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Interview mit dem PaulCamper-Gründer Dirk Fehse

Privatvermietung mit PaulCamper leicht gemacht

Interview Campersharing Foto: Konrad Stöhr 6 Bilder

Wie beim Carsharing lassen sich Wohnmobile und Caravans mit Freunden wie Fremden teilen. Welche Vorteile so eine Privat(ver)mietung hat, verrät uns Dirk Fehse, Gründer der Plattform PaulCamper.

Dirk Fehse hat 2013 in Berlin die Plattform PaulCamper gegründet. Das ehemalige Start-up ist heute ein Unternehmen mit Investoren und eine der führenden Adressen zum Thema Privatvermietung von Freizeitfahrzeugen. Sein Geheimnis? Viel Leidenschaft, Community-Pflege und eine wasserdichte Versicherung. Die Fragen stellte Sophia Pfisterer.

Von der Idee zum 40-Personen-Unternehmen: Wie hat sich die Plattform PaulCamper entwickelt?

Klingt erst mal danach, als wäre kein Stein auf dem anderen geblieben, oder? Ich kann dich beruhigen. Im Herzen sind wir Camper und überzeugt davon, die schönste Art des Reisens an die Frau bzw. den Mann zu bringen. Aber klar: Je mehr Camper wir für uns gewinnen konnten, desto professioneller werden wir. Mittlerweile vermieten über 3300 Vermieter ihr Fahrzeug auf PaulCamper. Rund 230.000 Nächte verbrachten Campingfreunde mit einem Fahrzeug aus der Community auf den Straßen rund um den Globus. Manchmal staunen wir selbst über unsere Erfolgsgeschichte.

Warum sollte ich mein privates Campingfahrzeug vermieten?

Interview Campersharing Foto: Konrad Stöhr
Einmal Urlaub im Bulli: Die günstige Privatvermietung macht diesen Traum für viele Einsteiger wahr ...

Es gibt viele Menschen, die sehr gern eine Reise mit einem Wohnmobil unternehmen würden. Meist scheitert es daran, dass die vorhandenen Vermiet-Wohnmobile ausgebucht oder zu teuer sind. Auf der anderen Seite gibt es allein in Deutschland über eine Million Camper, Wohnmobile und Wohnwagen in privater Hand. Statistisch werden sie nur vier Wochen im Jahr genutzt. Den Rest der Zeit stehen sie ungenutzt rum und verursachen Kosten. Durchs Vermieten kann ich also nicht nur Menschen glücklich machen, sondern die Kosten von meinem Wohnmobil reduzieren oder es komplett refinanzieren. Einige unserer Vermieter und Vermieterinnen erfreut es zum Beispiel, Gastgeber zu sein und Gleichgesinnte kennenzulernen. Andere leisten sich überhaupt erst einen eigenen Camper durch die Vermietung.

Warum lohnt es sich für Einsteiger?

Für Einsteiger ist es wichtig, einfach ausprobieren und losfahren zu können. Kurze Mietdauern, voll ausgestattete Wohnmobile, transparente und günstige Preise, unterschiedlichste Fahrzeuge und kompetente Einweisungen nicht nur in das Fahrzeug selbst, sondern auch in diese Reiseform. Wir haben sehr viele Mieter, die im Anschluss ein Fahrzeug kaufen und es dann über PaulCamper vermieten. Damit decken sie wiederum ihre jährlichen Haltungs- oder auch Finanzierungskosten.

Ein Mietversprechen von euch lautet „Komplette Campingausstattung“ – heißt das, ich muss meine Bettwäsche Fremden zur Verfügung stellen?

Das darfst du gerne, wenn du das möchtest. Komplette Campingausstattung bedeutet für uns: Schlaf- und Kochmöglichkeit, Kühlschrank oder Kühlbox, Geschirr, Campingmöbel und eine volle Nutzgasflasche. Alles andere, wie etwa deine Espressokanne, kannst du als Vermieterin unentgeltlich mitgeben.

Was geschieht, wenn es zu einem Unfall oder Schaden kommt. Wie funktioniert das mit der Versicherung?

Vermieter Dirk PaulCamper Wie rentabel ist die private Wohnmobil-Vermietung?

