Marktsegment ab rund 55.000 Euro vor. Für die Marke, deren Kerngeschäft hochwertige, zumeist integrierte Reisemobile um 80.000 Euro sind und die hier einen Marktanteil von etwa 15 Prozent hat, ist das bisher unbekanntes Terrain. Und mit Carthago unerreichbares.

"Wir können Carthago nicht billiger machen. Einfach nur wegzulassen oder an der Qualität zu sparen, würde die Markenidentität verwässern", ist Carthago-Chef und -Inhaber Karl-Heinz Schuler überzeugt. Im Stammsegment stößt man nach starkem Wachstum in den letzten Jahren inzwischen an Grenzen. Rund 3150 Wohnmobile hat Carthago letzte Saison gebaut, wobei bereits etwa 500 Einheiten auf das Konto des Malibu-Kastenwagens gehen, des Vorreiters der Zweitmarke.

Die Zwei-Marken-Strategie ist eine logische Konsequenz

Derselbe hochwertige Kabinenbau mit Ringankerprofilen und Aluminium-beplankten Innenwänden lässt sich in der Mittelklasse nicht realisieren. Malibu TI und I werden Sperrholz-Innenverkleidungen und konventionell verschraubte Kantenverbindungen haben. Allerdings verzichtet man auf Verstärkungsleisten aus Holz und setzt auf XPS-Schaum.

Dass man den Kunden auch darüber hinaus etwas Besonderes bieten muss, weiß man. "Niemand wartet da auf uns", stellt Geschäftsführer Bernd Wuschack nüchtern fest. Anlaufschwierigkeiten wie beim Campingbus will man vermeiden. Für Malibu TI und I verspricht das Führungsduo gewisse Finessen. Keine Stolperstufen im Wohnraum und einen technischen Doppelboden zum Beispiel. Auch ein Interieur, das sich deutlich vom bisherigen Carthago-Stil unterscheidet. Auf ersten Zeichnungen wirkt das Mobiliar heller, frischer, auch weniger gediegen. Ebenfalls zur Abgrenzung von der Muttermarke sind die drei Grundrisse eher kompakt: Eine gewisse Handlichkeit hat der Beliebtheit von Reisemobilen noch nie geschadet. Man sieht’s am boomenden Kastenwagen-Segment.

Interview mit den Carthago-Chefs

promobil hat ein Interview mit Carthago-Chef und -Inhaber Karl-Heinz Schuler und Geschäftsführer Bernd Wuschack geführt.

Warum eine neue Marke?

Schuler: Wir stoßen mit Carthago inzwischen an Grenzen im oberen Preissegment. Die Zwei-Marken-Strategie erlaubt uns, in beiden
Segmenten glaubwürdig aufzutreten. Mit Malibu in der Mittelklasse ab rund 55 000 Euro und Carthago in der Klasse ab 80.000 Euro.

Wie viele Modelle wird es geben?

Wuschack: Wir bieten je drei teil- und vollintegrierte Modelle mit Quer-, Queens- und Einzelbetten von 6,53 bis 7,07 Meter Länge an.

Welche Stückzahlen peilen Sie an?

Schuler: Wir planen ein deutliches Wachstum in den nächsten drei Jahren. Aber wir wollen auch mit Carthago noch weiter wachsen.

Wann startet der Verkauf? Wie ist der Vertrieb organisiert?

Wuschack: 2016 geht es los. Für Malibu bauen wir ein eigenes Händlernetz auf und steigen außerdem stärker in die Vermietung ein. Die Mietrückläufer können dann noch günstiger angeboten werden.

Wo werden die aufgebauten Malibu TI und I produziert?

Schuler: Die Malibu-Reisemobile werden im Werk in Slowenien gebaut, das wir erst kürzlich nochmals erweitert haben.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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