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Campingbus-Selbstausbau auf Mercedes Sprinter

Superstylisher Familiencamper aus England

Campingbus-Selbstausbau auf Mercedes Sprinter Foto: thismovinghouse.co.uk 32 Bilder

Ein Paar aus England beweist mit seinem selbstausgebauten Sprinter, wie schick und modern ein Campingbus sein kann. Mittlerweile können sich die beiden vor Bestellungen nicht mehr retten.

25.01.2017 Sophia Pfisterer

„Als wir unseren Camper auf Instagram stellten, wollten wir zwar Aufmerksamkeit damit erregen, aber dass wir so einen Wirbel erzeugen, hätte ich nie geglaubt,“ sagt Jack Richens, Rundfunktechniker, 37 Jahre, aus England. Seit Tagen steht sein Telefon nicht mehr still, Zeitungen- und TV-Sender wollen mehr über seinen Campingbus wissen und fast minütlich bekommt er Mails aus aller Welt.

Campingbus-Selbstausbau auf Mercedes Sprinter Foto: thismovinghouse.co.uk
So gemütlich ist's im Doppelbett.

Was ist so faszinierend an diesem Campingbus?

Als er und seine Freundin Lucy Hedges, 38, Tontechnikerin, Ideen für ihren Mercedes-Sprinter-Ausbau sammelten, sollte der Bus vor allem eines sein: Praktisch und cool. Für den stylishen Look sorgen helle Holzfarben und viel Weiß, statt harten Kanten und Ecken dominieren geschwungene Linien und am Stockbett lugt ganz neckisch ein Bullauge hervor. Letzteres zeigt, woher die beiden die Inspiration für den Grundriss nahmen: Dem Bootsbau.

Die kojenartigen Stockbetten haben ab der Hüfte nicht mehr die volle Höhe. Ein alter Trick aus der Bootskonstruktion, der dafür sorgt, dass man in Kojen zwar bequem, aber äußerst platzsparend schläft. Dies ermöglicht eine dreistöckige Bettenkonstruktion im Campingbus von Jack und Lucy, die so ein Doppelbett für sich und zwei Kinderbetten für ihre beiden Töchter im Heck des Fahrzeugs unterbringen – und trotzdem so viel Platz lässt, dass ein weitläufiger Raumeindruck entsteht. Und obwohl die Stockbetten für Kinder gedacht sind, erzählt Jack: „Bei einem Festival haben auch schon mal Freunde, ausgewachsene Männer, die es nicht mehr in ihr Zelt geschafft haben, darin übernachtet.“

Viel Schweiß und Erfahrung stecken in dem Bus

Der Ausbau kostete das Pärchen vier Monate Vollzeitarbeit. „Ich glaube 150 Stunden habe ich allein damit verbracht, mich am Kopf zu kratzen und zu überlegen, wie man einige konstruktive Hindernisse umgehen kann,“ sagt Jack. Am schwierigstens sei es gewesen, die richtigen Materialien und Techniken für den Grundriss zu finden. Der Campingbus sollte stabil gebaut sein gleichzeitig innerhalb der Campingbus-Gewichtsklasse bleiben.

Campingbus-Selbstausbau auf Mercedes Sprinter Foto: thismovinghouse.co.uk
Praktisch: Am Einstieg befindet sich ein Schuhfach - so bleiben Dreck und Sand draußen.

Zwar sind Jack und Lucy kein gelernten Zimmerleute, an eigener Erfahrungen mit Campingbussen mangelte es jedoch nicht. Um Geld für ein Haus zu sparen, hatte Jack Richons sieben Jahre lang in London in einem Campervan gelebt. Kurz nachdem das Fahrzeug seinen Geist aufgab stellte er fest, „dass ein Leben ohne Camper ziemlich langweilig ist“ – und baute seinen ersten Campingbus aus. Vor diesem Bus hatte er schon einen VW Transporter und einen Iveco Daily ausgebaut. Das Mercedes-Sprinter-Projekt sei aber bei weitem das ehrgeizigste gewesen.

Eine Sache fehlt dem Camper auf Mercedes Sprinter jedoch, die Busse dieser Größe sonst an Bord haben: Ein Badezimmer. Der Grund? Jack findet das überflüssig: „In den sieben Jahren, in denen ich im Bus gewoht habe, habe ich mir nur zwei Mal wirklich ein Bad gewünscht.“ Toiletten und Duschgelegenheiten gebe es auf jedem Campingplatz. Und fernab jeder Zivilisation lösten sich solche Probleme schließlich von selbst.

Selbstausgebauter Familien-Camper auf Mercedes Sprinter

Den Mercedes Sprinter als Basisfahrzeug hat sich das Pärchen ausgesucht, weil der Transporter ihren Platzansprüchen am besten entsprach. „Wir sind schon alle möglichen Fahrzeuge gefahren,“ sagt Jack. „Die Chassis des Mercedes Sprinter und der VW Crafter sind allerdings diejenigen, die die richtige Größe für das Projekt haben. Außerdem machen uns diese Vans beim Fahren am meisten Freude. Zwar sind diese Fahrzeuge etwas teurer, aber wir sind sicher, dass es gut investiertes Geld ist.“

Derzeit arbeiten Jack und Lucy in ihrer Werkstatt an einem weiteren Campingbus, bei dem sie vor allem den Aufbauprozess verfeinern wollen. Nebenbei planen die beiden weitere Projekte, wie etwa ein extra langes Fahrzeug und ein mobiles Büro. Allerdings kommen sie dieser Tage nicht sehr gut voran, da sie sich derzeit vor Anfragen nicht retten können. „Viele wollen sich einen Bus bei uns bestellen – oder fragen uns nach den Plänen für unseren Bus, um ihn selbst nachzubauen,“ erzählt Jack.

Campingbus-Selbstausbau auf Mercedes Sprinter Foto: thismovinghouse.co.uk
Das Basisfahrzeug des Campingbus: Ein Mercedes Sprinter 313

Demnächst wollen sie die Konstruktionspläne für den Bus auf ihre Website This Moving House stellen, ganz im Sinne von „open source“, der Quelloffenheit. „Wir sind gespannt, was die Leute mit unserer Konstruktion machen, wie sie sie abwandeln und vielleicht sogar verbessern,“ sagt Jack. „Und dann können wir daraus wiederum etwas besseres machen.“

Campingbus „This Moving House“

Basisfahrzeug: Mercedes Sprinter 313
Preis: 10.000 Euro fürs Basisfahrzeug, 12.000 Euro für den Ausbau, und unzählige Arbeitsstunden
Länge/Breite/Höhe: 7,00/1,99/2,70 Meter

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