Alle Camper auf unserer Plattform sind umfassend versichert. Gemeinsam mit dem Kooperationspartner, der Allianz, haben wir ein Versicherungspaket mit Kasko- und Haftpflichtversicherung, Interieurversicherung und einen europaweiten Schutzbrief mit 24-Stunden-Notfallhotline. In der Praxis sieht das so aus: Im Schadenfall informiert der Mieter als Erstes seinen Vermieter. Im Falle, dass der Mieter unterwegs eine Panne hat und eine Weiterfahrt nicht möglich ist, wählt er die Notfallhotline. Der Schutzbrief organisiert einen Abschleppdienst, der den Camper in eine geeignete Werkstatt transportiert. Entsteht während der Reise ein Schaden, mit dem man weiterfahren kann, zum Beispiel ein Kratzer, wird der Schaden bei der Rückgabe vermerkt. Der Vermieter behält bis zur Klärung die Kaution ein und meldet den Vorfall bei der Versicherung – entweder telefonisch oder online. Die Allianz-Ansprechpartner vereinbaren mit dem Vermieter einen Gutachtertermin und kümmern sich um die Regulierung.

Schon mal erlebt: Gibt es schwarze Schafe unter euren Vermietern und Mietern? Wie sortiert ihr aus?

Wir investieren viel Zeit ins Onboarding neuer Vermieter und führen mit jedem Vermieter ein persönliches Gespräch, was sehr untypisch für Online-Marktplätze ist. Generell ist bei Marktplätzen Vertrauen zwischen den Parteien sehr wichtig. Dazu gibt es unser Bewertungssystem für Mieter und Vermieter. Sollte es mal eine negative Bewertung geben, kommt sie direkt bei unserem Service-Team an und wir vermitteln. Grundsätzlich gilt jedoch: PaulCamper ist wertebasiert, und eine gute Partnerschaft setzt voraus, dass man sich an Vereinbarungen und Regeln hält.

Wie bekomme ich als Vermieter Unterstützung? Gibt es eine 24-Stunden-Hotline oder ein Forum/Blog, wo ich Tipps bekomme?

Interview Campersharing Foto: Konrad Stöhr
Zweimal im Jahr gibt’s das Pauls Camp: Die Vermieter-Community trifft sich, um Erfahrungen auszutauschen.

Wir sehen uns als Partner und Freund und unterstützen auf vielfältige Art und Weise. Unser Support-Team ist wochentags per E-Mail und Telefon erreichbar. Am Abend und am Wochenende gibt es einen „Notfalldienst“. Eine Alternative ist unsere einzigartige Vermieter-Community auf Facebook. Jeder aktive Vermieter kann Teil davon werden. In dieser Gruppe werden Fragen 24/7 mit Schwarmwissen beantwortet. Für allgemeine Fragen wird auch gern unser Pauls Camp genutzt. Das ist ein Vermietertreffen, bei dem wir uns zweimal jährlich für ein Wochenende auf einem schönen Campingplatz verabreden.

Neben dem klassischen Vermietgeschäft habt ihr jetzt auch einen Community Fund von 25.000 Euro – erzähl, was hat es damit auf sich?

Egal, ob Mieter oder Vermieter, es fehlt oft an den nötigen finanziellen Ressourcen. Mit dem Community Fund möchten wir etwas zurückgeben: Wir möchten echte Herzensprojekte und lang hinausgezögerte Reparaturen unterstützen. Damit können wir locker 15 bis 25 Reparaturen oder Umbauten sowie einige Camperreisen bezahlen. Insgesamt gab es 1600 Bewerbungen aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und weiteren Ländern. Demnächst werden wir die Gewinner benachrichtigen, und dann geht es in die Umsetzung der Projekte. Also schaut am besten auf unseren Social-Media-Kanälen vorbei.

Neben dem Community Fund bietet ihr mittlerweile einen eigenen Campervan an: VanPaul. Geht ihr bald unter die Hersteller?

VanPaul ist mein persönliches Herzensprojekt und ein erster Test für einen reinen „Sharing-Camper“. Ein Camper, der von vornherein neben der Eigennutzung auch aufs Vermieten ausgerichtet ist. Quasi nebenbei haben wir diese Saison fünf Fahrzeuge verkauft, und es gibt weitere Interessenten. Mein Ziel ist es, künftig verschiedene VanPaul-Modelle anzubieten.

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